WC-Abwässer werden ungereinigt ins Meer geleitet 

Die EU-Kommission hat beanstandet, daß die Abwässer in
Mailand nach wie vor ungeklärt in den Fluss Lambro geleitet
werden. Italien verstoße damit gegen die EU-Richtlinie zur
Behandlung von Abwasser. Danach hätten die Mailänder bereits
Ende 1998 für geeignete Klärvorrichtungen sorgen müssen.

Diese befinden sich jedoch noch im Bau - frühester
Fertigstellungstermin ist das Jahr 2002. In Mailand fließen die        Toiletten- und sonstigen Abwässer der über eineinhalb Millionen Einwohner zunächst in den Fluss Lambro, dann weiter in den Po und dann in die Adria; dorthin wo die Touristen gerne baden. 
(In anderen Mittelmeerländern ist es natürlich noch schlimmer, da denkt man nicht einmal an den Bau von Kläranlagen, die auslandsfreundlichen Touristen kommen und zahlen auch so.)

Die EU-Kommission in Brüssel hat deswegen jetzt ein Verfahren gegen Italien eingeleitet, an dessen Ende auch eine Klage beim Europäischen Gerichtshof stehen könnte. 

In Brüssel selbst gibt es allerdings auch keine Kläranlagen In der belgischen Hauptstadt werden die Abwässer aus dem gesamten Ballungsraum -auch die der EU-Kommissare - direkt in den Fluss Senne geleitet und damit in die Nordsee. 

[7. Januar 2000] 

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