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Mauthausen-Gedenken 2008
Rund 7.000 Gäste gedachten etwas verspätet am 18. 5. 2008
in Mauthausen der Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers
am 5. Mai 1945 durch US-Truppen. Die diesjährige Feier war vor allem
den Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus gewidmet.
Das offizielle Österreich war durch Bundespräsident H. Fischer,
Nationalratspräsidentin B. Prammer, Bundeskanzler A. Gusenbauer sowie
Innenminister G. Platter und Sozialminister E. Buchinger vertreten.
Kanzler Gusenbauer erklärte in seiner Rede, das KZ Mauthausen sei
die „Finalität der Menschlichkeit“ gewesen. „Wir wissen seither, dass
alles möglich ist“, erklärte der Kanzler, „und darum ist es so
wichtig, im Geiste der Opfer dieses Lagers allen künftigen Generationen
zur Mahnung zu sagen: Nie wieder.“
[18. Mai 2008]
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Befreiungsfeier Anfang Mai 2005 im KZ Mauthausen, links der "Holocaustüberlebende"
Enric Marco, Vorsitzender des Verbandes der spanischen KZ-Opfer...
Kurz nach den Befreiungsfeiern im Mai 2005 stellte sich heraus, daß
die Holocaust-Erzählungen von Enric Marco nicht der Wahrheit entsprachen.
Marco reiste als Präsident von "Amical", der wichtigsten Vereinigung
von spanischen KZ-Opfern, in der Welt umher und hielt Vorträge über
den Holocaust. Marco avancierte über die Jahre mehr und mehr zum Holocaust-Ausstellungs-Stück
sowie zur "Symbolfigur der spanischen Deportierten". (Die Welt, 13.5.2005,
S. 27) "Enric Marco hielt in seiner Funktion als Verbandspräsident
Hunderte Vorträge über den Holocaust. Im Jahr 1978 veröffentlichte
er seine Biographie "Erinnerungen an die Hölle", in der er seine angeblichen
Erlebnisse im Lager schilderte." (Die Welt, 12.5.2005, S. 4)
"Bis vor kurzem glaubte jeder zu wissen, daß er den Horror am
eigenen Leib erlebt hat, so glaubwürdig waren die Schilderungen in
seinen zahllosen Vorträgen. Noch im Januar rührte der angebliche
KZ-Häftling die Abgeordneten im spanischen Kongreß zu Tränen,
als er, der Ehrengast des Tages, ein bitteres Zeugnis ablegte: "Als wir
ankamen, mußten wir uns ausziehen, die Hunde bissen uns, ihre Lampen
blendeten uns. Wir waren normale Leute, so wie Sie es auch sind. Sie brüllten
uns auf deutsch ihre Befehle zu: links, rechts! Verstanden haben wir gar
nichts, aber einen Befehl nicht zu verstehen, konnte dich das Leben kosten."
Erst in Flossenbürg, dann in Mauthausen will Marco gewesen sein, doch
nun gab er es selbst zu: Ein Konzentrationslager hat er von innen nie gesehen,
seine 1978 erschienene Biographie war in weiten Teilen frei erfunden."
(Die Welt, 13.5.2005, S. 27)
Marco reiste ins nationalsozialistische Deutschland, um sich als Gastarbeiter
zu verdingen. "Marco gab in einer Erklärung zu, daß er die Geschichte,
wonach er als Linker aus Spanien während des blutigen Bürgerkriegs
1936-1939 nach Frankreich ins Exil geflüchtet wäre, erfunden
hatte. Er gab auch zu, daß er sich nie dem französischen Widerstand
im 2. Weltkrieg angeschlossen hatte, wie er immer behauptete. Umgekehrt,
Marco reiste 1941 von Spanien nach Deutschland, als Gastarbeiter. (Reuters,
11.5.2005 ). 1943 verließ er Hitler-Deutschland und kehrte nach Spanien
zurück. "Bereits 1943 gelangte er nach Spanien zurück." (Die
Welt, 13.5.2005, S. 27)
Einen weiteren Holocaustzeugenskandal gab es 1995 bezüglich des
1995 beim Suhrkamp-Verlag erschienenen Buches "Bruchstücke" von Binjamin
Wilkomirski. Es ist ein weiteres Beispiel, welcher Art und Güte die
in den Medien verbreiteten Zeugenaussagen zum Holocaust sein können.
In seinem angeblich autobiographischen Werk behauptete Wilkomirski, er
habe als Kind die Vernichtungslager Auschwitz und Majdanek überlebt
und sei im Alter von neun Jahren aus Polen in die Schweiz gelangt, wo er
von schweizer Adoptiveltern aufgenommen wurde. Drei Jahre lang bezeichneten
etablierte Historiker, wie z. B. der Leiter des Berliner Zentrums für
Antisemitismusforschung, Wolfgang Benz, die abstrusen Schilderungen Wilkomirskis
als authentisch und die Presse feierte das Buch als den letzten Nagel im
Sarg der „Auschwitz-Leugner”. Doch der schweizer Journalist und Buchautor
Daniel Ganzfried recherchierte den Fall Wilkomirski genauer und kam zum
folgenden Ergebnis: „Binjamin Wilkomirski" wurde am 12. Februar 1941 in
Biel (Schweiz) als unehelicher Sohn der Yvonne Berthe Grosjean geboren,
erhielt den Vornamen Bruno, kam ins Kinderheim und wurde 1945 von einem
Ehepaar Doessekker adoptiert. Die Kindheit in Riga, Majdanek und Auschwitz
ist frei erfunden. Ganzfried wirft in seinem Resümee folgende Frage
auf: „Wie ist es möglich, daß jedes ernstzunehmende Feuilleton
dieses Buch gefeiert hat als handle es sich um die Originalniederschrift
des Alten Testaments". Eine gute Frage. Doch was bringt einen Menschen
dazu, sich die absonderlichsten Greuelmärchen auszudenken und dann
steif und fest zu behaupten, er hätte das alles selbst erlebt. Germaine
Tillion, die als Mitglied der Résistance in Paris verhaftet und
später ins Frauen-KZ Ravensbrück deportiert wurde, hat dieses
Phänomen wie folgt kommentiert: „Diese Personen [die sich Greuelmärchen
ausdenken] sind in Wirklichkeit viel zahlreicher als man im allgemeinen
glaubt, und ein Bereich wie die Welt der Konzentrationslager - leider wie
geschaffen zur Erzeugung sadomasochistischer Vorstellungen - bot ihnen
ein außergewöhnliches Betätigungsfeld. Wir haben zahlreiche
geistig Geschädigte, halbe Gauner, halbe Narren erlebt, die sich eine
imaginäre Deportation zunutze machten; wir haben andere - echte Deportierte
- erlebt, deren krankhafter Geist sich bemühte, die Ungeheuerlichkeiten
noch zu übertreffen, die sie selbst gesehen hatten oder von denen
man ihnen erzählt hatte, und es ist ihnen gelungen. Es hat sogar Verleger
gegeben, die einige dieser Hirngespinste drucken ließen und hierfür
mehr oder weniger offizielle Zusammenstellungen benutzten. Doch sind diese
Verleger wie auch die Verfasser jener Zusammenstellungen nicht zu entschuldigen,
denn die einfachste Untersuchung wäre ausreichend gewesen, den Betrug
zu entlarven”.
[23. Juni 2005]
Ein weiblicher Häftling namens Klara Hochhauser, 1932 in Budapest
geboren, wurde Ende Oktober 1944 vom KZ Auschwitz mit insgesamt 577 jüdischen
Schicksalsgefährtinnen ins Frauenlager Lenzing/Pettighofen (Oberösterreich)
überstellt. Hochhauser aber meinte bis ins hohe Alter fälschlich,
im KZ Mauthausen gelandet zu sein. In ihren Memoiren heißt es über
den dortigen Arbeitseinsatz: "Es verging kein Tag, an dem nicht etliche
Gefangene fehlten, wenn wir ins Lager zurückgingen. Die Zahl der Gefangenen
verringerte sich rapide... Von den ursprünglich mehreren hundert Frauen
waren noch ungefähr zwanzig übrig."
Hochhauser (nach späterer Heirat: Clare Parker) aussagen wurden
von den Vergangenheitsbewältigern sogleich in Form einer "Autobiographie"
sogleich in die Buch-Reihe "Mauthausen-Erinnerungen" als erster Band aufgenommen.
Herausgeber: das österreichische Innenministerium. Kürzlich nahm
sich nun der Historiker Roman Sandgruber, Professor für Sozial- und
Wirtschaftsgeschichte an der Universität Linz, des Falls an und veröffentlichte
seine Erkenntnisse in der Wiener Tageszeitung "Die Presse": "Daß
von den 577 Häftlingen in Lenzing/Pettighofen nur etwa 20 überlebt
hätten, widerspricht den tatsächlichen Gegebenheiten diametral.
Tatsächlich gab es in Lenzing/Pettighofen zwar schreckliche Schikanen,
aber nur neun Todesopfer, auch wenn diese durch nichts zu rechtfertigen
sind. Aber es macht schon einen Unterschied, ob die Todesrate bei 577 Lagerinsassen
mit mehr als 95 Prozent angegeben wird oder 1,6 Prozent betrug, wie durch
alle dazu vorliegenden Forschungen bestätigt wird."
Mit Blick auf die Strafverfahren gegen sog. "Holocaust-Leugner" auch
in Österreich fordert Sandgruber das Innenministerium auf, bei KZ-Veröffentlichungen
künftig doch bitte "alle Regeln der historischen Quellenkritik" zu
beachten. Von Behördenseite wurde dazu erklärt, daß die
Mauthausen-Texte vor allem für jugendliche Leser bestimmt, also "nicht
wissenschaftlich intendiert" seien....
[8. Mai 2007]

Einen gewissen E. Lachout versuchte man in Österreich nach jahrelangem
Prozessieren gerichtlich für verrückt zu erklären, weil
er u. a. behauptete, die jetzt in Mauthausen gezeigte Gaskammer befinde
sich in einem Kühlhaus, das erst nach 1945 von den Sowjetsoldaten,
die das KZ als Kaserne benutzt hatten, gebaut wurde.
KZ-Gedenkfeier in Mauthausen
Am 5. 5. 2002 fand die jährliche Gedenkfeier anläßlich
der Befreiung des Konzentrationslagers in Mauthausen (Oberösterreich)
statt. Rund 9.000 Delegationsteilnehmer aus 40 Nationen waren in
das ehemalige KZ zur Feierstunde gekommen. Es waren auch ganze Schulklassen
gekommen, die sich im Geschichtsunterricht theoretisch mit dem Nationalsozialismus
und seiner Schreckensherrschaft befaßt haben. "Erst wenn man hier
ist, kann man sich so richtig vorstellen, wie arg das alles war",
meinte einer der Jugendlichen.
Die erste Österreichische Bundesregierung 1945 setzte sich zum
größten Teil aus vormaligen Insassen des KZs Mauthausen zusammen.
Der Vorsitzende der SPÖ, Alfred Gusenbauer erklärte in seiner
Ansprache, es sei "nicht akzeptabel, daß Vertreter einer österreichischen
Regierungspartei an einer Veranstaltung teilnehmen, die das Ende des Zweiten
Weltkriegs und der Nazi-Herrschaft als Trauerfeier sieht", in Hinblick
auf die für den 8. Mai geplante Kranzniederlgung in Wien.
Es genüge nicht, der Opfer des Nationalsozialismus bloß zu
gedenken, es seien auch entsprechende Handlungen gegen den Ungeist
des Rechtsextremismus erforderlich. Dies bedeute, daß alle
Veranstaltungen untersagt werden müssen, die dem Verbotsgesetz widersprechen,
so Gusenbauer: "Österreich kann nicht zum Aufmarschplatz für
Neonazis und Rechtsextremisten aus dem deutschsprachigen Raum werden."
Gusenbauer forderte daher den Bundeskanzler auf, dieser solle dafür
sorgen, dass der Innenminister die Kundgebungen der Rechtsextremisten untersagt.
Der Wiener Bürgermeister Häupl (SPÖ) erklärte in seiner
Festrede, im Internet werde bereits zu den Nazikundgebungen in Wien aufgerufen
und diese müßten verboten werden, da sonst ein schlechtes Bild
von Wien in der Welt entstehe. Ähnliches erklärte er bereits
bei dem Aufmarsch zum 1. Mai 2002 vor dem Wiener Rathaus.
[5. Mai 2002] |