Staatsbesuch in Sebnitz (Sachsen)

Von den meisten Sebnitzern unbeachtet weilte am 19. 12. 2000 der westdeutsche Päsident Rau (SP)  in der sächsischen Kunstblumenstadt. Lediglich zwei Dutzend Neugierige, so der Nachrichtendienst Störtebeker-Netz, harrten des Inhabers der höchstbezahlten Planstelle der Bundesrepublik, ohne daß jedoch nach dessen Ankunft Beifall aufbrandete. Nur zu bekannt war bei den Sebnitzern, was dieser Betroffenheitsexperten für Worte zu finden pflegt, z. B. bei der Großkundgebung  gegen rechts  am 9. 11. 2000 in Berlin, als man die vorhergehenden Anschläge in Düsseldorf propagandistisch nach allen Regeln der Kunst ausschlachtete und den Rechten anlasten wollte. 


Nur spärlich war der Beifall für den hier gerade vorfahrenden westdeutschen  Präsidenten  Rau  in  Sebnitz am 19. 12. 2000

Rau traf sich in Sebnitz mit Sachsens Ministerpräsident Biedenkopf und Vertretern der Stadt. Während des offiziellen
"Staatsakts" forderte Rau mit üblicher Leichenbittermiene, daß die Medien sich doch bitte schön bei den Sebnitzern entschuldigen sollten, um im gleichen Atemzug hinzu zu fügen, daß dieses das einzige sei, was er für die Stadt tun könne. Anschließend empfing er die drei falsch Verdächtigten, die aufgrund einer von BILD ausgelösten Hetzkampagne, in der behauptet wurde, daß 50 Neonazis im Sebnitzer Schwimmbad ein Kind ertränkt haben sollen, fünf Tage unschuldig hinter Gittern verbringen mußten. 

Doch auch die Familie Kantelberg-Abdulla durfte sich der Gönnerschaft des hohen Besuchs erfreuen. Schließlich ist
Frau Kantelberg-Abdulla nicht umsonst in derselben Partei wie ihr Genosse Johannes Rau, weshalb es nicht verwundert, wenn sie das Gespräch mit dem Bundespräsidenten als "sehr angenehm" empfand. Kein Wort des Tadels, kein Wort der Entschuldigung, nichts als eine kalte Arroganz einer Frau, die noch nicht einmal im Traum daran denkt, für all das Unrecht, welches sie angerichtet hat, Abbitte zu leisten. Immerhin zeigte sich ihr Parteigenosse und
Bundespräsident "vom Schmerz der Mutter" bewegt. Von dem der drei unschuldig Verdächtigten übrigens auch. Schließlich muß man es in dieser Funktion ja allen irgendwie rechtmachen.

Wer allerdings eine Geste erwartet hatte, mit der Rau vor politischen Verallgemeinerungen nach solchen abenteuerlichen Revolverblattgeschichten warnt, der sah sich getäuscht. Statt einer solchen hörte man nur eine Bemerkung darüber, wie sehr der Rechtsextremismus in dieser Gegend doch eingewurzelt sei. Nun, daran wird sich der Genosse wohl gewöhnen müssen, hat sein Besuch doch wieder gezeigt, daß in diesem Staat eine politische Kraft notwendig ist, die all der Lüge, der Korruption und dem Schacher Paroli bieten wird und zwar nicht nur in der Sächsischen Schweiz.


Nachdem  die Lügenkampagne gegen Sebnitz gescheitert ist und für  den  Düsseldorfer  Synagogenanschlag  Araber als Täter ge-
funden wurden, arbeiten die "demokratischen Parteien" bereits an einer  neuen  Hetzkampagne  unter dem Namen "Flächenbrand". 

[20. Dezember 2000]


 
Neuartige Kampagne gegen rechts

Die Presse beteiligte sich an der Hetzjagd gegen rechts am 25. 11. 2000 mit folgenden Tiraden: Blankes Entsetzen in Deutschland: Ein Sechsjähriger wurde von Neonazis ermordet, die Tat drei Jahre lang von einem ganzen Ort vertuscht. Entsetzen aber auch darüber, wie weit deutsche Rechtsextremisten mit ihrer Strategie der "national befreiten Zonen" bereits vorangekommen sind, und darüber, wie viele Straftaten von der Exekutive verniedlicht und vertuscht werden....

"Bitte, bitte! Schaut nicht mehr weg!"...schrieb "Bild" am 24. 11...Hinter dieser rührenden Schlagzeile, verbunden mit einem Foto ihres bei einem Badeunfall ums Leben gekommenen Kindes, verbirgt sich der Appell der sozialdemokratischen Parteifunktionärin und Apothekersgattin Renate Kantelberg-Abdulla, in dem in einer bisher einzigartigen Art und Weise neuerlich zum Pogrom gegen Rechts aufgerufen wird. "Zeigen Sie unserem Land mit diesem Foto, daß braune Gewalt vor nichts Halt macht. Auch nicht vor einem wehrlosen Kind. Wo immer Neonazis auftauchen - bitte, bitte schaut nicht mehr weg!"

Geht man durch den deutschen Blätterwald, so wird man gewahr, daß fast sämtliche Zeitungen nur den Bericht der BILD-Zeitung wiedergeben, häufig nur unwesentlich verändert. Die Kommentare sind nach dem selben Strickmuster geschrieben, wie die nach dem Bombenanschlag in Düsseldorf und die Attacken auf einige Synagogen. In allen Fällen fand man, trotz Kopfgeld in Millionenhöhe, bis heute keinen Verdächtigen, geschweige denn einen Täter, was die Medien jedoch in keinster Weise daran hindert, die Mär zu verbreiten, daß hinter all diesen Anschlägen "Neonazis" bzw. die NPD stecken würde.

Behauptet wird folgendes: Im Juni 1997 wird ein sechsjähriger Junge tot aus dem Becken im Freizeitbad Sebnitz gezogen. Es gibt keine Zeugen, die ein Fremdverschulden annehmen lassen, auch die Obduktion der Gerichtsmedizin Dresden ergibt keine Anhaltspunkte, sodaß die Staatsanwaltschaft nach einem Jahr Ermittlungen die Akten schließt und von einem Badeunfall ausgeht. Jedoch die Mutter des Kindes, eine SP- Kommunalpolitikerin, die mit einem Iraker verheiratet ist, hält eine Mordtheorie aufrecht. Sie schafft Zeugen heran, die gesehen haben wollen, daß bis zu fünfzig Neonazis vor Ort waren, daß einige den Sechsjährigen mit einem Elektroschocker quälten, ihm eine Flüssigkeit einträufelten, dann ins Becken warfen und dort noch auf den leblosen und auf dem Grund liegenden Körper herumgetrampelt seien. Eine erneute Obduktion, vorgenommen im Auftrag der Mutter in Gießen, ermittelt das Nervenmedikament "Ritalin" im Körper des Jungen. Zwei Zeugen nennen sogar die drei Namen der vermeintlichen Haupttäter, die sofort festgenommen werden. Eine der Angeschuldigten und Festgenommenen ist die Tochter eines Apothekers von Sebnitz , dessen Apotheke in Konkurrenz zur Apotheke des Irakers steht... Politik und Medien wollen ein neues Fanal gegen rechts setzen, eine Lichterkette ist für den 3.12.2000 geplant. Daß im Stadtrat von Sebnitz ein NPD - Abgeordneter sitzt, paßt auch sehr gut ins Bild. Doch viele Fragen sind offen, viele Fakten völlig ungeklärt: 

1) Wenn die Zeugen die Wahrheit sagen, dann hätten sie sich strafbar gemacht, weil sie dem Jungen nicht zur Hilfe kamen. Nicht einmal Polizei oder Krankenwagen wurden von ihnen alarmiert. Obendrein hielten sie es vor drei Jahren nicht für nötig, sich als Zeugen bei der Polizei zu melden - warum nicht? 

2) Rund 300 Menschen waren zur Tatzeit im Bad. Wie kann es sein, daß niemand etwas bemerkt hat, obwohl 50 "Neonazis" direkt vor einem Imbiß einen sechsjährigen Jungen mit einem Elektroschocker mißhandeln und ihn dann in das Becken werfen, um auf ihm "herumzutrampeln"? Nicht einmal der Bademeister oder das Rettungspersonal, obwohl der Junge - laut Zeugen - weinte und um Hilfe rief? 

3) Wer glaubt ernsthaft daran, daß unter 50 Neonazis kein einziger Spitzel ist, der später dem Verfassungsschutz alles berichtet? 

4) Wieso hat selbst die zwölfjährige Schwester des Opfers nichts mitbekommen oder Hilfe geholt? Wahrscheinlich hat sie den Jungen bloß für längere Zeit aus den Augen gelassen, und er ging dann alleine in das Becken. Der Unfall passierte in einem Bereich des Freibeckens, der in einer Art Ring im Durchmesser von ca. 5 m gestaltet ist und von Zeit zu Zeit ca. 5 Minuten mit einer Art Wasserwirbel durchflutet wird, wie es bei "Erlebnisbädern" der Fall ist. Diese Stelle ist für Kinder die Hauptattraktion.Der tote Junge wurde durch Zufall  von Badegästen eben in diesem Ring aufgefunden. Die Unglücksstelle wird nach wie vor nur sehr sporadisch durch den aufsichtshabenden Bademeister kontrolliert.

5) Ritalin ist ein Nervenmedikament, das hypernervösen Kindern verabreicht wird - und die Eltern des toten Jungen sind Apotheker und haben somit leicht Zugang zu Ritalin. Es waren auch die Eltern, die von der Gießener Gerichtsmedizin gezielt eine Untersuchung des Blutes haben wollten, in der sich dann das Ritalin fand. Verschweigen die Eltern vielleicht etwas? 

5) Es wird bei den Festgenommenen pauschal von drei Neonazis gesprochen. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, hat das Landeskriminalamt bei bei allen drei der Inhaftierten eine Verbindung zur rechten Szene ausgeschlossen. Wenn aber keine Verbindung zur rechten Szene besteht, was wird dann aus der Gruppe der "50 Neonazis"? 

6) Medien und Politik ignorieren die Unschuldsvermutung. Alle drei Inhaftierten haben ausgesagt, mit dem Tod des Kindes nichts zu tun zu haben. Eine Person hat für den Tag sogar ein Alibi angegeben, das derzeit überprüft wird. 

7) Der evangelische Pastor von Sebnitz warf den Eltern vor, die Aufsichtspflicht verletzt zu haben. Es ist anzunehmen, daß die 12jährige Schwester des Jungen tatsächlich nicht in der Lage war, ständig auf das sechsjährige Kind achtzugeben und es dann unbeaufsichtigt in das Becken gegangen ist. 

Einige Politiker haben aber bereits eingesehen, daß es der eigenen Glaubwürdigkeit doch zu sehr abträglich sein könnte, wenn man diese neue Variante der Kampagne gegen rechts ungebremst fortsetzt. Sachsens Justizminister Manfred Kolbe (CDU) warnte
vor Vorverurteilungen. Es wird in jeder Richtung ermittelt, sagte er am 25. 11. am Rande eines CDU-Landesparteitags. Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) äußerte sich kritisch über die Berichterstattung der Medien. Der Vorgang sei außerordentlich schwer zu rekonstruieren. Die Presse verweigere Sebnitz die Unschuldsvermutung. Hier werde eine Stadt im Augenblick «öffentlich hingerichtet». Auch für den Fall, daß etwas Schreckliches passiert sei, gebe es keine «Sippenhaft». «Jetzt braucht diese Stadt - egal was passiert ist - unsere Zuwendung», sagte Biedenkopf. Er versprach, den Vorwürfen auf den Grund zu gehen. 

Die im Fall Joseph Abdullah festgenommenen drei Tatverdächtigen sind am 27. 11. 2000 wieder freigelassen worden. Die Dresdner Staatsanwaltschaft hob die Haftbefehle gegen die zwei Männer und eine Frau auf und ordnete die sofortige Freilassung an. Der dringende Tatverdacht könne nicht aufrechterhalten werden, teilte die Justizbehörde mit. Die Ermittlungen gehen weiter. Die Dresdner Staatsanwaltschaft zweifelte vor allem an der Glaubwürdigkeit des Hauptbelastungszeugen. Die Vernehmung habe das von einem Beschuldigten angegebene Alibi nicht widerlegen können, teilte die Justizbehörde in der sächsischen Hauptstadt mit. Der Hauptbelastungszeuge konnte die Angeschuldigten auf Photos von 1997 nicht erkennen. Er gab zu, daß ihm die Namen der Angeschuldigten von dem Ehepaar Abdullah in den Mund gelegt wurden. Weiter Zeugen haben zugegeben, daß sie vom Ehepaar Abdullah Geld für ihre Aussagen erhalten haben. Später wurde das Verfahren gegen die drei ursprünglich Angeschuldigten eingestellt. Gegen die Familie Abdullah wurde ein Verfahren wegen Anstiftung zu falscher Zeugenaussage eingeleitet. Im Haus der Fam. Abdullah wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt und umfangreiches Material sichergestellt.

Ähnlich wie früher den Juden will man heute den "Nazis" alles Schlechte andichten.  Diejenigen, die heute Städte "nazifrei" machen wollen sind aber geistig eng verwandt mit denen, die sie 1938 "judenfrei" machen wollten. (Bild von der Demonstration "gegen Rechts" am 25. November 2000 in München)

[27. November 2000] 

< Chronik