BZÖ-Staatssekretär enthüllt Sittenbild der Orangen-Partei

Wie die Wähler der FPÖ von einer machtbesessenen Clique hinters Licht geführt wurden, kann man u. a. einem in der Wochenzeitung "Die Zeit" vom 21. 9. 2006 veröffentlichten Interview des BZÖ - Staatssekretärs E. Maioni eintnehmen. Darin heißt es u. a., die FPÖ, das gebe er auch offen zu, habe ganz bewusst im Altnazi-Klientel gefischt: »Natürlich schielen wir da nach Sympathien bei gewissen Wählerkreisen, aber die sterben uns ohnehin schon alle weg.« Ähnlich »strategisch« auch das Kalkül in der Ausländerdebatte, die ganz bewusst angeheizt wurde, um neue Wählerschichten zu mobilisieren. 

Man kann sich also vorstellen, wie die Forderungen des BZÖ-Spitzenkandidaten Westentahler (der ist einer, »der die Proleten abdeckt« meinte Mainoni im Interview) im gegenwärtigen Wahlkampf zu bewerten sind. 

Hinzufügen muss man, dass die FPÖ ihren Wahlsieg 1999 auch der klaren Ablehnung der Osterweiterung bzw. Öffnung der Grenzen zu den Ostblockländern zu verdanken hatte. Alle diese Versprechungen wurden nach der Regierungsbeteiligung gebrochen, es gab eine Rekordzuwanderung sowohl von Lohndrückern als auch von sog. Asylwerbern, den Beitritt der Tschechei zur EU trotz Aufrechterhaltung der Benes-Dekrete, Öffnung der Ostgrenzen und sogar Aufhebung der Visapflicht für Rumänen mit einem sprunghaften Ansteigen der Kriminalität durch Ostbanden.

Kaum an der Regierung wurden auch schon neue Milliardenzahlungen an sog.  Wiedergutmachung auf direkte und indirekte Kosten der österreichischen Steuerzahler locker gemacht. Dies geschah, wie man dem Interview in der "Zeit" entnehmen kann, um bei jüdischen Organisationen die Erlaubnis für eine Regierungsbeteiligung der FPÖ zu erhalten. Es folgte weiters die Aufrollung bereits erledigter Wiedergutmachungen. Das eklatanteste Beispiel ist die Abgabe der Klimt Bilder, obwohl deren vertorbene Besitzerin sie testamentarisch der Republik Österreich vermachte. Dabei wurde die Entscheidung an ein "Schiedsgericht" abgegeben, in dem einer von drei Schiedsrichtern der Anwalt der Kägerin war, die Auswahl der anderen erfolgte wahrscheinlich auch so, dass jüdische Organisationen weiterhin die Regierungsbeteiligung der FPÖ bzw. des BZÖ erlauben... 

Diese machthungrigen Mandatare haben sich dann erfreulicher Weise als "BZÖ" von der  FPÖ getrennt und es ist zu hoffen, dass die neue FPÖ-Führung die Versprechen, die Interessen der Österreicher tatsächlich zu vertreten, besser einhalten wird als die BZÖ-Gruppe.

[20. September 2006]

Österreichs Regierung wurde wegen Haider erpreßt
(Die Haider-Partei darf mitregieren, wenn ihr Milliarden zahlt...)

Am 9. Februar 2001 gab der US - Politiologe Norman Finkelstein gemeinsam mit dem Herausgeber des Wochenblattes "Profil" Ch. Rainer in Wien eine Pressekonferenz. In gut verständlichem Englisch trug er den ca. 300 Gästen in der Buchhandlung "Amadeus" in der Kärntnerstraße seine Thesen vor. Organisationen wie der "World Jewish Congress" oder die "Jewish Claims Conference" würden die Gelder aus Entschädigungszahlungen vor allem dazu nutzen, sich selbst zu bereichern. Das Geld komme nicht den Opfern zugute, sondern werde von der "Holocaust- Industrie" benutzt, um damit Gedenkstätten, Forschungszentren, Museen und Dokumentationszentren zu betreiben. Diese dienten nicht der Erinnerung, sondern der Festigung innenpolitischer Machtansprüche amerikanisch-jüdischer Organisationen. Um mehr Geld einstreichen zu können, würden deutsche Unternehmen mit falschen Beschuldigungen und gefälschten Angaben über die Zahl der noch lebenden Opfer unter Druck gesetzt. Finkelstein kritisierte auch den sogenannten Schweizer Bankenvergleich, den er als "Beispiel einer erfolgreichen Erpressung" durch die " Die Holocaust Industrie " bezeichnete. Der Politologe ging besonders hart ins Gericht mit der weit verbreiten Auffassung, der nationalsozialistische Völkermord an den Juden sei "unvergleichlich". 

Holocaust-Industry
N. Finkelstein(l.) bei der Pressekonferenz am 9. 2. 2001 in Wien

Das Beharren und fanatische Durchsetzen der Behauptung von der Einzigartigkeit des Holocausts sei "intellektueller Terrorismus’’. Dabei habe jeder Staat Verbrechen begangen, für die er büßen müsse, meinte Finkelstein und nannte beispielhaft Verbrechen von Amerikanern an Indianern, an schwarzen Sklaven und an Vietnamesen. Sei es nicht höchst merkwürdig, daß die USA "Holocaust - Museum" errichten, aber keine Museen, die an die Vernichtung der Ureinwohner Amerikas erinnern, fragte Finkelstein unter anderem. Es dürfe keine unterschiedlichen moralischen Standards für "Deutsche und Nicht-Deutsche" geben. Das alles gehe auf Kosten der Opfer und ihrer Würde, zudem schüre es den Antisemitismus, so Finkelstein. Vorwürfe vom Podium, wonach diese Form der Argumentation den Holocaust relativiere, wies Finkelstein zurück, schließlich sei Vergleichen das Einmaleins des Historikers. "Wenn Mr. Eizenstat sich so sehr mit der Wiedergutmachung von Ungerechtigkeit beschäftigt, lassen wir ihn doch mit der afrikanischen und amerikanischen Bevölkerung beginnen, und wenn er sich so sehr für die Opfer eines Genozides einsetzt, so lassen wir ihn doch bei den Ureinwohnern Amerikas anfangen. "In my view, a gang of holocaust hoaxters has claimed the nazi-crime and are using it in a shakedown racket" war eine der markanten Aussagen Finkelsteins. 


Demonstranten entrollten zu Beginn der Veranstaltung ein Transparent mit der Aufschrift "Österreichs Holocaust Industrie VOEST..Steyr..Lenzing...", dessen Sinn nicht ganz klar war. Sie wurden des Saales verwiesen. 

Bereits vor dem Vortrag gab Finkelstein der Wiener "Presse" (Ausgabe vom 10. 2. 2001) folgendes Interview:
"Mr. Eizenstat führte sich auf wie ein Dieb in der Nacht, um der österreichischen Regierung noch schnell ein paar Dollar abzupressen, bevor die Bush-Administration das Holocaust-Geschäft schließt." Ein derart vernichtendes Urteil gab Norman Finkelstein, US-Politologe und Autor des Buches "Die Holocaust Industrie", am 9. 2. 2001 im Gespräch mit der "Presse" über den Vertrag zur Entschädigung für NS-Opfer zwischen Österreich, den Opfervertretern und der US-Regierung ab. Finkelstein betonte in dem Gespräch zwar immer wieder, er kenne die österreichische Situation nicht so gut, aber so viel doch: "Eizenstat hat Österreich erpreßt", indem dem Land nach dem Regierungswechsel ein weltweiter Boykott wegen Jörg Haider angedroht worden sei. Der Jüdischen Weltkongreß (WJC), dem Finkelstein in seinem Buch das ganz große Geschäft mit dem Holocaust vorwirft, habe in Österreich die politische Situation genauso ausgenützt wie zuvor in der Schweiz und der BRD. Finkelstein: "In der Schweiz waren es die fetten Bankiers gegen die bedürftigen Holocaust-Opfer, in der BRD die Nazi - Industriellen gegen die Opfer, in Österreich eben Haider." In jedem Fall sei klar, daß die Sympathien den Opfern gehörten. Die Führungsschicht des WJC - Edgar Bronfman, Israel Singer, Elan Steinberg - und US-Vize-Minister Stuart Eizenstat nennt Finkelstein die "apokalyptischen Vier". Wörtlich: "Sie geben vor, zugunsten der Opfer zu handeln, nur um ihre eigenen Geldkassen zu füllen". Mit dem Hinweis auf den raschen Abschluß zwischen Österreich und den USA in den letzten Tagen der Clinton-Regierung spricht Finkelstein auch die Gründe dafür an, warum die Restitutions-Frage erst 50 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zur internationalen Frage wurden: Es sei die Bereitschaft der Clinton-Administration gewesen, mit den jüdischen Organisationen in dieser Frage zu kooperieren. Finkelstein: "Ohne diese Kooperation hätte es nichts von all dem gegeben." Bill Clinton sei bereit gewesen, die guten außenpolitischen Beziehungen mit den betroffenen Ländern seinen guten Verbindungen mit den jüdischen Organisationen in den USA zu opfern. Erst die Allianz mit Clinton habe das "Ausplündern" Europas ermöglicht. Der zweite Grund sei, daß diese jüdischen Organisationen durch Zufall auf die Möglichkeit, Restitution zu "erpressen", gestoßen seien. Bronfman habe ein Thema gesucht und in der Schweiz hätte sich mit den Nazi-relevanten Bankkonten die Gelegenheit zur "organisierten Erpressung" ergeben: Was folgte, seien Sammelklagen, Anhörungen im US-Kongreß, Wirtschaftsboykott und mediale Kampagnen gewesen. Finkelstein wirft den jüdischen Organisationen unverantwortliches Verhalten vor, weil ihre Aktivitäten Antisemitismus gestärkt und die jüdische Bevölkerung vor allem in der Schweiz gefährdet habe. Ob er mit seinem Buch nicht selbst vom Holocaust-Geschäft profitiere? Finkelstein: Ihm sei es noch nie um Geld gegangen. Sein Ziel sei es, die Geschäfte der Holocaust-Industrie zu stoppen. Man wolle ihn diffamieren, sogar kaufen. Finkelstein: "Mich kann man nicht kaufen. Ich bin zu ihrem schlimmsten Alptraum geworden. Ich bin unkontrollierbar." Er wünschte, daß man ihn klage, aber er werde nicht geklagt. 
 
 

EMNID - Umfrage zu Finkelstein-Thesen

Die These des US-Autors Norman Finkelstein, jüdische Organisationen bereicherten sich an überzogenen Entschädigungen für den Holocaust, werden nach einer aktuellen Umfrage von fast zwei Drittel aller Deutschen zumindest teilweise unterstützt. Wie eine am 10. 2. 2001 in Hamburg veröffentlichte Emnid-Umfrage im Auftrag des Magazins «Der Spiegel» ergab, stimmen 50 Prozent den Auffassungen Finkelsteins zum Teil zu, weitere 15 Prozent halten sie ohne Einschränkung für richtig. Nur 24 Prozent halten seine umstrittene Behauptung für falsch.

Nach Angabe des Piper Verlages waren am 10. 2. bereits ca. 40000 Stück des Buches "Die Holocaust Industrie" verkauft. Die Gesamtauflage beträgt 50000 Stück.

[10. Februar 2001]

Neue Wiedergutmachungsforderungen aus den USA

Alternativ zu großangelegten Gedenk- Betroffnheits- oder Trauerfeiern anläßlich von vor sechzig Jahren begangener Verbrechen des Nationalsozialismus gibt es dann Verhandlungen betreffs weiterer Wiedergutmachungszahlungen. So  fand am Montag d. 29. 4. 2002 in New York eine Verhandlung zwischen US-Anwälten, Vertretern Österreichs und der Israelitischen Kultusgemeinde Wien statt. Denn entgegen der versprochenen Zusagen eines "Rechtsfriedens" nach abermaligen Milliardenzahlungen an Wiedergutmachung durch die neue Bundesregierung werden immer neue Forderungen erhoben. "Jetzt fängt es erst richtig an" sagte einer der US-Anwälte am 29. 4. in New York. Die vom US-Anwalt Jay R. Fialkoff gegen Österreich eingebrachte Sammelklage ist eine der vorläufig zwei noch anhängigen Klagen aus dem Titel "Restitution". Die zweite ist jene des Anwalts Herbert L. Fenster, die von einem Richter  in New Jersey verhandelt wird.

Einer der Verhandlungsteilnehmer erklärte, die am 29. 4. am Verhandlungstisch vertretenen Parteien hätten über den Inhalt der Gespräche absolutes Stillschweigen vereinbart. Österreich trete aber - wie auch bisher - für eine möglichst baldige Beendigung des Verfahrens ein, wurde erklärt. 

Die Status-Konferenz, die in einer Anwaltskanzlei in Manhattan abgehalten wurde, stand unter der Leitung eines US-Anwaltes. Die zuständige Richterin war bei den Verhandlungen nicht anwesend. Sie werde aber nun von einem US-Anwalt über die verschiedenen Positionen informiert, hieß es. Die Gespräche fanden hinter verschlossenen Türen statt und dauerten über fünf Stunden. Ein weiterer Gesprächstermin in dieser Parteien-Zusammensetzung sei nicht vereinbart worden, wurde erklärt.

Ursprünglich hatte es geheißen, die Status-Konferenz könnte möglicherweise am 30. 4. fortgesetzt werden. Es kam aber keine gemeinsame Erklärung nach den Gesprächen zustande. Falls keine Einigung (das heißt weitere Zahlungen) erzielt werde, müsse die Klage eben vor Gericht weiter verfolgt werden, sagte einer der Anwälte.

[30. April 2002]


 
Wiedergutmachungszahlungen ohne Ende

Die seit Jahrzehnten andauernden Wiedergutmachungszahlungen an die Opfer bzw. Überlebenden des Holocausts gehen nicht nur unvermindert weiter, sondern es werden immer neue Forderungen erhoben, und die versprochene Rechtssicherheit vor neuerlichen Forderungen gibt es in Wirklichkeit nicht. So erklärte z. B. der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, Ariel Muzicant am 8. 11. 2001, er wolle den österreichischen Landeshauptleuten eine Dokumentation über die "materielle Bringschuld" des Landes Österreich gegenüber der Jüdischen Gemeinde vorlegen. Diese Bringschuld betrage sieben Milliarden Schilling. Bekanntlich hat die Republik Österreich nach schon vorher gemachten Milliardenzahlungen kürzlichch auch sechs Milliarden Schilling Wiedergutmachung für NS-Zwangsarbeiter bezahlt.

Auch gegen die Stiftungsinitiative der BRD-Wirtschaft zur Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern gibt es nach einem ARD-Bericht eine weitere Sammelklage in den USA. Ehemalige Zwangsarbeiter hätten den Vorwurf erhoben, daß vertragliche Verpflichtungen nicht eingehalten worden seien, hieß es am 20. 11. 2001 in der ARD-Tagesschau. Die Einstellung mehrerer Sammelklagen vor US-Gerichten und Rechtssicherheit vor weiteren Klagen waren Bedingung für die Zustimmung der Wirtschaft zu einem Entschädigungsfonds, zu dem Bundesregierung und Unternehmen jeweils fünf Milliarden Mark beitragen. Es gab natürlich keine Zusicherung des Rechtsfriedens, sondern der Rechtsfrieden wurde von den Politikern des BRD-Bundestages wider besseres Wissen "festgestellt", um die Zahlung von zunächst weiteren zehn Milliarden DM an Wiedergutmachung zu ermöglichen.

Weitere Wiedergutmachungsforderungen will auch der Münchner Staranwalt Witti durchsetzen. Nach seinen erfolgreichen Verhandlungen zu Gunsten ehemaliger NS-Zwangsarbeiter will der Münchner Opferanwalt Michael Witti nach einem «Focus»-Bericht nun auch Entschädigungsleistungen für jüdische Psychiatrie-Patienten durchsetzen. «Noch im Dezember werden wir einige tausend Anträge rausschicken», zitiert das Nachrichtenmagazin den Juristen. Die Forderungen werden sich gegen die Bundesregierung oder einzelne Bundesländer richten.

Dem Bericht zufolge handelt Witti im Auftrag des israelischen Staates als Anwalt von Holocaust-Überlebenden, die heute in psychiatrischen Kliniken oder Pflegeheimen in Israel lebten. Die Betroffenen wüßten zumeist gar nicht, daß sie Ansprüche auf Entschädigung anmelden könnten. «Das ist eine große Lücke, die wir schließen werden», kündigte Witti an. Sollten Psychiatrie - Patienten entmündigt worden sein, werde er sich von deren gesetzlichen Vertretern bevollmächtigen lassen. 

Die Forderungen betreffen laut «Focus» Rückübertragungen von Häusern, Ansprüche auf Renten oder Heilverfahren sowie Schadensersatz wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen. 

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) Wien wird zunächst 250 Millionen Schilling von den österreichischen Bundesländern für enteignetes oder zerstörtes Gemeindevermögen als Entschädigung erhalten. Darauf haben sich am 26. 11. 2001 IKG-Präsident Ariel Muzicant und die Vertreter der Landeshauptleutekonferenz geeinigt. Noch vor Weihnachten soll ein diesbezüglicher Vertrag von einer Expertengruppe erarbeitet werden.

Das Gespräch war durch die Teilnahme des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider als einer der drei Ländervertreter nicht nur inhaltlich brisant. Denn normalerweise treffen sich Haider und Muzicant nur vor Gericht. "Wir sind einander wie normale Menschen begegnet", sagte Haider nach der Sitzung. Ariel Muzicant beschrieb später das Gespräch als "sachlich". Wie Haider gab auch er sich in der Bewertung ihres Treffens zurückhaltend. Er habe sich verhalten, "wie das in einem zivilisierten Land unter zivilisierten Menschen üblich ist". Auf der Seite Haiders haben der Wiener Vizebürgermeister Sepp Rieder sowie als Chefverhandler Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll mitverhandelt. Einen Aufteilungsschlüssel für die Länder gebe es noch nicht, sagte Pröll. Für ihn ist es auch vorstellbar, dass die 250 Millionen "über mehrere Jahre" - voraussichtlich über fünf Jahre - gezahlt werden. Haider, der vor der Sitzung noch gemeint hatte, daß Österreich bereits genug gezahlt habe und es daher keine Zahlungen geben werde, sah später keinen Widerspruch. Ihm sei es lediglich darum gegangen, dass nicht einfach irgendein Betrag festgesetzt werde, sondern Restitutionen auf konkreten Forderungen beruhen müssten.

IKG-Präsident Muzicant erklärte weiters, daß mit dem Bund über die Finanzierung der Infrastruktur der Gemeinde verhandelt werde. Dem Vernehmen nach soll der Beitrag des Bundes aber bei 350 Millionen Schilling liegen. Die von ihm geforderten 800 Millionen Schilling werden damit in Summe nicht ganz erreicht werden können, räumte Muzicant ein.

Im Gegenzug für die Einigung mit den Ländern will er seinerseits "alles dafür tun", daß eine der beiden in den USA noch anhängigen Sammelklagen zurückgezogen wird - vorausgesetzt, der Vertrag ist bis Weihnachten unterschriftsreif. Nach Rücknahme der Klage des US-Anwalts Jay R. Fialkoff hoffe er dann freilich auf einen Vier-Parteien-Konsens darüber, daß die Auszahlung der im Januar beschlossenen zusätzlichen Sozialleistungen vorgezogen wird.

[26. November 2001]

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Buchpräsentation mit N. Finkelstein in Berlin

Der Piper-Verlag hat trotz scharfer Kritik an der Veröffentlichung der deutschen Ausgabe des umstrittenen Buches "The Holocaust Industry" des US-Politologen Norman Finkelstein festgehalten. Norman Finkelstein, Sohn von Auschwitz-Überlebenden, stellt in diesem Buch die These auf, der Holocaust werde von jüdischer Seite zu politischen und finanziellen Zwecken instrumentalisiert, das Leiden der Opfer werde so mißbraucht. Wie nicht anders zu erwarten, hat die Publikation bereits für heftige Kontroversen gesorgt. Zuletzt äußerte sich Salomon Korn, Mitglied des Präsidiums des Zentralrats der Juden in Deutschland, kritisch über Finkelstein und über die Absicht des Piper-Verlags, das Buch - im Februar 2001 - auf deutsch herauszubringen. Der Verlag hält dem entgegen, man werde die Veröffentlichung "mit aller Sorgfalt vorbereiten". Man wisse um die Problematik des "Beifalls von der falschen Seite". Das Buch sei "in der Tat polemisch und zugespitzt, aber gerade diese Qualität ist es, die die Debatte angestoßen hat". Piper hat überdies Finkelstein nach Deutschland eingeladen, um eine direkte Konfrontation des Wissenschafters mit seinen Kritikern zu ermöglichen. Der erste Auftritt Finkelsteins erfolgte am 7. 2. 2001 in Berlin, am 8. und 9. 2. sollen Präsentationen in Zürich und Wien folgen.

Der Konferenzraum des Berliner Presseklubs war viel zu klein und überfüllt, lange bevor der Autor Norman G. Finkelstein in Erscheinung tritt. Der nach eigenen Aussagen eher reisescheue US - Politikwissenschaftler ist zur Vorstellung der deutschen Fassung seines Werks "Die Holocaust-Industrie" am 7. 2. 2001 nach Berlin gekommen, um sich den Fragen der deutschen Journalisten zu stellen. Grund für den Medienrummel ist die umstrittene Grundthese seines Werkes, wonach jüdische Eliten in den USA das während des Dritten Reiches erfahrene Leid der Juden instrumentalisierten, um ihre gesellschaftliche Stellung auszubauen und durch Entschädigungsforderungen zu Geld zu kommen.

"Wenn sie auf mich schauen, damit ich ihnen eine Minimierung der Schuld biete, werden sie enttäuscht sein", sagt der Autor, noch bevor der Vorwurf erhoben werden kann, er spiele mit seinem Buch rechtsextremen Holocaustleugnern in die Hände. Natürlich sei er besorgt, daß seine Thesen von der falschen Seite mißbraucht würden, aber sein eigentliches Anliegen sei es, die Holocaust - Industrie lahm zu legen. "Es ist die Holocaust - Industrie, die heutzutage den Antisemitismus schürt", sagt Finkelstein, der für seine linke politische Ausrichtung bekannt ist. Dann setzt der Politikwissenschaftler an, um seine kontrovers diskutierte Theorie zu wiederholen, die ihn zum Medienstar gemacht hat: Der Appell an das schlechte Gewissen werde in den USA mißbraucht, um die israelfreundliche Politik zu rechtfertigen. Die Zahl der jüdischen Zwangsarbeiter sei absichtlich übertrieben worden, um Profit zu machen. An die Opfer selbst gebe es nur schleppende Auszahlungen, während diverse jüdische Organisationen mehrfach abkassieren. Z. B. sei die "Jewish Claims Conference" nicht kompetent und nicht moralisch geeignet, Entschädigungszahlungen zu verwalten, sagt der Historiker: «Nicht zehn Pfennig, nicht fünf Pfennig, nicht ein Pfennig sollte der Jewish Claims Conference  überlassen werden.» 

Das «kolossale Verbrechen», das auch er nicht vergeben oder vergessen könne, werde von einer kleinen jüdischen Elite zur Erpressung immer neuer Entschädigungszahlungen in Deutschland und der Schweiz genutzt. Jede Diskussion werde im Keim erstickt, der NS-Massenmord damit letztlich mythologisiert und der Wirklichkeit entrückt. Das alles gehe auf Kosten der Opfer und ihrer Würde, sagt Finkelstein. Die Geschichte des Holocaust werde verzerrt dargestellt.

Auch als der Vorwurf gegen ihn laut wird, er mache sich mit seinem Buch selbst zum Teil der Holocaust-Branche, ändert sich sein monotoner Tonfall nicht. "Wir müssen ehrlich miteinander sein. Ich erkenne die Widersprüchlichkeiten an, in die man sich hinein begibt", sagt er. Die Kritik, er leiste mit seinem Angriff auf das "jüdisch-amerikanische Establishment" antisemitischen Verschwörungstheorien Vorschub, weist er von sich. "Ich bin hier für meine Eltern und für die Integrität der Geschichte", sagt der 47-Jährige, dessen Eltern den Aufenthalt in Konzentrationslagern überlebt hatten.Finkelstein, der der Nestbeschmutzung geziehen und des Tabubruchs gerühmt wurde, erklärte, es dürfe keine unterschiedlichen moralischen Standards für «Deutsche und Nicht-Deutsche» geben. «Jeder Staat hat Verbrechen begangen, die er büßen muß», sagt Finkelstein und nennt Verbrechen von Amerikanern an Indianern, an schwarzen Sklaven, an Vietnamesen. 

Ob er mit seinen Vergleichen nicht den Holocaust relativiere?, wird er gefragt. Vergleichen sei das Einmaleins des Historikers, doziert Finkelstein. Das Verbot von Vergleichen sei der Ausgangspunkt der «Holocaust-Industrie». Seine Eltern hätten ihn zudem gelehrt, daß es keine moralische Hierarchie des Leidens gebe. 

Ganz ähnlich weist er auch die Kritik zurück, sein Buch sei eine nur von wenigen Fakten untermauerte Polemik. Es sei ausbaufähig, aber in den genannten Einzelheiten korrekt, erklärt Finkelstein. 

Ja, antwortet er auf eine andere Frage, die Möglichkeit des Beifalls von deutschen Rechtsextremen sorge ihn. Doch    deswegen ein «moralisches Ziel» aufgeben? Sein Anliegen sei wichtiger. Er hoffe, dass «rechtschaffene Deutsche» eine  falsch verstandene «politische Korrektheit» aufgäben und offen diskutierten, was sie sich bisher nur im Verborgenen trauten. 

Am gleichen Tag gab es einen weiteren Vortrag mit N. Finkelstein in der Berliner "Urania", der Vortragssaal war ebenfalls (mit über 800 Personen) überfüllt. Es kam zu Ausschreitungen mit Linksradikalen, die Transparente hochhielten, in denen die Deutschen als "Tätervolk" bezeichnet wurden.

Die bundesdeutschen Medien versuchen  Finkelstein  totzuschweigen, im Gegensatz zu dem Rummel und das Interesse, das vor vier Jahren dem US-Autor Daniel Goldhagen und seinem Machwerk "Hitlers willige Vollstrecker" entgegengebracht wurde. Das umstrittene Buch "Die Holocaust Industrie" ist schon lange vor seinem Erscheinen in Deutschland heftig kritisiert worden. Finkelstein macht dafür das deutsche Verständnis für politische Korrektheit verantwortlich. "Das macht eine offene und ehrliche Diskussion in der Öffentlichkeit schwer, auch wenn im Privaten darüber geredet wird. Das  Buch  ist exakt und korrekt, aber vielleicht an manchen Stellen noch unvollständig", räumt er ein. Wichtig sei lediglich, daß er eine Diskussion angeregt habe. "Ich habe die Diskussion mit meinem Beitrag erst legitimiert."

Norman G. Finkelstein, « Die Holocaust Industrie - Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird», Piper Verlag, 234  Seiten, DM 38.-) 

[7. Februar 2001]

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Film und Diskussion über Finkelstein im Fernsehen

Ein Film über N. Finkelstein wurde am 10. 2. und 11. 2. in SW3 bzw. N3 gesendet. Die anschließende über einstündige Diskussion mit u. a. O. Graf Lambsdorff und der Autorin Mendelson war einigermaßen erträglich. Der Film sollte bereits am 5. 2. 2001 gesendet werden, wurde aber zunächst abgesetzt, um "überarbeitet" zu werden.Überrascht zeigte sich die in London lebende Autorin Tina Mendelson von der kurzfristigen Absetzung ihrer TV-Dokumentation über die Thesen von Norman G. Finkelstein zur „Holocaust Industry“ durch den Südwestrundfunk (SWR). „Ich habe erst am 2. 2. davon erfahren“, sagte sie der "Welt". „Dabei hatten drei ARD-Redakteure den Film doch schon abgenommen, alle waren damit einverstanden.“ Am 5. 2. 2001 abend sollte ihr 45 Minuten langer Film im SWR-Regionalprogramm ausgestrahlt werden. 

Doch wenige Tage vor dem deutschen Start des umstrittenen Finkelstein-Buches „Holocaust Industry“ hatte die SWR - Intendanz offenbar klate Füße bekommen. Der Direktor des SWR - Fernsehens, Christof Schmid, sagte zur Begründung, er fürchte „Beifall von der falschen Seite“. Es sei „mit „verheerenden Nebenwirkungen zu rechnen“, so Schmid weiter. Der Film könne „ganz elementare antisemitische Empfindungen“ wecken. Um das zu verhindern, sei eine Überarbeitung des Beitrags in Auftrag gegeben worden.

Für den Historiker Finkelstein ist die Geschichte der Entschädigungszahlungen an jüdische Opfer der Nationalsozialisten die Geschichte der organisierten Bereicherung „amerikanischer jüdischer Eliten“. Das Gedenken an den Holocaust und die Würde der „wahren Opfer“ würden unter dem Deckmantel der moralischen Unanfechtbarkeit instrumentalsiert, um aus pekuniärem Interesse Druck auf Europa auszuüben.

Das Buch hat schon vor seinem Erscheinen in Deutschland für heftige Kritik unter anderem des Zentralrats der Juden gesorgt. Mendelson selbst sieht weder im Buch noch in ihrem Film eine Gefahr. „Das Buch ist schlecht. Aber seine provokanten Thesen sollten frei diskutiert werden dürfen“, so Mendelson.

[11. Februar 2001]

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