Opernbesuch soll Meinungsfreiheit beweisen

Der westdeutsche Bundesinnenminister Schäuble will die verschandelte Inszenierung der Mozart-Oper "Idomeneo", in der alle großen Weltreligionen außer der jüdischen beleidigt werden, propagandistisch nutzen, um eine "Meinungsfreiheit" in der BRD zu demonstrieren. Gleichzeitig werden weiterhin Wissenschaftler und Schriftsteller wegen ihrer Meinungsäußerungen zur Zeitgeschichte hinter Schloß und Riegel gehalten, wie z. B. Germar Rudolf, Ernst Zündel  Horst Mahler und viele andere.

Mehrere Vertreter islamischer Verbände in der BRD wurden eingeladen, gemeinsam mit dem Innenminister am 18. 12. 2006 in Berlin die skandalöse Inszenierung der Oper Idomeneo zu besuchen. Davon besaßen mehrere Charakter genug, um die  Einladung von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) zum gemeinsamen Besuch der Mozart-Oper „Idomeneo“ ausgeschlagen. Sechs von 15 muslimischen Verbänden werden voraussichtlich nicht vertreten sein. 

Nach dem Vorsitzenden des Islamrats, Ali Kizilkaya, will auch der Zentralrat der Muslime auf den für den Abend des 18. 12. geplanten gemeinsamen Opernbesuch verzichten, wie der „Tagesspiegel am Sonntag“ vom 17. 12. 2006 berichtete. „Ich gehe sehr gern in die Oper und war und bin entschieden gegen die Absetzung von Idomeneo“, sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Aiman Mazyek. In diesem Falle fühle er sich aber „politisch instrumentalisiert“. „Ich gehe in die Oper, um mich zu entspannen und nicht, um Religion, Kunst und Politik in einen Topf zu werfen“, sagte Mazyek weiter. „Als Vertreter einer Religionsgemeinschaft bin ich weder Kunstkritiker noch zuständig für Geschmacksfragen. Auch für Politiker ist das übrigens nicht der richtige Job.“

Kizilkaya kritisierte den Vorschlag zuvor, die Mitglieder der Deutschen Islam-Konferenz sollten geschlossen die Aufführung besuchen, als „ein bisschen populistisch“. Dadurch werde die Teilnahme zum Gradmesser für Integration umgedeutet. „Jetzt läuft es nach dem Motto: Nur wer zur Oper geht, ist integriert. Die anderen sind noch nicht so weit.“

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte der Islam-Konferenz den gemeinsamen Opernbesuch im September bei der Auftaktsitzung vorgeschlagen.

Die „Idomeneo“-Inszenierung, in deren Schlussbild die abgeschlagenen Köpfe von Jesus, Buddha und des Propheten Mohammed auf die Bühne gebracht werden, war im September abgesetzt worden. Eine konkrete Gefahr gab es aber nicht. Die Absetzung war bei Künstlern und Politikern bis hin zu Bundeskanzlerin  Angela Merkel (CDU) auf heftige Kritik gestoßen. Erst nach einer hitzigen Debatte und einer neuen Gefahrenanalyse des Landeskriminalamts, die eine Aufführung als unbedenklich einstufte, wurde die Entscheidung rückgängig gemacht.

Neben Schäuble werden auch Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und viele andere Prominente erwartet.

Der Vorsitzende der türkischen Gemeinde in der BRD, Kenan Kolat, bedauerte die Absage des Zentralrats der Muslime und des Islamrats. „Ich finde es schade, dass die Vorsitzenden nicht die Oper besuchen“, sagt er der Berliner „tageszeitung“. „Muslime können sich für die Freiheit der Kunst einsetzen - und weigern sich“, kritisierte Kolat. Er finde es schade, dass diese Gelegenheit nicht von allen genutzt werde: „Wir müssen gemeinsam Flagge zeigen“.

Nach Angaben der Polizei gab es bisher keine Hinweise auf eine Gefährdung der Zuschauer. Dennoch soll die Aufführung unter starken Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Zu Details wollte sich die Polizei am 17. 8. nicht äußern. Ein Behördensprecher teilte mit, man werde sicherstellen, dass keine gefährlichen Gegenstände in die Oper gebracht werden. Es werde aber keine Kontrollen wie auf dem Flughafen geben, der Rahmen einer Kulturveranstaltung solle gewahrt bleiben....

[17. Dezember 2006]


 
Systempolitiker rechtfertigen Verschandelung von Mozart-Oper Idomeneo in Berlin

Als vor drei Jahren die Mozart-Oper Idomeneo in einer sog. Neuinszenierung - in Wirklichkeit Verunstaltung - eines gewissen H. Neuenfels in der Deutschen Oper Berlin aufgeführt wurde, gab es starke Mißfallenskundgebungen des Publikums, da der Regisseur u. a. eine blutrünstige Szene angefügt hatte, die mit Mozart überhaupt nichts zu tun hatte. Idomeneo (der König von Kreta),  mit blutverschmierten Händen und Kleidung, entnimmt einem Sack die abgeschlagenen Köpfe von Poseidon, Buddha, Christus und Mohammed und legt sie unter hysterischem Gelächter auf bereitstehende Stühle. Diese Szene steht natürlich nicht im Libretto der Mozart-Oper und ist eine freie Erfindung des Regisseurs. (Bei dieser "mutigen" religionskritischen Inszenierung fehlt merkwürdigerweise das Haupt des Propheten der vierten Weltreligion, Moses....) 

Idomeneo

Nun hat das Landeskriminalamt Berlin (LKA) in einer  "Gefährdungsanalyse" mit Recht darauf hingewiesen, dass wegen dieser Inszenierung, "Störungen der Aufführungen nicht ausgeschlossen" seien. Die Beamten vermuten, dass das die religiösen Gefühle von Moslems verletzen könnte. Laut LKA gab es bisher aber weder eine konkrete Terrordrohung noch eine Beschwerde einer islamischen Organisation. Das LKA verlangte daher nach eigenen Angaben auch nicht, dass das Stück aus dem Programm genommen wird. Die Leitung der Deutschen Oper Berlin hat aber die für den 27. 9. 2006 vorgesehene Aufführung dieser Inszenierung trotzdem  abgesagt. 

Dies löste sofort einen Sturm der Entrüstung bei zahlreichen Systemmedien und -politikern aus. Aber anstatt zu fordern, dass die Oper Idomeneo so aufgeführt wird, wie sie Mozart geschrieben hat, soll offensichtlich die fälschende Inszenierung mit Beleidigung dreier Weltreligionen durchgesetzt werden.

Dabei wird der Schwindel mit dem dazugedichteten Schluss schamhaft verschwiegen und nur immer von "Mozart" und "Idomeneo" gesprochen, als ob die Freiheit der Kunst gefährdet sei. In Wirklichkeit geht es nur um die Ablehnung einer frechen Verfälschung des Werkes Mozarts.

Hier eine Auswahl einiger Reaktionen der Systempolitiker, man beachte die irreführende Wortwahl:

"Wir müssen aufpassen, dass wir nicht aus Angst vor gewaltbereiten Radikalen immer mehr zurückweichen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am 27. 9. 2006 im Reichstag

Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth nannte die Entscheidung am 27. 9. ein "Signal von Feigheit". Der SP-Politiker Dieter Wiefelspütz erklärte, "die Intendanz der Deutschen Oper blamiere sich grenzenlos."

"Wenn nicht einmal mehr die Intendantur eines Opernhauses für die Freiheit der Kunst ficht und streitet, wer soll das denn sonst tun", meinte Wiefelspütz. 

Meinungsfreiheit

Merkel äußerte sich ähnlich: "Selbstzensur aus Angst ist nicht erträglich", sagte die Bundeskanzlerin der "Neuen Presse" in Hannover. Zulässig sei Selbstbeschränkung nur, "wenn sie aus Verantwortung im Rahmen eines echten, vollkommen gewaltlosen Dialogs der Kulturen folgt".

Die Grünen-Vorsitzende Roth sprach sich grundsätzlich gegen eine Absetzung von Opern-Inszenierungen aus Gründen religiöser Rücksicht aus. "Integration basiert auch auf dem Konzept von Toleranz", sagte sie dem Nachrichtensender N24. "Und Toleranz heißt auch Zumutungen. Und dann muss man eben auch eine Opernaufführung ertragen, die eine Zumutung darstellt." Die Entscheidung von Harms halte sie deshalb für falsch. "Ich lebe doch nicht in einem Gottesstaat."

Ähnlich äußerten sich auch die Unions-Politiker Günther Beckstein und Wolfgang Bosbach. Der bayerische Polizeiminister sagte der "Frankfurter Rundschau", die Absetzung der Oper sei ein trauriger Beleg dafür, dass die islamistisch-extremistische Agitation gegen die Meinungsfreiheit offenbar bereits Wirkung zeige. Bosbach erklärte in N24, die Gesellschaft dürfe nicht aufgeben oder relativieren, was in jahrhundertelangen Kämpfen an Menschen- und Bürgerrechten erworben worden sei. "Wenn es eine konkrete Gefahr gibt, dann ist es Sache der Sicherheitsbehörden, diese Gefahr abzuwehren", sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
(Wie steht es mit den Menschen- und Bürgerrechten bei Meinungsäußerungen zur Zeitgeschichte ??)

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet betonte, der vorauseilende Gehorsam der Intendantin der Deutschen Oper setze auch Muslime unter Rechtfertigungszwang. "Sie haben diesmal gar nichts gemacht, sondern es ist unsere eigene Feigheit, dass wir bestimmte Dinge nicht mehr aufführen", meinte der CDU-Politiker im Westdeutschen Rundfunk.

Der Wiener Kulturstadtrat A. Mailath-Pokorny (SPÖ) will diese Inszenierung jetzt justament in Wien aufführen lassen und hat Ende September 2006 entsprechende Schreiben an die Direktoren von Staatsoper, Volksoper und Theater an der Wien gerichtet. Der ÖVP Kultursprecher Ferdinand Wolf erklärte dazu, die grundsätzliche Debatte um die Absetzung der Idomeneo-Inszenierung sei zu ernst, um für kleinkarierte politische Winkelzüge missbraucht zu werden.

[29. September 2006]

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