Totenehrung in Salzburg Um den angekündigten Störversuchen der Linksradikalen auszuweichen, wurde die traditionelle Totenehrung der Kameradschaft IV auf dem Salzburger Kommunalfriedhof am 1. 11. 2000 auf 8 Uhr vorverlegt. Dadurch kam es zu keinen Zwischenfällen mit linksradikalen Störern wie in den vergangenen Jahren.
In den letzten Jahren versuchten Linksradikale immer wieder, die traditionelle Trauerfeier des Kameradschaftsbundes bzw. der Kameradschaft IV am Salzburger Kommunalfriedhof zu stören. Zum Allerheiligentag, den 1. 11. 2000, ließen sich die Linken etwas besonderes einfallen. Sie meldeten kurzerhand genau für den Zeitpunkt der Totenehrung der Kameradschaft IV, für 10 Uhr am 1. 11. eine angebliche Trauerkundgebung für "ermordete Salzburger JüdInnen, Sinti und Roma, Zwangsarbeiter, Euthanasieopfer, Kriegsdienstverweigerer und Personen des
Widerstandes gegen die Nazis" an. Da es sich hierbei offensichtlich um einen Störversuch der traditionellen Trauerfeier der Kameradschaft IV handelte, wurde die linke Veranstaltung vom Polizeipräsidium Salzburg untersagt. Die Kundgebung für die NS-Opfer würde den Strafgesetzen zuwiderlaufen, da es sich nicht um einen "volksgebräuchlichen Aufzug" handle, argumentiert die Bundespolizeidirektion. Im Gegensatz dazu wurde die Trauerfeier der "Kameradschaft IV" in der Vergangenheit von der Polizei wiederholt als "volksgebräuchlich" klassifiziert.Der Konflikt um das Totengedenken in Salzburg reicht schon Jahre zurück. Einer der Aktivisten wurde bereits wegen Störung der Totenruhe verurteilt, weil er von einem Kranz der Kameraden die Trauerschleife abgeschnitten hatte. Ein "stiller Protest" von Grünen und Sozialistischer Jugend, die "im Gedenken an ermordete Juden" papierene Judensterne trugen, wurde behördlich verboten, da Friedhofsbesucher diese Aktion als eine Verhöhnung der Gefallenen der beiden Weltkriege empfanden.
Selbst die "drei Weisen" wurden von den Vorgängen am Salzburger Kommunalfriedhof informiert. Vertreter österreichischer "Nichtregierungsorganisationen" ("NGOs" wie z. B. die SPÖ - Vorfeldorganisation SOS Mitmensch) haben ihnen eine umfangreiche "Dokumentation" zu diesem Thema übergeben.
In diesem Jahr wurde die Veranstaltung für die NS-Opfer von zwölf Personen angemeldet. Unter ihnen Kastner, ein Künstler aus München, der Historiker Gert Kerschbaumer und Grünen Abgeordneter Peter Pilz. Ungeachtet des Verbotes hat die Fraktion der Bürgerliste im Salzburger Gemeinderat angekündigt, daß sie einen Kranz "zum Gedenken an die von der SS ermordeten Deserteure" niederlegen wird.
Auch die Organisatoren der untersagten linken Kundgebung haben nicht aufgegeben. Sie laden für 1. November, zehn Uhr, "alle Salzburger ein, dem Aufmarsch der Waffen-SS beizuwohnen und mit eigenen Augen wahrzunehmen, was in Österreich offiziell als volksgebräuchlich und schützenswert gilt."
[1. November 2000]