Traditionelle Grabschändung in Salzburg

"Zum ehrenden Gedenken an die gefallenen Kameraden der Waffen-SS" ist auf jener Kranzschleife zu lesen, die der Münchener Agitator Wolfram Kastner gemeinsam mit Brecht-Tochter Hanne Hiob, "Theatermacher" Hubsi Kramar und anderen am 1. 11. 2005 vom Kranz der Waffen-SS abgeschnitten hatte. In Salzburg war Kastners Vandalenakt heuer der insgesamt fünfte seit 1994. In den vergangenen Jahren habe er die abgetrennte Schleife wiederholt an den Bundespräsidenten geschickt, berichtet Kastner. Nachdem dies aber nicht zu einer Untersagung des SS-Gedenkens geführt habe, werde nun Strafanzeige gegen Mitglieder der Kameradschaft IV erstattet werden. Die SS-Schleife von heuer will der Künstler in einer Münchener Galerie ausstellen. 

Grabschändung

Für die Beschneidung der SS-Banderole 2003 sei er von einem Münchener Gericht im Rechtshilfeverfahren zu 750 Euro Bußgeld – nicht rechtskräftig – verurteilt worden, berichtet Kastner. Das Verfahren für die Aktion vergangenes Jahr laufe erst an. Die Verurteilung habe ihm jedenfalls viel Solidarität eingebracht. Für Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek etwa handelt es sich um einen "Akt der Hygiene gewissermaßen, wie Waschen und Zähneputzen", schreibt sie. 

Protest
Einer der Kranzabschneider, Theatermacher H. Kramar im Jahre 2000 bei der Opernballdemonstration (er wurde wegen "Wiederbetätigung für den Nationalsozialismus" angezeigt).

Dass der von einer "Bürgerliste" seit Jahren ebenfalls als Kontrapunkt zur SS-Kameradschaft niedergelegte Kranz zu Ehren der "von der SS ermordeten Widerstandskämpfer" heuer erstmals von Unbekannten in den Müll geworfen wurde, ist für Kastner zudem ein Ansporn weiterzumachen.

Das alljährliche Heldengedenken für ehemalige SS-Mitglieder am Kriegerdenkmal des Salzburger Kommunalfriedhofs hat Tradition. Die Bundespolizeidirektion Salzburg bewertete die Kranzniederlegung durch Angehörige der Kameradschaft IV in den 1990er-Jahren als "volksgebräuchlichen Aufzug". Das Veteranentreffen zu Allerheiligen fand heuer zum 50. Mal statt.

[3. November 2005]
 

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Totenehrung in Salzburg

Um den angekündigten Störversuchen der Linksradikalen auszuweichen, wurde die traditionelle Totenehrung der Kameradschaft IV auf dem Salzburger Kommunalfriedhof am 1. 11. 2000 auf 8 Uhr  vorverlegt. Dadurch kam es zu keinen Zwischenfällen mit linksradikalen Störern wie in den vergangenen Jahren.

In den letzten Jahren versuchten Linksradikale immer wieder, die traditionelle Trauerfeier des Kameradschaftsbundes bzw. der Kameradschaft IV am Salzburger Kommunalfriedhof zu stören. Zum Allerheiligentag, den 1. 11. 2000, ließen sich die Linken etwas besonderes einfallen. Sie meldeten kurzerhand genau für den Zeitpunkt der Totenehrung der Kameradschaft IV, für 10 Uhr am 1. 11. eine angebliche Trauerkundgebung für "ermordete     Salzburger JüdInnen, Sinti und Roma, Zwangsarbeiter, Euthanasieopfer, Kriegsdienstverweigerer und Personen des
Widerstandes gegen die Nazis" an. Da es sich hierbei  offensichtlich um einen Störversuch der traditionellen Trauerfeier der Kameradschaft IV handelte, wurde die linke Veranstaltung vom Polizeipräsidium Salzburg untersagt. Die Kundgebung für die NS-Opfer würde den Strafgesetzen zuwiderlaufen, da es sich  nicht um einen "volksgebräuchlichen Aufzug" handle, argumentiert die Bundespolizeidirektion. Im Gegensatz dazu wurde die     Trauerfeier der "Kameradschaft IV" in der Vergangenheit von der Polizei wiederholt als "volksgebräuchlich" klassifiziert.

Der Konflikt um das Totengedenken in Salzburg reicht schon Jahre zurück. Einer der Aktivisten wurde bereits wegen Störung der Totenruhe verurteilt, weil er von einem Kranz der Kameraden die Trauerschleife abgeschnitten hatte.  Ein "stiller Protest" von Grünen und Sozialistischer Jugend, die "im Gedenken an ermordete Juden" papierene Judensterne trugen, wurde  behördlich verboten, da Friedhofsbesucher  diese Aktion als eine Verhöhnung der Gefallenen der beiden Weltkriege empfanden.

Selbst die "drei Weisen" wurden von den Vorgängen am Salzburger Kommunalfriedhof informiert. Vertreter     österreichischer "Nichtregierungsorganisationen" ("NGOs" wie z. B. die SPÖ - Vorfeldorganisation SOS Mitmensch) haben ihnen eine umfangreiche "Dokumentation" zu diesem Thema übergeben.

In diesem Jahr wurde die Veranstaltung für die NS-Opfer von zwölf Personen angemeldet. Unter ihnen Kastner, ein Künstler aus München, der Historiker Gert Kerschbaumer und Grünen Abgeordneter Peter Pilz. Ungeachtet des Verbotes hat die Fraktion der Bürgerliste im  Salzburger Gemeinderat angekündigt, daß sie einen Kranz "zum Gedenken an die von der SS  ermordeten Deserteure" niederlegen wird.

Auch die Organisatoren der untersagten linken Kundgebung  haben nicht aufgegeben. Sie laden für 1. November, zehn Uhr, "alle Salzburger ein, dem Aufmarsch der Waffen-SS beizuwohnen und mit eigenen Augen wahrzunehmen, was in  Österreich offiziell als volksgebräuchlich und schützenswert gilt." 

[1. November 2000]

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