Auch Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung wollen ausländische Lohndrücker einschleusen

Obwohl es in Österreich zur Zeit über 200000 Arbeitslose gibt und wegen der Finanzkrise laut Expertenmeinung von WiFi und AMS eine starke Zunahme der Arbeitslosigkeit zu erwarten ist, fordern Vertreter der österreichischen Industriellenvereinigung, der Wirtschaftskammer und einer "Internationalen Organisation für Migration" (!) die Einwanderung von angeblich benötigten Fachkräften von Ländern außerhalb der EU zu forcieren. 

Besonders empörend ist die auf einer Pressekonferenz am 4. 11. 2008 von Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung vorgetragene Forderung, dass "hochqualifizierte Zuwanderer" nicht einmal einen Arbeitsplatz in Österreich vorzuweisen haben, um in einem beschleunigten Verfahren zu einem Aufenthaltstitel zu kommen ! 

Ferner soll es bei der Bewilligung der Einschleusung z. B. auch "Bonuspunkte" für gut ausgebildete "Lebenspartner" der jeweiligen "Fachkräfte" geben..... 

Ein weiterer Wunsch der Unternehmervertreter ist, dass sog. Asylwerber bereits nach drei Monaten Aufenthalt in Österreich eine Arbeitserlaubnis erhalten...

Ein Vertreter einer "Internationalen Organisation für Immigration" erklärte bei der Pressekonferenz, das Zuwanderungssystem für Arbeitskräfte in die EU müsse "transparenter" werden, obwohl die durchschnittliche Arbeitslosigkeit in der EU bei über 7 % liegt. 

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Vertretern von Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung geht es nur um Billigarbeitskräfte aus dem Ausland

"Die Herrschaften haben offenbar die Zeichen der Zeit nicht erkannt", so der Kommentar von FPÖ-Generalsekretär und Arbeitnehmersprecher NAbg. Herbert Kickl zu dem am 4. November 2008 präsentierten Migrations- und Integrationsmodell der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), der Industriellenvereinigung (IV) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Es handle sich hier wieder einmal um die übliche Sonntagspredigt, dass die einzige Lösung für die Krise des österreichischen Arbeitsmarktes in der Zuwanderung liege. "Ich höre dagegen keinerlei Konzepte von den Herren der Wirtschaftskammer oder der IV, wie man für mehr Aus- und Weiterbildung sorgt, die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen bekämpft oder ältere Mitbürger wieder in den Arbeitsprozess eingliedert", kritisierte Kickl scharf.
Es gehe der FPÖ vielmehr darum, endlich gezielt Arbeit und Weiterbildungsmöglichkeiten für die zahlreichen inländischen Arbeitslosen zu schaffen. Die Zahl der offiziell arbeitslosen Personen sei alleine seit September angestiegen und habe im Oktober bereits wieder 202.775 Personen betragen. Dazu gebe es nunmehr bereits 54.549 AMS-Schulungs-Teilnehmer. Offensichtlich wolle man durch vermehrte Zuwanderung dieses hohe Niveau für alle Zeiten festschreiben, ohne diesen Menschen eine Perspektive zu bieten. Man dürfe außerdem nicht so blauäugig sein, zu glauben, dass durch das Hereinholen von Arbeitskräften keine zusätzliche Arbeitslosigkeit entstehen werde. Der Mangel an Fachkräften etwa könne vielmehr größtenteils im Inland behoben werden, wenn man nur ernsthaft wolle. "Wer in einer solchen Situation als einzige Chance noch mehr Massenzuwanderung sieht, dem ist nicht mehr zu helfen. Noch dazu wird der befürchtete Wirtschaftsabschwung den Druck auf den Arbeitsmarkt enorm vergrößern", warnte Kickl abschließend.

[FPÖ-Pressemeldung vom 4. November 2008]

Lohndrücker

Seit der Osterweiterung vom 1. Mai. 2004 kam es alleine in Wien auch zu einem sprunghaften Ansteigen der Scheinselbstständigen, es sind Osteuropäer, die hauptsächlich im Baugewerbe als "Firmen" Arbeiten als Bau- bzw. Hilfsarbeiter verrichten.

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ÖVP und SPÖ für Einschleusung von Lohndrückern

Obwohl es in Österreich über 300000 Arbeitslose, darunter mindestens 11000 Metallarbeiter gibt, will die SPÖ-ÖVP Regierung auf Wunsch der Industriellenvereinigung neben den bereits anwesenden Schwarzarbeitern und Scheinselbstständigen weitere 800 "Metallfacharbeiter" aus den Ostblockländern einschleusen. Tatsache ist, dass die angeforderten Schweisser, Dreher und Fräser erstens als Arbeitslose ohnehin im Land sind und außerdem bei Bedarf in wenigen Wochen in den laufend angebotenen Kursen des Wirtschaftsförderungsinstitutes und anderer Institutionen ausgebildet werden können. Wahrscheinlich sind ja die einzuschleusenden "Facharbeiter" ohnehin nur Hilfsarbeiter, die in entsprechenden Kursen ausgebildet wurden. Außerdem kommen die Forderungen nach diesen Arbeitskräften von Leihfirmen, die die Arbeiter der Industrie überlassen sollen, da sich diese scheut, Fachkräfte mit den entsprechenden Bedingungen der Kollektivverträge aufzunehmen. Die Österreichischen Steuerzahler sollen dagegen für die dadurch weiterhin arbeitslosen österreichischen Metallarbeiter das Arbeitslosengeld berappen.

Ab Mai 2007 dürfen 800 Schweißer, Fräser und Dreher aus Osteuropa laut Regierungsbeschluss in österreichischen Betrieben arbeiten. Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (ÖVP) hat die entsprechende Verordnung erlassen.

Bei der vorhergehenden Regierungsklausur von SPÖ und ÖVP wurde vereinbart, dass Facharbeiter aus den neuen EU-Ländern theoretisch 50 Wochen in Österreich arbeiten dürfen. In der Praxis müsse es aber eine "Planungssicherheit" für die Unternehmen geben, so der Minister. Das Unternehmen müsse nach diesen 50 Wochen entweder einen neuen ausgebildeten Facharbeiter bekommen, oder der Vertrag mit dem ausländischen Arbeiter darf verlängert werden. Der Großteil der 800 Metallfacharbeiter, die auf Grund der neuen Verordnung aus Osteuropa nach Österreich kommen dürfen, werde länger bleiben als 50 Wochen, so Wolfgang Tritremmel von der Industriellenvereinigung (IV) am 9. 3. im ORF-Mittagsjournal. Denn beide Seiten, Facharbeiter und Unternehmer hätten Interesse daran. 

Die neue Facharbeiter-Verordnung gilt bis 31. Dezember 2007 und kann dann verlängert werden. Bis Jahresende dürfen 800 Metallfacharbeiter aus Osteuropa in Österreich arbeiten. Das Arbeitsmarktservice (AMS) muss bis 30. September 2007 eine österreichweite Fachkräfteerhebung durchführen, um den weiteren Bedarf zu eruieren. Hier will die Arbeiterkammer detaillierte Zahlen aus den einzelnen Ländern. Globale Zahlen, die nicht nachvollziehbar sind, werden nicht genügen, so Wallner.

Mit der neuen Facharbeiter-Verordnung werde dem Lohndumping Tür und Tor geöffnet und außerdem die nächte Einwanderungswelle vorbereite, kritisierte FPÖ-Bundesparteiobmann Hein-Christian Strache in einer Aussendung.

Gegen das Hereinholen von Fachkräften aus dem Ausland und die vom Wirtschaftsminister angekündigte Teilgewerbe- Verordnung wenden sich auch ÖGB Arbeiterkammer.

Die durch die gute Baukonjunktur und den extrem warmen Winter bedingte leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt dürfe jetzt nicht gefährdet werden, fordern AK und ÖGB.

11.000 Arbeitsuchende Metall-Facharbeiter

Es kann doch nicht sein, dass alle Maßnahmen zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit in Österreich unterlaufen werden, weil einige Arbeitskräfteüberlasser nach billigen Fachkräften aus dem Ausland rufen. Hintergrund: Knapp 60 Prozent der beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldeten offenen Stellen bei Metallberufen kommen von Arbeitskräfteüberlassern, bei den Schweißern sind es sogar fast 80 Prozent. Dazu kommt: Ein und dieselbe offene Stelle wird oft von mehreren konkurrierenden Arbeitskräfteüberlassern beim AMS nachgefragt.

Die Folge: Auch dadurch ist der kolportierte Bedarf an Fachkräften aus dem Ausland überhöht. Wir sind dagegen, dass auf Zuruf einiger Firmen, die keinen Cent in die Ausbildung investieren, die Übergangsfristen für den Arbeitsmarkt durchlöchert werden.

Die AMS Daten vom Februar 2007 zeigen: 337.000 Menschen, darunter 11.000 Arbeit suchende Facharbeiter mit Lehrabschluss in einem Metallberuf, warten auf eine faire Chance, um wieder auf dem Arbeitsmarkt Tritt zu fassen. Diese Frauen und Männer müssen endlich gute Chancen bekommen. 

337.000 Arbeitsuchende (inklusive Schulungsteilnehmer) im Februar dieses Jahres sind zwar 33.763 Arbeitssuchende (oder 9,1 Prozent) weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Aber: Diese leichte Entspannung ist Großteils auf die gute Baukonjunktur und den extrem milden Winter zurückzuführen. Und: Die Zahl der Arbeitsuchenden liegt immer noch um 34.800 Personen oder um 9,1 Prozent über dem Vergleichswert des Jahres 2000.

[9. März 2007]

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