Export von Arbeitsplätzen nach China

Ein wichtiges Anliegen der schwarz-orange(vormals blauen)  Regierung in Österreich scheint zu sein, der Industrie bei der Umgehung der österreichischen Sozialstandards und Umweltauflagen zu helfen und die Verlagerung von Arbeitsplätzen in Länder mit niederen Sozialstandards zu begünstigen. Ein erster Schritt war die Ostöffnung bzw. dann die  Osterweiterung. Jetzt geht man noch weiter und begünstigt sogar Arbeitsplatzverlagerungen nach China. Eine andere Politik wäre natürlich, einen Zoll in der Höhe der von den Unternehmern ersparten Sozial- und Umweltkosten einzuheben. Das kommt natürlich für die Unterstützer der Globalisierer und Spekulanten nicht in Frage.

Der Sportartikelproduzent Head, setzt einen scharfen Rationalisierungsschritt. 90 Prozent der Tennisschläger-Produktion  an den europäischen Standorten Kennelbach (Vorarlberg) und Budweis (Tschechien) wird nach China verlagert.

Damit verlieren in Kennelbach 120 der 500 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz, in Budweis werden 130 Arbeitsplätze abgebaut. 
Head begründete die Verlagerung der Tennisracket-Produktion nach China mit dem substanziellen Kursanstieg des Euro gegenüber dem Dollar sowie mit anhaltenden Kostensteigerungen beim wesentlichsten Rohstoff  Kohlefaser. Der Preis für Kohlefaser hat sich seit 2003 verdoppelt. „Da alle Mitbewerber bereits ausnahmslos in China produzieren und in Dollar bezahlen, haben wir einen Wettbewerbsnachteil von rund 30 Prozent", gab Head am Nachmittag des 22. 4. 2005bekannt.

Bisher produzierte Head - nach eigenen Angaben derzeit die Nummer zwei am weltweiten Tennismarkt - 500.000 Rackets, rund ein Viertel der Jahresmenge von 2,1 Mill. Stück, in Vorarlberg und Tschechien. Die restlichen drei Viertel der Tennisschläger wurden bereits in China gefertigt.
Für die betroffenen Mitarbeiter soll ein Sozialplan erarbeitet werden. Die Gesamtkosten für die Kapazitätsreduktion in Europa bezifferte Head mit sechs Mill. Dollar.

Die Steuerungszentrale für die weltweiten Tennisaktivitäten, Forschung und Entwicklung, Qualitätssicherung, Marketing und Vertrieb sowie eine Produktion von 50.000 Stück verbleiben in Kennelbach (Vorarlberg).

Seit 2001 hat der Konzern dauernd rationalisiert und die Kosten um rund 20 Prozent senken können. Der Wintersportbereich -. Ski, Schuhe und Bindungen - seien von den Sparmaßnahmen nicht betroffen, hieß es. Allerdings werden Ski und Skischuhe bereits in Budweis produziert. Auch die Fertigung von Schwimmflossen der Tauchsparte Mares erfolgt bereits in Budweis.

Lenzing AG baut neues Werk in China

Die Lenzig AG baut ein neues Werk in China. Damit können weitere Arbeitsplätze von Österreich nach China transferiert werden. Am 25. 4. 2005 haben Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) und Lenzing-Vorstandsvorsitzender Thomas Fahnemann den Spatenstich in China vorgenommen. 

Die Lenzing AG errichtet in der südchinesischen Stadt Nanjing ein Viscosefaserwerk mit einer Kapazität von 60.000 Tonnen pro Jahr und investiert rund 57 Millionen Euro.

Das Werk soll Ende 2006 mit 550 Mitarbeitern den Betrieb aufnehmen.

EU erleichter Billigimporte aus Asien

Nachdem seit Januar 2005 die Handelsschranken für Textilwaren aus Asien aufgehoben wurden, geht in der EU die Furcht vor chinesischen Billigtextilien um. Der Grund: Die Billigware aus Fernost untergräbt langsam, aber stetig die Produktion in der EU. Zahlreiche  Jobs wackeln.
Seit die Handelsschranken mit Jänner vollständig gefallen sind, wird der heimische Markt mit Billigwaren vor allem aus Asien überschwemmt. Dabei sind die größten Exporteure Chinas in Europa angesiedelte Unternehmen, die in China billig produzieren lassen !! Die heimische Textilindustrie musste schon in der Vergangenheit einige Bereinigungen hinnehmen. Mittlerweile sind z. B. in der Steiermark nur noch etwa 2.500 Mitarbeiter in der Textilindustrie beschäftigt, und auch dieser Stand wird kaum zu halten sein, glaubt der Vorsitzende der Sparte Textilindustrie in der Wirtschaftskammer. 

[26. April 2005]

 

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Semperit-Arbeitsplätze werden von Niederösterreich in die Tschechei exportiert

Wegen der ihrer Meinung nach bevorstehenden Osterweiterung gehen viele Unternehmen dazu über, ihre Produktion in die Ostblockländer zu verlegen. Dort können wegen fehlender Umwelt- und Sicherheitsauflagen und eines extrem niedrigen Sozial- und Lohnniveaus die Produkte zu einem Bruchteil der Kosten erzeugt werden und nach der vermeintlich baldigen Osterweiterung völlig zoll- und abgabenfrei wieder nach Westeuropa geliefert werden. Durch solche Methoden wollen die Profiteure der Globalisierung den Wert ihrer Betriebe und Aktien noch weiter steigern. Eine solche Politik ist natürlich nur mit massiver Hilfe der von den Globalisierern gekauften Politiker und Medien möglich. 

So hat auch die Firma Continental (Hannover) das von ihr vor Jahren aufgekaufte Semperit-Reifenwerk in Traiskirchen (Niederösterreich) mit 1300 Facharbeitern stillgelegt, die Maschinen abgebaut und in den neuen Produktionsstandort Puchov (Tschechien, früher Puchau, Mähren) transportiert. Die Arbeiter in Puchov verdienen etwa 20 % des Lohnes der österreichischen Arbeiter, die vor der Entlassung stehen. Am 19. 7. 2002 wurde der letzte Reifen im Werk Traiskirchen produziert. Für einen befristeten Zeitraum sollen in dem Werk noch die Gummimischungen für das Werk in der Tschechei produziert werden.

Die Fa. Semperit Wimpassing verkaufte 1986 das Semperit - Reifenwerk an Continental. (Unabhängig davon besteht die Fa.  Semperit Wimpassing  weiterhin als Unternehmen der Kautschuk- und Kunststoffindustrie, ist sogar hochprofitabel und hat ihrerseits Werke u. a. in den Hochlohnländern Belgien und Luxemburg aufgekauft.)

Traiskirchen
Letzter Produktionstag im Semperit-Reifenwerk Traiskirchen (Niederösterreich) am 19. Juli 2002

Diese Politik der Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer mit niedrigen Sozial- und Umweltstandards müßte von Politikern, die dem Volk verantwortlich sind und nicht korrupten Profiteuren, umgehend unterbunden werden.

Deshalb ist auch eine frühere Forderung österreichischer Gewerkschafter zu unterstützen, wonach es eine Osterweiterung erst geben kann, wenn die dortigen Löhne 80 % des Westniveaus erreicht haben. Bis es soweit ist, müssen Firmen bei Einfuhr ihrer Produkte aus Billiglohnländern ein Zoll in Höhe der ersparten Umwelt- Sozial- und Lohndumpingkosten entrichten. 

[19. Juli 2002]

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