Kameradschaftsbund Kärnten Am Landesdelegiertentag des Kärntner Kameradschaftsbundes in Klagenfurt wurde am 14. 4. 2007 die neue Führung des Vereins für die nächsten vier Jahre gewählt. Amtsinhaber Engelbert Tautscher wurde mit 97 Prozent der Delegiertenstimmen als Obmann wiedergewählt.
Neben Engelbert Tautscher wollte auch Hermann Kandussi, Präsident des Heimkehrerverbandes, für die Funktion des neuen Obmannes kandidieren. Kandussi hat jedoch - wie einige andere Kameradschaftsbündler - keine Delegiertenkarte erhalten. Das heißt, er durfte nicht am Delegiertentag teilnehmen und konnte so auch nicht gewählt werden. Kandussi will dagegen klagen. Dies vor allem deshalb, weil Tautscher einen rechtmäßigen Wahlvorschlag nicht zugelassen hat.
Kandussi sieht persönliche Differenzen mit Tautscher als Grund für den Ausschluss. Hintergrund des Konflikts sollen kritische Äußerungen Kandussis gegen ÖKB-Obmann Tautscher sein. Dieser rücke den Verein mit seiner Haltung in der Minderheitenfrage zu sehr in BZÖ-Nähe heißt es, der Kameradschaftsbund sei jedoch überparteilich. Weiters habe Tautscher den Artilleriebund Kärnten mit über 900 Mitglieder von der Mitbestimmung ausgechlossen. So auch die Ortsgruppe Moosburg mit 300 Mitgliedern. Tautscher habe auch die Offenlegung der Finanzen verweigert. Ungeklärt seien auch die überhöhten Reisekosten des Herrn Tautscher mit Gattin sowie die Kosten der Jubelbroschüre, die als Wahlwerbung für Tautscher diente. Ungeklärt seien auch die Gerichtskosten gegen seinen derzeitigen Syndikus. Der Kameradschaftsbund hat in Kärnten 120 Ortsverbände mit 18.500 Mitgliedern. Er hat - gemeinsam mit der Ulrichsberggemeinschaft und dem Abwehrkämpferbund - die Plattform "Unser Kärnten" gegründet, die in der Ortstafelfrage für eine Minderheitenfeststellung eintritt. Das hat den internen Richtungsstreit offenbar weiter angefacht. Die Führung des Kameradschaftsbundes weist den Vorwurf zurück, mit der Plattform in parteipolitische Nähe zum BZÖ gerückt zu sein.
Anders sieht das die Gruppe um Hermann Kandussi. Er ist Präsident des Heimkehrerverbandes, der aus dem Kameradschaftsbund ausgetreten ist.Engelbert Tautscher, amtierender Obmann des Kameradschaftsbundes, weist alle Vorwürfe zurück und sagt, alle Entscheidungen des Kameradschaftsbundes seien in den entsprechenden Gremien gefallen. Seine Kandidatur sei von Bezirksdelegationen und Landesvorstand einstimmig bestätigt worden: "Ich bin von den Meisten getragen. Die Kandussi-Wählergruppe hat in den vergangenen vier Jahren keine einzige Tätigkeit für den Kameradschaftsbund vollzogen. Sie haben uns in keiner Form unterstützt und auch keinen Schritt auf uns zu gemacht. Im Gegenteil – wir waren eigentlich immer die, die sie akzeptiert haben, weil sie auch in unserer Nähe waren", erklärte der amtierende Obmann des Kameradschaftsbundes.
[15. April 2007]
50 Jahre Kameradschaftsbund Kärnten Der Kärntner Kameradschaftsbund feierte am 30. 8. 2003 in Klagenfurt (Kärnten) sein 50-jähriges Jubiläum mit einem großem Festzug durch die Stadt und einem Festakt in der Messehalle.
Landeshauptmann Jörg Haider (FPÖ) betonte in seiner Ansprache die Wichtigkeit des Kärntner Heimatbundes als Träger der Tradition des Landes. "Nur wenn die Vielfalt gewahrt bleibt, wird es ein friedliches Europa geben", sagte er. Genau in diesem Sinne laute auch das Credo des Kameradschaftsbundes "Der Heimat verbunden und für Europa offen".
Am Festzug beteiligten sich mehr als 2.000 Kameraden, eine Abordnung des Bundesheeres, die Tiroler Kaiserschützen und andere Gruppen in historischen Uniformen, Musikkapellen und befreundete Organisationen. Beim anschließenden Festakt in der Messehalle unterstrich Landeshauptmann Haider, daß der Kameradschaftsbund mithelfe, die Tradition des Landes hochzuhalten und zu pflegen. Kärnten habe eine große Verantwortung aus seiner Geschichte und geopolitischen Situation. Haider wies in diesem Zusammenhang auch auf die Eröffnung des Abstimmungsgedenkradweges hin: "Von Villach bis Lavamünd wird in- und ausländischen Gästen die Geschichte des Landes näher gebracht."
Landesrat Georg Wurmitzer (ÖVP) hob in seiner Rede hervor, daß diese 50-Jahrfeier eine öffentliche Manifestation zum Heimatland Kärnten und zu Österreich sei: "Patrioten sind in unserer Gesellschaft unverzichtbar." Der Kärntner Kameradschaftsbund wurde am 1. Januar 1953 von Generalmajor a. D. Eduard Barger in Klagenfurt gegründet. Heute hat er unter Präsident Engelbert Tautscher ca. 20.000 Mitglieder, welche in 123 Ortsgruppen organisiert sind. Österreichweit gibt es rund 250.000 Mitglieder des Österreichischen Kameradschaftsbundes.. [30. August 2003]