Die Österreichische Bevölkerung ißt sich krank
Ein "Österreichischer Ernährungsbericht 1998" wurde von den
Ministerinnen L. Hostasch und B. Prammer am 19. 4. 1999 der
Öffentlichkeit vorgestellt.Neben einer Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen,
die besonders Kinder und Jugendliche betrifft, kritisiert der Bericht
auch ein Zuviel an Fett und Cholesterin bei allen Bevölkerungs-
gruppen. Bis zu 40 % der Kinder und Jugendlichen haben zu wenig
Vitamin B6, das die Wachstumsprozesse steuert und Folsäure,
welche u. a. für die Reifung der roten Blutkörperchen nötig ist.
20 % der Jugendlichen haben zuwenig Betacarotin und Vitamin E
sowie zuwenig Kalzium für den Knochenaufbau.Mit durchschnittlich 100 kg Fleischverbrauch pro Jahr, wovon
55 kg cholesterin- und fettreiches Schweinefleisch sind, ernährt
man sich höchst ungesund. Der Fettanteil liegt bis zu 40 % über
den empfohlenen Höchstwerten. Der hohe Fett- und Cholesterin-
anteil in den Nahrungsmitteln ist auch einer der Risikofaktoren für
Herz- und Kreislauferkrankungen, die die häufigste Todesursache
darstellen. Der gesündere Verbrauch von Fischen liegt nur bei sechs
Kilogramm pro Jahr.Es werden dafür um 30 % weniger Kohlenhydrate gegessen, als
gut wäre. Der Verbrauch von Erdäpfeln ging von 113 kg in der
Nachkriegszeit auf 56 kg heute zurück, ebenso der Verbrauch von
Brotgetreide von 126 auf 60 kg.Am Rande des Berichtes erfuhr man, daß nach einer Umfrage 92 %
der Konsumenten den Kauf genmanipulierter Lebensmittel ablehnen
würden.Die Ministerinnen erklärten, der Ernährungsericht solle die Grundlage
für künftige ernährungspolitische Maßnahmen sein und werde alle fünf
Jahre neu erstellt .[19. April 1999]