Kärntner begrub Martin Bormann in Berlin

"Ich habe Martin Bormann begraben!" Ein ehemaliger Kärntner Volksschuldirektor weiß, an welchem  Ort in Berlin Hitlers Sekretär bestattet wurde - und hat überzeugende Belege.  Als Hitlers Vertrauter und Sekretär war Reichsleiter Martin Bormann bis 1945 eine der einflußreichsten Personen, der bis heute zum Objekt zahlreicher Gerüchte wurde. Jetzt behauptet der pensionierter Lehrer aus Pfannsdorf in Kärnten: "Zusammen mit drei älteren Soldaten habe ich Bormann am 4. Mai 1945 in Berlin begraben."  Der 80-jährige frühere Volksschuldirektor von St. Philippen in Sittersdorf hat eine plausible Geschichte und mehrere Belege, die er für wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung stellen kann.  Er wurde in der Gottschee  geboren. Im Krieg erlitt er schwere Verwundungen, und als die notdürftig verheilt waren, wurde er nach Berlin versetzt. Dort kam er zur Geländeüberwachung für den äußeren Bereich des Führerhauptquartiers. Das erste Mal sah er Bormann in der Nacht nach der Kapitulation der Stadt Berlin  im Keller eines öffentlichen Gebäudes: "Er war tot und lag auf dem Rücken in der  abgelegenen Ecke eines Ganges. Kopf und Oberkörper waren an die Wand gelehnt." Direktor L. erinnert sich heute noch genau an das "volle Gesicht" und daran, daß Bormann "äußerst dick und klein" war. Er trug eine "höhere Uniform ohne Abzeichen, aber mit angenähten Bändern". Eines ist ihm sofort aufgefallen: "Er hatte keine Wunde, und es war kein Blut zu sehen." Direktor L., der fünf slawische Sprachen spricht, hielt es für sinnlos, aus dem umzingelten Berlin zu fliehen und bot sich den Russen als Dolmetscher an. Zwei Tage später, als die Sieger die Toten beseitigen ließen, wurde er beauftragt, auch den Mann aus dem Keller verschwinden zu lassen. Der Russe nahm Bormann einen Revolver ab; L. bekam Bormanns Manschettenknöpfe, einen Füllfederhalter, Marke Kaweco, und einen silbernen Stift.  Die Utensilien sind wichtige Belege. Manschettenknöpfe und Füller gingen zwar verloren. Erhalten geblieben sind aber die Feder des Füllers und der Silberstift. Die Ähnlichkeit des Schriftbildes fällt sogar Laien auf. Doch es könnte noch einen zwingenderen Beweis geben: L. hat einige frühe Nachkriegsaufzeichnungen mit dem mutmaßlichen Füller Bormanns gemacht. Man bräuchte also nur die Tinte von Ls. Notizen mit der Tinte in Bormanns Tagebuch vergleichen.  Stimmt Ls. Bericht, dann liegt Bormann heute noch an einer Stelle irgendwo in Berlin-Tiergarten, vielleicht mitten in bewohntem Gebiet oder unter einem Blumenbeet in Berlins grüner Lunge.  Doch die BRD - Behörden scheinen an einer Aufklärung dieses Falles nicht interessiert. Der Staatsanwaltschaft Berlin wurden alle Unterlagen geschickt und angeregt, daß Martin Bormann exhumiert werde. So könnte man herausfinden, ob die Aussagen Ls. richtig oder falsch sind. Doch die Behörde lehnte ab und schrieb zurück: "Es sind keine Gründe zu einem Tätigwerden der Staatsanwaltschaft Berlin zu erkennen." Bisher hat keine Stelle Interesse an weiteren Nachforschungen gezeigt, nicht einmal auf den einfachen Tintenvergleich wurde eingegangen.  Vielleicht ist die Sache zu heikel. Im Mai 1998 wollen Wissenschafter Skelettreste als jene Martin Bormanns identifiziert haben. Kurz darauf wurden die Knochen anonym verbrannt und außerhalb der deutschen Hoheitsgewässer versenkt. Grund für die geheime Aktion: "Wir wollten auf jeden Fall verhindern, daß irgendwo eine Gedenkstätte entsteht." Angesichts des wachsenden Tourismus zum Grab von Rudolf Heß in Wunsiedel (Bayern) dürfte das keine unbegründete Furcht sein. 

[27. August 2000] 

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