Nina von Stauffenberg verstarb am 2. 4. 2006 im 92. Lebensjahr in Kirchlauter (Bayern). Ihr Begräbnis fand am 8. 4. 2006 in Kirchlauter statt. Nina von Stauffenberg wurde nach dem 20. Juli 1944 in einem Lager in Frankfurt an der Oder festgehalten obwohl sie schwanger war. Ihre vier anderen Kinder kamen unter falschen Namen in ein Waisenhaus in Thüringen. Erst nach dem Kriege wurde die Familie wieder vereinigt.

[3. April 2006]


 
Die Pläne der Männer des 20. Juli 1944

Anläßlich des 60. Jahrestages des Putschversuches vom 20. Juli 1944 gibt es in der BRD große Feierlichkeiten und der Jugend werden die Männer des 20. Juli als Vorbilder empfohlen. Leider vergißt aber die heute in Deutschland herrschende Politikerkaste und deren Monopolmedien, die Vorstellungen der Männer des 20. Juli wahrheitsgemäß darzustellen sondern versucht, sie für ihre antinationale Verzicht- und Unterwerfungspolitik zu vereinnahmen.  Zum Glück gibt es aber noch einen gewissen Rest von Meinungsfreiheit und Medien, die in der Lage sind, die historische Wahrheit wenigstens andeutungsweise (d. h. soweit es die herrschenden Bestimmungen betr. Meinungsfreiheit es erlauben) zu verbreiten. 

Die politischen Vorstellungen, die damals ein Deutsches Reich ohne Adolf Hitler zum Ziel hatten, waren so verschieden wie die Wege, die dahin führen sollten. Eines jedoch war den diversen maßgebenden Gruppen gemeinsam: Es sollte eine internationale Position für Deutschland erhalten bleiben, wie Hitler sie durch seine Außenpolitik und das Münchner Abkommen errungen hat, d. h. alle Deutschen sollten nach dem Selbstbestimmungsrecht vereinigt bleiben. Die Besetzung fremdvölkischer Gebiete wie in der Tschechei oder in Polen sollte jedoch beendet werden. Ein Verzicht auf Ostdeutschland oder das Sudetenland wäre den Männern des 20. Juli nie in den Sinn gekommen.

Deutschland

Deutschland nach den Plänen der Männer des 20. Juli...

Nachdem Hitler das Waffenstillstandsangebot Stalins, das dieser noch nach der Katastrophe von Stalingrad machte, abgelehnt hatte und sich nach der Landung der Westalliierten die militärische Situation des Reiches zur Katastrophe entwickelte, schlug die Stunde des Widerstands, der aus der Wehrmacht kam. 

Die Besetzung der Resttschechei, die Unterstützung Mussolinis beim Aufbau des neuen "Römischen Imperiums" und letztlich der Einmarsch in die Sowjetunion erregten in weiten Kreisen der Wehrmachtsführung großen Unwillen, es gab sogar schriftliche Eingaben an Hitler, die vor solchen Schritten warnten. Zwar hatte es 1941 Gründe für einen Präventivkrieg gegen die Sowjetunion gegeben, aber nach dem Verhalten Hitlers nach dem Abschluß des Ribbentrop-Stalin Paktes 1939 war es nicht verwunderlich, dass Stalin seinerseits einen Präventivkrieg gegen Deutschland vorbereitete, da Hitler offensichtlich nicht gewillt war, den Nichtangriffspakt von 1939 einzuhalten. Ein in Wien geplantes Treffen Hitler-Stalin wurde endlos hinausgezögert, außerdem verzichtete Ribbentrop zu leichtfertig auf Litauen, was den ersten Argwohn erregte, denn offensichtlich wollte man sich das Land nach einem Angriff auf die Sowjetunion ohnehin holen. Als Begründung für die im Jahre 1941 erfolgte monatelange Konzentration deutscher Truppen an der Grenze zur Sowjetunion wurde angegeben, man wolle die Truppen dem Bereich der englischen Bombengeschwader entziehen, was die Sowjets nicht sehr glaubwürdig fanden. In Wirklichkeit mußte der geplante Angriff auf die Sowjetunion wegen des Balkanfeldzuges erschoben werden. Hitler strebte trotz allem noch eine Freundschaft mit England an, anstatt diesen Flugzeugträger rechtzeitig auszuräuchern. Angesichts der noch dazu falschen Taktik und Kriegführung durch Hitler wurde der Hochverrat zum Gebot der Stunde – die Führung hatte ihre Fürsorgepflicht gegenüber Staat, Volk und Wehrmacht eklatant verletzt und damit den geleisteten Eid ad absurdum geführt. Die Möglichkeit der Abwahl des Staatsoberhauptes bestand leider nicht. Durch die Tötung Hitlers wäre die Wehrmacht von ihrem Eid, der auf Hitler persönlich geleistet werden mußte, entbunden gewesen.

Am frühen Morgen des 20. Juli 1944 fliegt Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg zusammen mit seinem Adjutanten Oberleutnant Werner von Haeften von Berlin in das Führerhauptquartier (FHQ) "Wolfsschanze" bei Rastenburg (Ostpreußen). Haeften führt in einer Aktentasche zwei Sprengstoffladungen mit sich.

 Stauffenberg erfährt erst kurz nach seiner Ankunft im Führerhauptquartier, daß die Besprechung um eine halbe Stunde vorverlegt wurde. Das geplante Attentat läuft Gefahr zu scheitern, da der benötigte Zeitfaktor für die Vorbereitung der Sprengsätze sehr kritisch ist. Vor der Berichterstattung an Hitler gibt Stauffenberg vor, sich ein neues Hemd anzuziehen wollen. Da er als Einarmiger dazu Hilfe braucht, kann er gemeinsam mit Haeften die Sprengladungen vorbereiten. Da er von einem Hinzukommenden gestört wird, kann er jedoch nur ein Kilogramm statt der geplanten zwei Kilogramm Sprengstoff einsetzen. Damit unterläuft Stauffenberg, der nur geringe Kenntnisse über Sprengstoffe besitzt, ein folgenschwerer Fehler. Statt das Paket ohne Zünder zusammen mit dem scharfen Paket Sprengstoff in der Tasche unterzubringen, deponiert Stauffenberg nur das eine Kilogramm Sprengstoff in seiner Tasche. Die Explosion des scharfen Paketes hätte allerdings das Paket ohne Zünder zwangsläufig ebenfalls explodieren lassen, was unzweifelhaft zum Tode aller Personen im Bunker geführt hätte.

Stauffenberg verlässt die Besprechung unter dem Vorwand eines Telefonates. Kurz vor der Detonation wird die Tasche direkt unter den schweren Eichentisch gestellt, weil sie einen der Anwesenden störte. Um etwa 12:45 Uhr detoniert die Bombe. Vier Personen werden schwer verletzt und erliegen ihren Verletzungen kurz darauf im Krankenhaus, fast alle Anwesenden werden verletzt. Hitler selbst wird jedoch nur leicht verletzt (er erleidet lediglich Prellungen, Schürfungen sowie Blutergüsse), da ihn der schwere Kartentisch schützt. Stauffenberg fliegt mit Haeften nach Berlin in der festen Überzeugung, daß Hitler tot ist.

In Berlin sollen unter dem Codewort "Walküre" alle Gestapo-, Partei- und SS- Dienststellen von der Wehrmacht besetzt werden. Es wird jedoch nur halbherzig vorgegangen. Lediglich in Paris und Wien gelingt dieses Vorgehen. Stauffenberg muß nach seiner Ankunft im Berliner Bendlerblock, dem Oberkommando des Heeres und Verschwörerzentrale gegen 16:30 Uhr feststellen, daß außer der Alarmierung der Truppen des Ersatzheeres, das die militärische und vollziehende Gewalt in Deutschland übernehmen soll, nichts unternommen wurde. Es fehlen zudem klare Nachrichten über den Erfolg des Attentates auf Hitler.

Die Problematik der Verzögerungen beim Anlauf des Walküre-Plans ist auf zwei Hauptgründe reduzierbar. Die Attentatsversuche der Wehrmacht mußten oft aus diversen Gründen verschoben oder abgebrochen werden. Bei einem Versuch, ein Flugzeug mit Hitler an Bord durch in Weinflaschen versteckte Sprengladungen zu zerstören, waren in der fälschlichen Annahme, das Attentat sei geglückt, bereits Teile des Walküre-Plans angelaufen. Nur unter größten Anstrengungen und mit viel Glück gelang danach die Vertuschung dieser Operationen. Bis auf den Kern des Widerstandes waren einige Anhänger nun nicht mehr bereit, ihr Leben ohne die Sicherheit über Hitlers Tod aufs Spiel zu setzen.

Außerdem war mit Stauffenberg die zentrale Figur dieses Plans zunächst verhindert, da er auf dem Rückweg nach Berlin im Flugzeug nicht handlungsfähig war. Tatsächlich wäre seine Anwesenheit in Berlin in den Minuten und Stunden nach dem Attentat von größter Wichtigkeit gewesen, da nur er die strategischen Fähigkeiten und den Überblick besaß, die anstehenden Operationen zu initiieren und zu koordinieren.

Die fehlende Nachricht über Hitlers Tod und das Fehlen Stauffenbergs in Berlin führten dazu, daß der Großteil aller nötigen Aktionen nicht oder nur zögerlich anlief.

An dieser Stelle darf nicht der Eindruck entstehen, daß der militärische Widerstand unorganisiert oder unfähig gewesen sei. Stauffenberg war als Kopf und Koordinator der Folgeaktionen unersetzlich, dennoch war es nicht möglich, einen anderen für das Attentat zu bestimmen. Der Zeitdruck vor dem Hintergrund der enormen Verluste an beiden Fronten und der schon zu oft verschobenen Versuche war so groß, dass nicht auf weitere Möglichkeiten gewartet werden konnte. Da Stauffenberg direkten Zugang zu Hitler besaß, war er der einzig wirkliche Kandidat für die Durchführung des Attentats.

Führerhauptquartier
Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg (links) im FHQ

Erst nach Stauffenbergs Ankunft im Bendlerblock in Berlin, und damit viel zu spät, gehen Befehle für den Staatsstreich heraus, die jedoch umgehend von der "Wolfsschanze" aus widerrufen werden. Es scheitern die Abriegelung des Berliner Regierungsviertels in der Wilhelmstraße, die Ausschaltung des Rundfunks in Berlin-Charlottenburg, die Verhaftung der SS-Führung in Lichtenfelde und die Besetzung der Gestapozentrale in der Prinz-Albrecht-Straße. Noch vor Mitternacht gewinnen die Anhänger des Regimes die Oberhand.

In Paris und Wien gelingt es dagegen den Verschwörern, die lokale SS unter Kontrolle zu bringen und die Oberhand zu gewinnen. Diese Tatsache wurde später jedoch von den örtlichen Verantwortlichen vertuscht. Die SS hatte sich viel zu leicht und vor allem kampflos entwaffnen und inhaftieren lassen (was Hitler mit Sicherheit nicht toleriert hätte), womit in Paris sowohl Wehrmacht als auch SS größtes Interesse an einer Vertuschung oder Verharmlosung der Aktion hatten.

Und im Gegensatz zu Berlin verlief in Wien alles am 20. Juli nach Plan der Widerstandskämpfer. Es war ein heißer Tag. Major Carl Szokoll, der in die Pläne der Aktion "Walküre" eingeweiht war, wollte eigentlich zum Baden. Doch er erhielt nachmittags einen Anruf von Bernardi, auf alle Fälle im Büro zu bleiben. Um etwa 17 Uhr erhielt sein Vorgesetzter, Oberst Heinrich Kodré, eine Meldung aus Berlin mit höchster Dringlichkeit. "Der Führer Adolf Hitler ist tot. Eine gewissenlose Clique frontfremder Parteiführer hat unter Ausnutzung dieser Lage versucht, der schwer ringenden Front in den Rücken zu fallen und die Macht zu eigennützigen Zwecken an sich zu reißen." Gezeichnet war das Schreiben von Generalfeldmarschall Erwin von Witzleben, Oberbefehlshaber der Wehrmacht. Diese Meldung hätte die Verschwörer in Wien verunsichern können, doch das vereinbarte Stichwort fehlte nicht: "Walküre".

So gab Kodré den Befehl an Szokoll aus, Walküre auszulösen. Wochenlang hatte man für den Alarmplan geübt. In vier Stunden sollte es gelingen, alle Einheiten des Wehrkreises sollten alarmiert und die Spitzen von Partei und SS ausgeschaltet sein. Binnen einer einzigen Stunde waren in Wien alle Garnisonen alarmiert, die natürlich keine Ahnung davon hatten, dass es sich in Wahrheit um einen Staatsstreich handelte und nicht um dessen Abwehr.

Am frühen Abend kam ein zweites Fernschreiben. Den Eingeweihten war klar: Jetzt kam Walküre II in Gang. Dies war die heikelste Phase der Aktion. "Ohne Verzug ihres Amtes zu entheben und in Einzelhaft zu nehmen sind sämtliche Gauleiter, Reichsstatthalter, SS- und Polizeiführer, Kreisleiter", hieß es in dem Befehl aus Berlin. Das Problem war, wie diese Verhaftungen, ohne Aufsehen zu erregen, vorgenommen werden sollten.

Die Verschwörer entschieden, die Spitzen von Partei und SS in das Generalkommando der Wehrmacht zu einer dringenden Sitzung zu laden. Dort könnte man sie, ohne den Schutz ihrer Leute, in Haft nehmen. An die Wachmannschaft des Generalkommandos wurde scharfe Munition ausgeteilt. Sie erhielten den Befehl: Jeder darf hinein, aber keiner heraus. Wenn es jemand doch versuchen sollte, sei von der Schusswaffe Gebrauch zu machen. Und sie kamen wirklich. Als die ersten Parteigranden im Generalkommando am Stubenring eintrafen, wurden sie in ein Zimmer im 2. Stock geführt. Sie wurden misstrauisch, weil man sie nicht zum Kommandierenden General brachte, der sie ja zu einer Sitzung geladen hatte.

SS-Standartenführer Rudolf Mildner übergab dem Wachsoldaten, der ebenfalls zu den Verschwörern zählte, sogar seine Waffe. In dieser Weise verfuhr man auch mit allen anderen Spitzen von SS und Partei. Binnen weniger als einer Stunde waren sie alle im Generalkommando eingeschlossen und entwaffnet.

Also ging Szokoll daran, die dritte Stufe des Planes durchzuführen, die Auflösung der SS. Plötzlich bekam er die Meldung: "Der Führer lebt." Das war das Ende von "Walküre". Szokoll ließ sich sofort mit Oberst Stauffenberg in Berlin verbinden, der ihm die Meldung bestätigte. "Ihr werdet doch nicht schlapp machen." Dann war die Verbindung unterbrochen. Die Aktion war gescheitert, Kodré gab den Befehl, die Operation "Walküre" abzubrechen. Doch die Aktion lief noch Stunden ungehindert weiter: Szokoll gab den Befehl erst am nächsten Morgen um 6 Uhr früh weiter. Um diese Zeit hatte man in Berlin bereits ein Standgericht einberufen. 

Im Hof des Bendlerblocks werden noch am selben Tag Stauffenberg, Haeften, der General der Infanterie Friedrich Olbricht und Oberst Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim standrechtlich - von Soldaten und einzeln - vor einem Sandhaufen und im Scheinwerferlicht eines Lastwagens. erschossen. Werner von Haeften wirft sich kurz vor der Exekutierung von Oberst Mertz vor diesen, kann aber dessen Tod nicht verhindern. Bei der Ermordung von Stauffenberg ruft der Chef der Verschwörer: "Es lebe das heilige Deutschland!". Danach sinkt er getötet auf dem Boden zusammen. Die Tötung der fünf Verschwörer befahl Generaloberst Friedrich Fromm um seine eigene Beteiligung an der Verschwörung zu vertuschen. Er wurde später trotzdem angeklagt und zum Tode verurteilt. Dem ehemaligen Generaloberst Ludwig Beck wird die Gelegenheit zum Selbstmord gegeben; da dieser mißlingt, wird er von einem Feldwebel erschossen. Nachdem die 5 Offiziere begraben wurden, annulliert der SS-Chef das Begräbnis, läßt die Leichen aus den Gräbern herausholen. Danach werden die Toten zu Asche verbrannt und über Felder verteilt.

Generaloberst Hoepner begeht ebenso Selbstmord wie Generalmajor Henning von Tresckow; sie ahnen, daß ein Schauprozeß bevorsteht (von Tresckow lässt sich von einem Soldaten eine 15-Millimeter-Granate bringen, läuft mit dieser zu einem Waldrand und zündet sie. Sein sofortiger Tod tritt ein; Tresckow will es als Angriff von feindlichen Partisanen darstellen).

Die Ermittlungen der Gestapo ziehen sich bis zum Kriegsende hin, und manche Widerständler, die schon länger auf der Abschußliste standen, werden im Zusammenhang mit dem 20. Juli hingerichtet.

Die Ereignisse vom 20. Juli 1944 sind keineswegs ein reiner Militärputsch. Dieses Interpretation wurde von Hitler lanciert und von den Alliierten aufgegriffen; durchaus mit unterschiedlichen Motiven.

Sofort nach dem mißglückten Attentat ließ Hitler immer wieder erklären: "Eine kleine Clique ehrgeiziger Offiziere ..." seien die Verbrecher gewesen. Er verbot, Todesanzeigen zu veröffentlichen und die Namen der Beteiligten zu nennen. Das Ereignis wurde bis auf eine kurze Phase propagandistischer Ausbeutung in Deutschland totgeschwiegen. Auch die Alliierten unterdrückten die Wahrheit. Winston Churchill, der von den Attentatsplänen im Voraus unterrichtet war, erklärte am 2. August 1944 im britischen Unterhaus, es handle sich lediglich "um Ausrottungskämpfe unter den Würdenträgern des Dritten Reiches". Die USA wiederholte die von Hitler vorgegebene Interpretation des Ereignisses. Die New York Times schrieb am 9. August 1944, dass das Attentat eher an die Atmosphäre einer finsteren Verbrecherwelt erinnere als an die, welche man normalerweise im Offizierskorps eines Kulturstaates erwarten würde. Die Alliierten wollten das angestrebte Ziel der Totalkapitulation nicht gefährden. Einen organisierten Widerstand durfte es daher in Deutschland nicht geben. Wahrscheinlich wäre jedoch mindestens die Sowjetunion zu einem Waffenstillstand mit den Verschwörern bereit gewesen, da die bedingungslosen Kapitulation immer ausdrücklich von "Hitlerdeutschland" gefordert wurde.

Die Beteiligten der Verschwörung stammen aus vielen Schichten der Bevölkerung und hatten vielfältige Kontakte zum Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke. Unter den 200 nach der Erhebung Hingerichteten sind 19 Generäle, 26 Obersten, zwei Botschafter, sieben Diplomaten, ein Minister, drei Staatssekretäre sowie der Chef der Reichskriminalpolizei; des weiteren mehrere Oberpräsidenten, Polizeipräsidenten und Regierungspräsidenten. 
 

Ein Teil der Widerständler beging jedoch schon 1938 Landesverrat und dürfte zur unnachgiebigen Haltung Englands und damit zur Kriegsausweitung beigetragen haben. Major Hans Oster von der Abwehr und Staatssekretär Ernst von Weizsäcker im Auswärtigen wollten mit der englischen Regierung zusammenarbeiten. Der Bruder seines Vertrauten Erich Kordt, Dr. Theo Kordt war Botschaftsrat in London. Dieser hatte den Auftrag, mit dem englischen Außenminister Lord Halifax Verbindung aufzunehmen.

Schon 1938 regte sich erster Widerstand in den Kreisen der Offiziere der Wehrmacht gegen die regierenden Nationalsozialisten. Anlaß war die Entlassung des Reichskriegsministers General Werner von Blomberg und die Affäre um Werner von Fritsch im Frühjahr. Dies nutzte Adolf Hitler zur Entmachtung der Wehrmachtsführung. Im Herbst trat der Chef des Generalstabes der Wehrmacht Generaloberst Ludwig Beck angesichts der sich ankündigenden Sudetenkrise zurück. Beck hatte von Adolf Hitler Aufklärung über dessen außenpolitische Ziele verlangt. Daraufhin war ihm von diesem beschieden worden, daß er "das Schwert zu führen habe, wo und wann immer er Hitler es ihm befehle". Der Weg war frei für das Besetzen wichtiger Positionen mit Hitler ergebenen Admiralen und Generalen.

Erwin von Witzleben, Kommandeur des Wehrkreises Berlin, und Walter Graf von Brockdorff-Ahlefeldt, Kommandant der Potsdamer Garnison wollten den Umsturz im September 1938 anführen. Eine Panzerdivision unter Generaloberst Erich Hoepner stand bereit für den Fall, dass die Leibstandarte eingreifen sollte. Geplant war eine militärische Aktion und die Gefangennahme Hitlers durch den Generalstabschef des Heeres Franz Halder. Nach dem Abschluß des Münchener Abkommens im Herbst 1938 wurde dieser Plan jedoch aufgegeben.

Vor der Polen-Krise im Sommer 1939 kam es zu einem neuen Versuch des Widerstandes. Gerhard Graf von Schwerin, Leiter der Gruppe England/Amerika im Generalstab des Heeres, wurde nach London geschickt. Er überbrachte die Botschaft: "Schickt ein Flottengeschwader nach Danzig (...) Treibt den Militärpakt mit der Sowjetunion voran. Das einzige, was Hitler von weiteren Abenteuern abhalten kann, ist ein drohender Zweifrontenkrieg." Er scheiterte genau wie der Politiker Carl Friedrich Goerdeler, der es kurz nach ihm wieder versuchte.

Im Juni 1942 brachte Adam von Trott zu Solz unter Lebensgefahr eine Denkschrift nach London. Der englische Außenminister Anthony Eden lehnt jedoch jede Antwort an die Leute ab, die er als Landesverräter erkannte. Er bezeichnete eine Zusammenarbeit als unmöglich, "solange sie sich nicht decouvrieren und ein sichtbares Zeichen ihrer Absicht, bei der Entmachtung des Nazi-Regimes mitzuwirken, gaben".

Mehrere andere Versuche, Hitler zu beseitigen, schlugen fehl: 1943 versuchte der Offizier Henning von Tresckow, Hitler durch eine Sprengladung in dessen Flugzeug zu töten, der Zünder war jedoch defekt.

Im Juli 1944 gab es seitens Stauffenbergs mehrere Versuche, das Attentat auszuführen. Es wurde jedoch mehrmals verschoben, da entweder Göring oder Himmler nicht anwesend waren.

[20. Juli 2004]

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