"Der Führer hat Hoffnung gegeben"

Die Aussagen des steirischen FPÖ-Mandatars W. Zanger aus Knittelfeld, der sich in der ORF-Sendung "Report" vom 7. 11. 2006 aufs politische Glatteis führen ließ, sorgte wieder einmal für große Empörung und Rücktrittsforderungen bei den Vergangenheitsbewältigern.

Auf die Frage nach positiven Seiten des Nationalsozialismus  zitierte er eine Zeitzeugin, die erklärte, die Menschen hatten damals keine Arbeit und "hatten ein bisschen Hoffnung, als der Führer gekommen ist, der angefangen hat, mit verschiedenen Bauideen. Straßenbau und Autobahn sind damals entstanden. Das habe den Leuten Hoffnung gegeben." Er selbst, so der FPÖ-Abgeordnete, sei damals noch nicht geboren gewesen. Diese Aussage sorgte in den Systemmedien für Schlagzeilen wie "Der Führer hat Hoffnung gegeben". Die am gleichen Tag erfolgte Festnahme eines vedächtigen Moslems, der in den bis dahin "Rechtsextremisten" angedichteten fremdenfeindlichen Anschlag auf eine moslemische Einrichtung verwickelt sein soll, wurde in besagtem Blatt am 7. 11. gar nicht und in den folgenden Tagen nur unter Auslassung der wesentlichen Faktoren erwähnt.

Die Rücktrittsforderungen an den Abg. Wolfgang Zanger ähneln den Rücktrittsforderungen an den Abg. Siegfried Kampel, der sogar von J. Haider zur Niederlegung seines Mandates aufgefordert wurde. Kampel ließ sich aber nicht beirren und verblieb bis zum Ende seiner Legislaturperiode im Bundesrat.

Erfreulicher Weise hat auch der Bundesobmann der FPÖ mit folgender Erklärung die Forderung der Meinungszensoren zurückgewiesen:

"Künstliche Aufregung verdreht einmal mehr Tatsachen

Die klare Verurteilung des Nationalsozialismus und die eindeutige Distanzierung von dieser Ideologie wie von jeder anderen verbrecherischen Weltanschauung steht für die FPÖ völlig außer Frage", stellte FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache heute unmißverständlich klar. Er selbst habe in wiederholten öffentlichen Erklärungen klare und unzweideutige Worte der Verurteilung gefunden.

Die jetzigen Versuche, einem Mitglied des FPÖ-Parlamentsklubs die lupenreine demokratische Gesinnung abzusprechen, seien nichts anderes als die übliche und bekannte Mischung aus Heuchelei und Niedertracht, meinte Strache. Der Abgeordnete habe in seinen Worten lediglich die sehr persönliche Sicht einer Zeitzeugin wiedergegeben, ohne sich damit zu identifizieren oder ein historisches Gesamturteil abzugeben. Aber immer dann, wenn die FPÖ politisch erfolgreich agiere, würden politische Mitbewerber die üblichen Klischees und Feindbilder aus der Mottenkiste holen.

Für diese Grundintention spreche die Tatsache, daß jene, die jetzt laut schreien, vor ihren eigenen historischen Türen noch nicht wirklich gekehrt hätten. Die ÖVP verleihe nach wie vor alljährlich den Kunschak-Preis, benannt nach einem rabiaten Antisemiten, und habe ein mehr als schlampiges Verhältnis zu Dollfuß und der finsteren Phase des Austrofaschismus. Und für die Orangen sitze schließlich ein gewisser Veit Schalle im Parlament. Man solle also die Kirche im Dorf lassen und sich nicht in künstliche Hysterie hineinsteigern, für die es keinerlei Grund gebe."
 

Zitate aus dem Interview:

Frage ob wir 1945 befreit wurden:
Zanger: "Ja, quasi befreit worden, nicht? In Wahrheit waren wir ab 1945 besetzt durch die Besatzungsmächte, die heißen ja auch so. Und ich glaube, dass dieses Geschichtsbild immer divergiert gesehen wird und es - so wie oft - auch eine andere Wahrheit geben kann. Aber ich möchte dazusagen, ich war damals
Report noch nicht auf der Welt. Ich habe mit dem, was sich damals getan hat, also nicht wirklich was gemeinsam."

Frage ob es auch gute Seiten am Nationalsozialismus gegeben habe:

Zanger: "Ob es - natürlich hat es gute Seiten am Nationalsozialsozialismus gesehen, nur die hören wir heute alle nicht mehr. Eine Dame aus Deutschland hat mir vor kurzem erzählt, in einer großen Gasthausrunde, wo sie dann eigentlich fürchterlich beschimpft worden ist auch, dass damals die Situation so gewesen sei, dass die Menschen keine Arbeit hatten, alle lechzten nach Beschäftigung, nach ein bisschen Hoffnung. "Und als dann der Führer gekommen ist, der dann angefangen hat mit verschiedenen Bauideen oder Straßenbau - die Autobahnen sind damals entstanden. Das hat den Leuten Hoffnung gegeben." Und ich glaube schon, dass in so einer Situation, wo man also wirklich ganz unten ist, die Leute dieses alles dankbar aufnehmen. Das denke ich einmal schon. Und umsonst wäre wahrscheinlich dieses Regime nicht gekommen."

Auf den Einwand, der Autobahnbau sei Kriegsvorbereitung gewesen:
Zanger: "Ja, das mag sein. Das - wie gesagt - kann ich nicht beurteilen, ich war damals nicht auf der Welt."

[9. November 2006]

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Brutale Naziverfolgung und Kameradenmörder

Der auf der FPÖ-Liste in den Bundesrat gewählte Kärntner Abgeordnete Siegfried Kampl sagte am 14. April 2005 im Rahmen einer Debatte folgendes:

"Zum Krieg: Deserteure, Kampfeinheit, zum Teil aber Kameradenmörder, Beispiel Eismeerfront. Russen mit Musik spielten bei den Bunkern um Überläufer, die deutschen Soldaten mögen überlaufen. Neun Kameraden im Bunker, darunter ein Cousin von mir, werden von zwei Überläufern erschossen. Alle neun im Bunker wurden von zwei Überläufern erschossen. Das ist das Problem! Also wir müssen unterscheiden. Wir müssen unterscheiden, mit welchen Menschen wir es zu tun haben. Diese Art von Deserteuren sind Mörder. (...) Deserteure, Partisanen in Kärnten, die neben den Kindern den Vater erschossen haben. Nicht Einzelfälle. Katastrophale Zustände."

"Zur Nachkriegszeit: Nazi-Verfolgung, viele heimatlos, Vertreibung, rechtlos. - Wer war denn für die erste Zeit nach dem Krieg verantwortlich?(...) Ich bin auch bereit zur Aufarbeitung der Geschichte, wir sollten alle dafür eintreten. Aber dann muss wirklich alles aufgearbeitet werden. (...) Diejenigen, die damals die Rechtlosigkeit, die Unsicherheit erleben und ertragen mussten, waren auch Menschen".

Diese bescheidenen  Hinweise auf die millionenfachen Vertreibungen, Vergewaltigungen und Morde an Deutschen vor und nach Kriegsende 1945 löste beim politischen und medialen Establishment in Österreich heuchlerische Betroffenheitsrituale und Rücktrittsforderungen aus. 

Während die Vertreter des Establishments den Alliierten zum Jahrestag der Kapitulation der Wehrmacht Lobeshymnen singen und ihnen für die Befreiung vom Nationalsozialismus danken, verdrängen sie ganz bewusst die Schicksale derer, die nach der Kapitulation der Wehrmacht nichts zum feiern hatten... 
Die Ermordung von Wehrmachtskameraden wird sogar gerechtfertigt, in einer linken österreichischen Wochenzeitschrift brüstete sich im April 2005 ein ehemaliger Wehrmachtsangehöriger, zwei Wehrmachtsoffiziere "liquidiert" zu haben. 

Die Betroffenheitsfanatiker wollen vergessen machen, dass über 18 Millionen Deutsche zu Ende des 2. Weltkrieges aus ihren Heimatgebieten vertrieben wurden oder sich durch Flucht dem unseligen Treiben der „Befreier“ zu entziehen versuchten. Wer es nicht geschafft hat, mußte Repressalien wie Folter, Vergewaltigung, Schändung, Mord, Raub, Verletzungen u.v.m. erleiden. Unsägliches Leid kam über die deutsche Bevölkerung.
Mehr als 2 Millionen Deutsche sind auf der Flucht umgekommen oder wurden systematisch umgebracht. Weiters wurden nach der Kapitulation von den Sowjets mehr als 1 Million Zivilisten in die Sowjetunion verschleppt. Unter ihnen Frauen, Kinder sowie einige Tausend weibliche Bedienstete der Wehrmacht und des Roten Kreuzes. Bei der Deportation und in den Arbeitslagern starben 322.000 Frauen und Kinder an Hunger und Erschöpfung.

In Nemmersdorf im Kreis Gumbinnen in Ostpreußen fand das  erste sowjetische Kriegsverbrechen auf deutschem Boden statt. Stalintruppen fielen am 20. Oktober 1944 in das besagte Gebiet ein. Die Wehrmacht konnte Nemmersdorf kurz darauf zurückerobern und was sich ihnen bot, sollte sich in dem weiteren Weg der „Befreiung“ wiederholen. Die Wehrmacht fand eine Vielzahl ermordeter Zivilisten vor, meist vor ihrem Tode grausam mißhandelte Frauen und Kinder. Die wilden Sowjethorden machten auch vor dem 8-jährigen Kind und dem 80-jährigen Greis keine Ausnahme, sie wurden alle vergewaltigt. Das schrecklichste Bild in Nemmersdorf boten an Scheunentoren gekreuzigte, vergewaltigte Frauen. Aufgehetzt und angestiftet zu diesem Verbrechen wurden die Sowjettruppen im Auftrag Stalins durch den sadistischen Hetzer Ilja Ehrenburg. Das Kriegsverbrechen Nemmersdorf zählt zu den am besten dokumentierten Kriegsverbrechen der Roten Armee.

Eine Statistik vertriebener Deutscher in den ersten Nachkriegsjahren:

Ostpreußen: 2,3 Millionen
Danzig: 0,6 Millionen
Niederschlesier: 3,1 Millionen
Oberschlesier: 3,4 Millionen
Brandenburger: 0,9 Millionen
Pommern: 1,0 Millionen
Westpreußen: 0,3 Millionen
Posener: 1,0 Millionen
Warthegau: 1,0 Millionen
Sudetendeutsche: 3,0 Millionen
Ungarn, Rumänien, Jugoslawien 1,5 Millionen

Insgesamt: 18,1 Millionen vertriebene Deutsche

Dazu kamen systematische Folterungen und Morde, um "Beweismaterial" für die zahlreichen Schauprozesse nach 1945 zu erhalten (siehe: Folterung deutscher Gefangener durch die Alliierten ). Schon vorher wurden von den Sowjets Wehrmachtsangehörige in Schauprozessen verurteilt und ermordet, u. a. mit der Begründung, die Massenmorde von  Katyn begangen zu haben. 

In Österreich wurden die ca. 620000 überlebenden Mitglieder der NSDAP, auch wenn man ihnen keinerlei Verbrechen nachweisen konnte, aufs übelste verfolgt, teilweise monatelang eingesperrt, vom Wahlrecht ausgeschlossen, erhielten jahrelange Berufsverbote und verloren Pensionsansprüche und wurden ihres etwa vorhandenen Vermögens beraubt. NSDAP-Mitglieder wurden ohne Gerichtsbeschluss interniert - etwa in den Lagern Glasenbach oder Wolfsberg; 150.000 Beamte wurden entlassen oder nicht mehr in den öffentlichen Dienst übernommen; NSDAP-Mitgliedern wurden auch massenhaft völlig rechtswidrig zur Zwangsarbeit eingeteilt. So waren die heute so vielgerühmten "Trümmerfrauen", die den Schutt von den zerbombten Häusern wegräumten, zumeist ehemalige Nationalsozialistinnen, die zu diesen Arbeiten zwangsweise eingesetzt wurden. Der Vater W. Schüssels erhielt als einfaches Parteimitglied und Sportredakteur bis 1950 Berufsverbot. Außerdem residierten nach 1945 in Österreich "Volksgerichtshöfe" die höhere NSDAP-Funktionäre zu jahrelangen Haftstrafen verurteilten und u. a. über 50 Todesurteile zum Teil mit rückwirkend geltenden Gesetzen u. z. Teil nach dem NS-Verbotsgesetz verhängten (die Höchststrafe wurde 1952 in "lebenslänglich" umgewandelt).

Verfolgung

[30. Mai 2005] 

 Verständnis für die Aussagen von Kampl und Gudenus >>

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