Die Deutschen wollen weiter bezahlen........

Das deutsche Volk will weiter bezahlen und nicht auf seine Verantwortung gegenüber Israel verzichten

Am 9.11.2003 gab es wieder mal einer der vielen Diskussionsrunden im ARD  bei "Sabine Christiansen", diesmal über das Thema: Werden Rassismus und Antisemitismus wieder salonfähig?
Dort waren u.a. folgende Personen eingeladen: Otto Schily (Bundesinneminister,SPD),  Shimon Stein (Botschafter Israels), Laurenz Meyer (CDU-Generalsekretär),  Bischof Wolfgang Huber, Wolfgang Kubicki (FDP-Fraktionsvorzitzender in Schleswig-Holstein)  und Norman Finkelstein (US-Politikwissenschafter).

Natürlich fing diese Diskussion damit an, dass jeder die berüchtigte Rede des Herrn Hohmann als unsäglich
(wird wohl das "Unwort" des Jahres 2003)  bezeichnete, nur einer nicht, nämlich der "umstrittene" Autor und US-Politikwissenschaftler Norman Finkelstein.  Im Gegensatz zu den BRD-Politikern, dem israelischen Botschafter und dem Vertreter der Kirche, argumentierte Norman Finkelstein sehr sachlich, offen, wahrheitsgemäß und logisch.
Norman Finkelstein (Sohn jüdischer Eltern, die einst in einem  KL  waren) sagte uns Deutschen in seinen drei Meinungsäußerungen ganz klar: Die  Deutschen sollten ihr ewiges Büßergewand und  ihre direkte "Verantwortung  gegenüber dem Staat Israel" ablegen.  Sie sollten sich lieber für alle unterdrückten Menschen in dieser Welt einsetzen, als für einen bestimmten Staat.  Auch sollte das Deutsche Volk (nicht deutschen Bürger,  wie die "Gutmenschen" es zu sagen pflegen) sich über die wirklich wichtigen Probleme auseinandersetzen als über dieses inszenierte Thema: Hohmann.

Mit diesen Aussagen stellte Finkelstein, die Antisemitismusdebatte, die gerade ja wieder seit zwei Wochen in Deutschland läuft, als unmöglich dar.  Denn der Begriff "Antisemitismus" würde hierdurch nur verfälscht und mißbraucht werden.  Womit Finkelstein völlig Recht hatte und auch keiner der anwesenden Gäste der Diskussionsrunde widersprach seinen Aussagen.

Finkelstein griff auch indirekt Otto Schily an, als er meinte: jeder wüsste, die Linken und linken Juden seien stolz darauf gewesen, dass die Führer der Bolschewiten Partei in Russland Juden gewesen seien und auch Herr Schily müsste darüber Bescheid wissen.  Darauf äußerte sich Schily darüber, dass er immer noch Linker sei, aber schon immer Vorbehalte gegen Lenin gehabt habe. 
Interessant ist anzumerken, dass keiner der Anwesenden sich darüber  empört hatte, dass Finkelstein mit seiner Aussage zum Ausdruck brachte,  dass die Führer der Bolschewiten Partei wirklich in der Mehrzahl Juden waren.
Dabei begann doch die Antisemitismusdebatte gerade wegen solch einer Aussage von Hohmann erst wieder ins Rollen zu kommen.   

Nun müsste man annehmen, dass die Deutschen doch froh seien, dass ein "Jude"  sie in Bezug auf die Antisemitismusdebatte freispricht.  Man müsste annehmen, daß überall über diese fabelhaften und logischen  Aussagen von Herrn Finkelstein in Deutschland innerhalb des deutschen Volkes diskutiert werden würde.
Weit gefehlt!   Niemand, aber auch (fast) gar niemand redet über diese Aussagen von Herrn Finkelstein.
Die Politiker schweigen, die Medien schweigen, das Volk schweigt und sogar die nationalen und alternativ-politischen Diskussionsforen im Internet  schweigen darüber.  
Man könnte meinen, Herr Finkelstein sei nie im Deutschen Fernsehen aufgetreten.
Wo ist der Ruck, der nach diesen Aussagen des Herrn Finkelstein durch Deutschland gehen müsste?
Wo sind die Befürworter der Wahrheit?

Und wenn man heute im Internet bei Spiegel-Online rein schaut, geht die Diskussion um die Antisemitismusdebatte bezüglich Hohmann & Co., ob man diese "unsäglichen" Personen entlassen soll oder nicht, einfach  so weiter.
Es ist schlimm, wenn in einer angeblich offenen und demokratischen Gesellschaft die Wahrheit einfach nicht offen diskutiert wird, sondern im Nirvana  verschwindet.  
Und das heißt auch, dass die Deutschen weiterhin gerne und zwar   liebend gerne Millionen und Milliarden an Steuergeldern als "Wiedergutmachung"   an Israel und jüdische Organisationen bezahlen wollen.  Das deutsche  Volk will nun mal mit allen Mitteln seine angebliche Verantwortung gegenüber   Israel behalten und da kann auch ein Herr Finkelstein nichts mit seinen   wahren Äußerungen ändern.

Damit nun die Meinungsaussagen des Herrn Finkelstein trotzdem nicht ganz   umsonst waren, haben wir uns die Mühe gemacht hier noch einmal seine Aussagen aus der Diskussionrunde (im Original) wiederzugeben, denn auch wir als WFG-Gruppe sind, wie auch Herr Finkelstein, der Wahrheit gegenüber verpflichtet.

 Diskussion bei Sabine Christiansen am 9.November 2003

S.Christiansen:  Sie sagen, die Verurteilung Hohmanns sei zwar politisch korrekt, aber deswegen noch lange nicht richtig.  Was meinen Sie damit?

Norman Finkelstein:  Diese ganze Diskussion ist   für mich ein billiges Streben nach Sensation – orchestrierter  Hysterie.  Ich sehe nicht den geringsten Zusammenhang zwischen dem was  in Ausschwitz geschehen ist und der Rede von Herrn Hohmann.  In seiner  Rede sagt er an keiner Stelle, die Juden seien eine Täterrasse oder ein Tätervolk.  Er sagt, die Atheisten, die Gottlosen seien das.   Ich weiß nicht, ob die Deutschen die Rede wirklich gelesen haben.   Ich habe eine Übersetzung bekommen und habe diese sorgfältig studiert.  
Das Thema in dieser Rede ist doch nicht der Antisemitismus.  Das Problem  liegt doch dort wo der Begriff missbraucht wird – Antisemitismus.   Um hier Entschuldigungen zu finden für unmoralische und illegale Verhaltensweisen,  darum geht es doch hier.  Die Friedensbewegung, die ist hier kritisiert  worden als antisemitisch.  Man hat ihr das um die Ohren gehauen, weil  sie gegen die kriminellen Aggressionen der Vereinigten Staaten gegen den Irak waren.  Das fand ich unmöglich.  Das fand ich als einen Missbrauch des Begriffs „Antisemitismus“.
Dort wurde kritisiert eine Verletzung der Menschenrechte aber........,  der  systematischen Einsetzung von Folter, die Zerstörung von Häusern, der Granatenbeschuss von Krankenhäusern und Krankenwagen.  Dass sind solche Missbräuche.  Auch der Bau dieser fürchterlichen Mauer, dieses Trennzaunes auf den Westbanks, dass zu kritisieren hören wir, sei antisemitisch.  Ich weiß nicht, da wird was mit den Menschenrechten  auch verwechselt.
Diejenigen, die jetzt am lautesten schreien und sagen: Antisemitismus!,  denen ist das alles völlig egal. 
In Wirklichkeit muss man erkennen, direkt nachdem Berlusconi das mörderische und antisemitische Regime von Mussolini reingewaschen hat, da hat die größte und wichtigste jüdische Organisation der Vereinigten Staaten, die Anti-Defamation-Liga  - diese Liga, ihm die Ehre angedeihen lassen, ihn als einen herausragenden Staatsmann zu bezeichnen.  Auch denen ist Antisemitismus eigentlich egal.  Berlusconi ist für die Politik von Sharon, also okay.   
Ist er in Ordnung.....?    Nein, ich glaube das Problem, die Herausforderung für das deutsche Volk liegt dort, wo es darum geht, wirkliche und wahre Zivilcourage zu zeigen.  Nicht diese Art von Zivilcourage, die hier gezeigt wird.

S.Christiansen:  Und das wäre?

Norman Finkelstein:  Und das bedeutet –  wahre  Zivilcourage, dass man sich nicht einschüchtern lässt durch  diese moralische Erpressung und dass man mit einer Elle misst und nicht mit verschiedenen  Kriterien misst, dort wo es um Menschenrechte geht.  Menschenrechte für alle, für alle und für jeden.  Das hier man mit gleichen Maßstäben auch das Völkerrecht für alle beurteilt.  Denn dass, und ich bin ganz gewiss, das die Deutschen das sehr wohl verstehen, das ist die wahre Lehre die sie aus dem Holocaust der Nazis ziehen sollten.  Es gibt keine Übermenschen und es gibt keine Untermenschen.  Das sollte erkannt werden.  Jeder hat Recht und Anspruch auf Menschenwürde  und auf den Schutz des internationalen Rechtes.

Während der Diskussionsrunde kam auch Finkelstein wieder zu Wort und meinte folgendes:

Norman Finkelstein:  Mich erinnert diese Diskussion an ein Problem, dass meine Mutter immer als den Übergang von der Leere in das Vakuum bezeichnete.  Das passiert hier in Ihrer Diskussion.

Ganz kurz etwas zur Rede von Herrn Hohmann.  Mir ist bekannt, dass Herr Schily einmal ein Linker war. 
Juden und Linke Juden, die haben das immer als Grund für ihren Stolz  angesehen, dass die Führer der Bolschewisten Partei Juden waren.   Trotzki, Termijenew(?), Zinovjeff, dass das Juden waren, Bucharien(?), das war für die linken Juden ein Grund  zum Stolz.  Robariv(?), der Biograph von Lenin sagte, er war auch Teiljude. Das ist doch nicht antisemitisch, das zu sagen..........
Die linken Juden waren stolz auf diesen Umstand.  Und Herr Schily, als Sie noch Linker waren, wussten das wahrscheinlich auch, dass das Grund zum Stolz war.
Ich möchte hier nicht jetzt über diese Frage diskutieren.  Nein, nein, dass wollte ich damit nicht sagen. 
Nicht eine Diskussion über die Rede von Hohmann.  Diese Diskussion interessiert mich nicht. 
Sie haben heute Abend erstens gefragt:  Besteht die Gefahr des Aufkommens eines Nationalsozialismus in Deutschland.  Das war Ihre  Eingangsfrage.
Nationalsozialismus oder Nationalismus, ah..., dann wird es die Übersetzung gewesen sein.
Aber jetzt gerade fragten Sie, ob es eine Zunahme des Antisemitismus gäbe in Deutschland und in Europa. 
Das kommt darauf an, wie Sie den Terminus definieren.
Das ist die zentrale Frage: Wie definieren Sie das. 
Ist Kritik an der Politik Israels antisemitisch? 
Wenn Sie „ja“ sagen, dann sage ich „ja“, sie haben eine Zunahme des Antisemitismus.   
Wenn ein Widerstand gegen den Angriff der USA gegen den Irak Antisemitismus   ist, wenn das zutrifft, sage ich „ja“, es gibt eine zunehmenden Antisemitismus. 
Wenn das aber nicht so ist, dann nimmt auch der Antisemitismus nicht zu.
Da haben Sie ein Definitionsproblem, das räume ich ein. 
Ich habe aber keine Angst vor der Wahrheit, deswegen sage ich das ganz offen.  Das Problem heißt wie folgt:
Jeder Deutsche weiß und versteht, dass das Verhalten der Nazis antideutsche Gefühle hervorgebracht hat und jeder Amerikaner weiß, dass das Verhalten und die Maßnahmen der Bush-Regierung dazu führt, dass es zu antiamerikanischen Gefühlen kommt. Und ganz analog dazu muss ich sagen, dass das Verhalten eines selbsternannten jüdischen Staates auch zu antijüdischen Gefühlen führt.    Das ist doch keine radikale Position.  George Soros, Sie kennen ihn wahrscheinlich, haben sie ihn interviewt.  In der letzten Woche hat er eine Rede gehalten in New York und hat gesagt:  Ja es stimmt, der Antisemitismus erlebt eine Zunahme in Europa.  Und lesen Sie nach bei ihm, das kriegen Sie im Internet. Dann hat er in der Folge gesagt, das nimmt zu aufgrund  der Politik der Sharon-Regierung und der Bush-Administration.    Das führt zu dieser Zunahme des Antisemitismus.  Wenn sie sich auf eine rücksichtslose und brutale Weise verhalten.  Wenn sie am Völkerrecht vorbeihandeln und das ignorieren.  Wenn amerikanisch-jüdische  Organisationen Europa erpressen mit den Wiedergutmachungen  für den Holocaust, dann führt das zu Antisemitismus.  Wenn Sie, die Sie jetzt hier sitzen, ernst umgehen wollen mit dem Begriff „Antisemitismus“,  dann argumentieren Sie nicht über diese dumme Rede von Herrn Hohmann, sondern dann machen Sie jeden verantwortlich für ein Kriterium und eine  Elle, an der er Völkerrechte und Menschenrechte misst.

Am Ende der Diskussionsrunde wurde die letzte Frage an Herrn Finkelstein gestellt.

S.Christiansen:  Wie würden Sie in dieser  Herausforderung, in dieser Debatte für Deutschland oder wo würden  Sie diese Herausforderung sehen.  Wie können wir sie bestehen, Ihrer Meinung nach?
        
Norman Finkelstein:  Die ganz große Herausforderung Deutschlands und für Deutschland ist es, sich mit seriösen, ernstzunehmenden und inhaltsreichen Themen auseinander zusetzen.  Ich sehe überhaupt   keinen Hinweis auf ein dramatisches Wiederaufkommen eines Antisemitismus in   Deutschland, überhaupt keine Hinweise.  Das ist für mich reine Hysterie, hat nichts zu tun mit der Wirklichkeit in Deutschland.  Ja, de facto muss ich sagen, jeder hier in der Runde spricht heute Abend von all den Problemen die Sie in Deutschland haben.  Und ich bin gewiss, Sie haben eine Reihe von Problemen.  Aber es gibt ja auch die heroischen Augenblicke.  Wir alle in aller Welt waren beeindruckt durch dieses  Vorbild der Antikriegsbewegung in Deutschland.  Die protestierte gegen den Angriff der USA auf den Irak.  Das ist ein ganz, ganz großer  Verdienst für das deutsche Volk und diese Tatsache sollten wir anerkennen. Es wurde im Internet ein Witz kolportiert, wo es hieß, die Welt spielt verrückt: Der beste Rappsänger ist ein Weißer.  Der beste Golfer ist ein Schwarzer.  Und die Deutschen wollen nicht in den Krieg.

Also, wir sollten uns dessen schon erinnern, dass es eben auch positive Beispiele gibt.

Vorbildliche Beispiele aus Deutschland. 

Und konzentrieren wir uns nicht nur und dauernd auf diese orchestrierte Hysterie, die praktisch überhaupt nichts zu tun hat mit der Wirklichkeit des deutschen  Volkes. Wir sollten uns konzentrieren auf ernstzunehmende und ernste Probleme. Und ich muss leider Ihnen (CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer) widersprechen mit dem, was Sie vorher gesagt haben.  Sie führten aus, nach der Erfahrung des Nationalsozialismus hätten die Deutschen eine ganz besondere einzigartige Art von Verantwortung gegenüber Israel. Und das tut mir leid.  Ich muss dem ganz dezidiert widersprechen.  Nach der Erfahrung des Nationalsozialismus haben sie (die Deutschen) eine ganz besondere Verantwortung gegenüber den Opfern der Unterdrückung. So würde ich das sagen.  Und das habe ich von meinen verstorbenen Eltern gelernt.  Nicht Staaten gegenüber. Wir haben keine besondere Verantwortung bei Staaten, sondern wir haben eine besondere Verantwortung gegenüber denen, die unter Verfolgung leiden.  Das ist die Lehre, die ich gelernt habe von meinen verstorbenen Vater über den Holocaust. 
WFG-Report vom 10.11.2003
Eure W.F.G.-Gruppe

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