| Die Völkerrechtslage in Deutschland
Stellungnahme des unabhängigen Völkerrechtlers Prof. Dr. jur. Bracht I. Identität Deutschlands Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht identisch mit dem Deutschen Reich und daher auch nicht identisch mit dem Deutschland von heute. Das Deutsche Reich besteht vielmehr bis auf den heutigen Tag fort. Und zwar aus folgenden Rechtsgründen: 1. Es gibt kein festes Datum, ab dem das Deutsche Reich untergegangen wäre. Daher besteht das Deutsche Reich bis auf den heutigen Tag fort. Nach Art. 25 des Grundgesetzes geht das Völkerrecht dem deutschen Recht im Range vor, weshalb alles, was dagegen verstößt, in Deutschland rechtswidrig ist. Das ergibt sich völkerrechtlich aus dem im Völkerrecht für den Krieg allein geltenden Gesetz des Internationalen Kriegsrechts, der sog. Haager Landkriegsordnung (HLKO) vom 18. 10. 1907. Sie gilt noch heute für jede Besatzungsmacht in jedem fremden Land, das infolge eines Krieges besetzt wurde (Art. 22 a.a.O.). Mithin ist davon auszugehen, daß das Deutsche Reich und auch Preußen noch vollständig weiterbestehen und nicht etwa gar völkerrechtlich zulässig von den Okkupationsmächten Polen, Rußland (Nord-Ostpreußen), Litauen (Memelkreise) annektiert worden sind. 2. Nach allgemeinen Völkerrecht könnte das Deutsche Reich und auch Preußen am 08.05.1945 erloschen sein, sofern eine sog. debellatio vorliegen würde. Das ist nach allgemeinem Völkerrecht dann der Fall, wenn eine politische Macht durch eine andere militärische Macht den Staat „Deutsches Reich" und auch „Preußen" vollkommen besiegt hätte. Das aber war nicht der Fall, wie sich völkerrechtlich eindeutig aus der „Erklärung in Anbetracht der Niederlage Deutschlands und der Übernahme der obersten Gewalt des Staates durch die Regierung des Vereinigten Königreiches von Großbritannien, der Vereinigten Staaten von Amerika und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) und die Provisorische Regierung der Französischen Republik” vom 05.06.1945 (sog. Berliner Erklärung) ergibt. Dort erklärten die Sieger das Fortbestehen Deutschlands in den Grenzen vom 31.12.1937. Daher betrachten sie Deutschland als politische Einheit in diesem Rahmen und wollten so über Deutschland verhandeln. Das bedeutet, daß debellatio Deutschlands nicht vorliegt und daß schon aus diesem Rechtsrahmen und Rechtsgrund das Deutsche Reich und Preußen staats- und völkerrechtlich in vollem Umfang fortbestehen. 3. Diese Rechtsgrundlage wurde vom deutschen Staatsrecht bestätigt, indem das Bundesverfassungsgericht am 31.07.1973 nach deutschem Verfassungsrecht festlegte, daß das Deutsche Reich fortbesteht und daß das bis auf den heutigen Tag so bleibt, da diese Entscheidung bis heute nicht aufgehoben wurde. Sie wurde sogar noch durch eine neue Entscheidung dieses Gerichtes von 1975, die zu den Ostverträgen erging, bestätigt, welche ebenfalls bis heute fortbesteht. Die Bundesrepublik Deutschland ist daher nach dem allgemeinen Öffentlichen Recht, also nach dem Völkerrecht und dem deutschen Staatsrecht nicht identisch mit dem Deutschen Reich, das als solches bis heute fortbesteht. Sie ist daher auch nicht etwa der Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches, das ja als solches staats- und völkerrechtlich weiterbesteht. Es wird international auch nicht etwa durch die Bundesrepublik Deutschland vertreten, da dafür kein entsprechendes Mandat besteht. Eine den beiden Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes entgegenstehende Entscheidung hat es bis heute noch nicht gegeben. Es wird von Seiten der BRD-Regierung immer behauptet, daß die BRD identisch mit dem Deutschen Reich sei. Dies ist nicht richtig: Es kann nicht ein Staat mit einem anderen völkerrechtlich fortbestehenden Staat identisch sein. Auch das Staatsvolk kann das nicht, da die BRD kein eigenes Staatsvolk hat. Daher gibt es auch kein eigenes Gesetz, aus dem hervorginge, daß Deutsche “Bundesbürger der BRD” seien. 4. Nach diesen beiden Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes sind die ersten staatsrechtlichen Organe der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, die Wiedervereinigung des gesamten Deutschen Reiches, also auch jenseits von Oder und Neiße, und ihre Pflichten zur Erreichung dieses Zieles nicht aufzugeben, sowie alles zu unterlassen, was dieses Ziel verhindern könnte. Es ist aber nicht zugleich in diesen Entscheidungen festgestellt worden, in welchem Rahmen diese Wiedervereinigung erfolgen sollte, wie also Ostdeutschland jenseits der Oder und Neiße behandelt werden sollte. 5. Das ist auf die Formulierung des Art. 25 des Grundgesetzes zurückzuführen: Danach ist das Völkerrecht Bestandteil des deutschen Bundesrechts. Diese allgemeinen Regeln des Völkerrechts gehen den Gesetzen vor und erzeugen Rechte und Pflichten unmittelbar für die Bewohner des Bundesgebietes. Während viele Bestimmungen des Grundgesetzes nicht unbedingt Bestandteil des deutschen Rechts geworden sind, da sie von den Alliierten den Deutschen aufgezwungen worden sind und das deutsche Volk nie befragt wurde, ob es auch diese Bestimmungen haben wolle, gilt dieses nicht für den Art. 25 GG. 6. Dort ist allein auf der Grundlage des allgemeinen Völkerrechts die Wirkung dieser Bestimmung zur nationalen deutschen Pflicht geworden und völkerrechtlich zulässig. Es erscheint daher durchaus als Pflicht, einen neuen Freistaat Preußen in einem besonderen Teil des Deutschen Reiches zu begründen, da dem kein anderer Rechtsstatus entgegensteht.. Ein solcher ist jedenfalls nicht erkennbar. II. Gesetzes- und Vertragsbindungen 1. In diesem Rahmen besteht auch die deutsche Staatsangehörigkeit fort, die rein staatsrechtlich nicht die der Bundesrepublik Deutschland ist, für die es kein eigenes Gesetz gibt. Wohl aber gibt es die Staatsangehörigkeit des Deutschen Reiches nach dem Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz (RuStAG) von 1913: Jeder Deutsche ist also nach dem öffentlichen Recht im Staats- und Völkerrecht Reichsdeutscher und nicht etwa Bundesdeutscher. Selbst im Bundesgesetzblatt von 1997 findet sich das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz (RuStAG). Hier ist unter §1: Begriffsbestimmung Deutscher zu lesen: Deutscher ist, wer die unmittelbare Reichsangehörigkeit besitzt. 2. Der Einigungsvertrag zwischen der „Bundesrepublik Deutschland" und
der „DDR" vom 6. 9. 1990 hat in Art. 4, Ziff. 2 den Art. 23 des Grundgesetzes
aufgehoben. Daher gilt nach gegenwärtigem bundesdeutschen Staatsrecht
nicht mehr: „Das Grundgesetz ist nach dem Beitritt anderer Teile Deutschlands
in diesen Teilen in Kraft zu setzen.". Diese Aufhebung war staatsrechtlich
rechtswidrig, da nicht alle Teile Deutschlands (Ostdeutschland jenseits
von Oder und Neiße etwa) dem Grundgesetz beitreten konnten. Seit
dem 18.07.1990 ist das Grundgesetz erloschen, spätestens jedoch am
28.09.1990, als die Aufhebung des Art. 23 und der Präambel zum Grundgesetz
veröffentlicht wurden, sodaß die erst für den 03.10.1990
vorgesehene Angliederung der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes
nicht stattfinden konnte, da dieser bereits mindestens 5 Tage zuvor erloschen
war. Mit der Aufhebung des Art. 23 GG ist zudem auch das Ende der BRD gekommen,
denn das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil von 1973 stellte fest:
3. Von der Bundesregierung ist dafür als Begründung angegeben
worden, daß die 1990 vollzogene sog. "Wiedervereinigung" Deutschlands
mit dem Beitritt der DDR zum Grundgesetz vollzogen sei und daher kein weiteres
Gebiet in Europa mehr der Bundesrepublik beitreten könne. Damit hat
die Bundesregierung freilich indirekt auf Ostdeutschland jenseits von Oder
und Neiße verzichtet (Das eigentliche Ostdeutschland ist niemals
Mitteldeutschland, wie dieses heute Ostdeutschland genannt wird.). Und
das, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch keine gesamtdeutsche Regierung und
auch kein gesamtdeutscher Gesetzgeber bestand und daher eine solche Abtretung
staatsrechtlich irrelevant ist, zumal ja auch die Bundesrepublik Deutschland
nicht identisch mit dem Deutschen Reich war und ist, das nach wie vor besteht.
4. Noch deutlicher als im Einigungsvertrag kommt diese gewollte Abtretung im „Vertrag über die abschließende Regelung in bezug auf Deutschland", im sog. Zwei-Plus-Vier-Vertrag, zum Ausdruck, der am 12.09.1990 von der Bundesrepublik Deutschland, der DDR und den vier Hauptsiegermächten in Moskau abgeschlossen wurde. In Art. 1 dieses Vertrages wird auf jeden künftigen Gebietsanspruch Deutschlands anderen Mächten gegenüber verzichtet, ohne daß dafür eine Rechtsgrundlage welcher Art auch immer für die Bundesrepublik Deutschland vorhanden war. In diesem Artikel werden auch die deutschen Ostgebiete nicht mehr als deutsches Staatsgebiet aufgeführt. 5. Trotz dieser entscheidend deutlichen Völkerrechtsgrundlage muß die Bundesrepublik Deutschland aber in jedem Fall Art. 20 Abs. 3 des Grundgesetzes berücksichtigen. Zu diesem dort genannten Recht gehört auch das Völkerrecht nach Art. 25 GG, das nach dieser Bestimmung sogar dem Bundesrecht im Rang vorgeht. Nach diesem allgemeinen Völkerrecht ergibt sich aber eine andere allgemeine Völkerrechtsgrundlage Gesamtdeutschlands. Sie gestaltet sich wie folgt: Die Ostgebiete des Deutschen Reiches jenseits von Oder und Neiße sind zum größten Teil von Polen, zu einem kleineren Teil in Nord-Ostpreußen von der Sowjetunion 1945 annektiert worden. Hierin ist der litauisch annektierte Teil eingeschlossen. Die Annexion, die in ihrem Wesen immer eine Aggression ist, wird jedoch größtenteils seit der sog. Simson-Doktrin von 1932 als völkerrechtlich unzulässig angesehen. Nach dieser Doktrin soll ein gewaltsamer Gebietserwerb auch nicht völkerrechtlich anerkannt werden. Andernfalls wäre der Briand-Kellogg-Pakt von 1928, der den Angriffskrieg - wie jede Aggression - ächtet, unwirksam geworden. Für die reine kriegsmäßige Besetzung, die als solche nur in einem Krieg zulässig ist, gilt jedoch nach wie vor die Haager Landkriegsordnung (HLKO) von 1907 und für das Verhältnis der Besatzungsmacht zum besetzten Feindstaat die Bestimmung des Art. 45 HLKO (Beachtung der Landesgesetze), Art. 46 HLKO (Schutz des Privateigentums), Art. 47 HLKO (Verbot der Plünderung), sowie Art. 53 HLKO (Beschlagnahme von Eigentum stets nur während der Besetzung). Aus diesem Rechtsgrund heraus ist die Annexion der deutschen Ostgebiete nur solange aufrechtzuerhalten, wie der “Status Quo” Groß-Berlins nicht aufgehoben wurde. Erfolgt diese Aufhebung durch die erfolgen werdende Proklamation Berlins zu Groß Berlin auf Veranlassung durch die Vereinten Nationen müssen diese Gebiete dem Deutschen Reich zurückgegeben werden. 6. Diese bereits bestehende spezielle Völkerrechtslage wird jetzt nochmals neu formuliert durch die Resolution 242 (1967) des Sicherheitsrates der UNO vom 22.11.1967. Danach darf fremdes Staatsgebiet immer nur vorübergehend, aber nicht auf Dauer besetzt gehalten werden. Diese Besetzung ist daher auch niemals ein anerkannter Völkerrechtsgrund für einen Gebietserwerb auf Dauer. Wie bereits unter 5. erwähnt erfolgt die Rückgabe nach Aufhebung des Besatzungsstatus von Gesamtdeutschland (Deutschland als Ganzes). 7. Dazu kommt auch noch, daß nach dem Grundsatz des Selbstbestimmungsrechtes der Völker jedes Volk das Recht hat, auf einem angestammten Gebiet in äußerer und innerer Freiheit zu leben. Soweit dieses Recht nicht gewährleistet worden sein sollte, besteht ein entsprechend völkerrechtlich begründeter Anspruch gegen jede behindernde fremde Macht. Das gilt natürlich auch für deutsche Verhältnisse. 8. Diese allgemeine völkerrechtliche Grundlage findet jetzt auch in einem grundlegenden internationalen Vertrag Anwendung. So ist nach Art. 53 der Konvention über das Recht der Verträge, die am 23. 5. 1969 in Wien unterzeichnet wurde und deren Partei die Bundesrepublik Deutschland seit dem 20.08.1967 ist, ein internationaler Vertrag nichtig, wenn er zur Zeit des Abschlusses mit einer zwingenden Norm des Völkerrechts in Widerspruch steht. Dafür kommt in Betracht: a) Die Anerkennung einer Annexion als ‚Rechtsgrund‘ für das ständige
Inbesitznehmen fremden Staatsgebietes.
9. Dazu ist zu a) und b) festzustellen:
10. Jede Vereinbarung, die die von Polen und der Sowjetunion annektierten deutschen Ostgebiete jenseits von Oder und Neiße betrifft, ist somit zunächst in diesen beiden Punkten eine Verletzung von Art. 53 der Wiener Vertragsrechtskonvention. Rechtsfolge könnte daher von jeder deutschen Regierung, die der jetzigen folgt, den Okkupationsmächten gegenüber geltend gemacht werden. Daher kann eine solche Vereinbarung nicht dem Frieden in Europa auf Dauer dienen. Denn dieser völkerrechtlich begründete Rechtsanspruch nach der UNO-Konvention vom 22.11.1967 ist unverjährbar und unverzichtbar nach Art.8, Abs. 4 der Genfer Konvention von 1949. Die Geltendmachung solcher Ansprüche gegen Polen und Rußland ist völkerrechtlich daher jederzeit zulässig. 11. Darüber hinaus ergibt sich ebenfalls aus dem allgemeinen Recht der internationalen Verträge ein weiterer Rechtsgrund, dessen Nichtbeachtung gleichfalls zur Nichtigkeit im Sinne von Art. 57 der Wiener Vertragskonvention von jeder entsprechenden völkerrechtlichen Vereinbarung führt, mit der die Bundesrepublik Deutschland die von Polen und der Sowjetunion annektierten Gebiete des Deutschen Reiches jenseits von Oder und Neiße an die beiden Okkupationsmächte abtreten wollte und würde. Wenn ein solcher Abtretungsvertrag völkerrechtswirksam sein sollte, muß die Bundesrepublik Deutschland vorerst einmal über die abzutretenden Gebiete auch völkerrechtlich überhaupt abtretungs- und damit verfügungsberechtigt gewesen sein. Das war jedoch zu keinem Zeitpunkt jemals der Fall, denn das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland erstreckte sich nie über Ostdeutschland jenseits von Oder und Neiße. 12. Denn unstreitig ist die Bundesrepublik Deutschland jedenfalls vor der Annexion der deutschen Ostgebiete jenseits von Oder und Neiße über diese Gebiete schon damals nicht völkerrechtlich befugt gewesen, weil sie zum Zeitpunkt der Annexion gar nicht bestand. Sie ist aber auch nachträglich nicht völkerrechtlich verfügungsberechtigt geworden. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes in dieser Sache über den Fortbestand des Deutschen Reiches, das als solches allein völkerrechtlich verfügungsberechtigt über seine Ostgebiete jenseits von Oder und Neiße ist, ist es auch bis heute nicht untergegangen. Doch ist es als solches erst seit der kommissarisch eingesetzten Regierung völkerrechtlich handlungsfähig. 13. Da es nicht untergegangen ist, kann auch die Bundesrepublik Deutschland
nicht etwa der Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches oder gar, wie sie
selbst behauptet, identisch mit dem fortbestehenden Deutschen Reich sein.
Im Namen des Deutschen Reiches kann sie allenfalls völkerrechtlich
gültig tätig werden, soweit sie mit diesem Reich zumindest teilidentisch
ist.
14. Demzufolge hat die Bundesrepublik Deutschland mit dem deutsch-polnischen
„Grenzanerkennungsvertrag" vom 14.11.1990 deutsche Gebiete abgetreten,
die abzutreten sie weder staats- noch völkerrechtlich die Möglichkeit
und daher auch nicht die Befugnis hatte, da sie niemals die Territorialgewalt
über diese Ostgebiete ausübte. Die Wiener Vertragsrechtskonvention
kennt zwar keine ausdrückliche Bestimmung, wonach ein Vertrag, der
eine unmögliche Leistung zum Gegenstand hat, nichtig ist. Doch gilt
auch hier der alte Rechtssatz: Impossibilium nulla est obligatio (Es gibt
keine Verpflichtung zu etwas Unmöglichem). Dieser allgemeine Rechtssatz
ist sicherlich zwingende Norm des Völkerrechts. Daher ist der Vertrag
vom 14.11.1990, der Ostdeutschland an Polen abtritt, nach Art. 53 der Wiener
Vertragsrechtskonvention nichtig, weil er eine Leistung verspricht, die
keiner der Beteiligten erbringen kann.
15. Die Übertragung der territorialen Souveränität über die deutschen Ostgebiete jenseits von Oder und Neiße von Seiten des Deutschen Reiches als dem einzigen Inhaber der Souveränität auf Polen, die Sowjetunion und Litauen ist schließlich auch nicht etwa aus dem Gesichtspunkt einer „normativen Kraft des Faktischen" denkbar, zulässig oder völkerrechtlich gültig. Tatsachen allein können nämlich niemals Recht schaffen. 16. Die „normative Kraft des Faktischen" wird vielmehr nach allgemeinen Recht erst dann zu wirksamem Recht, wenn sich diese Tatsachen auch dem entsprechenden Rechtstitel anschließen. Dieses wiederum ergibt sich aus der allgemeinen Tendenz des Menschen, Gegebenes und Geübtes zur Norm, zum „Normalen" zu erheben. Nur wenn bereits bestehende Tatsachen also durch diese menschliche Grundtendenz als Rechtsüberzeugung oder Rechtsbewußtsein „gerechtfertigt" werden, können solche Tatsachen auch als autoritäres Gebot des Gemeinwesens, also als „Rechtsnorm" anerkannt werden. 17. Solange die hier geschilderte Völkerrechtslage nicht völkerrechtsgemäß staats- und verfassungsrechtlich geklärt ist, verbleibt es im übrigen auch noch beim Fortbestand des Deutschen Reiches, und zwar auf der Rechtsgrundlage der entsprechenden Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes. So ist in der Folge etwa Art. 1 des „Zwei-Plus-Vier-Vertrages" vom 29.09.1990 schon insoweit völkerrechtswidrig und damit nichtig nach Art. 53 der Wiener Vertragsrechtskonvention, als er für Gesamtdeutschland auf jeden künftigen Gebietsanspruch verzichtet: Solange das Deutsche Reich noch besteht, kann die Bundesrepublik Deutschland nicht auf Ansprüche verzichten, Gebiete von den Okkupationsmächten zurückzubekommen, über die jedenfalls die Bundesrepublik Deutschland niemals verfügungsberechtigt war, da sie darüber niemals irgendeine Territorialgewalt hatte; und die dazu noch völkerrechtwidrig erlangt wurden. Auch eine solche Nichtigkeit kann daher jede zukünftige deutsche Regierung zu jeder Zeit gegen eine polnische und russische (und litauische) Okkupationsmacht geltend machen. Aus diesem Grunde wurde die entsprechende Souveränität Deutschlands, die im sogenannten Zwei-Plus-Vier-Vertrag noch ausdrücklich Erwähnung findet, im “Übereinkommen zur Regelung bestimmter Fragen in bezug auf Berlin” wieder aufgehoben und hier ausdrücklich festgestellt, daß alle Vorbehaltsrechte, Gesetze, Verordnungen und Erlasse der alliierten Behörden weiterhin in Kraft bleiben. Dies gilt für Berlin und damit für Deutschland als Ganzes. Denn nach internationaler Rechtsauffassung gilt ein Land solange als besetzt, wie seine Hauptstadt besetzt oder eben nicht vollständig souverän ist. Die Bundesrepublik Deutschland hat nach dieser Auffassung nämlich keine Hauptstadt, da Berlin auch weiterhin durch den fortgeltenden Vorbehalt der Militärgouverneure belastet ist und Berlin auch heute nicht durch die BRD regiert werden darf. 18. Außerdem besteht bis heute noch kein Friedensvertrag mit Deutschland, da entgegen einer weit verbreiteten Meinung der sog. Zwei-Plus-Vier-Vertrag noch kein solcher Friedensvertrag ist: Er wurde nämlich nicht von Deutschland, sondern nur von der Bundesrepublik Deutschland unterschrieben. Das ist aber noch nicht Deutschland, sondern nur ein Teil Deutschlands. Ein Teil kann aber nicht für das ganze Deutschland unterschreiben, wenn er dazu gar keine ausdrückliche Vollmacht hat. Diese Rechtsgrundlage kann wiederum jederzeit von aktueller Bedeutung werden, wenn gerade persönliche Ansprüche gegen die Bundesregierung in einem solchen Rahmen geltend gemacht werden. Auch sind solche Ansprüche nicht etwa an irgendeine Frist gebunden. III. Schlußbetrachtung 1. Die hier geschilderte Völkerrechtslage Gesamtdeutschlands nach
dem 3.10.1990 ist trotz aller entsprechenden „völkerrechtlichen" Verträge,
die auf Ostdeutschland jenseits Oder und Neiße verzichten wollen
und sollen, daher niemals eine Grundlage für einen dauerhaften Frieden
in der Welt und in Europa.
2. Wie hier dargestellt, ist es aber dennoch mehr als fraglich, ob ein solches Anerbieten denn überhaupt einem solchen „dauerhaften Frieden" dienen könnte, der damit angestrebt werden soll. Würde es wirklich einem „Quosque tandem?" (Wie lange noch?) der Geschichte standhalten? Das jedoch könnte – wie beide Beispiele unter III 1. aufzeigen – jederzeit geltend gemacht werden. Denn es spricht auch alles dafür, daß das, was nicht gerecht geregelt war, nicht auf Dauer bestehen kann. 3. Mithin muß für die Neufassung des Grundgesetzes – oder besser einer richtigen Verfassung – für Deutschland im Rahmen des nach wie vor geltenden Art. 146 GG von der hier geschilderten Rechtslage des allgemeinen öffentlichen Rechts, also des Völkerrechts und des deutschen Staatsrechts, ausgegangen werden. Einklagen kann jeder Staat diese Rechtslage vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag, vor dem nur Staaten auftreten dürfen. Ein Staat, der gegen das Deutsche Reich etwa Rechtsansprüche zu haben glaubt, die sich aus der Zeit des sog. Zweiten Weltkrieges ergeben könnten, kann sich jederzeit deswegen an das Deutsche Reich wenden, nicht aber an die Bundesrepublik Deutschland, die niemals Kriege geführt hat und die auch nicht der gegenwärtige oder der künftige Rechtsnachfolger des ja noch immer bestehenden Deutschen Reiches ist. 4. Fremde Staaten können die gegenwärtige Völkerrechtslage von Gebieten wie das Sudetenland, Danzig oder Memel vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag einklagen, wo sie Recht bekommen werden. 5. Es bleibt noch heute die Sache eines fremden Staates, ob die gegenwärtigen Grenzen Deutschlands die vom 31.12.1937 sein sollten, wie das die Alliierten in ihrer Berliner Erklärung von 1945 behaupten oder ob sich das neue Deutschland in seinen Grenzen vom 31.08.1939 erstreckt, in denen das Selbstbestimmungsrecht des Deutschen Volkes immerhin berücksichtigt wurde. Nur die Berücksichtigung dieser Völkerrechtslage allein könnte einen zukünftigen Frieden wirkungsvoll stabilisieren, da auch der von Versailles 1919 nur die Grundlage für einen neuen Weltkrieg geboren hatte. Warum sollte ein künftiger Friedensvertrag wieder solche Folgen haben müssen? deutschesreich@arcor.de [8. März 2004] |
| Der Sachwalter des Deutschen Reiches im Bereich für Dokumentation
und Quellenforschung, Frank Feiertag, übermittelt den untenstehenden,
überaus aufschlußreichen Artikel aus der nationalistisch-revanchistischer
Tendenzen sicher
unverdächtigen Sozialistenzeitung „NEUES DEUTSCHLAND“ vom 4. Juni 1948. „NEUES DEUTSCHLAND Zentralorgan der sozialistischen Einheit 3. Jahrgang / Nr. 127 – Berlin, Freitag, 4. Juni 1948 London: Besatzungsdauer bis 1973 für den völkerrechtswidrigen Separatstaat „Westdeutschland“ L o n d o n, 3. Juni (ND). Den „Empfehlungen” der Sechsmächtekonferenz zur endgültigen Aufspaltung Deutschlands liegen eine Reihe Geheimabkommen zugrunde. So wurde Übereinstimmung erzielt, daß die Besatzung Westdeutschlands bis zum Jahre 1973 dauern soll. Jedoch kam man überein, lediglich von „vielen Jahren“ zu sprechen, um die Wirkung dieses ungeheuerlichen Beschlusses auf die Deutschen abzuschwächen. Andere Geheimabkommen beziehen sich auf die besondere Überwachung (!) der Industriegebiete, die Sicherung der „auswärtigen Politik“, der „Landesverteidigung“ und der Finanzwirtschaft des Weststaates. Hiesige eingeweihte Persönlichkeiten erklären, daß der aus den führenden Kreisen der CDU und der SPD wiederholt geäußerte Wunsch, an Stelle eines Friedensvertrages ein Besatzungsstatut zu verkünden, die Konferenz in ihren Arbeiten sehr ermutigt hätte (!) Ein wahres Wort Es sind bittere Nachrichten für unser ganzes Volk, die seit den letzten 48 Stunden aus London kommen. „Man müßte“ so sagte uns gestern ein einfacher Berliner auf der Straße, „alle diejenigen in Deutschland in Anklagezustand versetzen, die mit ihrer Propaganda, mit ihren Lügen, mit ihren schönen Reden Deutschland so weit gebracht haben, daß man überhaupt wagt, uns das anzubieten, was soeben in London beschlossen wurde“. Britische Bestätigung Der Londoner Berichterstatter der britischen Zeitung „Die Welt“ bringt weitere interessante Einzelheiten, die das Gesamtbild für Deutschland noch erschreckender macht (sic). Auch in diesem Bericht ist wie in allen Dokumenten n i c h t m i t e i n e m W o r t v o n e i n e m F r i e d e n s v e r t r a g m i t D e u t s c h l a n d d i e R e d e, auf den wir nun endlich ein Recht haben. Alles ist entwickelt auf der Basis eines sogenannten Besatzungsstatuts. Kolonie und Heerlager der USA Ganz klar werden die Absichten des amerikanischen Monopolkapitals, das in London die Feder geführt hat, durch den folgenden Satz des Korrespondenten der „Welt“: „Die Anwesenheit amerikanischer Besatzungstruppen in Deutschland ist bereits eine natürliche Ergänzung zu den Sicherheitsdispositionen der fünf westeuropäischen Mächte.“ Mit anderen Worten: Westdeutschland soll amerikanisches Heerlager werden, weil alle anderen Länder sich dafür bedanken würden, eine Armee von amerikanischen Dauerarbeitslosen auf ihrem Boden zu stationieren. Ein Über-Versailles Die sogenannte verfassungsgebende Versammlung, die für Deutschland keine Gültigkeit haben kann weil sie nur für einen Teil Deutschlands und damit von vornherein in Gegnerschaft zum Osten einberufen werden soll, hat die klare Aufgabe, mit deutschen Händen die deutsche Einheit zu erwürgen. Ohne daß unser Volk auch nur gefragt wurde und wird, verkündet man bereits in London, daß die Verfassung „bundesstaatlich sein muß“. Sollte selbst diese Verfassung zentralistische oder andere Prinzipien enthalten, die den Zielen der Besatzungspolitik zuwiderlaufen, dann werden die westlichen Militärgouverneure dagegen ein Veto einlegen. Nachdem die Westmächte glauben, daß sich genügend Deutsche finden, die ihnen als Boys dienen werden, um das Ü b e r – V e r s a i l l e s sozusagen als „von den Deutschen“ beschlossen hinzustellen, soll gegen Ende des Jahres oder im Frühjahr 1949 die provisorische Regierung endgültig etabliert werden. In Wirklichkeit besteht sie ja schon unter Dr. Pünder. Die Abgrenzung der Befugnisse soll, wie Dr. Schumacher wiederholt gefordert hat, in der Form eines Besatzungsstatuts geregelt werden. Ausdrücklich stellt das britische Blatt in deutscher Sprache fest, daß die „Außenpolitik und die Verteidigung“ (gegen wen?) zweifellos während der Dauer der Besatzung in der Hand der Besatzungsmächte bleiben müsse. Auch der Berichterstatter der „Welt“ bestätigt, daß das Jahr 1973 als Jahr der voraussichtlichen Beendigung der Besatzung genannt wird. Das verräterische Spiel mit unserem Volk wird charakterisiert durch folgenden Nachsatz: „Die Besatzung wird zweifellos von längerer Dauer sein…“ Die Einrichtung der internationalen Kontrollbehörde macht den kolonialen Charakter, den das neue Regime darstellen wird, offensichtlich. Auch weiterhin werden die Militärgouverneure als „Ersatz-Deutsche“ funktionieren. Die Verteilung der Schlüsselprodukte, wie Kohle, Koks und Stahl untersteht den Besatzungsmächten. Die, „Produktionsleitung“, das heißt die niedere Arbeit, soll großzügig „in deutschen Händen liegen“, aber auch nur, soweit der Industrieplan nicht Einschränkungen erforderlich mache.“ Wolfswind@gmx.de [15. Februar 2004] |