Gedenken Gedenken Gedenken Gedenken

Je weiter die Ereignisse von 1933 - 45 zurückliegen, umso intensiver beschäftigt sich damit ein Heer von Historikern, Zeithistorikern, Politologen, Soziologen, Psychologen und sonstigen Neuakademikern. Eine hervorragende akademische Laufbahn oder lukrative Anstellungen bei verschiedenen Dokumentationszentren, -archiven etc. und staatlichen Medien (ORF) ist diesen sonst womöglich arbeitslosen Akademikern in Österreich gesichert. Allerdings müssen die Ergebnisse dieser Forschungen gewissen Ansprüchen genügen, die von maßgebenden Organisationen, wie etwa dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes oder der Israelitischen Kultusgemeinde vorgegeben werden. Wer diesen Anforderungen nicht genügt, kann seine Hoffnungen auf eine erfolgreiche Laufbahn in diesen Berufen begraben, ja wenn er etwa bei historischen Forschungen zu gemäß veröffentlichter Meinung überraschenden  Ergebnissen kommt, kann er in Österreich wegen unerwünschter Meinung nach metternichscher Tradition sogar zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden. 

Anläßlich des 70. Jahrestages des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich läuft die Medienmaschinerie der Volksaufklärer wieder auf Hochtouren. In TV - Diskussionsrunden belehren Teilnehmer von z. B. "Verein Gedenkdienst", "Nationalfonds-Entschädigungsdienst", "Serbischer Jugendklub" usw. die Österreicher über die Schattenseiten der Ereignisse von 1938, gewürzt mit Hinweisen auf ähnliche gegenwärtige Gefahren wie H. C. Strache, FPÖ oder zu geringe Wiedergutmachungszahlungen. ZeitzeugInnen berichten von Juden, die Straßen fegen bzw. aufwaschen mußten oder von NS-Chefs, die sie sexuell belästigten und vom Menschenzuchtsverein Lebensborn. Am 15. 4. 2008 konnte man in der ORF-Sendung "Grüß Gott statt Heil Hitler" von einer "Zeitzeugin" hören, dass die Soldaten der deutschen Wehrmacht in den besetzten Ländern Frauen vergewaltigten und anschließend Handgranaten in deren Vagina explodieren ließen...

Für die Österreicher war aber der Anschluß 1938 zunächst nur die Erfüllung eines politischen Zieles, das vorher von allen Parteien angestrebt wurde, das aber von den Siegermächten des ersten Weltkrieges verhindert wurde. Außerdem war das Bekenntnis zum Deutschtum in Österreich selbstverständlich, Dollfuß erklärte die Österreicher sogar zu den "besseren Deutschen".

Am 12. November 1918 beschlossen die Abgeordneten des österreichischen Parlamentes in Wien den Anschluss an das Deutsche Reich: "Deutschösterreich ist Bestandteil der Deutschen Republik" hieß es. In mehreren Bundesländern wie Tirol, Salzburg oder Steiermark fanden Volksabstimmungen statt, die weit über 90 % Zustimmung zum Anschluss brachten.

Selbstbestimmungsrecht

Nicht zuletzt im Vertrauen auf die Versprechungen der "14 Punkte" des US-Präsidenten Wilson hatten die Mittelmächte 1918 die Waffen niedergelegt. Aus dem versprochenen Selbstbestimmungsrecht wurde aber nichts, der Anschluss Deutschösterreichs wurde verboten, ja sogar der Name "Deutschösterreich" mußte geändert werden. Damals kam der Wunsch nach einer Vereinigung aller Deutschen von allen Parteien und politischen Gruppen.

Die Jahre von 1918 bis 1934 waren in Österreich gezeichnet durch Arbeitslosigkeit, Inflation, ständig wechselnde Regierungen, daher wurde die Demokratie nicht als eine ideale Staatsform angesehen. Nach dem Putsch der Christlichsozialen unter Dollfuß und Schuschnigg und dem Bürgerkrieg zwischen Heimwehr und Schutzbund wurden die Zustände 1934-1938 noch schlimmer, Sozialdemokraten und die NSDAP wurden verboten, ihre Anhänger eingekerkert, u. a. im KZ Wöllersdorf. Es ist daher kein Wunder, dass viele ihre Hoffnungen auf das auch wirtschaftlich aufblühende Deutsche Reich setzten. 

Die Begeisterung der Märztage von 1938 galt in erster Linie der staatlichen Wiedervereinigung mit den anderen deutschen Stämmen und Hitler nur insofern, als er das zustandebrachte, was den demokratischen Staatsmännern verwehrt wurde. Die Zustimmung zum Anschluß war echt und auch die Volksabstimmung vom 10. April 1938 hat im wesentlichen dem Volkswillen entsprochen. Sogar Kardinal Innitzer und der Sozialdemokrat K. Renner haben öffentlich erklärt, mit Ja zu stimmen und ihre Mitbürger aufgefordert, ebenso zu stimmen.

Karl Renner schrieb im "Wiener Tagblatt" vom 3. April 1938: 
"Obschon nicht mit jenen Methoden errungen, zu denen ich mich bekenne, ist der Anschluß nunmehr doch vollzogen, ist geschichtliche Tatsache, und dies betrachte ich als wahrhafte Genugtuung für die Demütigung von 1918 und 1919 für St. Germain und Versailles. Ich müßte meine ganze Vergangenheit als theoretischer Vorkämpfer des Selbstbestimmungsrechtes der Nationen wie als deutschösterreichischer Staatsmann verleugnen, wenn ich die große geschichtliche Tat des Wiederzusammenschlusses der deutschen Nation nicht freudigen Herzens begrüßte.."
 
 

Kardinal Innitzer forderte in einem öffentlichen Bekenntnis mit den österreichischer Bischöfen ein "Ja" zum Anschluss. Es wurde in Form eines offenen Briefes an Gauleiter Bürckel gestaltet. [Da es auf der verwendeten Schreibmaschine kein ß gab wurde ss statt ß geschrieben.] Darin hieß es u. a.: 

".Sehr geehrter Herr Gauleiter, Beigeschlossene Erklärung übersende ich hiermit. Sie ersehen daraus, dass wir Bischöfe freiwillig und ohne Zwang unsere nationale Pflicht erfüllt haben. Ich weiss, dass dieser Erklärung eine gute Zusammenarbeit folgen wird. Mit dem Ausdruck ausgezeichneter Hochachtung und Heil Hitler ! ..Kard. Innitzer...

Feierliche Erklärung :

Aus innerster Überzeugung und mit freiem Willen erklären wir unterzeichneten Bischöfe der österreichischen Kirchenprovinz anlässlich der grossen geschichtlichen Geschehnisse in Deutsch-Österreich:

Wir erkennen freudig an, dass die nationalsozialistische Bewegung auf dem Gebiet des völkischen und wirtschaftlichen Aufbaues sowie der Sozial-Politik für das Deutsche Reich und Volk und namentlich für die ärmsten Schichten des Volkes Hervorragendes geleistet hat und leistet. Wir sind auch der Überzeugung, dass durch das Wirken der nationalsozialistischen Bewegung die Gefahr des alles zerstörenden gottlosen Bolschewismus abgewehrt wurde.

Die Bischöfe begleiten dieses Wirken für die Zukunft mit ihren besten Segenswünschen und werden auch die Gläubigen in diesem Sinne ermahnen.

Am Tage der Volksabstimmung ist es für uns Bischöfe selbstverständliche nationale Pflicht, uns als Deutsche zum Deutschen Reich zu bekennen...und wir erwarten auch von allen gläubigen Christen, dass sie wissen, was sie ihrem Volke schuldig sind......" 
 
 

Leider verlief die weitere Entwicklung sehr enttäuschend, die Abschaffung des Namens Österreich, politische Verfolgungen, die unsinnige Enteignung und Internierung der jüdischen Bürger als "Angehörige eines feindlichen Volkes". Mit dieser Reaktion auf ihre Kriegserklärung vom 24. März 1933 ist Hitler den Zionisten auf den Leim gegangen und hat viele vormals deutschbewußte Bürger mosaischen Glaubens erst zu Juden gemacht, wie einige als Zeitzeugen selber sagten.

Doch selbst die Widerstandskämpfer gegen den NS-Staat waren für die Beibehaltung des Anschlusses, auch der Sozialdemokrat Viktor Adler hat sich im Exil noch dafür ausgesprochen, sogar nach Kriegsende sprach er noch von der "widerlichen Utopie einer österreichischen Nation". Der Sozialdemokrat und vormalige österreichische Außenminister Otto Bauer schrieb 1938 in einer Emigrantenzeitschrift in Paris "Die Zukunft der österreichischen Arbeiterklasse liegt in keinem österreichischen Separatismus. Die deutschösterreichische Arbeiterklasse kann nur noch frei werden, wenn die ganze deutsche Arbeiterklasse frei wird. Die Zukunft der deutschösterreichischen Arbeiterklasse ist die Zukunft der deutschen Revolution." In der Emigrantenzeitschrift "Kampf" wurde ferner geschrieben: "Der österreichische Sozialismus wird sich dem deutschen Sozialismus eingliedern müssen, sobald die geistigen, politischen und organisatorischen Voraussetzungen dazu erfüllt sein werden. Unsere Zeitschrift wird dem österreichischen Sozialismus dienen, indem sie ihren Beitrag zu leisten sucht zur geistigen, politischen und organisatorischen Erneuerung des gesamtdeutschen Sozialismus." In einer Konferenz sozialdemokratischer Emigranten, die im April 1938 in Brüssel stattfand, wurde festgestellt: "....daß das österreichische Volk nicht durch die Loslösung vom Reiche, sondern nur durch die gesamtdeutsche Revolution gegen den deutschen Faschismus befreit werden kann. Sie hat der irredentistisch-separatistischen Lösung der besiegten vaterländischen die gesamtdeutsch-revolutionäre Lösung gegenübergestellt." Später soll Otto Bauer noch gesagt haben, die Unabhängigkeit Österreichs sei eine reaktionäre Utopie, die mit Erinnerungen an Arbeitslosigkeit, Not, Adelsdiktatur und pfäffischen Gesinnungszwang verknüpft sei... 

Heldenplatz

Bei den Führern der Christlichsozialen, die noch 1918 für den Anschluss eintraten, wurde dieser zwar 1938 wegen der politischen Verhältnisse im Altreich abgelehnt, das Bekenntnis zum Deutschtum war aber nach wie vor eine Selbstverständlichkeit. So schrieb etwa Bundeskanzler Kurt Schuschnigg am 10. März 1938 in der Zeitschrift "Volkswille": 
"Deutsch ist, wer deutsch spricht, deutsch handelt deutsch lebt. In Österreich über den Begriff "Deutsch" zu streiten ist widersinnig. Dem toten Kanzler und uns zu Ehren verkünden wir: Das österreichische Bekenntnis ist das großdeutscheste, das es gibt..."

Nach 1945 wurde auf Befehl der Sieger Österreich gemäß "Moskauer Deklaration" wieder von Deutschland abgetrennt und durch Propagierung einer "österreichischen Nation" auch eine kulturelle und volksmäßige Abtrennung versucht, was der eingesetzten österreichischen Regierung gerade Recht war, da man sich so von den Verlierern und KZ-Schergen distanzieren und das überfallene Unschuldslamm spielen konnte...

Durch die jahrzehntelange intensive Förderung und Propagierung der "Österreichischen Nation" mit allen Mitteln (auch mit Fälschungen) ist das Zusammengehörigkeitsgefühl der deutschen Volks- und Kulturgemeinschaft tatsächlich in ernste Gefahr geraten. Durch Abschaffung der Landesgrenzen und die Vereinigung aller Deutschen in der Europäischen Union scheint es am ehesten möglich, die deutsche Volks- und Kulturgemeinschaft zu erneuern und zu festigen. Allerdings ist dabei die EU u. a. durch Ausübung des Vetorechtes entsprechend zu steuern und es muss u. a. auch die Forderung gestellt werden, Deutsch als offizielle Amtssprache zuzulassen.

[15. April 2008]

[tw. Auszüge aus "Der Völkerfreund" 4-07]

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Laut einer am 12. 3. 2008 in Israel veröffentlichten Meinungsumfrage sind 60 % der Österreicher für eine Beendigung der Diskussionen über die Zeit von 1933 - 1945, während 36 % eine Fortsetzung der Diskussionen wünschen.

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