Operation Sinon und Operation Orangebill Zwei internationale Operationen gegen Kinderpornografie im Internet wurden am 2. 1. 2008 vom österreichischen Bundeskriminalamt bekanntgegeben: Insgesamt wurden dabei 107 österreichische Verdächtige ausgeforscht, es handelt sich ausschließlich um Männer..... Unter den Verdächtigen sind auch Personen, die beruflich mit Kindern zu tun haben: ein Hauptschullehrer, ein Sozialpädagoge, ein Erzieher, ein Schulwart sowie einige Ärzte. Es war die Operation „Sinon“, die unter anderem auch diesen Personenkreis zu Tage förderte. „Sinon“ kam ins Rollen, nachdem ein deutscher Internetdienst zwei Video-Dateien entdeckt hatte, die auf einem sogenannten File-Hoster hochgeladen waren. Auf einem Video war schwerer sexueller Missbrauch eines zwölfjährigen Mädchens zu sehen, auf dem anderen der Missbrauch einer zehnjährigen Asiatin. Links zu diesen Videos waren in diversen Internet-Foren zu finden. Das Internet-Unternehmen übergab die Protokoll-Dateien jener Nutzer, die versucht hatten, die Kinderporno-Videos herunter zu laden, der Polizei. Auf diese Art konnten in Österreich 80 Verdächtige, darunter eben auch besagte Pädagogen, ausgeforscht werden.
Die zweite der beiden Operationen ging von den USA aus. Unter dem Namen „Orangebill“ nahmen die amerikanischen Ermittler gezielt Personen ins Visier, die Abrechnungs-Dienste für Kinderporno-Websites anboten. Der Umweg über diese Dienste führte zum Ziel: Weltweit wurden ungefähr 2500 Konsumenten von Internet-Kinderpornografie ausgeforscht, indem man die Anmelde-Portale zu den Porno-Seiten – Bereiche, auf denen Zahlungs- und Abrechnungs-Modalitäten angegeben waren – durchforstete.
In Österreich gingen den Fahndern 27 Verdächtige ins Netz. Im einzelnen: neun Wiener, vier Niederösterreicher, fünf Oberösterreicher, zwei Salzburger, drei Steirer und vier Tiroler.
Beide Operationen erstreckten sich über das ganze abgelaufene Jahr 2007. Offenbar wurden also auch diese Seiten monatelang unter Polizeiaufsicht betrieben. Laut der Aussage eines Sprechers des österreichischen Bundeskriminalamtes gingen zwar die Ermittlung der Verdächtigen und die Hausdurchsuchungen schnell (über das ganze Jahr ?), das Bereitstellen des Beweismaterials dauere aber lange.“ Es sei äußerst zeitaufwendig, verdächtige Software, CDs, DVDs und diverse Festplatten auszuwerten, zumal große Datenmengen vorerst zu Beweiszwecken einwandfrei gesichert werden müssten. Zuletzt hatten die Operationen „Flo“ und „Penalty“ für Aufsehen gesorgt. Erstere förderte etwa 2400 Kinderporno-Konsumenten aus allen Kontinenten zu Tage – davon 23 aus Österreich im Alter zwischen 17 und 69. Auf einer russischen Webseite waren Kinderpornos zum Herunterladen angeboten worden.
[3. Januar 2008]
Operation "Himmel"
Wie Ende Dezember 2007 bekannt wurde, ermitteln die Behörden im neuesten bislang größten Kinderpornographie-Fall in der BRD bundesweit gegen 12.000 Verdächtige. Außerdem sind Internetnutzer in weiteren 70 Ländern im Visier der Ermittler. Aufmerksam wurden sie über den Berliner Internetdienstleister Strato, der einen auffälligen Datenverkehr feststellte und bereits zu Beginn des Jahres 2007 die Polizei einschaltete. Man hat also offensichtlich - wie schon vorher - eine gesetzwidrige Internetseite nicht abgeschaltet, sondern unter Aufsicht der Polizei weiterbetrieben, um möglichst viele "Täter" aufgrund ihrer IP-Nummern auszuforschen....."Kunden" solcher Seiten werden mit oft mit E-mails mit entsprechenden Links geworben. Nach Ansicht der eifrigen Ermittler, denen nach eigener Aussage "das Ansehen solcher Bilder eine enorme psychische Belastung" bedeutet, soll man sich neuerdings sogar als Adressat solcher Mails verdächtig machen.....(Werden die Mails auch unter Aufsicht der Polizei verschickt ?)
Nach den bisherigen Meldungen zu schließen, wurde kein einziger Produzent der Kinderpornos ausgeforscht....
Kommentare:
US Marine Corps Seargeant meint:
26.12.2007, 01:09 Uhr
Semper fides!! Schäuble, go ahead!goodbye meint:
26.12.2007, 00:45 Uhr
"Internetnutzer, die Mails mit kinderpornografischem Inhalt erhielten, sollten sich bei der Polizei melden und die Mail weitergeben."Das selbe sollte man übrigens tun, falls man in China eine Mail mit parteifeindlichem Inhalt erhält. Also, ab sofort den Spamordner täglich nach verdächtigtem Material durchsuchen, eher die Bullen hinter der Haustür stehen!
Das ist kein Alptraum, das ist Deutschland!BigBlue meint:
25.12.2007, 23:40 Uhr
Das ist ein Geschmack, was in Zukunft auf die Bürger zukommt. Der Überwachungsstaat schlägt erbarmungslos zu. Irgendeinen tages, wird man gegen solche ermitteln, die "zielgerichtet mit bestimmten Begriffen nach Demokratie gesucht wurde".NRW-Separatist meint:
02.01.2008, 11:09 Uhr
Werden wir am Ende der Aktion erfahren, wie viele der 12000 tatsächlich irgendetwas verbrochen haben? Die Staatsanwaltschaft gibt sich überrascht angesichts der großen Zahl der Verdächtigen. Sollten bei solchen Überraschungen nicht die Alarmglocken läuten, dass da evtl. etwas nicht stimmt? Werden wir erfahren, wie viele Unschuldige durch amoklaufende Ermittlungsbehörden ihrer Existenz beraubt wurden? Wieviele vielleicht gar in den Selbstmord getrieben wurden? Ein Fall aus der jüngeren Vergangenheit, leider völlig unbeachtet in den hiesigen Medien, die es vorziehen, gewissenlos die Hysterie zu einem emotional aufgeladenen Thema zur Steigerung der Quote bzw. Aufflage zu schüren: die "Operation Ore", getriggert durch fehlerhafte Ermittlungen von US-Behörden und dann international ausgweitet. Fazit: allein in UK 39 Selbstmorde, kein einziges Kind gerettet, kein wirklicher Kinderschänder gefasst (http://karlweiss.twoday.net/stories/4056209/).
Die ganze Hysterie hat Züge einer modernen Hexenjagd. Wer dagegen argumentiert, macht sich selbst verdächtig (ich kann mir die Antworten auf diesen Beitrag schon denken...).
Misteriks meint:27.12.2007, 06:32 Uhr
Das diese Meldungen gerade jetzt öffentlich gemacht worden sind ist kein Zufall. Soll s die Bevölkerung doch "geneigt" gestimmt werden auf die kommenden Überwachungsaktionen.
Und jenen die als Argument anführen. "sollen sie doch, ich habe nichts zu verbergen..." sei einmal folgendes Gedankenexperiment ans Herz gelegt:
Ab 01.01.2008 wird ihnen ihre Post (Briefpost, Päckchen, Pakete etc.) nur von ihrem Blockwart nach vorheriger Durchsicht übergeben. Verdächtige Briefpassagen mit eventuellen Schlüsselwörtern, sowie die jeweiligen Absender der Post werden kopiert. - Macht ihnen doch nichts aus, oder? Siehaben ja nichts zu verbergen.
Falls sie selber einen Brief zu versenden haben - vorher bitte vom Blockwart gegenlesen lassen - sie haben ja nichts zu verbergen.....
richterin meint:26.12.2007, 19:54 Uhr
sie sollte anfangen in den gerichtsgebaeuden starten!
da finde sie bestimmt was!Edgar Lefgrün meint:
26.12.2007, 11:10 Uhr
Wie sieht denn die weltweite Federführung der Berliner Polizei aus? Im Artikel ist darüber nichts zu finden.
Orwell grüsst zum doppelplusgut-lichterfest meint:
26.12.2007, 10:41 Uhr
Was geht denn in diesem "unseren" Staat inzwischen für eine Stasi-Nummer ab ?Gegen 12.000 Menschen wird ermittelt, vermutlich stehen Hunderttausende bereits auf Verdächtigenlisten, Millionen wurden gescannt ... Fazit: eine Handvoll Festnahmen "kleiner Fische", die vermeintlich mafiösen Hintermänner ("Produzenten") in Asien und Osteuropa packt keiner an.
Ich habe da meine eigene Vermutungen:
1. kommt die Kriminalisierung der Masse der Bevölkerung der Politik sehr gelegen, von den wahren Problemen (Rente, Gesundheit, Hyperinflation, Bankenkrise) kann man sehr gut ablenken, vermeintliches Handeln beweisen
2. der Überwachungsstaat, der hier vom Bundesbehinderten eingeführt wird, wird in Zukunft noch für ganz andere Dinge gebraucht
3. die "Produzenten" dieser perversen Ware stecken vermutlich mit der Politik (zumindest in diesen Ländern) unter einer Decke, die Geschehnisse in Sachsen lassen auf ähnliche Verwicklungen auch hier in Deutschland schließen, da wird ein Sündenbock (der gemeine Bürger) gerne gesehen.Gleiches gilt übrigens für den Terrorismus, hier wird von Politik und Medien dermaßen Stimmung gemacht wegen fast Nichts. Wenn man im Straßenverkehr (tausende Tote JEDES JAHR !!!) die gleichen Maßstäbe wie beim Terrorismus anlegen würde, müßte jeder Autofahrer permanent wegen Mordversuchs überwacht werden, jeder zweite wäre wegen diverser Vergehen sicher schon im Knast. Lächerlich das Ganze, es nutzt nur der Propaganda der Terroristen !!!
Einziger Sinn ist die Einlullung der Bevölkerung, mit dem Ziel der totalen Überwachung durch die Hintertür.Orwell läßt grüßen zum doppelplusgut-Lichterfest !
Wann wählen wir diese Mörder unserer Freiheit ab ? Noch geht es !Josef bujtor meint:
26.12.2007, 10:03 Uhr
Sie haben meine Gedult ueberzogenWolv meint:
26.12.2007, 09:55 Uhr
Unter einem Neuen Deckmantel wird uns der Überwachungsstaat untergeschoben. Es ist wie gehabt die gute alte Geheimpolizei wird von neuem erfunden und darf die Bürger wieder aushorchen.Freiheit und Demokratie sind die ersten Opfer .
Die sache ansich das fangen von Pädos wird dabei nur als vorwand missbraucht in diesem Gestapo system.
Hasso B.Kemnitz meint:
26.12.2007, 09:55 Uhr
Viel Pornografie erhalten Millionen User per Spam-E-Mails..Sind sie nun schuldig? Haben sie ihren Datenordner nicht rechtzeitig geordnet und gelöscht? Was geschieht beim Provider? Werden hier User-Daten mißbraucht - und schließlich - der Anbieter von Kinder-Pornografie gehört ins Gefängnis - nicht die Millionen teilweise ahnungslosen PC-Besitzer, die das Portal anklicken.Ihr Name meint:
26.12.2007, 09:52 Uhr
Wahrscheinlich haben sich alle die diesen Artikel angeklickt haben schon zumindest verdächtig, vielleicht auch strafbar gemacht?
Die Staatsamwaltschaft ermittelt.Gerd meint:
26.12.2007, 09:46 Uhr
Inzwischen las ich schon in mehreren Zeitungen, dass sich strafbar macht, wer bestimmte „Begriffe“ in eine Suchmaschine eingibt. Leider wissen diese Medien offenbar auch nicht um welche Begriffe, bzw. Wörter, es sich handelt die laut Oberstaatsanwalt Peter Vogt illegal sind und ich finde es sehr schade, dass die Medien da nicht mal nachfragen und ihre Leser darüber informieren.
Natürlich bin ich auch der Meinung das Kinderpornographie bekämpft werden muss, aber ich möchte nicht verhaftet werden, nur weil ich unwissentlich das falsche Wort benutzt habe. Daher wäre es gut wenn Welt Online (u.a. Medien) – um ihre Leser zu warnen und zu informieren - einfach mal eine Liste der verbotenen Wörter veröffentlicht, damit keine Unschuldigen verhaftet und verurteilt werden.
Eigentlich müsste man in diesem Falle schon fragen, ob die extrem hohe Zahl von 12000 (!) mutmaßlichen Kriminellen, nicht nur dadurch entsteht, dass schlechtinformierte Menschen beim googeln unwissentlich verbotene Wörter benutzen.walu meint:
26.12.2007, 09:35 Uhr
Lieber Oberstaatsanwalt Vogt,
verstehen Sie überhaupt wie das Internet funktioniert. Man ist jeden Tag Adressat vieler Mails, deren Inhalt man nicht annähernd kennt. Ich kann also Adressat von einer Mail sein, mit dessen Absender ich nie Kontakt hatte. Warum schaffen Sie als Staatsanwalt diesen Unfug nicht ab? Meine Mail-Adresse ist schon an viele unlautere Absender gegangen, ohne dass ich dagegen eingreifen konnte. Geht es ihnen nicht auch so? Wahrscheinlich sollte man bei Ihnen mal genauer nachschauen, was sich da alles auf ihrer Festplatte angesammelt hat - ohne dass Sie natürlich davon wissen. Ich kann über solche Bemerkungen nur den Kopf schütteln.Toni aus Schwaben(..der zur Umkehr mahnt.) meint:
26.12.2007, 09:29 Uhr
...man kann Eliten nicht glauben,nur das was man selbst erlebt ist Wahrheit und da sollte man doch aufbauen.Eliten sind seit Heiligendamm beim Volk unten durch und das wissen sie auch,doch brauchen sie ein Aufhänger,um die Überwachung mit allen Mitteln durchsetzen zu können.Es gibt anständige Leute im Volk und wenig unanständige,die aber oft am Geld und an der Macht sitzen und es sich leisten können-alles zu machen-und das ist doch der wenige Leute kick.Sucht ist suchen und mancher sucht Geld-Macht-Einfluß-Stärke-globales und Weltraumnahes,das dabei auch andere dieser Süchte mitspielen ist ein Nebeneffekt das zusätzlich spritzt.Das schlimme Ganze ist aber das,dass sie das Maß nicht mehr erkennen,bis es zu spät ist.walu meint:
26.12.2007, 09:23 Uhr
Was passiert eigentlich, wenn eine Spam-Mail einen Link erhält, der auf einen kinderpornografischen Inhalt führt? Bei mir wandern jede Menge Spam-Mails in den Spam-Mail Ordner, damit das Programm "lernen" kann. Mach ich mich jetzt strafbar? Muss ich beweisen, dass ich die Mail nicht angeklickt habe?Toni aus Schwaben(...das Volk wird beklaut und verdummt-Heiliegendamm hat es gezeigt) meint:
26.12.2007, 09:22 Uhr
...man kann viel glauben was Eliten sagen,doch ob es so ist-merkt man erst an Gerichten wenn es öffendlich Wahrheit ist.Bis dahin hatten Indianer recht-die Weissen(Eliten)sprechen mit gespaltener Zunge...........auch unter ihrem Volk selber.Domenq meint:
26.12.2007, 09:17 Uhr
Irgendwie werden hier auch Angst und Unterdrückung gesät.Was, wenn jemand aus Versehen auf die Seiten geraten ist? Wenn Neugier einfach mal siegte?
Ich verharmlose den sexuellen Missbrauch von Kndern nicht, wenn ich mich frage, warum das Betrachten von Bildern von Gefängnis, Strafe und Elend bringen darf.
Die Verhältnismässigkeit scheint mir willkürlich gefährdet. Zunächst einmal ist Padophilie doch eine Sucht; ein Schicksal geradezu.
Deutschland-hat-Zukunft----ohne Gutmenschen!!!! meint:
26.12.2007, 08:28 Uhr
Bitte überprüft meinen Computer/ Laptop!!!!
Ich habe kein Problem mit Prüfung/ Videoüberwachung!!!
Steuer zahle ich immer(kein Schwarzgeld!!).
P.S.Kerner muß weg!!!!!!!!!!!ORWELL meint:
26.12.2007, 07:46 Uhr
Für die Zukunft ist äußerst dringend zu empfehlen, vor dem Televisor bzw. im Internet immer freundlich zu sein. Auch die Haßwochen sollten mit maximalem Einsatz verfolgt werden.Sonst wird man varporisiert wegen doppelplusungut Deldenk, ermittelt von der Denkpol.
Ansonsten:
KRIEG IST FRIEDEN!
FREIHEIT IST SKLAVEREI!
UNWISSENHEIT IST STÄRKE!Wer das alles nicht versteht, sollte mal "1984" von Orwell lesen, dann weiß er genau, was hier abgeht.
Preisfrage: Wer ist Goldstein aus "1984" heute? Hinweis: Er hat auch einen langen Bart und kommt regelmäßig im Televisor.
Und bitte im Internet nie nach "Freiheit" suchen, dann kommt doppelplusungut auch gleich die Denkpol und ab geht es in das Ministerium für Liebe. Für immer.
Ottoman meint:
25.12.2007, 22:55 Uhr
Und so eine kranke Gesellschaft kritisiert die Türkei!! oh man oh man
Schöne Grüsse an Marco[aus "Welt am Sonntag" vom 29. 12. 2007]
Operation Penalty Als den Ermittlern des österreichischen Bundeskriminalamts (BK) im Februar mit der Operation "Flo" der bisdorthin größte Schlag gegen Kinderpornografie glückte, glaubte niemand aus dem Ermittlungsteam, dass es dafür noch eine Steigerung gibt. Damals wurden über das Internet weltweit 2361 Tatverdächtige ausgeforscht, 23 davon in Österreich. Das war ein Irrtum - die "Operation Penalty" brachte noch mehr Treffer..
Unter der Federführung des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg hoben die Fahnder im Rahmen der Operation "Penalty" einen weitaus größeren Kinderpornoring aus. Fast 5000 Verdächtige wurden so in 106 Nationen ausgeforscht, 46 davon stammen aus Österreich.
Ermittlungen laufen noch."Dabei sind die Ermittlungen noch nicht einmal abgeschlossen", so ein BK-Sprecher. Ein Teil des beschlagnahmten Materials wird derzeit noch analysiert. Darunter befinden sich Computer-Festplatten, DVDs, CDs und USB-Sticks. Die Verdächtigen stammen aus Wien (17), Oberösterreich (8) Niederösterreich (6), der Steiermark (5), Kärnten, Tirol (je 3), Salzburg (2), dem Burgenland und Vorarlberg (je 1).
Ins Rollen gekommen ist die Lawine durch eine Anzeige eines deutschen Internet-Providers im Herbst 2006, dessen Online-Foren zum Tausch von Kinderpornos genutzt wurden. Dabei machten sich die Benutzer nicht einmal die Mühe, zur Abwicklung ihrer Geschäfte einen geschlossenen Bereich einzurichten. Laut LKA wäre ein Foren-Zugriff für "jedermann mit minimalen EDV-Kenntnissen" möglich gewesen.
Die Ermittler begannen die Verbindungsdaten zu durchforsten. Insgesamt wurde so eine Million IP-Adressen (eine solche Adresse macht einen Computer im Internet eindeutig identifizierbar) analysiert. Die verdächtigen IP-Adressen wurden schließlich an Ermittler in den betroffenen Ländern übermittelt. "Solche Kinderporno-Börsen funktionieren ganz ähnlich wie das Online-Auktionshaus Ebay", erklärt Greiner vom österreichischen BK.
Doch den Fahndern gingen diesmal nicht nur Konsumenten, sondern auch einige wenige Produzenten ins Netz. Unter ihnen befanden sich mehrere Personen, die berufsbedingt als Betreuer - zum Teil Sozialarbeiter - mit Kindern zu tun hatten. Im Keller eines 32-jährigen Mannes wurde ein "Fesselungsraum" entdeckt, in dem Missbrauchshandlungen mit Kleinkindern und Säuglingen aufgenommen wurden.
Laut BKA sei es positiv, dass die Bevölkerung zusehends für das Thema sensibilisiert ist. "Seit es im BK die Meldestelle für Kinderpornografie gibt, lagen jedes Jahr mehr Hinweise aus der Bevölkerung ein."
Manchmal betreffen die Ermittelungen jedoch auch eigene Mitarbeiter. In Österreich soll sich auf dem Computer eines Offiziers des Bundeskriminalamtes kinderpornografisches Material befunden haben. Das ist scheinbar auch strafbar, obwohl Bundeskriminalbeamte doch offensichtlich einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit der Begutachtung von kinderpornografischem Material auf Computern zuzubringen haben. Man braucht sich demnach nicht zu wundern, dass die Aufklärungsquoten der ausufernden Straßen- und Einbruchskriminalität in Österreich immer mehr zurückgehen, ganz zu schweigen von einer etwaigen Eindämmung dieser Errungenschaften der EU- und Asylantenpolitik.
Bei der Aktion Penalty ging aus den offiziellen Meldungen nicht hervor, ob die Ermittler - wie bei der Operation Flo - die Pornoseiten längere Zeit selbst betrieben hatten, es ist aber mit Sicherheit anzunehmen. Wahrscheinlich will man das in Zukunft geheimhalten. Aus England wurde bekannt, dass die dortigen Ermittler den Betreinber eines Chatrooms mit dem Titel „Kids - the Light of Our Lives“, einen 27-Jährigen aus Buxhall in England, bereits im September 2006 festgenommen hatten. Danach schleusten sich Ermittler in den Chatroom ein und betrieben diesen bis Juni 2007 weiter. Den Benutzern des Chatrooms wurde somit durch die Polizei selbst zehn Monate lang Gelegenheit gegeben, kinderpornografisches Material ins Internet zu stellen bzw. abzurufen. Dann wurde das ganze großartig "aufgedeckt" und durch die gesammelten IP-Adressen ca. 700 Verdächtige in aller Welt ausgeforscht. An den zehnmonatigen Ermittlungen waren Behörden aus 35 Ländern beteiligt.
Operation Flo
Am 7. 2. 2007 wurde vom österreichischen Innenministerium ein Fahndungserfolg gegen die Internet-Kinderpornographie bekanntgegeben. Seit Juli 2006 konnten von einer Wiener Internetfirma aus Pornovideos mit unter 18-jährigen Darstellern aus aller Welt heruntergeladen werden (Derzeit wird in Österreich der Besitz mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft, wenn das Opfer nachweislich jünger als 14 Jahre ist. Sind die abgebildeten Opfer zwischen 14 und 18 Jahre alt, droht eine einjährige Haftstrafe). Für 89 US-Dollar konnten die Kunden drei Monate lang Videos herunterladen.
Acht Kinderporno-Videos fand der Betreiber der Wiener Internetfirma bereits im Sommer 2006 auf seinem Server. Er informierte sofort die Polizei. Die Internetermittler klinkten sich ein und deckten einen riesigen Kinderpornoring auf. D. h. der Server wurde dann monatelang bis Anfang 2007 von der Polizei selbst betrieben, um möglichst viele Abnehmer an Hand ihrer Kreditkarten oder IP-Nummern ausforschen zu können. Dass man damit erst vielen die Gelegenheit gab, dieses Material anzubieten bzw. herunterzuladen (Beihilfe zu bzw. Ermöglichung einer Straftat) scheint die Gesetzeshüter nicht zu stören, ja im Gegenteil, man scheint froh darüber zu sein, jetzt so interessante Fälle bearbeiten zu können. Diese "Operation Flo" erbrachte den Pornojägern dann genau 2360 Verdächtige, darunter über 600 in den USA, mehrere hundert in der BRD und in Österreich 23. Das Datenmaterial entspricht 400 Millionen DIN A4-Seiten und muß von den Kriminalisten genau durchforscht werden, um der Staatsanwaltschaft entsprechende Anhaltspunkte zu liefern. (Scheinbar ist diese Art von Arbeit beliebter als die nach der Osterweiterung ausufernde Einbruchs- und Straßenkriminalität zu bekämpfen...)
Innenminister Günther Platter (ÖVP) will aus dem "abscheulichen Verbrechen" zwei Konsequenzen ziehen: höhere Strafen für alle Beteiligten und mehr Kompetenzen für die Polizei. Nach dem erst vor einigen Jahren neu geschaffenen Straftatbestand "Besitz von Kinderpornographie" – dazu zählt auch das Herunterladen auf einen Computer – wird mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft, wer Pornoaufnahmen von Personen besitzt, die jünger als 14 Jahre sind. Sind die abgebildeten Darsteller zwischen 14 und 18 Jahre alt, droht eine einjährige Haftstrafe. Vor allem diese Strafausmaße erscheinen Platter zu niedrig. In einem ORF-Interview erklärte Platter, die Online-Polizei soll die Erlaubnis erhalten, auch private Computer überwachen zu dürfen. Wahrscheinlich sollen dann amtlich sog. Trojaner in den überwachten Computern eingepflanzt werden, die dann alle Daten direkt an die Überwachungsbehörden übermitteln.
Bei den in Österreich ausgeforschten Verdächtigen handelt es sich ausschließlich um Käufer von Kinderpornografie, der jüngste ist 17 Jahre alt, der älteste 69. "Es geht durch alle Gesellschaftsschichten, von Lehrlingen über Studenten bis zu Beamten", wurde betont. Die Produzenten der Videos dürften, wie so oft in derartigen Fällen, ungeschoren davonkommen, weil ihre Ausforschung durch die verschachtelte, länderübergreifende Organisation äußerst schwierig ist. Kriminalistische Erfahrungen sprechen dafür, dass Täter und Opfer aus Osteuropa oder Ostasien stammen.
[7. Februar 2007]
Totale Überwachung der Internetbenutzer
Mit welchen Mitteln die Polizei gegen Internetbenutzer vorgeht, wurde schon im Jahre 2000 bei einer Großaktion gegen angebliche oder wirkliche Kinderpornoliebhaber gezeigt. Man kann annehmen, daß gegen Liebhaber von politisch unkorrekten Internetseiten mit ähnlichen Methoden gearbeitet wird.
T-Online war Anfang Juli 2000 auf eine Homepage mit kinderpornographischen Inhalt aufmerksam geworden, die auf Bitte der Pornojäger im Bundeskriminalamt (welche Qualifikation braucht man für diesen Job?) bis September weiter betrieben worden war, um Besucher der Seite über deren IP-Nummer zu registrieren. Die von T-Online gehostete Seite sei eine private Homepage gewesen und von Baden - Württemberg aus betrieben worden, hieß es. Wurde sie vielleicht vom Bundeskriminalamt selbst betrieben, zwecks Arbeitsbeschaffung für die Pornojäger ?
Dafür spricht die Behauptung der Pornofahnder, daß der Betreiber der Seite nicht ermittelt werden konnte. Das ist sehr merkwürdig, denn wenn man die Besucher einer Seite ermitteln kann, dann kann man noch viel eher denjenigen ermitteln, der dort die Bilder abspeichert und für seinen Webzugang eine monatliche Gebühr zu zahlen hat.
Der Internet - Zugangsanbieter AOL Deutschland hat nach eigenen Angaben 10 000 Adressen von Rechnern, mit denen die Homepage besucht wurde, an die Behörden gegeben. Da die Seite auf Wunsch der Behörden solange in der BRD betrieben werden konnte, dürfte es sich um Material ähnlich den Photos in FKK - Zeitschriften gehandelt haben, die man noch vor zwei Jahren in jeder Bahnhofsbuchhandlung kaufen konnte. Der Besitz von Kinderpornographie wurde erst vor wenigen Jahren per Anlaßgesetzgebung unter Strafdrohung gestellt, und zwar auf Betreiben von PolitikerInnen, die den Sinn eines Sexualstrafrechtes nicht begriffen haben. Allerdings werden durch dieses neue Gesetz einem Heer von unproduktiven Bürokraten und Schnüfflern sichere Arbeitsplätze auf Kosten der Steuerzahler geschaffen
Jedenfalls wurde am 28. September 2000 bundesweit eine Großaktion mit Hausdurchsuchungen und Beschlagnahme von Computern und Festplatten in Privatwohnungen und Geschäftsräumen eingeleitet, ähnlich wie beim Kampf gegen rechts. In Sachsen-Anhalt wurden nach Behördenangaben am 28. 9. 60 Privatwohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Dabei seien 20 Computer sowie Tausende von Disketten und Videos beschlagnahmt und Hinweise zu weiteren Personen gefunden worden. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden nach Angaben des Landeskriminalamtes in Düsseldorf 258 Strafverfahren eingeleitet. Nach Angaben des Landeskriminalamtes Sachsen-Anhalt wurde von Baden-Württemberg aus ein Sammelverfahren an Strafermittlungen gestartet worden. Das Landeskriminalamt in Stuttgart wollte dies jedoch unter Hinweis auf eine größere Anzahl laufender Ermittlungen nicht bestätigen. Den durch Jugendschützer erhobenen Vorwurf der Untätigkeit weist die Internet - Branche entschieden von sich. Die vorhandenen Gesetze nähmen die Provider in die Pflicht, hieß es in mehreren Unternehmen. Die deutschen Anbieter versuchen intensiv gemeinsam, auf derartige Inhalte aufmerksam zu werden.
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Bei Hausdurchsuchungen am 28. 9. 2000 beschlagnahmte
"Kinderpornographie", früher bekannt als FKK-Magazine..Wenn AOL die Adressen der Benutzer von Kinderpornoseiten an die Behörden weitergegeben hat, so kann man annehmen, daß ebenso die Adressen von Besuchern z. B. rechter Musikseiten an die Behörden weitergegeben werden. Wahrscheinlich kann man viele Hausdurchsuchungen in jüngster Zeit mit Beschlagnahme "volksverhetzender" Musikdateien bei angeblich Rechtsradikalen so erklären.
[29. September 2000]
Am 2. Oktober 2000 gab der italienische Staatsanwalt Alfredo Ormanni indirekt zu, daß in einem dortigen Kinderpornoskandal von den Pornofahndern selbst eine Kinderporno-Webseite betrieben wurde. Gegen 1700 Interessenten, die dort bestellen wollten, wurde Strafanzeige erstattet.
[2. Oktober 2000]