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Nach einer streng geheimen Polizeiaktion gegen die Betreiber einer islamistischen Webseite und der Festnahme von insgesamt drei angeblichen Al Kaida-Sympathisanten zeigte sich der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde von Wien als erster informiert und nutzte sofort die Gelegenheit, um von Terror und "gezielten Tötungen" andderswo abzulenken. Die Zahl der Sympathisanten des "Terrornetzwerks Al Kaida" in Österreich habe in den vergangenen Wochen "massiv zugenommen". Das behauptete der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG), Ariel Muzicant, am Vormittag des 12. 9. 2007 auf einer Pressekonferenz in Wien unter Berufung auf Informationen aus der Polizei. Muzicant sprach sich in diesem Zusammenhang für eine "Revision" der Politik gegenüber den Muslimen aus. Deren Führer sollten stärker in die Pflicht genommen werden, die Sympathisanten der Terroristen zu bekämpfen. Die österreichische Bundesregierung war dagegen zu diesem Zeitpunkt noch garnicht informiert, denn Kanzler Gusenbauer (SPÖ) erklärte, es sei nichts über eine Rekrutierungen von Al Kaida-Sympathisanten in Österreich bekannt. Vom Innenministerium gebe es keine diesbezüglichen Berichte, sagte Gusenbauer im Pressefoyer nach dem Ministerrat am 12. 9. auf entsprechende Aussagen vom Präsidenten der Israelischen Kultusgemeinde angesprochen. Man kann daher annehmen, dass die Tentakel der Israel-Lobby bis in höchste Kreise der Exekutive reichen. Die Vertreter der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich nahmen wie folgt zu den Angriffen Muzicants Stellung: Dass der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde unvermittelt das gute Gesprächsklima mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft kündigt, indem er in den Raum stellt, es gebe tausende Terrorsympathisanten unter den Muslimen, gegen die seitens offizieller muslimischer Vertreter nicht vorgegangen werde, ist zutiefst bestürzend. Jedes populistische sich auf dem Rücken der Muslime in Österreich zu profilieren Suchen, weisen wir auf das Schärfste zurück. Diesen Frieden sehen wir massiv gefährdet, wenn von verschiedensten Seiten der Generalverdacht des Terrorismus oder der Sympathie damit gegen Muslime aufgebracht wird. Eindringlich möchten wir darum vor jeder Hysterie warnen, die letztlich genau jenen Extremisten in die Hände spielen würde, die eine Unvereinbarkeit zwischen dem Islam und dem Westen zu konstruieren suchen. Innermuslimisch nehmen wir unsere Verantwortung in der Aufklärung und vor allem Bildung der Jugend sehr ernst. Bisher können wir auch beobachten, dass radikale Positionen in Moscheegemeinden einfach keinen Rückhalt finden würden –eine Art Selbstreinigungsprozess greift. Gleichzeitig haben sich auch Imame des ernsten Themas angenommen, machen deutlich wie der Begriff des Dschihad nicht missbraucht werden dürfe und rufen zu Wachsamkeit auf. Bei einem begründeten Verdachtsmoment seien die zuständigen Behörden zu informieren. Die drei mutmaßlichen Islamisten, die im Verdacht stehen, für das Video verantwortlich zu sein, in dem Österreich mit Anschlägen bedroht worden war, sollen laut Innenminister Günther Platter (ÖVP) einen Al-Kaida-Hintergrund gehabt haben. Am 12. 9. 2007 wurden zwei Männer und eine Frau in einer Gemeinschaftsaktion von Wiener Polizei, Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) sowie der Antiterror-Einheit "Cobra" festgenommen. Von der Gruppe - ein 22-Jähriger und dessen 20-jährige Frau sowie ein weiterer 26-jähriger Mann, die allesamt österreichische Staatsbürger und Muslime sind - ist "keine direkte Gefahr für Österreich ausgegangen", so Platter bei einer Pressekonferenz. Die Festnahmen erfolgten nach einem "Großen Lauschangriff". Im Zuge der Amtshandlung wurden am Nachmittag des 12. 9. Hausdurchsuchungen durchgeführt. Es habe sich um eine Art Franchise-Ableger des Terrornetzwerks gehandelt, nicht um eine Zelle. Die Verdächtigen wurden seit Monaten auf Schritt und Tritt observiert, ihre Telephongespräche sowie E-Mails abgehört bzw. gelesen, ja es wurden sogar Abhörgeräte in ihren Wohnungen installiert. Es ist daher anzunehmen, dass Agenten von Geheimdiensten das Vertrauen der Al Kaida Sympathisanten gewonnen hatten, wenn es nicht sogar eine "Sting"-Operation nach CIA-Art war, wo Agenten erst die Terroristen organisieren und sogar mit Sprengstoffen etc. versorgen. Bei einer kürzlich in der BRD festgenommenen Terrorgruppe wurde bereits zugegeben, dass der entscheidende Hinweis vom CIA kam, denn Rest kann man sich ausmalen. Die westliche Wertegemeinschaft braucht zur Rechtfertigung der Morde an zehntausenden Zivilisten im Irak, Palästina und Afghanistan immer wieder sensationelle Meldungen über eine terroristische Bedrohung des Westens. [12. September 2007]
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