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Die Leiterin des Berliner Büros des American Jewish Committee hat die zunehmende Unkenntnis der Deutschen über den Holocaust als "Besorgniserregend und enttäuschend" bezeichnet. "Wenn im Land des Holocaust nur 77 Prozent 'Auschwitz' als Name eines ehemaligen Konzentrationslager einordnen können, dann ist das ein Indikator dafür, dass die Methoden nicht mehr haltbar sind, mit denen Wissen über den Holocaust vermittelt wird", sagte sie laut der Tageszeitung "Die Welt" vom 19. 5. 2005. Auch die geringen Sympathiewerte, die die Deutschen den Juden sowie Israel entgegenbringen, seien ein "bedenkliches Signal", sagte sie den Angaben zufolge. Laut einer aktuellen Umfrage des American Jewish Committee (AJC) New York sind 42 Prozent der Deutschen der Meinung, Juden würden die Erinnerung an den Holocaust für ihre eigenen Zwecke ausnutzen, wie "Die Welt" berichtete. Nur 22 Prozent erklärten, sie fänden Juden sympathisch. Außerdem verbänden der Umfrage zufolge nur 77 Prozent die Namen Auschwitz, Dachau, Treblinka mit den ehemaligen Konzentrationslagern, berichtete die Zeitung. Und nur jeder zweite in Deutschland Befragte (49 Prozent) wisse die richtige Zahl von sechs Millionen in der Nazizeit ermordeten Juden in Europa. Die Unkenntnis über den Holocaust und insbesondere über die Zahl von 6 Millionen ermordeter Juden ist besonders erstaunlich, wo doch durch extra zu diesem Zweck geschaffene strenge Gesetze dafür gesorgt wird, dass jeder Zweifel an dieser Zahl als Volksverhetzung juristisch streng geahndet wird. So wurden laut Bundesamtes für Verfassungsschutz in den Jahren 1994 bis 2004 in der BRD 103.546 Verurteilungen, meist zu Haftstrafen, wegen sog. Volksverhetzung, insbesondere in der Form der Verbreitung unerlaubter Meinungen zum Holocaust ausgesprochen.
Außerdem sollte man glauben, dass KZ-Gedenkfeiern und erzieherische Aussagen der Politiker mehr Wirkung beim ungebildeten Volk haben könnten. So werden von höchsten Regierungsvertretern z. B. immer wieder Orte deutscher Verbrechen aufgesucht und Schuldbekenntnisse abgegeben, worin der frühere BRD-Präsident Rau besonders brillierte. Der jetzige Präsident Horst Köhler (erhielt Vornamen zu Ehren von Horst Wessel, sein Bruder wurde Adolf getauft...) erklärte unlängst in Israel, nachdem er stundenlang andächtig in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vaschem weilte, der Holocaust sei Teil der deutschen Identität. Trotzdem gibt es dann solche Antworten auf Meinungsumfragen, die ja sogar Grund für eine Anklage wegen Volksverhetzung wären. [19. Mai 2005] |