Proteste gegen Papst und Holocaust-Leugner Die Anti-Defamation League hat mit Anzeigen in der New York Times und der International Herald Tribune am 14. 5. 2001 auf die Aussagen von Syriens Staatschef Bashar al-Assad am 5. Mai 2001 anläßlich des Papstbesuchs in Damaskus reagiert: "Johannes Paul II., wir sind zutiefst betrübt über Ihr Schweigen", heißt es unter den einschlägigen Zitaten. Am selben Tag in denselben Zeitungen schaltete das American Jewish Committee ein ganzseitiges Inserat, unter dem Titel "Die große Lüge lebt noch" werden Statements nahöstlicher Zeitungen aufgeführt, in denen der Holocaust geleugnet oder verherrlicht wird.
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Papst J. Paul II. und Präsident B. Assad am 5. 5. 2001Papst Johannes Paul II. besuchte am 5. 5. 2001 die syrischen Hauptstadt Damaskus. Dort nahm er an einem ökumenischen Treffen in der griechisch-orthodoxen Kathedrale teil. Der Papst, der von Staatspräsident Baschar el Assad begrüßt wurde, rief bei seiner Ankunft in Syrien die Konfliktparteien im Nahen Osten zu Frieden und Versöhnung auf.
Ein wahrer und dauerhafter Frieden könne nur erreicht werden, wenn Juden, Moslems und Christen zu einer "neuen Einstellung des Verständnisses und Respekts" fänden, sagte der Papst. Mit seiner Absage an jegliche gewaltsame Gebietsaneignungen schien er sich in seiner Ansprache besonders gegen die israelischen Besatzungspolitik zu richten.
Präsident Assad empfing den Johannes Paul II. in Begleitung von moslemischen und christlichen Geistlichen. von den 17 Millionen Einwohnern Syriens sind 2,4 Millionen Christen.
Assad äußerte sich negativ über die Rolle der Juden bei der Verfolgung von Christus. Die Juden hätten Jesus Christus "verraten und gefoltert" (laut Koran ist Jesus nicht am Kreuz gestorben) und sich gegen den Propheten Muhammad gestellt. Dabei handelt es sich um Ansichten, die im Koran vertreten werden.
[15. Mai 2001]
Leugnung des Holocausts bei Konferenz in Teheran Bei einer Konferenz von Delegierten islamischer Staaten am 24. 4. 2001 in Teheran erklärte der oberste religiöse Führer Irans, Ayatollah Ali Khamenei, die Opferzahlen des Holocausts seien durch eine Verschwörung der Zionisten und Nationalsozialisten aufgebauscht worden und dienten dazu, Vorteile für Israel zu erreichen. Durch die Berichte über den Holocaust soll auch von den Verbrechen Israels an den Palästinensern abgelenkt werden. Damit hat Ayatollah Khamenei offensichtlich das BRD - spezifische Delikt der "Volksverhetzung" begangen, das nach neuesten Erkenntnissen von BRD Justizexperten auch bei Ausländern im Ausland verfolgt werden kann. So wurde z. B. im Vorjahr ein Australischer Wissenschaftler gerichtlich belangt, der ebenfalls den Holocaust anzweifelte. Vielleicht wird alsbald ein Haftbefehl gegen Khamenei erlassen werden.
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Die religiösen und weltlichen Würdenträger Khatami, Khamenei, Mohtashemi und Nasrallah bei der Palästina - Solidaritätskonfernz am 24. April 2001 in TeheranBei seiner Rede in Teheran forderte Khamenei weiters die Delegierten von 30 Staaten auf, die Palästinenser in ihrem Kampf um das Selbstbestimmungsrecht zu unterstützen. Der Präsident des Iran, Mohammed Khatami, forderte Sanktionen gegen Israel und die Einrichtung eines Kriegsverbrechertribunals in Palästina. Der Führer der Hezbollah, Hassan Nasrallah, erklärte den Delegierten, die Vertreibung der israelischen Besatzung aus dem Südlebanon im Vorjahr solle den Palästinensern als Beispiel dienen. Der Sekretär der Konferenz, Ali Akbar Mohtashemi, erklärte, die Konferenz soll die Einheit der palästinensischen Gruppen und ihrer Verbündeten festigen. Vertreter der Palästinenser forderten eine Resolution, die die Abhaltung einer Volksabstimmung unter den ursprünglichen Einwohnern Palästinas vorbereiten soll.
[24. April. 2001]
Revisionistenkongreß unter Druck abgesagt Der vom Schweizer "Holocaust-Leugner" Jürgen Graf geplante Revisionisten-Kongreß in Beirut findet nicht statt. Die von Graf geführte Organisation "Verite et Justice" sagte das für Ende März geplante Treffen ab, nachdem die libanesische Regierung interveniert hatte.
In einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme vom 23. 1. 2001 schreibt Verite et Justice, die libanesische Regierung habe die Konferenz unter dem Einfluß von «gewissen Figuren» verhindert. Der Kongreß über Revisionismus und Zionismus werde an einem anderen Ort stattfinden, in einem Land, das Drohungen und Erpressungen nicht nachgebe. Das kalifornische Institute for Historical Review, das zur Teilnahme an der Konferenz aufgerufen hatte, warf der libanesischen Regierung gleichzeitig vor, sie habe dem Druck der jüdischen Organisationen, der USA und anderer ausländischer Regierungen nachgegeben. Der libanesische Ministerpräsident Rafik Hariri hatte am vergangenen 22. 3. 2001 erklärt, seine Regierung werde die Durchführung der geplanten Zusammenkunft von Revisionisten nicht erlauben. Es bestehe kein Bedarf für eine solche Konferenz. Das in Los Angeles ansässige Simon Wiesenthal Center begrüßte die Entscheidung der libanesischen Regierung und sprach von einer außergewöhnlichen Entwicklung. Das Simon Wiesenthal Center hatte die Regierungen der USA und der Schweiz auf das geplante Treffen in Beirut aufmerksam gemacht und diese zu diplomatischen Schritten aufgefordert. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hatte sich darauf in einer Demarche bei der libanesischen Regierung in aller Form von der Person Grafs distanziert.
[24. März 2001]
Wiesenthal-Center sucht "Holocaust-Leugner" Der Schweizer Schriftsteller Jürgen Graf soll eine zentrale Rolle bei der Organisation eines Revisionisten-Kongresses in Beirut (Libanon) spielen. Das Simon Wiesenthal Center rief die Schweizer Behörden zu einer Untersuchung auf. Die Berner Behörden erklärten am 13. 2. 2001, sie hätten keine Kenntnis von der neuen Entwicklung.
Die von Graf angeführte Organisation Verite et Justice tritt laut einer Ankündigung des kalifornischen Institute for Historical Review (IHR) als Organisatorin einer internationalen Konferenz zum Thema «Revisionismus und Zionismus» auf, die vom 31. März bis zum 3. April in Beirut stattfinden soll. Das IHR macht in einem Aufruf im Internet auf die Konferenz und die Schweizer Organisatoren aufmerksam. Das Simon Wiesenthal Center in Los Angeles intervenierte nach eigenen Angaben bei den Schweizer Behörden und forderte sie auf, weitere rechtliche Schritte gegen Graf und dessen Organisation einzuleiten.
In den Bundesämtern für Polizei und für Justiz hieß es am 13. 2., man habe keine Kenntnis von dem Vorstoß des Simon Wiesenthal Centers, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. Und auch die Basler Staatsanwaltschaft, die im vergangenen Sommer ein neues Verfahren gegen Graf eröffnet hatte, war über die jüngste Entwicklung nach eigenen Angaben nicht informiert. Das Verfahren gegen Graf sei aber vor rund einer Woche wegen weiterer Publikationen des Holocaust-Leugners im Internet erweitert worden, sagte Staatsanwaltschaftssprecher Peter Gill.
Graf war im Juli 1998 vom Bezirksgericht Baden im Kanton Aargau wegen Verstoßes gegen das neue Anti - Rassismusgesetz bzw. Leugnung des Holocausts zu einer Gefängnisstrafe von 15 Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Nach der Bestätigung dieses Urteils durch das Bundesgericht im April 2000 hätte Graf die Gefängnisstrafe antreten sollen. Er tauchte jedoch unter und wurde inzwischen zur Fahndung ausgeschrieben.
Nach Informationen aus dem Internet soll sich Graf in den Iran abgesetzt haben. So berichtet auch das IHR auf seiner Homepage, Graf sei nach einer Reise durch Polen, Russland, die Ukraine und die Türkei am 17. November in Teheran eingetroffen und dort willkommen geheißen worden. Angeblich aus dem Exil in Teheran stammen auch die jüngsten Publikationen Grafs im Internet, die die Basler Staatsanwaltschaft zur Erweiterung des Strafverfahrens veranlaßt hatten. Laut Gill ist aber nicht erwiesen, daß es sich um neue Schriften handelt. Auch für den Aufenthalt Grafs in Teheran gebe es keine Bestätigung.
[13. Februar 2001]
Holocaust - Leugner in der Schweiz Mitte Juli 1998 verurteilte ein Schweizer Gericht den 79-jährigen G. Förster wegen Verstoßes gegen das Anti - Rassismusgesetz zu einer Gefängnisstrafe von 12 Monaten. Er wurde für schuldig befunden, Bücher des Baslers J. Graf verlegt zu haben, in denen dieser die Vergasung von Juden in Frage stellte. Der 48jährige Graf selbst wurde zu 15 Monaten Haft verurteilt.Beide wurden außerdem zu einer Geldbuße von je 8000.- Franken verurteilt.
[13. August 1998]