Leni Riefenstahl wegen Leugnung des Holocausts angezeigt

Ein Verein "Rom e. V." stellte am 2. 8. 2002 einen Strafantrag gegen die Regisseurin Leni Riefenstahl wegen "Leugnung des Holocausts" bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Sie habe sich direkt des NS-Lagersystems bedient, um Komparsen für ihre Filme zu requirieren. "Um dies zu vertuschen, scheute sich Frau Riefenstahl nicht, die Zwangsarbeit und die spätere Ermordung ihrer Statisten aus den Reihen der Sinti und Roma bis heute zu verharmlosen, und zu leugnen", sagte ein Sprecher des Vereines "Rom" in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). 

Ferner fordert der Verein "Rom" Wiedergutmachungszahlungen von Riefenstahl, da sie bei Herstellung des Filmes "Tiefland" Zigeuner zu Zwangsarbeit als Komparsen gezwungen habe.  Außerdem wurde eine Unterlassungsklage gegen Riefenstahl erwirkt, nach der Riefenstahl die Aussage verboten wird, den Mitwirkenden im Film Tiefland sei nichts passiert und sie habe alle nach Kriegsende wiedergesehen.

Riefenstahl
Die Regisseurin Leni Riefenstahl (r.) bei einer Szenenbesprechung im September 1934

Mit der US-Schauspielerin Jodie Foster in der Hauptrolle soll das Leben Leni Riefenstahls verfilmt werden. Die Künstlerin, die am 22. August 100 Jahre alt wird betonte, daß eigentlich ein Vertrag über den Film gemacht werden sollte. Doch dieser sei gescheitert, weil sie eine Zusicherung wollte, daß ihre Memoiren wahrheitsgetreu verfilmt werden.

Die 1902 in Berlin geborene ehemalige Tänzerin fing in den 20er Jahren mit Filmen wie "Der heilige Berg", "Das blaus Licht" an und dokumentierte später den Reichsparteitag von Nürnberg 1934 in "Triumph des Willens" und die Olympischen Spiele 1936. Nach dem Krieg widmete sich Riefenstahl der Fotografie, machte aber auch volkskundliche und wissenschaftliche Dokumentarfilme. Riefenstahl bezeichnet Willensstärke als ihre typische Charaktereigenschaft.

[22. August 2002]

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