Rabbinerkonferenz in Wien

Mehr als hundert Rabbiner sind am 1.Februar 2004 zu einer Konferenz nach Wien gekommen, bei der es um jüdische Bildung in den EU-Erweiterungsstaaten und deren Finanzierung gehen wird. Die Konferenz wird von dem in Brüssel ansässigen "Rabbinical Center of Europe" gemeinsam mit der Ronald S. Lauder Foundation veranstaltet und vom Wiener Jewish Welcome Service unterstützt. 

Erwartet und vom Wiener Bürgermeister Michael Häupl sowie Bundespräsident Klestil empfangen wurden u.a. die Oberrabbiner von Israel und Russland, Yona Metzger und Berl Lazar, sowie der hohe US-Rabbiner Yechezkel Besser. Der Oberrabbiner Israels segnete Bundespräsident Klestil und EU-Kommissionspräsident Prodi durch Handauflegen....

Rabbinerkonferenz
Auch EU-Kommissionspräsident Romano Prodi kam nach Wien zur Rabbinerkonferenz.... 

Im derzeit gespannten Verhältnis mehrerer jüdischer Organisationen zur EU-Kommission, der sie Untätigkeit gegenüber einem angeblich wachsenden Antisemitismus vorwerfen, sucht das der Chabad-Bewegung nahestehende Brüssler Rabbinical Center einen eigenen Weg: Es geht um religiöse Bildung und Kultur sowie um das Wissen darüber - unabhängig vom Nahostkonflikt. Kommissionspräsident Prodi ist kam überraschender Weise auch für einen Tag zu dieser Konferenz.

Ronald S. Lauder, von 1985-86 US-Botschafter in Österreich, fand hier sein Engagement für die Wiederbelebung des jüdischen Erbes auf dem Gebiet der ehemaligen Habsburgermonarchie, wo auch seine Familie (Kosmetikimperium Estée Lauder) ihre Wurzeln hat. Seither finanziert seine Stiftung jüdische Bildungseinrichtungen in 15 Staaten Zentral- und Osteuropas, darunter auch die Chabad Lauder Schule in Wien.
"Hier in Wien wurden die Kinder armer Flüchtlinge aus der Sowjetunion bis zur Universitätsreife gebracht", sagt der Leiter des Jewish Welcome Service. Wien könnte, mit dem wichtigen jüdischen Anteil an seiner Kulturgeschichte, weiterhin Brücken zum Osten schlagen, wo das jüdische Leben vielerorts zerstört worden ist. Auch die österreichische Bundesregierung sorgt mit immer neuen Wiedergutmachungszahlungen für Wohlwollen. Dafür werden die Renten der Österreicher gekürzt, erstmals in der Geschichte der 2. Republik bekommen 2004 zehntausende  Rentner im neuen Jahr netto weniger Rente als im vorhergehenden Jahr. 

[1. Februar 2004]

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Bill Gates besuchte Wien

Der erste internationale und interaktive Consulting-Kongreß fand am 28. Januar 2004 in den Räumen der Industriellenvereinigung in Wien, Schwarzenbergplatz statt und sollte eine internationale Plattform für den Beratermarkt schaffen. Prominenter Gast war Bill Gates, der Gründer von Microsoft.

com.sult 04 ermöglichte es jedermann, eine Frage an Bill Gates zu stellen und so eine Eintrittskarte für den  Kongreß zu gewinnen. Es wurde unter allen eingereichten Fragen die Beste ausgewählt. Der Gewinner erhielt die Möglichkeit am com.sult 04 teilzunehmen und die Frage von Bill Gates persönlich beantwortet zu bekommen.

Auch in Wien gibt es Bestrebungen, in Verwaltung und bei Behörden das Linux-Betriebssystem zu verwenden. Bill Gates wollte wahrscheinlich dafür sorgen, daß Wien nicht wie München vollkommen auf Linux umstellt. dort wurde Stellvertreter Palmer hingeschickt, der aber die Einführung von Linux in München nicht verhindern konnte.

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US-Justizminister Ashcroft besuchte Wien

Auch US-Justizminister John Ashcroft stattete Österreich einen offiziellen Besuch ab. Die Zusammenarbeit Österreichs mit den USA in der sog. Terrorbekämpfung standen im Zentrum der bilateralen Gespräche.

Ashcroft kam am 25. Januar 2004 am Flughafen Wien-Schwechat an und wurde nicht von seinem Amtskollegen Böhmdorfer (FPÖ) sondern von Innenminister Strasser (ÖVP) begrüßt. Im Zuge seines Österreich-Besuches wird der US-Justizminister am 26. 1. um 10 Uhr auch mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) zusammentreffen. Den Amtskollegen Böhmdorfer wollte Ashcroft nicht treffen, da dieser zur FPÖ-Regierungsmannschaft gehört. Der hätte ihm vielleicht die Frage stellen können, warum Präsident Waldheim noch immer auf der "Watch-List" ist und nicht in das gelobte Land USA einreisen darf..

Im Hinblick auf den Besuch des amerikanischen Justizministers John Ashcroft lobte Innenminister Strasser die "sehr partnerschaftliche Zusammenarbeit" der US- und der österreichischen Sicherheitsbehörden. In guter Zusammenarbeit mit den amerikanischen Behörden würden anstehende Fragen aufgearbeitet. "Für die österreichischen Behörden gilt natürlich ausschließlich die österreichische Rechtslage, was die USA auch akzeptieren", behauptete der Innenminister, scheinbar in Hinblick auf die bekannten Völkerrechtsbrüche der USA. Er gehe mit "klaren rechtsstaatlichen Grundsätzen an die Gespräche mit den US-Partnern heran".

Der US-Justizminister interessiere sich für die seit rund 20 Jahren im Einsatz befindlichen österreichischen "Sky Marshalls", die österreichische Flüge in den Nahen Osten und auch in andere Teile der Welt begleiteten. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 habe es keine Hinweise auf Hijack-Versuche österreichischer Flüge gegeben, sagte Strasser auf eine entsprechende Frage.

Ashcroft ist mitbeteiligt an der allmählichen Abschaffung der fundamentalen Grund- und Freiheitsrechte in den USA, die die  Bush-Cheney Junta unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung auch in aller Welt betreiben will. Das völkerrechtswidrige Gefangenenlager in Guantanamo auf Cuba ist das augenfälligste Merkmal dieser Politik. Allerdings kann Ashcroft von der österreichischen Gesetzgebung und Justiz noch lernen, wie man Leute wegen reiner  Meinungsäußerungen zu zeitgeschichtlichen Fragen ins Gefängnis bringen kann, so weit ist man in den USA noch nicht...

[26. Januar 2004] 

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