Protest gegen Abtreibungszentrum in der Lugner-City

Gegen ein neu eröffnetes "Abtreibungszentrum" protestierte der katholische Verein "Jugend für das Leben" und Abtreibungsgegner am 1. 2. 2007 vor dem Shopping-Center "Lugner-City" im 15. Wiener Gemeindebezirk. Umringt von Polizisten und Journalisten demonstrierten laut Polizei rund 100 Personen, darunter der Jugendliche mit Transparenten wie "Kindertod im Angebot?" und "Abtreibung raus aus dem Lugnerhaus". 

Da sich die Klinik im Komplex der Lugner City befindet, sprechen sich die Abtreibungsgegner in Aussendungen gegen eine "neue Dimension der Kultur des Todes" aus.

An der Veranstaltung nahmen auch Vertreter der Kirche Teil: der Salzburger Weihbischof, Mons. Andreas Laun, der Kurat des Stephansdoms Hw. Franz Schlegl, drei Mitglieder der Brüder des Heiligen Johannes, mehrere Priester – sogar ein Pater der Piusbruderschaft – und mehrere Ordensschwestern.

Auch Protestanten und Freikirchler schlossen sich dem Protest an. Die Organisatoren hoffen beim nächsten Mal auch auf muslimische Unterstützung.

Die Forderungen der Lebensschützer wurden von Julia Blaimschein – Vizepräsidentin der Lebensorganisation ‘Jugend für das Leben’ – auf einer Pressekonferenz auf den Punkt gebracht:

„Wir fordern Herrn Lugner auf, damit aufzuhören, aus dem Tod ungeborener Menschen und der Verzweiflung schwangerer Mütter Profit zu schlagen.“

In kürzester Zeit haben bisher mehr als 3.000 Leute unterschriftlich erklärt, nicht im Einkaufszentrum ‘Lugner-City’ einkaufen zu wollen.

Während der Demonstration waren zahlreiche Plakate zu sehen. Auf ihnen konnte man unter anderem lesen:

„Menschenrechte auch für Ungeborene“ „Abtreibung tötet“
„Kindertod im Angebot?“ „Abtreibung raus aus Lugnerhaus“
„Lugner sei ein Held, schau nicht nur auf das Geld“
„Mutterherz, spürst du den Schmerz?“
„Gleiche Rechte für ungeborene Frauen“
„Männer seid keine Weicheier: Steht zu euren Kindern!“
„Lugner City: Hier ist Abtreibung ein Geschäft.“

Die Aussage „Kindstod im Angebot“ schien den Sozialdemokraten am meisten aufzustossen. Die SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer bezeichnete die Aussage „Kindstod im Angebot“ als „hetzerische Methode“.

Lugner-City

Die Medien versuchten den Eindruck zu erwecken, daß sich die Demonstration vor allem gegen den Standort der Kindertötungsstätte richte. Doch Weihbischof Laun erklärte vor den Demonstranten: Es geht uns nicht vorrangig darum, wo die Kinderabtreibungen sind, sondern daß dabei Menschen umgebracht werden. Der Weihbischof zog auch einen indirekten Vergleich mit den nationalsozialistischen Völkermorden: Heute frage sich jeder, wie die Greuel der Nationalsozialisten geschehen konnten. Der Weihbischof zeigte sich überzeugt, daß kommende Generationen dieselbe Frage über die Kinderabtreibung stellen werden.

Die Kundgebung der Abtreibungsgegner zog auch knapp zwanzig, linke Gegendemonstranten an, die das Einkaufszentrum verteidigten. Sie gehörten zu extremistischen und  Splittergruppen wie einem „kommunistischen Studentenverband“ oder einer „Grünalternativen Jugend“. Sie skandierten u. a.: „Hätte Maria abgetrieben, wär’ uns was erspart geblieben“.

In Hinblick auf die Protestkundgebung soll sich Baumeister Richard Lugner mit der Aussage: „Diese Frauen sind ja auch Menschen, nicht nur die Kinder“ verteidigt haben. Lugner betonte dabei ausdrücklich, ein Katholik zu sein. Lugner wies auch darauf hin, dass er vier Kinder gezeugt habe, die nicht abgetrieben wurden. Außerdem befinde sich im Lugner-Einkaufszentrum ohnehin schon eine Gynäkologin, die vielleicht auch Abtreibungen vornehme.....

Weihbischof Laun erklärte am 2. 2. 2007 vor ‘kath.net’, daß Richard Lugner ipso facto exkommuniziert sei.

Lugner wies darauf hin, dass in dem Zentrum nur innerhalb der in Österreich gesetzlich geltenden Frist Abtreibungen durchgeführt werden und sich die Einrichtung daher klar an die juristischen Bestimmungen halte.

Würde er auf Grund der Abtreibungsklinik exkommuniziert werden, so Lugner, müssten auch der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) mit dem Kirchenbann belegt werden, da sowohl in Krankenanstalten des Landes als auch des Bundes Abtreibungen durchgeführt werden.

Bischof Laun hatte in einem Interview gegenüber Kath.net erklärt, Lugner sei exkommuniziert, und sich dabei auf den Katechismus berufen. Darin heißt es: "Die formelle Mitwirkung an einer Abtreibung ist ein schweres Vergehen. Die Kirche ahndet dieses Vergehen gegen das menschliche Leben mit der Kirchenstrafe der Exkommunikation."

"Da Lugner durch die Zulassung von Abtreibungen in seinem Einkaufszentrum an der Abtreibung 'mitwirkt', ist er von der Bestimmung betroffen und ist exkommuniziert", so Laun in Kath.net. Ursprünglich hatte sich Laun laut  kath.net auf das Kirchenrecht berufen, das wurde später auf "Katechismus" korrigiert.

Der Wiener Kirchenrechtler Bruno Primetshofer widersprach der Interpretation Launs. Das treffe nicht zu, stellte er fest. Der Katechismus, auf den sich Laun berufe, sei irrelevant, da er kein Gesetzbuch darstelle....Die Exkommunikation betreffe lediglich denjenigen, der aktiv eine Abtreibung vorgenommen habe, und die Frau, welche diese vornehmen lasse, Lugner ist in keinem Fall betroffen davon.

Der Wiener Kardinal  Schönborn hatte sich über seinen Pressesprecher zunächst gegen eine Exkommunizierung Lugners ausgesprochen, nach einigen Tagen äußerte er aber in einem  Interview in der Kronenzeitung, dass auch er über die Abtreibungsklinik im Einkaufszentrum empört sei. 

Ziemlich genau vor einem Jahr hat Lugner eine bereits zugesagte Aufführung des Aufklärungsfilmes "Geheimakte Heß" in der Lugner-City unter Vertragsbruch abgesagt, weil einige Linksradikale und Zionisten dagegen protestiert hatten. Die Proteste gegen Abtreibungen lassen ihn dagegen kalt. 

In Wien werden seit längerem Abtreibungen an sechs städtischen Spitälern durchgeführt. Darüber hinaus gibt es zwei darauf spezialisierte Kliniken: das Ambulatorium am Fleischmarkt und das Ambulatorium Gynmed am Wiener Westbahnhof.

[5. Februar 2007]

Kinderlosigkeit durch falsche Steuerpolitik >> 


 
Rund 30 Abtreibungsgegner haben Vormittag des 2. 4. 2005 gegen die Schwangerschaftsabbrüche im Salzburger Landeskrankenhaus demonstriert.

Die Demonstraten sind um 9.00 Uhr von der Elisabethkirche in Salzburg-Itzling betend zum Landeskrankenhaus marschiert. Dort haben sie gegen Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) und die Spitalsleitung protestiert, die die Abtreibungen durchführen wollen.

"Man kann nicht ein soziales oder ein psychisches Problem mit medizinischen Mitteln lösen", sagt Dietmar Fischer von der Bewegung "Ja zum Leben".

Die Klinikleitung hat den Abtreibungsgegner das Betreten das Krankenhausareals verboten. Christian Fiala, Leiter der Gynmed-Ambulanz, kritisiert die Abtreibungsgegner heftig und behauptete, man würde Frauen direkt in den Tod schicken, wenn Abtreibungen verboten wären und die Frauen zu "Engelmacherinnen" gehen müßten. Deshalb sei es für ihn ein "unerträglicher Zynismus", wenn sich Abtreibungsgegner als Lebensschützer bezeichneten....

Vor einem dreiviertel Jahr hatte der Streit um die  Abtreibung dazu geführt, dass die ÖVP die Regierungskoalition mit den Sozialdemokraten beenden wollte. Die ÖVP hat dann aber einen Rückzieher gemacht.

[2. März 2005]

Lichterkette für die Ungeborenen vor den Salzburger Landeskliniken

Am 20. Dezember 2004 bildeten trotz klirrender Kälte mehr als 300 Teilnehmer eine etwa 200 Meter lange Lichterkette vor den Salzburger Landeskliniken. Die Menschen kamen, um für das wichtigste existierende Menschenrecht, das Recht auf Leben, einzutreten. Mitten im dichten Abendverkehr und trotz der wüsten Beschimpfungen durch knapp 50 Gegendemonstranten entstand im Lichtschein der Fackeln eine warme und hoffnungsvolle Atmosphäre.

Viele Kinder und Jugendliche waren begeistert dabei. Brennende Fackeln und leuchtende Augen geben Zeugnis von der Würde jedes Menschen. Eine besondere Freude war für die Teilnehmer die Anwesenheit von Weihbischof Dr. Andreas Laun, der die 'Jugend für das Leben' auch dieses Jahr wieder bei der Lichterkette unterstützte. Erzbischof Kothgasser, so Weihbischof Laun in seiner Begrüßung, trage diese Kundgebung in seinem Herzen mit. In seiner Rede erklärt er mit Klarheit und doch sehr liebevoll das Anliegen der Lichterkette:

"Wir sind hier, um Landeshauptfrau Burgstaller Mut zu machen, ihr Vorhaben aufzugeben. In den Augen der Menschen würde sie damit nicht ihr Gesicht verlieren, sondern im ganzen Land an Ansehen gewinnen.

Wir sind hier, um der überwältigenden Mehrheit der Ärzte, des Pflegepersonals und all der anderen Mitarbeiter des Landeskrankenhauses, die Abtreibung ablehnen, zu helfen. Wir sind hier, um alle zu ermutigen, ihrem Gewissen zu gehorchen und von ihrem Recht Gebrauch zu machen, jede Mitwirkung zu verweigern. Wir möchten allen Frauen, die die Versuchung abzutreiben spüren, Mut zu ihrem Kind machen...

Wir möchten allen sagen: Gott ist ein Gott des Lebens. Wir möchten alle erinnern: Dieses Spital wurde von einem Bischof gegründet, um dem Leben zu dienen. Wir müssen alles tun, damit es nicht eine Stätte wird, an der getötet wird. Das St. Johanns-Spital soll bleiben, was es immer war: Eine Stätte des Lebens und der Hoffnung."

Gleichzeitig zur Lichterkette hatte das Spital zur Weihnachtsfeier eingeladen. Wie erwartet, war Landeshauptfrau Burgstaller ihrer Einladung nicht gefolgt. Aber auch bei der Lichterkette draußen herrschte weihnachtliche Stimmung. Einige Teilnehmer waren mit Blasinstrumenten gekommen. Die Adventslieder, die sie anstimmten, übertönten mit Ruhe - aber unüberhörbarer Überlegenheit - die Sirenen, Trillerpfeifen und wüsten Beschimpfungen der Gegendemonstranten.

Jutta Lang wies in ihrer Ansprache darauf hin, dass die Weisung der Landeshauptfrau im Grunde widerrechtlich sei: "Auch nach dem derzeitigen Gesetz ist und bleibt Abtreibung ein Unrecht. Es gibt kein Gesetz, auf das sich Landeshauptfrau Burgstaller berufen könnte, wenn sie Abtreibung in Landesspitälern erzwingen will. Es gibt kein Gesetz, das den Staat verpflichten würde, seine eigenen Bürger zu töten. Abtreibung ist keine Dienstleistung - Abtreibung ist der sichere Tod eines unschuldigen Kindes - sie ist das Ende der Zukunft unserer Gesellschaft, weil die Zukunft in den Händen unserer Kinder liegt! Wie kann die Politik so kurzsichtig sein, dass sie nicht erkennt, wie mit dem Tod ihrer Kinder auch ihre Zukunft in Trümmern liegt?"

Im Wirbel der lautstarken Proteste versuchte Lang mit ruhigen Worten klarzumachen, was eine Abtreibung tatsächlich bedeute: "Jede einzelne Abtreibung ist der Tod eines ungeborenen Kindes, eines Kindes, das lebt, das selbst fühlt - und mit seiner Mutter mitfühlt, und dessen Herz bereits schlägt. Für viele Mütter bedeutet die Abtreibung ihres Kindes eine Wunde in ihrem Leben, die nie wieder völlig verheilen wird."

Mit Parolen, wie "Abtreibung ist Frauenrecht, bei pro life da wird uns schlecht" versuchten etwa 50 Gegendemonstranten auf sich aufmerksam zu machen. Ein Spruch wirkte angesichts der vielen Kinder, die mit Kerzen und leuchtenden Augen stumm für ihre jüngeren Schwestern und Brüder eintraten, der Realität besonders fern: "Schaut euch die Pro-Lifer an, schlimmer als die Taliban". Von weitem war sichtbar, welche Seite der Kundgebung die Friedliche war, und welche dagegen Sprechchöre und Hassparolen notwendig hatte, um sich Gehör zu verschaffen.

Das viel zitierte Transparent mit der Aufschrift "Hätte Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben" wurde wieder präsentiert. Als eine Mitarbeiterin die Transparentträger fragte, welcher Organisation sie angehörten, verweigerten ihr diese die Auskunft. Anwesend waren in dieser gemeinsamen Versammlung die Grünen (vertreten durch die Salzburger Landtagsabgeordnete Heidi Reiter), die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH), die Sozialistische Linkspartei (SLP) sowie das Salzburger Sozialforum (Aufruf von Birgit Buchinger, Ullrike Gschwandtner und Anna Stiftinger). Die Salzburger SPÖ hatte sich kurzfristig von diesen UnterstützerInnen öffentlich distanziert.

"Wer kann heutzutage ernsthaft noch glauben, dass Abtreibung irgendein Problem löst?" fragt DI Martin Minkowitsch die Gegendemonstranten in seiner Rede, "diese Anschauung ist ewig gestrig! Wir sollten aus den letzten 30 Jahren gelernt haben wozu ein Unrecht in der Gesellschaft führt. Was ist der Mensch, dass wir über ihn nach Willkür verfügen wollen? Deshalb sind wir heute hierher gekommen: Wir wollen die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft nicht der Willkür der Stärkeren überlassen, wir wollen einen echten Fortschritt einfordern, der menschliches Leben in allen Phasen schützt. Wir wollen Kinder wieder lachen sehen!" Minkowitsch schloss mit dem folgenden Spruch, welcher für Christen, für Verteidiger des Lebens, ja für alle Menschen guten Willens eine tiefgründige Wahrheit enthält: "WIR HABEN NIE DAS RECHT DIE HOFFNUNG ZU VERLIEREN!"

Zum Abschluss der Kundgebung fand in der Müllner Kirche eine Hl. Messe mit Weihbischof Laun statt.

salzburg@youthforlife.net

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