| Auf Anweisung des österreichischen Justizministeriums von Ende
Oktober 2008 sollen die Ermittlungen zum Entführungsfall Natascha
Kampusch wieder aufgenommen werden. Dabei geht es hauptsächlich um
die Ausforschung eines etwaigen Mittäters des Entführers und
angeblich sogar um mögliche weitere Entführungsopfer. Eine damals
zwölfjährige Schülerin sagte aus, sie habe zwei Personen
in einem weißen Kastenwagen bei der Entführung von Natascha
Kampusch gesehen. Natascha Kampusch behauptet, sich an die Entführung
selbst nicht erinnern zu können.
B. Sirny gewinnt Prozess gegen M. Wabl Brigitta Sirny, die Mutter von Natascha Kampusch, hat den Zivilprozess
gegen pensionierten Richter Martin Wabl gewonnen. Sie wollte erreichen,
dass Wabl nicht länger behaupten darf, sie sei an der Entführung
ihrer Tochter beteiligt gewesen.
Im Urteil vom 19. 11. 2008 heißt es, dass Wabl "zu keiner Zeit auch nur über einigermaßen zureichende Anhaltspunkte für einen begründeten Verdacht" verfügte. Weiters ist von "Selbstüberschätzung des Beklagten" die Rede. Der Wahrheitsbeweis für seine Äußerungen sei ihm "vollkommen misslungen", daher sei er verpflichtet "die bereits oftmals wiederholten Behauptungen zu unterlassen". Martin Wabl hat nun seinerseits vier Wochen Zeit, gegen dieses Urteil zu berufen. Sollte er das tun, ist wieder die Klägerseite am Zug, die ebenfalls vier Wochen Zeit hat, darauf zu antworten. [19. November 2008] Der Ex-Richter Martin Wabl recherchierte seit Jahren den Fall Natascha Kampusch. Sogar ein Buch zum Fall hat der Steirer schon auf den Markt gebracht. Wabl glaubt, der Fall Kampusch sei noch längst nicht vollständig geklärt. Der Vorwurf: Brigitta Sirny, die Mutter Nataschas, sei eine der Verantwortlichen für den Fall. Sie habe die Entführung von Natascha mitgeplant, so Wabl. Das will er nun auch noch vor Gericht beweisen. Einen Prozess gegen Sirny hat Wabl bereits verloren. Durch die Wiederaufnahme des Verfahrens wittert er nun aber eine neue Chance. Bei der zweiten Verhandlung am 18. 9. 2008 in Gleisdorf wurde als erster Zeuge ein Bekannter von Wolfgang Priklopil einvernommen. Im Gerichtssaal beanstandete er, dass nicht kontrolliert worden war, ob Aufnahmegeräte und Handys im Saal seien. Der Richter forderte ihn auf, auszusagen und wollte sich auf keine weiteren Diskussionen einlassen. Der Zeuge gab an, er sei selten in Priklopils Haus gewesen und habe dort nie ein Mädchen gesehen. Wohl aber habe er im Mai oder Juni 2006 seinen Bekannten mit einer jungen Frau in einer Veranstaltungshalle gesehen. "Es hat sich später herausgestellt, dass es Natascha Kampusch war", so der Befragte. Als der Zeuge den Saal verließ, ging der Vater von Kampusch auf den Mann los und versetzte ihm einen Stoß. Dieser schrie sofort mehrmals "Polizei" und "Ich werde tätlich angegriffen", obwohl ihm längst keiner mehr etwas tat. Mit den Worten "So eine Frechheit" ging er schließlich. Koch erklärte anschließend, er sei überzeugt davon, dass der Nachbar etwas mit der Sache zu tun habe: "Wenn er frei von jeder Schuld ist, braucht er sich vor Gericht ja nicht unkenntlich machen", so Koch. Der Zeuge hatte sich vor den Photographen eine Tasche vors Gesicht gehalten und zuvor im Gang einen Photographen sogar attackiert. Laut Polizeiprotokoll wurde der Pressephotograph der "Kleinen Zeitung" mit einer Laptoptasche geschlagen und verletzt, sein Photoapparat beschädigt. ![]() Ein Nachbar von Sirny soll irgendwann einmal gesagt haben, Priklopil sei bei ihr aus- und eingegangen. Vor Gericht bestritt er diese Aussage am 18. 9. entschieden. Dann wurde aus dem Publikum eine Zeugin gehört, die angab, er habe das sehr wohl gesagt. Der Nachbar blieb aber bei seinen Angaben. Als letzter Zeuge wurde dann der ehemalige Chef des Wiener Sicherheitsbüros, Max Edelbacher, einvernommen. Er räumte ein, dass man die Hinweise auf Priklopil "falsch bewertet" habe, deshalb wurden die Ermittlungen in diese Richtung nicht fortgesetzt. Außerdem meinte er, dass Kampuschs Vater Koch "sehr engagiert war und sich sehr eingesetzt hat", während sich die Mutter seines Wissens nie erkundigt habe. Indizien, dass Sirny mit der Sache zu tun hatte, habe es zwischen 1998 und 2002 nicht gegeben, dann ging Edelbacher in Pension. "Aber wenn etwas passiert ist, ist nach meinem persönlichen Gefühl die 'Schiene Mutter' wahrscheinlicher als die 'Schiene Vater'", so Edelbacher und weiters: "Wenn ich Kindsmutter bin, quäle ich den Chef jeden Tag und frage, warum mein Kind noch nicht da ist". Sirny, die Mutter Nataschas, wollte zu den Angaben der Zeugen nichts sagen und verzichtete auf eine abschließende Stellungnahme. Das Gericht muss nun in den nächsten Wochen die Aussagen und Beweise bewerten. Ein Urteil wird schriftlich erfolgen. [18. September 2008] Die erste Verhandlung hatte am 15. Mai 2008 in Graz (Steiermark) stattgefunden. Elf Zeugen hat der pensionierte Richter Martin Wabl beantragt, um seine Theorie zu untermauern, wonach Natascha Kampuschs Mutter, Brigitta Sirny, an der Entführung ihrer Tochter beteiligt war. Natascha Kampusch selbst wurde als Zeugin unter Ausschluß der Öffentlichkeit einvernommen, sie soll durch ihre Aussage ihre Mutter entlastet haben. Er schilderte, dass Sirny am Tag von Nataschas Verschwinden bereits eine Anzeige erstattet hatte, bevor sie ihn anrief. "Das hat mich im Nachhinein verwundert", so Koch. Wabl bekräftigte vor Gericht seine Meinung, Brigitta Sirny habe Natascha Kampusch sexuell missbraucht und die Entführung als Ablenkung davon eingefädelt. Mit Wolfgang Priklopil sei sie bekannt gewesen, so Wabl. Natascha Kampuschs Vater, Ludwig Koch sagte, er könne sich vorstellen, dass Sirny Priklopil zumindest vom Sehen her gekannt habe. Er habe den späteren Entführer immer wieder in Lokalen im Bezirk gesehen. Unter den Zeugen war eine Nachbarin und ehemalige Angestellte von Brigitta Sirny, die die Klägerin schwer belastete. "Ich glaube, dass sie mit der Entführung zu tun hat", meinte die Befragte. Ihrer Meinung nach sei vor der Entführung "entweder in der Nacht etwas passiert oder sie hat Natascha verkauft", so ihre Angaben. Zusätzlich gab sie an, Wolfgang Priklopil einmal im Geschäft von Brigitta Sirny gesehen zu haben. Da mehrere Zeugen, darunter der ehemalige Leiter des Wiener Sicherheitsbüros, Max Edelbacher, nicht erschienen waren, entschied Richter Jürgen Schweiger, den Prozess zu vertagen. [15. Mai 2008] Nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Profil" von Februar 2008 soll ein Wohnungsnachbar der Mutter des Entführers Priklopil beobachtet haben, wie Natascha Kampusch gemeinsam mit Priklopil dessen Mutter besuchte. Ferner habe ein Tankwart angegeben, Natascha und ihren Entführer dreimal bedient zu haben, zuletzt im August 2006, unmittelbar vor der Flucht Nataschas.... "Verzweifelte Jahre. Mein Leben ohne Natascha" ist der Titel eines Buches, das die Mutter Nataschas als Autorin am 7. 8. 2007 in Wien der Öffentlichkeit präsentierte. Für den Vorabdruck des Buches wurden in Österreich die "Kronenzeitung", in der BRD "Bild" und in der Schweiz "Blick am Sonntag" beauftragt. Die Mutter soll es als unfair empfunden haben, dass ihre Tochter von einer Psychologenclique abgeschottet wurde. Finanzielle Gründe dürften ein Grund für die Herausgabe des Buches gewesen sein. Die Mutter soll nahe des Existenzminimums gelebt haben und nichts von den bisher schätzungsweise 1,5 Millionen Euro Einnahmen ihrer Tochter gesehen haben. Auch ein gewisses Rechtfertigungsbedürfnis dürfte vorhanden gewesen sein. Ein pensionierter Richter aus der Steiermark warf der Mutter Nataschas vor, an der Entführung beteiligt gewesen zu sein. Er wurde deswegen verurteilt, hat aber am 26. 4. 2007 durch das Bezirksgericht Gleisdorf einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens erreicht, bei dem dann auch Natascha selbst als Zeugin vernommen werden soll. Durch die bis 25. August dauernden Gerichtsferien verzögerte sich die Entscheidung über das Verfahren, die vom Landesgericht Graz zu treffen ist... Ein erstes Buch über Natascha Kampusch ist im November 2006 in Großbritannien erschienen. Ein Journalist verfasste zusammen mit einem Kollegen innerhalb von drei Monaten das Buch "Girl in the Cellar - The Natascha Kampusch Story". Das Buch wird nicht in der BRD, Österreich und der Schweiz erscheinen. "Die österreichische Polizei würde nicht einmal eine Bierflasche in einer Brauerei finden", so der englische Journalist Allan Hall in einem Interview für die neue Ausgabe des Magazins "Focus". Bei den Ermittlungen gegen den Entführer Wolfgang Priklopil hätten es die Ermittler etwa versäumt, einen Hund in dessen Lieferwagen schnüffeln zu lassen, als sie ihn in seinem Hause aufsuchten. Laut "Focus" will der Verlag offenbar Klagen wegen möglicher Persönlichkeitsverletzungen vermeiden. Natascha Kampusch hatte den Text nicht autorisiert und deutlich gemacht, sie wolle nicht, dass andere ihre Geschichte erzählten. Hall wies dies zurück: "Mit diesem Argument könnte man jede Geschichte verhindern. Jede Human-Interest Story ist nun mal persönlich." Natascha Kampusch hat am 6. 9. 2006 im ORF 2 und RTL ihr erstes öffentliches TV-Interview geben. Ferner veröffentlichten die "Kronenzeitung" sowie mit "News" am 7. 9. Interviews. Zahlreiche TV-Sender übernahmen das ORF Interview u. strahlten es bereits am 7. 9. ganz oder teilweise aus. Die Einkünfte aus den Interviews sollten Kampusch "einen Start in eine menschenwürdige Zukunft ermöglichen", verlautbarte Medienberater Ecker. Auch Ausbildungs- und Wohnungsfragen könnten auf diese Art gelöst werden. Dem Vernehmen nach hat die "Kronen Zeitung" der 18-Jährigen eine Anstellung auf Lebenszeit angeboten. Von ursprünglichen Plänen eines differenzierteren Gangs an die Öffentlichkeit sei man abgekommen, "weil die junge Frau laut ihren Behandlern jahrelang auf dieses Geld angewiesen sein wird", erklärte der Medienmanager Kampuschs, Dietmar Ecker. Natascha Kampusch scheint sich jetzt in einer neuen Gefangenschaft zu befinden, nämlich in den Händen von angeblichen Experten, die sie in einer psychiatrischen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien angeblich auf ihren eigenen Wunsch bearbeiten. Die Experten zeigten sich in Interviews u. a. darüber entsetzt, dass Natascha acht Jahre überleben konnte, ohne auch nur einmal einen Arzt (oder gar Psychiater) gesehen zu haben. Die versäumten Behandlungen wollen sie jetzt scheinbar nachholen. Dagegen hat Natascha bisher nur extrem wenig Kontakt zu ihren Eltern und Geschwistern gehabt. Natascha demonstrierte in ihrem Fernsehauftritt nach ihrer Flucht auch, daß ihr der Entführer eine weitaus höhere Bildung vermittelte, als ihre Altersklasse in den heutigen Systemschulen in Anspruch nehmen können. Sie artikulierte sich in einer bestechenden Art und Weise in exzellentem Deutsch, wie es kaum ein heutiger Abiturient beherrscht. In den Systemschulen ist dagegen das wichtigste die Vergangenheitsbewältigung, wochenlange Beschäftigung mit Opfern des Nationalsozialismus; z. B. mußten in Wien Schüler vor tausenden Wohnungen, aus denen angeblich Juden vertrieben wurden, zehntausende Rosen niederlegen und "Briefe in den Himmel" an namentlich vorgegebene Opfer des Nationalsozialismus schreiben. Zwischendurch gibt es dann tagelange Exkursionen in diverse Konzentrationslager. Mädchen acht Jahre in Versteck gefangen Die vor 8 Jahren als 10-Jährige entführte Natascha Kampusch
wurde in einem Versteck gefangengehalten und konnte am 23. 8. 2006 aus
ihrem Gefängnis flüchten. In Strasshof (Niederösterreich),
nur 18 km von der elterlichen Wohnung in Wien entfernt, war Nataschas Kellerverlies.
Zuletzt ging der Entführer mit ihr sogar in die Öffentlichkeit. Psychologen sind der Meinung, dass das Opfer ein positives Verhältnis zum Entführer entwickelt haben könnte, das sog. Stockholm Syndrom. Sie soll sogar mehrmals mit ihrem Entführer in der Öffentlichkeit unterwegs gewesen sein, ohne einen Fluchtversuch zu machen. Bei der Nachricht vom Selbstmord ihres Entführers soll Natascha Kampusch geweint haben. Der Mann habe ihr gesagt: "Lebend erwischen die mich nie." Der mutmaßliche Entführer von Natascha Kampusch hat nach der Flucht seines Opfers Selbstmord begangen. Er warf sich in Wien vor einen Schnellbahnzug. Zuvor hatte er einen Freund um Hilfe gebeten. Dieser holte ihn vom Donauzentrum im 22. wiener Gemeindebezirk ab, wohin er vor der Polizei geflüchtet war und ließ ihn in Wien-Brigittenau aussteigen. Der Entführer war schon 1998 nach Nataschas Verschwinden überprüft worden, weil er einen weißen Kastenwagen fuhr. Er brauche den Kombiwagen für Bauarbeiten in Strasshof, hatte der Entführer damals angegeben. Mangels weiterer Hinweise und etwaiger Vorstrafen gab es keine Hausdurchsuchung. Die Strasshofer Lokalbehörden waren jedoch seit 1999 mehrmals im Haus, weil es umgebaut werden sollte! Die Gemeinde teilte mit, der Mann habe in diesem Jahr einen Umbau des Dachstuhls beantragt. 1999 und 2004 ist der Wasserzähler ausgetauscht, 2001 seien die elektrischen Anlagen des Umbaus behördlich abgenommen worden. Natascha sei in einen weißen Lieferwagen gezerrt worden, hatte
eine Schülerin damals ausgesagt. Ein Mann habe sie in das neben dem
Gehweg stehende Auto verbracht und eine weitere Person sei bereits am Steuer
gesessen und weggefahren. Es gibt auch Berichte, wonach es weitere Zeugen
gab, und zwar ein Ehepaar, das angab, das Mädchen sei in einem Auto
mit einem Kennzeichen des Bezirkes Gänserndorf entführt worden...
Natascha ist am 23. 8. schreiend über die Straße in einen Nachbargarten geflüchtet, als sie das Auto ihres Peinigers reinigen mußte und dieser sich wegen eines Telephongespräches kurz entfernte... ![]() Natascha
Kampusch war nach ihrer Flucht in polizeilicher Betreuung in einem
Hotel bzw. Sanatorium untergebracht. Sie soll in einigermaßen
guter Verfassung gewesen sein. Ob sie sexuell missbraucht wurde, wollten
die Ermittler zunächst nicht sagen, eine Polizisten, die Natascha
als erste ausfragte machte aber entsprechende Andeutungen.
Als unauffälligen Einzelgänger, unbescholten und zurückgezogen beschreiben Angehörige und die wenigen Freunde den Entführer Natascha Kampuschs. Kontaktscheu sei er gewesen und ein Technikfreak, haben die Ermittler zu hören bekommen, heißt es vom Bundeskriminalamt. Er war nicht vorbestraft und nur wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen angezeigt worden. Offenbar habe der Mann nur 2 Freundschaften gepflegt - zu jenem Mann, den er auf seiner Flucht um Hilfe gebeten hatte, und einem zweiten, mit dem er in Wien eine Immobilien-Firma betrieben haben soll. Einer der Freunde soll Natascha ein Mal kurz gesehen haben. Beide waren sehr überrascht, als sie vom Doppelleben ihres Freundes erfuhren. Natascha soll mit ihrem Entführer sogar im südlichen Niederösterreich Schifahren gewesen sein. Nach gerichtsmedizinischer Untersuchung des Leichnams Wolfgang Ps. fand am 8. 9. 2006 das Begräbnis südlich von Wien statt. Natascha Kampusch legte Wert darauf, sich im Institut für Gerichtsmedizin von Wolfgang P. zu verabschieden. Am Begräbnis selbst nahmen nur zwei Privatpersonen, die Mutter und die Schwester eines Bekannten, und acht Kriminalbeamte teil. [13. September 2006] Ähnlich wie im Fall Natascha Kampusch hat in den USA ein Mitschüler ausgesagt, ein Junge sei in einem weißen Lieferwagen entführt worden. Dort nahm man die Aussage aber ernst und begann am 8. 1. 2007, dem Tag der Entführung, die Wohnungen sämtliche Besitzer von weißen Lieferwagen in der Umgebung zu durchsuchen. Nach vier Tagen hat die Polizei im US-Bundesstaat Missouri in einer Wohnung in Kirkwood nicht nur den seit drei Tagen vermissten 13-jährigen Ben, sondern auch den 15 Jahre alten Shawn, der vor viereinhalb Jahren verschwunden war, gefunden. Die Ermittler nahmen einen Verdächtigen fest. Die Mutter und der Stiefvater Shawns suchten monatelang nach ihrem Sohn und richteten unter anderem eine Web-Site dafür ein. Die Buben wurden zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Ein Kliniksprecher sagte, sie seien körperlich unversehrt. Auf einer Pressekonferenz am 13. 1. 2007 beschrieben die glücklichen Eltern ihre Erleichterung. Die beiden Opfer lächelten angesichts der Schilderungen, wurden aber angewiesen, keine Fragen zu beantworten. Der mutmaßliche Entführer, ein 41 Jahre alter Mann, wurde festgenommen. Nachbarn erklärten, der Verdächtige habe sein Leben lang in der Gegend gewohnt und habe auch Familie dort. Er habe Jobs in einer Pizzeria und bei einem Bestattungsunternehmen gehabt. Über den Jugendlichen, den sie bei ihm sahen, wunderten sie sich nicht. "Ich dachte, das sei sein Sohn, der bei ihm lebt", erklärte der Vermieter der Erdgeschosswohnung, in dem der Mann lebte, Bill Romer. "Das Zimmer des Buben hatte nicht einmal Vorhänge vor den Fenstern." Ein Nachbar, Rick Butler, sagte, der Bursche habe nicht verängstigt gewirkt. Er habe die beiden einfach für Vater und Sohn gehalten. Vielleicht ist der Junge nur ausgerissen und es gefiel ihm dort besser als zuhause beim Stiefvater...(Auch Natascha hatte einen Stiefvater...) [13. Januar 2007]
![]() Die Blutspuren in der portugiesischen Ferienwohnung, aus der Madeleine vor mehr als 100 Tagen verschwand, stammen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht von dem kleinen Mädchen. Dennoch befürchten die Ermittler laut Londoner Zeitungsangaben vom Donnerstag, dass das vier Jahre alte Mädchen aus Großbritannien in der Wohnung umgekommen ist. Neben den Blutresten hätten Detektive in dem Appartement in Portugal eine Rekordmenge von anderen Spuren entdeckt, die darauf hindeuteten, dass Madeleine tot sei, erklärte Polizeisprecher Olegário Sousa nach Angaben der Zeitung "Daily Mail". Zugleich habe Sousa die Bekanntgabe neuer offizieller Verdächtiger angekündigt. Fall noch nicht gelöst. Die britische Boulevardzeitung "Daily Express" berichtete, die Polizei wisse bereits, wer Madeleine getötet habe. Dies wurde jedoch von Chefinspektor Olegário Sousa dementiert. Es seien Äußerungen von ihm nicht korrekt wiedergegeben worden, sagte er der portugiesischen Nachrichtenagentur "Lusa". Nach Angaben der Londoner "Times" sind Experten des britischen Rechtsmedizinischen Dienstes zu der Auffassung gelangt, dass die in der Ferienwohnung in Praia da Luz entdeckten Blutreste von einem Mann stammten. Das Ergebnis der Blutanalyse gelte bisher nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 72 Prozent als zutreffend, berichtete die "Times" unter Berufung auf ein vierseitiges Zwischengutachten. Das Blut stamme wahrscheinlich von einem weißen Nordeuropäer. Es sollen jedoch Blutspuren oder/und Haare Madeleins im Kofferraum eines Mietwagens entdeckt worden sein, den die McCanns nach dem Verschwinden Madeleins benutzt hatten. Es wird jetzt vermutet, dass Madeleine an einer Überdosis Schlaftabletten verstorben ist und die McCanns danach ihren Leichnam verschwinden ließen. Die Eltern, Kate und Gerry McCann, wurden nach stundenlangen Verhören am 7. und 8. 9. 2007 von der portugiesischen Polizei zur verdächtigen Personen erklärt und sind anschließend am 9. 9. 2007 nach England geflüchtet. [7. September 2007]
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| Entführungsfälle in den letzten Jahren:
2006
2006
1997
1996
1991
1990
1981
1980
1979
1978
Inzest im Kellerverlies Am 19. 4. 2008 wurde ein 19-jähriges Mädchen mit einer rätselhaften Krankheit ins Landesklinikum Amstetten gebracht. Bei sich hatte sie einen Brief ihrer Mutter, die seit Jahren als abgängig gemeldet ist, mit der Bitte um Hilfe für die kranke Tochter. Eine Woche später wurden die Mutter Elisabeth F. und deren 73-jähriger Vater Josef F. beim Krankenhaus in Amstetten aufgegriffen und auf die Polizeiinspektion gebracht. Zuerst wollte die Mutter, die einen verstörten psychischen und auffälligen physischen Eindruck machte, nicht aussagen, berichtet die Polizei. Erst nach einem vertraulichen Gespräch und der Zusicherung, dass es zu keinem Kontakt zum Vater mehr kommt, war sie zu einer Aussage bereit. Seit dem 29.8.1984 ist die Frau als abgängig gemeldet. Einen Monat später traf ein angeblicher Brief bei ihren Eltern ein. Man solle ihr nicht nachforschen, hieß es darin. Tatsächlich soll die Frau am 28.8.1984 von ihrem Vater in einen Keller gelockt, betäubt, mit Handschellen gefesselt und in einen Raum gesperrt worden sein. Seit ihrem sechzehnten Lebensjahr soll sie immer wieder von ihrem Vater sexuell missbraucht worden sein (Gerüchten zufolge seit ihrem elften Lebensjahr, es sind dazu aber keine Aussagen des Opfers bzw. des mutmaßlichen Täters bekannt). Diesem Missbrauch in der 24-jährigen Gefangenschaft sollen sieben Kinder entstammen, berichtete die Sicherheitsdirektion NÖ. In ihrem Verlies konnte die Mutter die Fernsehberichte von ihrer 19-jährigen kranken Tochter Kerstin und entsprechende Appelle verfolgen und überredete daraufhin ihren Vater, gemeinsam in das Krankenhaus zu gehen. Dort wurden sie dann wegen des plötzlichen Auftauchens der angeblich Abgängigen von der Polizei festgenommen und im Polizeirevier befragt, worauf die ganze Affäre aufflog. Die Ehefrau des 73jährigen behauptet, von den Vorgängen nichts bemerkt zu haben. Der Verdächtige Josef F. hatte außer den sieben Kindern mit seiner Tochter vorher schon sieben Kinder mit seiner Ehefrau Rosemarie gezeugt. Josef F. wollte die Affäre von sich aus beenden und ließ schon einige Wochen vor seiner Festnahme von seiner Tochter einen Brief schreiben, worin sie die baldige Rückkehr mit ihren drei Kindern nach Amstetten ankündigte. Dieser Brief wurde den Behörden gezeigt und beim Polizeiverhör wurde zunächst auch die plötzlich Rückkehr von Elisabeth behauptet. Im Laufe der Einvernahme gab jedoch die Einzelheiten der Gefangenschaft bekannt, woraufhin Josef F. verhaftet wurde. Am 1. 5. wurde bekannt, dass Josef F. den Eingeschlossenen auch gedroht habe, sie mit eingeleitetem Gas im Kellerverlies zu töten. Am 5. 5. wurde bekannt, dass sich der US-Geheimdienst CIA für die Gefangenen interessiert, da man deren unterirdischen Erfahrungen für das Überleben eines Atomkrieges auswerten könnte. [5. Mai 2008] |