OPEC senkt Rohöl-Fördermenge Am 24. 10. 2008 wurde bei einer außerordentlichen OPEC-Konferenz in Wien eine Senkung der Erdölförderung um 1,5 Millionen Barrel pro Tag beschlossen. Die Maßnahme, die wegen des starken Rückganges der Nachfrage notwendig sei, soll ab 1. November in Kraft treten.
__________ Obwohl der amtierende OPEC-Präsident Chakib Khelil unmittelbar vor der 149. Konferenz der OPEC-Ölminister am Abend des 9. 9. 2008 in Wien erklärte, es werde voraussichtlich bis Dezember keine Änderung der Förderquoten geben, setzten sich bei der Konferenz doch die Abgesandten Venezuelas und des Iran durch, die eine Senkung der Förderquoten forderten. Saudi-Arabien forderte vergeblich eine Beibehaltung der Fördermengen.
Die Konferenz begann wegen des Fastenmonats Ramadan erst um 22 Uhr. Die nächtliche Pressekonferenz um 1:30 wurde abgesagt und am frühen Morgen des 10. 9. wurde bekanntgegeben, dass die Fördermenge doch gesenkt werde, und zwar auf 28,8 Barrel pro Tag. Zum ersten Mal seit fünf Monaten ist der Ölpreis am 9. 9. unter die Marke von 100 Dollar pro Barrel gefallen. In London sank der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent zeitweise auf 99,50 Dollar. Vor allem die Abschwächung der Weltwirtschaft habe in den vergangenen Wochen dazu geführt, dass die Nachfrage nach Öl und damit auch der Preis signifikant nachgegeben habe war die Begründung der Senkung der Förderquoten. Die Ölpreise sind seit ihrem Hoch im Juli 2008 mit fast 150 Dollar pro Barrel um rund 30 Prozent gesunken.
Die nächste ordentliche Konferenz der OPEC-Länder soll am Sonntag d. 15. März 2009 in Wien stattfinden. Anschließend wird am 18. und 19. März ein OPEC-Seminar unter dem Titel "Petroleum: Future Stability & Sustainability" in der Wiener Hofburg stattfinden.
[10. September 2008]
OPEC beschließt Beibehaltung der Ölfördermenge
Bei der 148. Konferenz der OPEC-Staaten am 5. 3. 2008 in Wien wurde wieder die Beibehaltung der Förderquoten beschlossen.
Der hohe Ölpreis sei verursacht durch Spekulanten, den fallenden Dollar sowie durch die geopolitischen Spannungen (z. B. Drohungen der USA gegen den Iran und Venezuela). Einige Länder wie Saudi-Arabien oder Venezuela fördern derzeit weniger Öl, als ihnen gestattet ist. Venezuela hat die Produktion seit der Verstaatlichung der Erdölwirtschaft auf zwei Drittel der Quote gedrosselt. Venezuela und Iran plädieren auch für eine Kürzung der Förderung.
Vor der Opec-Sitzung hatte US-Präsident George W. Bush noch einen Appell an die Organisation erdölexportierender Staaten gerichtet. Er halte es für einen Fehler, wenn die Opec den von den hohen Energiepreisen zugefügten Schmerz ignoriere. Das beeindruckte den amtierenden Opec-Präsident den algerischen Erdölminister Chakib Khelil nicht. Er wies darauf hin, dass sich die Ölpreise losgelöst von Marktfaktoren entwickelten.
Die nächste Konferenz der OPEC-Staaten soll am 9. September 2008 in Wien stattfinden.
[5. März 2008]
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Bei der außerordentlichen (147.) OPEC-Konferenz am 1. Februar 2008 in Wien beschlossen die Erdöl exportierenden Länder, die bisherigen Fördermengen beizubehalten. Man werde aber die wirtschaftliche Lage beobachten und nötigenfalls entsprechende Maßnahmen treffen. Die 148. OPEC-Konferenz findet deswegen bereits am 5. März 2008 in Wien statt.
___________ Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat bei der 146. (außerordentlichen) Tagung in Abu Dhabi am 5. 12. 2007 wie erwartet die Ölförderung unverändert belassen, da diese ohnehin im September d. J. erhöht worden war und der Ölpreis innerhalb der letzten zwei Wochen von 99 auf 89 Dollar je Barrel gefallen war. Die Opec werde jedoch erneut bei der nächsten Tagung in Wien am 1. Februar 2008 über die Fördermengen beraten und nicht erst bei ihrem übernächsten Treffen im März, hieß es von Seite der Teilnehmer. Viele Industriestaaten hatten angesichts der hohen Ölpreise auf eine Erhöhung der Ölproduktion gehofft.
Analysten hatten zuletzt nicht ausgeschlossen, dass die Opec sich angesichts einer drohenden Abkühlung der Weltwirtschaft durch zu hohe Energiepreise für eine Erhöhung der Förderung stimmen könnte, um den Ölpreis zu dämpfen.
[5. Dezember 2007]
OPEC soll Ölfördermenge weiter erhöhen
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) will die Märkte im angehenden Winterhalbjahr mit zusätzlichem Erdöl versorgen und damit zu einer Beruhigung der zuletzt recht angespannten Preissituation beitragen. Es sollen 500000 Barrel (zu je 159 Liter) pro Tag mehr gefördert werden.
Auf der OPEC-Tagung vom 11. 9. 2007 in Wien waren Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Qatar und Kuwait für eine Erhöhung der Fördermenge aus, Gegen eine Produktionsausweitung haben sich der Iran, Venezuela und einige afrikanische Förderländer ausgesprochen, Saudi-Arabien hat sich aber durchgesetzt und den Beschluß zu der Erhöhung erreicht.
Mit der Erhöhung der Fördermenge, die ab 1. 11. 2007 in Kraft treten soll, will die OPEC vor allem die Sorgen der westlichen Industrieländer bezüglich der hohen Ölpreis berücksichtigen. Der Druck auf die Opec kam zuletzt aus den USA, die nach der Krise um Hypothekarkredite in den hohen Ölpreisen eine zusätzliche Belastung für das Wirtschaftswachstum befürchten.
Bei einer außerordentlichen OPEC-Tagung am 5. 12. 2007 in Abu Dhabi soll die Lage am Ölmarkt neu beurteilt und entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Mehrere Delegierte befürchten bei einer eintretenden Wirtschaftskrise einen Verfall des Ölpreises.Die zehn Opec-Staaten, die an die Quotenvorgaben gebunden sind (Irak und Angola sind nicht an Quoten gebunden), fördern derzeit ohnehin bereits rund eine Million Fass pro Tag mehr als vorgesehen. Die offizielle Quote lag bislang bei 25,8 Millionen Barrel. Die zwölf Mitglieder liefern täglich rund 30 Millionen Barrel Öl und kontrollieren damit rund ein Drittel der weltweiten Ölproduktion.
[11. September 2007]
OPEC beschließt Beibehaltung der Ölfördermenge Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat bei der Sitzung vom 31. 7. 2003 in Wien angesichts weiter hoher Ölpreise ihre Förderquoten erwartungsgemäß unverändert gelassen. Die Ölminister wollen sich am 24. September erneut treffen, um ihre Förderpolitik auch mit Blick auf die bislang nur schleppend anlaufenden irakischen Ölexporte zu beraten.
Der Ölpreis gab nach der Entscheidung des Kartells, die Obergrenze der Förderung bei 25,4 Millionen Barrel pro Tag zu belassen, deutlich nach. Analysten rechnen 2003 nicht mehr mit kräftig sprudelnden Exporten des Irak und erwarten daher wie auch einige OPEC-Delegierte bis Jahresende keine Drosselung der Fördermengen des Kartells.
Der libysche OPEC-Vertreter Abdulhafidh Zlitni sagte nach dem fünften Treffen des Kartells in diesem Jahr: "Ich denke, vor dem ersten Quartal wird es keine Änderung mehr geben." Ein anderer hochrangiger Delegierter ergänzte: "Es ist zwar bitter für den Irak, aber in Abhängigkeit von den dortigen Entwicklungen könnten wir in diesem Jahr durchaus ohne weitere Quotenänderungen auskommen."
Die nur langsam wieder anlaufenden irakischen Ölausfuhren haben Hoffnungen der Verbraucherländer auf einen deutlichen Rückgang des Ölpreises nach dem Ende des Irak-Kriegs enttäuscht. Der Preis von NYMEX Crude zur Lieferung im September kostete am Abend des 31. 7. mit 30,54 Dollar rund 14 Cent weniger als kurz vor der OPEC - Entscheidung und kaum verändert im Vergleich zum Vortag. Seit einigen Wochen ist der Preis wieder um mehr als vier Dollar gestiegen.
Plünderungen, Sabaotage-Akte und Kriegsschäden haben den Bemühungen der Okkupanten UK und USA, die irakischen Ölanlagen nach der Besetzung des Irak schnell wieder aufzubauen, einen Rückschlag versetzt. Derzeit fördert der Irak nur rund eine Million Barrel pro Tag nach einer täglichen Kapazität von 2,8 Millionen Barrel vor dem Krieg. "Wenn der Irak, was zu erwarten ist, unter 1,5 Millionen Barrel pro Tag bleibt, sollte die OPEC mit ihren gegenwärtigen Förderquoten gut durch das Jahr kommen", sagte ein Energie-Experte. Das hohe Preisniveau und geringe Vorräte schafften dann gute Voraussetzungen für Drosselungen der Produktion im nächsten Jahr.
Sollten die irakischen Ölexporte aber weiter nicht in Gang kommen, müßte die OPEC bei einem weiteren Preisanstieg die Förderquoten möglicherweise sogar anheben. Denn der für die OPEC-Politik wichtige Durchschnittspreis verschiedener Ölsorten liegt derzeit mit 27,31 Dollar am oberen Ende der vom Kartell angestrebten Spanne von 22 bis 28 Dollar. "Wir haben immer versprochen: Wenn der Ölpreis über 28 Dollar steigt, werden wir die Produktion erhöhen", sagte Opec-Präsident Abdullah el Attijah. Nach einer informellen Vereinbarung des Kartells erhöht die OPEC die Förderquoten, sobald der Preis an 20 aufeinander folgenden Arbeitstagen über der Marke von 28 Dollar liegt.
Das OPEC - Mitglied Irak hat an dem Treffen in Wien nicht teilgenommen. Das Kartell will erst dann eine irakische Delegation einladen, wenn das Land eine international anerkannte Regierung hat. Bald will der von den Besatzungsmächten eingesetzte Marionetten-Regierungsrat im Irak einen Ölminister benennen, der aber nicht als Delegationsleiter in Frage kommen dürfte, da die OPEC dieses Gremium nicht anerkennt..
[31. Juli 2003]
OPEC reduziert die tatsächliche Fördermenge Zur Stabilisierung des Ölpreises hat sich die OPEC am 24. 4. 2003 bei dem Treffen in Wien auf eine Absenkung der tatsächlichen täglichen Fördermenge um zwei Millionen Barrel geeinigt. OPEC-Präsident Abdullah bin Hamad el Attiyah erklärte nach einem Sondertreffen in Wien, ab 1. Juni sollten pro Tag 25,4 Millionen Barrel gefördert werden. Die offizielle Förderquote steigt aber damit dennoch um 900.000 Barrel pro Tag, da bisher inoffiziell mehr als die vorgeschriebene Quote gefördert wurde..Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Überproduktion nach dem Ende des Irak-Krieges. Attijah sagte, auch die Lungenkrankheit SARS habe die Nachfrage nach Öl sinken lassen. Möglicherweise sei noch eine weitere Senkung der Förderquote beim nächsten OPEC-Treffen im Juni in Qatar notwendig. Zu Kriegsbeginn hatte die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ihre selbst auferlegten Förderbeschränkungen von 24,5 Millionen Barrel am Tag aufgegeben und den Ländern erlaubt, ihre Förderung anzuheben, um eine Ölknappheit zu verhindern."Es ist wichtig, die Überversorgung zu reduzieren", sagte der venezolanische Ölminister Rafael Ramirez vor Beginn des Treffens. "Wir müssen mehr Disziplin zeigen." Falls dies nicht geschehe, werde die OPEC den anvisierten Preis von etwa 25 Dollar pro Barrel nicht halten können. Vor Beginn des Krieges im Irak lag der Preis für einen Barrel Öl bei fast 40 Dollar. Am 24. 4. wurden in New York für ein Barrel 26,71 Dollar bezahlt.Attijah erklärte vor den Gesprächen, derzeit würden täglich zwei Millionen Barrel Öl mehr gefördert, als der Weltmarkt benötige. Die OPEC kann die Überproduktion auf zwei Wegen reduzieren: Sie kann die offizielle Gesamtfördermenge pro Tag herabsetzen oder auf die Mitglieder einwirken, die derzeit mehr fördern, als sie nach ihrer Quote dürfen.Nach dem Sturz von Saddam Hussein war Irak bei dem Treffen in Wien nicht vertreten. In der Vergangenheit hatte der Kulturattaché der irakischen Botschaft in Wien an den Treffen teilgenommen. Er habe auch für die Gespräche am 24. 4. eine Einladung erhalten, diese aber abgelehnt.
Abdullah el Attyjah sagte, die OPEC hoffe, der Irak werde schnell wieder aktives Mitglied der Organisation werden. Es wurden folgende Fördermengen für die einzelnen Mitglieder vereinbart (Tausend Barrel pro Tag): Algerien 811, Indonesien 1317, Iran 3729, Kuwait 2038, Lybien 1360, Nigeria 2092, Qatar 658, Saudi Arabien 8256, Vereinitgte Arabische Emirate 2217, Venezuela 2923.
[24. April. 2003]
Ölfördermenge soll vorläufig beibehalten werden Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist uneinig, wie sie auf einen möglichen Kriegsausbruch im Irak reagieren soll. In informellen Beratungen vor der Halbjahrestagung in Wien wurden am Nachmittag des 11. 3. die Differenzen deutlich. Nach den Worten des algerischen Ölministers Chakib Khelil war daher vorerst weder mit einem konkreten Krisenplan noch mit Änderungen der geltenden Förderquoten zu rechnen.
Ursprünglich war spekuliert worden, die OPEC könnte ihr Quotensystem bei Kriegsausbruch völlig aufgeben. Später hatte es geheißen, in Wien könnte eine Ausweitung der Fördermenge von derzeit offiziell 24,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) täglich um zehn bis 20 Prozent beschlossen werden. Vor allem die Kritiker eines US-Angriffes wie Iran hatten sich zuletzt aber vehement gegen jede Erhöhung der Produktion ausgesprochen, um damit den Eindruck zu vermeiden, die OPEC unterstütze die USA.
Die Minister bekennen sich in ihrer Abschlußerklärung lediglich dazu, alles gegen eine Unterversorgung der Märkte zu unternehmen, sollte dies notwendig werden. Damit sollen die Ölmärkte beruhigt werden. An der Tagung nahm auch der Energieminister des nicht-OPEC Landes Rußland teil, was von den Konferenzteilnehmern als ein Zeichen der Solidarität Rußlands mit den OPEC-Ländern gewürdigt wurde.
Der Ölpreis hatte im Vorfeld der Wiener Tagung die Marke von 33 Dollar nach oben durchbrochen. Der Durchschnittspreis für das Barrel habe am Vortag bei 33,11 Dollar gelegen, teilte das OPEC-Sekretariat in Wien mit. Am 7. 3. 2003 kostete das Barrel 32,79 Dollar. Die OPEC strebt einen Höchstpreis von 28 Dollar an.
Die nächste ordentliche OPEC-Tagung soll am 24. 9. 2003 in Wien stattfinden. Im Juni ist eine außerordentliche Konferenz geplant.
[11. März 2003]
OPEC läßt Ölfördermenge wieder unverändert Am 26. und 27. September 2001 fand in Wien das 117. Treffen der OPEC-Staaten unter dem Vorsitz des Präsidenten Dr. Chakib Khelil, des Ölministers von Algerien statt.
Die Konferenz will in Hinblick auf die Terroranschläge in den USA für die Aufrechterhaltung ausreichender Ölproduktion sorgen.
Auf Grund der sich verschlechternde Lage der Weltwirtschaft beschloß die Konferenz, die gegenwärtigen Ölfördermengen unverändert zu lassen, obwohl der Ölpreis zur Zeit unter 22 $ pro Barrel liegt. Die Konferenz will in Zukunft den Ölpreis in einem Bereich zwischen 22 und 28 Dollar pro Barrel halten. Sollte der Preis für länger als zwei Wochen unter 22 $ liegen, dann werde die Produktion doch gedrosselt. Die Konferenzteilnehmer beschlossen, am 14. November 2001 die nächste Konferenz in Wien abzuhalten, um die Situation des Ölmarktes erneut zu untersuchen und entsprechende Maßnahmen zu treffen.
Die Konferenzteilnehmer würdigten die Gastfreundschaft der österreichischen Bundesregierung und der Wiener Stadtverwaltung sowie die umfangreichen Maßnahmen zur Durchführung und Sicherung der Konferenz.
[27. September 2001]
OPEC läßt Ölfördermenge unverändert Die Ölminister der Opec haben wegen der erwarteten baldigen Wiederaufnahme der Ölausfuhren Iraks ihre derzeitige lfördermenge von 24,2 Millionen Barrel Rohöl pro Tag nicht verändert. Die Vereinbarung werde am 3. 7. 2001 um 21.00 Uhr CET ratifiziert, teilte der Ölminister Katars, Abdullah al-Attiya, am Dienstag am Rande des Opec- Sondertreffens in Wien mit. Die Vereinbarung der Staaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) gelte bis zur nächsten Konferenz Ende September.
Opec-Präsident Chakib Khelil sagte, das Kartell erwarte nach der Rückkehr Iraks an den Markt keinen weiteren Preisrückgang. Dagegen schloß Saudi-Arabien eine erneute Drosselung der Ölexporte zur Preisstabilisierung nicht aus.
Unterdessen fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) der führenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im August an der Londoner Warenterminbörse International Petroleum Exchange IPE bis zum Nachmittag des 3. 7. 2001 um 0,39 auf 25,25 Dollar. Binnen eines Monats hat sich Brent-Crude damit um etwa fünf Dollar verbilligt.
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) in New York entscheidet im Tagesverlauf über eine Verlängerung des UN-Hilfsprogramms "Öl für Lebensmittel" um fünf oder sechs Monate. Danach will die irakische Regierung darüber beraten, ob sie ihren Öl-Exportstopp aufhebt. Irak hatte Anfang Juni seine Ölexporte wegen eines Streits mit den USA und dem UK über das Hilfsprogramm eingestellt. An Stelle der sonst üblichen Verlängerung um sechs Monate hatten die UN das Hilfsprogramm nur um einen Monat bis zum 3. Juli verlängert, nachdem die USA und Großbritannien einen Entwurf für ein verändertes Sanktionssystem vorgelegt hatten. Dabei wollten die beiden NATO - Aggressorstaaten, die nach wie vor den Irak regelmäßig bombardieren, die Sanktionen noch verschärfen
Der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, hatte am Abend des 2. 7. 2001 angekündigt, einer unveränderten Fortsetzung des Programms zunächst zustimmen zu wollen. Bereits vorher hatte es geheißen, der UN-Sicherheitsrat wolle der Verlängerung des Programms ohne Einschränkungen zustimmen, nachdem Rußland mit einem Veto gedroht habe. Bei einer Zustimmung werde Irak eine Wiederaufnahme seiner Ölexporte in Betracht ziehen, hatte ein irakischer Ölfunktionär am Montag in Wien angekündigt.
Opec-Präsident Khelil sagte, unter den Opec-Ölministern herrsche Konsens darüber, daß nach einer Rückkehr des Irak an den Ölmarkt nicht mit einem weiteren Rückgang der Preise zu rechnen sei. Statt dessen dürften die Ölpreise etwa auf dem derzeitigen Niveau verharren. Der Ölminister Iraks, Bijan Zanganeh, fügte hinzu, im dritten Quartal werde sich Angebot und Nachfrage nach Öl nahezu die Waage halten.
Londoner Analysten erwarten trotz einer Wiederaufnahme der Ölexporte Iraks von rund 2,1 Millionen Barrel täglich (bpd) eher steigende Ölpreise. Im Verlauf des dritten Jahresviertels werde die Nachfrage nach Öl aus saisonalen Gründen wieder steigen, weil die Verbraucherländer auf der Nordhalbkugel der Erde dann begännen, ihrer Vorräte für den Winter aufzufüllen.
Saudi-Arabiens Ölminister Ali-al-Naimi schloß indessen eine erneute Drosselung der Ölausfuhren der Opec nicht aus, um die Preise innerhalb der angepeilten Spanne von 22 bis 28 Dollar je Barrel zu halten. "Das hängt vom Szenario ab. Wenn Irak an den Markt zurückkehrt, müssen wir möglicherweise Maßnahmen zur Einschränkung der Exporte ergreifen," sagte er in Wien. Dies sei jedoch kein unmittelbar bevorstehender Schritt. In der gegenwärtigen Nachfrage spiegele sich das langsamere Wirtschaftswachstum wider, sagte Naimi. Die Opec werde die Situation beobachten und gegebenenfalls handeln. Tatsächlich haben mehrere OPEC - Staaten, darunter besonders Saudi Arabien, ihre Quoten überschritten, um den Ausfall Iraks auszugleichen, weshalb der Ölpreis jetzt verhältnismäßig niedrig ist.
Im bisherigen Jahresverlauf hat das Öl-Kartell aus Sorge über einen möglichen Verfall der Ölpreise bereits zwei Mal die tägliche Fördermenge um insgesamt 2,5 Millionen auf 24,2 Millionen Barrel gesenkt.
[3. Juli 2001]
OPEC läßt Fördermenge unverändert Trotz des irakischen Ausfuhrstopps für Rohöl wollen die Förderstaaten ihre Produktion vorerst nicht erhöhen. Das beschlossen die OPEC - Mitglieder am 5. 6. 2001 in Wien. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, teilten die Delegierten mit. Zugleich kündigten sie an, sich am 3. Juli erneut zu treffen, um die Auswirkungen des irakischen Exportstopps zu bewerten.
Im kommenden Monat solle überprüft werden, wie der Markt auf den Schritt Bagdads reagiert habe, sagte der Ölminister von Katar, Abdullah Bin Hamed el Attije. Die Frage, ob die OPEC-Mitglieder bei Bedarf mehr Öl fördern würden, bejahte er. Der saudische Ölminister Ali Naimi sagte, momentan seien Angebot und Nachfrage an Rohöl ausgeglichen. Man sehe daher gegenwärtig keine Notwendigkeit, die Fördermenge zu erhöhen.
Irak hatte am 4. 6. 2001 praktisch alle Rohölexporte eingestellt. Die Regierung protestiert mit diesem Schritt gegen eine Entscheidung des UN - Sicherheitsrates, das Programm Öl für Lebensmittel und die Sanktionen um einen Monat zu verlängern und nicht, wie erhofft, die Sanktionen aufzuheben. UK und die USA sind gegen die Aufhebung der Sanktionen, konnten aber eine Verlängerung um weitere sechs Monate nicht mehr durchsetzen. Bislang wurden in Irak knapp drei Millionen Barrel Öl pro Tag gefördert.
Seit Anfang des Jahres hat die Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) die Fördermenge um insgesamt täglich 2,5 Millionen Barrel (das Faß zu 159 Liter) zurückgefahren, die letzte Senkung trat Anfang April in Kraft. Irak ist zwar OPEC-Mitglied, beteiligt sich aber nicht an den Vereinbarungen zu Fördermengen.
[5. Juni 2001]
OPEC-Tagung am 16. 3. 2001 in Wien Die Opec-Staaten vereinbarten am 17. 3. 2001 in Wien, ihre Ölförderung ab April um eine Million Barrel (159 Liter) täglich zu drosseln. Damit wird die Fördermenge um etwa vier Prozent auf 24,2 Mio. Barrel pro Tag reduziert. Damit will die Opec verhindern, dass der Ölpreis mit dem Ende der Heizperiode in der nördlichen Hemisphäre stark nachgibt.
Eine deutliche Verteuerung des Öls steht aber nach Meinung von Experten nicht bevor. Längerfristig sei trotz der erwarteten Drosselung sogar eher mit sinkenden Preisen zu rechnen. Das schwache Wirtschaftswachstum in den USA sowie der anstehende Sommeranfang in den Industrieländern werde den Verbrauch reduzieren. Außerdem steigerten viele Förderländer - sowohl Opec-Miglieder als auch unabhängige Staaten - ihre Kapazitäten. Dadurch werde es immer wahrscheinlicher, dass Länder mehr Öl förderten als von der Opec vorgesehen, sagten die Experten. Allerdings: Die internationalen Lagerbestände seien nach wie vor relativ niedrig, deshalb sei ein vorübergehender Preisanstieg im Herbst möglich. Mit der zweiten Senkung der Ölfördermengen seit Jahresbeginn hat die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) die Furcht vor einer Abschwächung der Wirtschaftskonjunktur am Wochenende gestärkt.
Die US-Regierung nannte den Beschluß "enttäuschend" und kündigte an, die heimische Ölproduktion in Zukunft mehr zu fördern. Auch die EU-Kommission äußerte sich beunruhigt. Einige Analysten warnten, höhere Ölpreise könnten das weltweite Wirtschaftswachstum verlangsamen, die meisten Experten aber erwarten keinen drastischen Preisanstieg. Nach einem Hoch von 34 Dollar im Herbst lag der Ölpreis am Freitag bei knapp 26 Dollar. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur IEA hatten die Opec-Staaten im Februar täglich 27,81 Mio. Barrel Rohöl gefördert.
In London sank der Ölpreis am 15. 3. 2001 auf den niedrigsten Stand seit Ende vergangenen Jahres: Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent Crude wurde um 23,60 Dollar gehandelt.
[18. März 2001]
OPEC senkt Rohöl-Fördermenge Die Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) ist sich einig: Sie wird die Weltmärkte ab 1. Februar mit weniger Rohöl versorgen als bisher. Eine Rücknahme der täglichen Fördermenge um 1,5 Millionen Barrel (zu 159 Liter) wurde am 17. Januar 2001 beim OPEC - Gipfeltreffen in Wien beschlossen, gab Kuwaits Ölminister Saud Nasser el-Sabah bekannt .Bereits im März könne eine weitere Förderungsdrosselung folgen, sagte der Ölminister von Katar. Somit fanden die Appelle der USA und der EU nach einem Beibehalten der bisherigen Fördermengen bei der Opec kein Gehör. Die beiden Wirtschaftsräume fürchten höhere Inflationsraten und eine Reduktion des Wirtschaftswachstums infolge wieder ansteigender Rohölpreise. Das Opec-Kartell steuert derzeit knapp 40 Prozent des weltweit angebotenen Rohöls bei. Eine Rücknahme ihrer Fördermenge um rund sechs Prozent bedeutet somit auf dem Weltmarkt eine Reduktion des gesamten Angebots um 2,4 Prozent. Händler erwarten sich durch die Rücknahme der Fördermengen in dem akkordierten Ausmaß keine einschneidenden Änderungen an der Preisfront. So hätten so gut wie alle Marktteilnehmer mit einem derartigen Schritt der Opec gerechnet, wodurch die Preise bereits in den vergangenen Tagen leicht angestiegen sind. Derzeit kostet ein Barrel Rohöl in Europa knapp über 25 Dollar . In etwa auf diesem Niveau versucht die Opec eigenen Angaben zufolge auch die Preise zu stabilisieren.
"Wir sind besorgt über einen Rückgang der Nachfrage im Frühling und im Sommer, deshalb ergreifen wir diese Maßnahmen", sagte der kuwaitische Ölminister Scheich Saud Nasser al-Sabah am 17. 1. 2001 in Wien.
[17. Januar 2001]
OPEC erhöht wieder Rohöl-Fördermenge Die Ölminister der OPEC haben sich bei ihrem Herbsttreffen in Wien am 10. 9. 2000 auf eine Produktionserhöhung um 800.000 Barrel geeinigt. Mit der heuer bereits dritten Anhebung der freiwillig vereinbarten Förderhöchstquoten will die OPEC die drastisch gestiegenen Ölpreise wieder herunterdrücken.
Gemäß der jüngsten Übereinkunft wird das Kartell künftig 26,2 Mio. Barrel (je 159 Liter) pro Tag auf den Markt werfen. Das ist ein Plus von etwa drei Prozent. Dazu kommt noch der Irak, der rund drei Mio. Barrel verkauft, aber wegen der UN-Sanktionen nicht im Quotensystem mitspielt. Bagdad exportiert im Rahmen des Öl-gegen-Lebensmittel-Übereinkommens. Der jüngste Schritt der Kartellbrüder dürfte zunächst wenig Einfluß auf den Rohölpreis haben.
Schließlich hat die OPEC bei ihrem vorherigen Treffen eine automatische Ausweitung der Produktion um 500.000 Barrel beschlossen, wenn der Preis für OPEC-Öl 20 Tage in Folge über 28 Dollar liegt. Würde das Kartell seine eigenen Beschlüsse ernst nehmen, hätte es schon am Freitag aufdrehen müssen. Daß die jüngste Erhöhung wirkungslos bleibt, legen auch die Produktionszahlen der elf OPEC-Länder nahe.
So ließen sich die Märkte überhaupt nicht davon beeindrucken, daß die Förderung im August mit 29 Mio. Faß auf ein historisches Hoch kletterte, im Gegenteil, die Preise erreichten jeden Tag ein Zehnjahreshoch. Hauptursache war der Förderrekord des Irak von 3,1 Mio. Fass und der erhöhte Ausstoß der Saudis, die 8,75 Mio. Faß auf den Markt geworfen haben. Das sind fast 600.000 Faß mehr als die freiwillig vereinbarte Förderhöchstmenge. Durch den Beschluß vom Wochenende produziert das Wüstenkönigreich zum ersten Mal seit 20 Jahren neun Mio. Fass.
Die OPEC - Vertreter weisen außerdem darauf hin, daß der hohe Treibstoffpreis durch die Steuerbelastung der Industrieländer verursacht werde, die von 40 % (USA) bis 75 % (UK) reiche. So verdiene z. B. Großbritannien wegen der hohen Steuern
auf Treibstoff mehr am Mineralöl als Saudiarabien. Mit Berücksichtigung der Inflationsrate in den Industrieländern ist der Rohölpreis in den letzten zehn Jahren sogar deutlich gefallen.Außerdem seien neue Umweltrichtlinien in den USA dafür verantwortlich, daß dort nicht genügend Treibstoff nach den
neuen Vorschriften erzeugt werden könne, weswegen es dort zu einer Verknappung gekommen sei. Abgesehen davon geben die OPEC - Vertreter auch den internationalen Rohstoffspekulanten Schuld an dem Preisanstieg.[10. September 2000]