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Fraktion der Nationalen im EU-Parlament
Eine Fraktion nationaler Gruppen Europas unter dem Namen "IST – Identität,
Tradition, Souveränität" hat sich am 15. 1. 2006 bei der ersten
Sitzung des europäischen Parlaments im neuen Jahr in Straßburg
konstituiert. Fraktionsvorsitzender wurde Bruno Gollnisch vom französischen
Front National (FN). Die Fraktion der Nationalen stellt sich als einzige
gegen die Militäreinsätze zugunsten der USA und ist gegen die
geplante Abschaffung nationaler Souveränitäten durch die EU-Verfassung.
Ähnlich wie in den USA werden die meisten anderen Parlamentarier der
EU von der Waffen-, Atom- oder Israellobby dirigiert.
Dem Bündnis gehören neben sieben Abgeordneten der Front National
und A. Mölzer drei Parlamentarier des belgischen Vlaams Belang, fünf
Abgeordnete der Groß-Rumänien-Partei, ein Mandatar der bulgarischen
Ataka-Partei, die Enkelin des italienischen Duce, Alessandra Mussolini,
der britische Euroskeptiker Ashley Mote und der Italiener Luca Romagnoli
an.
Polnische Abgeordnete beteiligen sich entgegen früherer Pläne
nicht an der Fraktion. Diesbezüglich war der von Andreas Mölzer
jüngst extra wegen der Polen propagierte Verzicht auf die deutschen
Ostgebiete nicht zielführend.
Pressekonferenz der Fraktion der Nationalen am 15. 1. 2007 im EU-Parlament
Straßburg
Fraktionsvorsitzender Gollnisch, Stellvertreter von FN-Chef Le Pen,
muss sich in seiner Heimat in einem Gerichtsverfahren wegen angeblicher
Leugnung des Holocaust verantworten (s. u.). Das EU-Parlament hat deswegen
seine Immunität bereits aufgehoben. Gleichzeitig fordern EU-Politiker
unter Berufung auf die Meinuingsfreiheit die Aufhebung eines ähnlichen
Straftatbestandes in der Türkei (die Behauptung eines Völkermordes
an den Armeniern wird strafrechtlich verfolgt)
Die ÖVP-Delegation im EU-Parlament werde "keine Zusammenarbeit
und keine Berührung" mit der "Rechtsaußenfraktion" pflegen,
betonte Abg. Karas. Hinter deren gemeinsamen Werten stehe "antieuropäisches
Denken, Judenhass, Zigeunerhetze und mangelnder Respekt vor Andersdenkenden".
SPE-Fraktionschef Martin Schultz wollte mit einem Antrag im EU-Parlament
die Bildung der nationalen Fraktion verhindern, da die Teilnehmer kein
gemeinsames Programm hätten. Sein Antrag wurde abgelehnt. Schultz
forderte seine Kollegen anderer politischer Gruppierungen außerdem
dazu auf, die Rechten nicht an Führungspositionen im EU-Parlament
zu beteiligen. Dies würde nämlich "die Demokratie und die europäischen
Werte gefährden".
[15. Januar 2007]
Meinungsfreiheit in der EU
Der neue Fraktionschef der Rechtsparteien im Europaparlament wurde am
18. 1. 2007 wegen "Leugnung des Holocausts" zu drei Monaten Haft
auf Bewährung und horrenden Geldstrafen verurteilt.
Der Franzose Bruno Gollnisch wurde vom Strafgericht Lyon zudem mit einer
Geldstrafe von 5.000 Euro belegt. Außerdem soll er 45000 Euro Schmerzensgeld
an
jüdische Organisationen sowie die Kosten von mehreren tausend Euro
für die Veröffentlichung des Urteils in mehreren großen
französischen Zeitungen.
Der Vize-Chef der Front National (FN) hatte 2004 gesagt, er stelle "die
Hunderttausenden, die Millionen Toten" in den NS- Lagern nicht in Frage.
Auch die Existenz von Gaskammern bestreite er nicht. Es müsse aber
eine freie Debatte darüber geben, wie die Menschen in den Lagern gestorben
seien.
Im November 2006 hatte Gollnisch vor Gericht seine Aussage zurückgenommen.
Auf die Frage, ob er der Aussage zustimme, dass die Gaskammern von den
Nazis zur organisierten Ermordung der europäischen Juden genutzt wurden,
hatte er gesagt: "Vollkommen. Ich bejahe das in meiner Antwort."
Mit seinem Urteil ging das Gericht über die Forderung der Staatsanwaltschaft
hinaus, die eine Geldstrafe von 10.000 Euro, aber keine Bewährungsstrafe
gefordert hatte. Die Richter verlangten zudem, dass das Urteil in den Medien
veröffentlicht wird, deren Journalisten 2004 über Gollnischs
Pressekonferenz berichtet hatten.
Ähnlich wie in Österreich und in der BRD ist die sog. Leugnung
des Holocausts auch in Frankreich strafbar. 2006 wurde in Paris mit den
Stimmen der Sozialisten ein Gesetz beschlossen, das sogar die Leugnung
des Völkermordes an den Armeniern strafbar macht.
[18. Januar 2007]
Interview mit Prof. Bruno Gollnisch (aus "Zur Zeit" vom 26. 1. 2007)
:
Herr Professor Gollnisch, was sind die politischen Ziele von ITS?
Bruno Gollnisch: Erstens, wie der Name schon
anzeigt, ist das Ziel, die Souveränität, Tradition und Identität
sowohl Europas als auch seiner Nationalstaaten zu bewahren. Die europäische
Zivilisation hat für die Welt die Idee der Freiheit und der Gleichheit
der Nationen hervorgebracht. Wir wollen dieses europäische Erbe bewahren.
Zweitens, wir wollen der europäischen Dekadenz begegnen: dem Verfall
unserer Gesellschaften durch Kriminalität, Geburtenschwund und sozialem
Zusammenbruch durch Zerstörung unserer wirtschaftlichen Grundlage
infolge unfairen Wettbewerbs. Ich spreche vom Import von Billigprodukten,
hergestellt durch die Ausbeutung Hunderttausender von Arbeitssklaven etwa
in asiatischen Ländern.
Wir wollen nationale Lösungen für diese Probleme finden.
Die europäischen Nationen sollen deshalb in wichtigen Bereichen kooperieren.
Was wir aber nicht wollen, ist ein europäischer Superstaat, der nämlich
nur die Vorstufe dessen bedeutet, was wir eigentlich bekämpfen: die
Zerstörung der europäischen Nationen und Kulturen durch die Globalisierung.
Von den anderen Fraktionen wurde ITS bereits zu „Feinden Europas“ erklärt.
Gollnisch: Nicht wir, sie sind die Feinde
Europas! Warum? Weil sie sich an dem, was Europa ausmacht, vergehen. Sie
streben einen europäischen Superstaat an und verraten damit das europäische
Erbe und den europäischen Geist. Europa ist die Vielfalt und die Freiheit.
Wer die Unabhängigkeit der europäischen Nationen zugunsten eines
Brüsseler Zentralstaates aufgeben will, der verrät diese Werte.
ITS ist Teil der EU und will ihr doch in die Speichen greifen.
Gollnisch: Sie folgen mit dieser Darstellung
der Logik derer, die ihre eigenen politischen Interessen einfach zu denen
Europas erklären. Das ist so, als ob Ihre Regierung in Berlin behaupten
würde, Kritik an ihr sei gleichbedeutend mit Kritik am Vaterland und
am politischen System der Demokratie. Das wäre doch infam. Das EU-Establishment
und die EU-Bürokratie sind nicht Europa!
Außer ITS gibt es im Europäischen Parlament noch zwei weitere
national orientierte Fraktionen, die Union für ein Europa der Nationen
(UEN) und Unabhängigkeit und Demokratie (ID).
Gollnisch: Die Zersplitterung der rechten
Parteien im Europäischen Parlament ist nicht unsere Schuld. Sie geht
vielmehr auf das Konto derer, die – beeinflußt von der tendenziösen
Berichterstattung der politisch korrekten Medien – meinen, sich von anderen
patriotischen Parteien distanzieren zu müssen. Denken Sie nur an den
Streit im letzten Jahr in der ID-Fraktion um die Auseinandersetzung mit
dem Islam, der im Zerwürfnis mit den islamkritischen Italienern der
Lega Nord und Polen der nationalkatholischen LPR endete, die schließlich
die ID verlassen haben.
Es heißt, Lega-Chef Umberto Bossi und FN-Chef Le Pen vertrügen
sich nicht.
Gollnisch: Daß es nicht geklappt hat,
ist die Folge der Entscheidung derjeniger, die nicht mitmachen. Fragen
Sie dort nach, was ihnen nicht gepaßt hat.
Ist eine Fusion von ITS, UEN und ID langfristig vorstellbar?
Gollnisch: ITS hat kein Abgrenzungsproblem
zu den beiden anderen Fraktionen, und wenn eine Fusion gelänge, würde
damit die drittstärkste Fraktion des Europäischen Parlaments
entstehen. Es gibt allerdings inhaltliche Differenzen. Wir haben zum Beispiel
Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Opposition der UEN gegen die immer weiter
wuchernde EU-Bürokratie. Aber wie ich schon sagte, letztlich sind
nicht wir das Problem, sondern ID und UEN. Diese waren es, die in der Vergangenheit
lieber den politisch korrekten Unwahrheiten unserer gemeinsamen politischen
Gegner geglaubt und den Beitritt der nun in der ITS zusammengeschlossenen
Parteien zu ihren Fraktionen abgelehnt haben. Auf jeden Fall aber sind
wir für eine Kooperation mit allen, die unsere Ziele grundsätzlich
teilen, offen!
Gibt es realistische Aussichten, daß sich die Fraktion durch weitere
Beitritte vergrößert?
Gollnisch: Ja. Die Mitgliederstärke unserer
Fraktion wird sich in naher Zukunft schon deshalb erhöhen, weil bis
zur Europawahl 2009 Rumänien und Bulgarien die Zahl ihrer Europaabgeordneten
entsprechend der Parteistärke in ihren nationalen Parlamenten stellen.
Da sowohl die rumänische PRM wie auch die bulgarische Ataka bei den
nächsten Parlamentswahlen zu Hause wohl dazugewinnen werden, werden
sie künftig auch mehr Abgeordnete nach Europa entsenden. Außerdem
hoffen wir, auch Vertreter anderer Parteien mit einer soliden Parlamentsarbeit
der ITS für uns zu gewinnen
Vertreter welcher Parteien könnten das sein?
Gollnisch: Ich denke da zum Beispiel an Polen
oder Slowaken. Wir werden sehen.
Warum ist es so wichtig, eine Fraktion zu bilden?
Gollnisch: Es gibt eine lange Liste von Rechten
und Möglichkeiten, die Abgeordnete nur bekommen, wenn sie Fraktionsstatus
haben. Man erhält mehr Mittel, mehr Mitarbeiter, eine bessere Raumausstattung,
mehr Redezeit im Plenum, Antragsrecht etc. etc. So erst ist eine effektive
Parlamentsarbeit überhaupt möglich.
Spürbaren politischen Einfluß wird Ihre Gruppe deshalb aber
dennoch nicht gewinnen.
Gollnisch: Nun, das Europäische Parlament
hat 785 Abgeordnete, ITS vorerst nur zwanzig. Natürlich sind wir eine
Minderheit und werden daher nicht bestimmen können, wie die Dinge
in Straßburg laufen. Wir können aber dank des Fraktionsstatus‘
unsere Stimme als Opposition wesentlich lauter erheben. Außerdem
möchte ich Sie daran erinnern, daß man in der Politik in größeren
Zusammenhängen denken muß: Während des zweiten französischen
Empire unter Kaiser Napoleon III. war die Partei der Republikaner auch
eine Minderheit.
Doch dann besiegten Bismarck und Moltke den Kaiser 1870 in der Schlacht
von Sedan. Napoleon dankte ab, und in Paris kamen die Republikaner an die
Macht, um das Land vor der Katastrophe zu bewahren. Was ich damit sagen
möchte: Die Verhältnisse ändern sich, früher oder später.
PRM und Ataka gelten als sehr umstritten. Ataka-Chef Wolen Siderow etwa
soll propagieren, Bulgarien sei nur „mit der Kalaschnikow zu regieren“,
und die „Liquidierung von Zigeunerbanden“ gefordert haben.
Gollnisch: Es ist immer das gleiche. Da wird
ein Zitat in Umlauf gesetzt, das dann einer vom anderen abschreibt. Ich
frage: Wer hat das wann wo und in welchem Zusammenhang wirklich gesagt?
Denn ich weiß, was an politisch korrekten Lügen etwa über
den Front National, Vlaams Belang oder die deutschen Republikaner verbreitet
wurde und wird.
Es stimmt, es ist bezeichnend, daß sich über zutiefst korrupte,
stalinistische oder nationalistische Abgeordnete in anderen Fraktionen
niemand aufregt. Allerdings, selbst Ihr Fraktionskollege Andreas Mölzer
hat festgestellt, er würde den politischen Stil einiger ITS-Partner
„nicht unterschreiben“.
Gollnisch: So hat er das niemals gesagt. Sie
unterschätzen, wie skrupellos die Lügen-Propaganda der Political
Correctness sein kann! Ein weiteres Beispiel: Die Tageszeitung „Die Welt“
zitiert in einem Artikel über die Fraktion „Identität, Tradition,
Souveränität“ vom 9. Januar einen angeblichen ITS-Politiker,
den Rumänen Dumitru Dragomir, mit antisemitischen Äußerungen.
Nur: Herr Dragomir gehört der ITS gar nicht an! In einer rumänischen
Zeitung wiederum lese ich, Le Pen habe in Frankreich CDs mit Nazi-Inhalten
herausgegeben.
Ich kenne diese Tonträger, es handelt sich um historische Dokumentationen,
die sich mit allen möglichen Epochen befassen, darunter ist eben auch
der Zweite Weltkrieg. Auf der entsprechenden Platte finden sich dann neben
Zitaten aller möglichen politischen Richtungen der damaligen Zeit
eben auch die von Nationalsozialisten.
Oder: Jüngst hat man unsere Fraktion in der Presse als eine „Bande
von Hooligans“ bezeichnet. Unter diesen „Hooligans“ befinden sich fünf
Universitätsprofessoren, ein Arzt, ein Geologe, drei Unternehmer,
drei Journalisten – alles „typische Hooligans“, nicht wahr?
Das Gespräch führte Moritz Schwarz (JF).
Bruno Gollnisch ist Universitätsprofessor für japanische Sprache
und Kultur leitet die neue rechtsdemokratische Fraktion (ITS) im Europäischen
Parlament
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