Landtagswahl 2010 in der Steiermark

Nach dem vorläufigen Endergebnis erreichte die SPÖ bei der Landtagswahl vom 26. September 2010 wieder die relative Stimmenmehrheit. Die Ergebnisse:

SPÖ 38,43 %, 23 Mandate (-2)
ÖVP 37,14 %, 22 Mandate (-2)
FPÖ 10,83  %, 6 Mandate (+6)
Grüne  5,25 % , 3 Mandate (=) 
KPÖ   4,41 %,  2 Mandate (-2)
BZÖ    3,00 %,  0 Mandate
CPÖ    0,71 %   0 Mandate
PUMA 0,23 %   0 Mandate

In der Landesregierung erhalten ÖVP(=) und SPÖ (-1) je vier und die FPÖ(+1) einen Sitz.

Durch die noch auszuzählenden Briefwahlstimmen dürfte es keine großen Veränderungen mehr geben.

Interessant ist, dass die FPÖ 2005 mit 4,6 % nicht mehr in den Landtag einziehen durfte, während die KPÖ 2010 mit 4,4 % sogar zwei Landtagsmandate erhält... 
 
 
  Wahl 2010
Stimmen
Prozent
Diff. zu 2005
Wahlber 966.900
Wähler 620.538 64,18 % -11,37%
Ungültige St.:  8.259 . .
Gültige St.:  612.279 . .
SPÖ 235.311  38,43% -3,31%
ÖVP 227.388  37,14% -1,52%
KPÖ 26.983  4,41% -1,91%
Grüne 32.159   5,25% +0,57%
FPÖ 66.304  10,83% +6,27%
PUMA 1.424  0,23%
BZÖ 18.338  3,00% +1,28%
CPÖ 4.372 0,71% 

[26. September 2010]

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SPÖ gewinnt Landtagswahl 2005 in der Steiermark

Die SPÖ gewinnt die Landtagswahl 2005 in der Steiermark. Nach dem vorläufigen Endergebnis liegt die SPÖ mit Spitzenkandidat Franz Voves bei 41,8 Prozent der Wählerstimmen. Das ist ein Zuwachs von über neun Prozent. Die ÖVP verliert fast neun Prozent und kommt mit 38,7 Prozent diesmal nur auf Platz Zwei.

Die SPÖ wird damit erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik vier der neun Landeshauptleute stellen. Voves hatte sich bereits zu Mittag siegessicher gegeben: „Tendenziell stehen die Chancen sehr gut. Ich freue mich gewaltig, so richtig aber erst um 16 Uhr."

Vorläufiges Endergebnis der Landtagswahl vom 2. 10. 2005:
Wahlber. 929795 . .
Wähler 708307 76,18% .
Ungültige St.:  10232 . .
Gültige St.:  698075 . .
SPÖ 260689  41,64 % +8,4 %
ÖVP 269904 38,66 % -8,6 %
KPÖ 44247  6,34 % +5,3 %
Grüne 33014  4,73 % -0,9 %
FPÖ 31975  4,58 % -7,8 %
Hirschmann 14307  2,05 % +2,05 %
BZÖ 11977  1,72 % +1,72 %
Parteifreie 1962  0,28 % +0,28 %

Die Liste Hirschmann, vor der Wahl nach Meinungsumfragen bei 10 %, erreichte nur 2 % der Stimmen. Ex-ÖVPler Gerhard Hirschmann attackierte die ÖVP, dessen Abfertigung (immerhin 291.510 Euro) machte ein ebenso schlechtes Bild wie die Causa rund um die Förderungen für den Tierpark in Herberstein oder der Skandal um die Estag. Dies schadete sowahl der ÖVP als auch der Liste Hirschmann. SPÖ-Kandidat Voves musste nicht mehr viel für seinen Erfolg tun. Erstmals seit 1945 verliert die ÖVP Platz Eins in der Steiermark. Damit geht nach Salzburg ein weiteres Kernbundesland an die SPÖ.

Entschieden ist auch das Rennen um den dritten Platz: Die KPÖ hat den Einzug in den Landtag mit 6,3 Prozent klar geschafft. Damit wird es erstmals seit 35 Jahren wieder Kommunisten in einem Landesparlament geben. Allerdings bleibt die Partei mit Spitzenkandidat Ernest Kaltenegger unter den Erwartungen der Meinungsforscher und wird in der Landesregierung nicht vertreten sein. Die Grünen liegen mit 4,6 Prozent doch klar hinter den Kommunisten.

Die Parteispaltung im April 2005 hat der FPÖ geschadet, sie ist mit 4,6 % der Stimmen nicht mehr im Landtag vertreten. Die Abspaltung  BZÖ erreicht lediglich 1,7 Prozent.

Der FPÖ Landesparteiobmann Schöggl erklärt, das BZÖ habe nie Chancen gehabt, in den Landtag einzuziehen, dessen Antreten habe aber den FPÖ-Einzug verhindert. "Die orange Partie hat einen einzigen Auftrag gehabt: uns zu schaden. Das ist gelungen."  Der Spitzenkandidat des BZÖ Schmid hatte der FPÖ bereits vor Jahren sehr geschadet, als er als  Infrastrukturminister mit der merkwürdigen Begründung zurückgetreten ist "Der Ofen ist aus..", jetzt hat er sein Werk vollendet. Zuletzt war er als Berater Jörg Haiders tätig....

Die SPÖ würde nach diesem Ergebnis 26 Mandate im Landtag erreichen, das entspricht einem Plus von 7 Sitzen. Die ÖVP käme auf 23 Mandate (minus 4), die KPÖ auf 4 (plus 4) und die Grünen auf 3 (+/- 0). In der Landesregierung würde die SPÖ 5 Mitglieder stellen, die ÖVP 4. 

Erstmals seit 17 Jahren ist die FPÖ damit nicht mehr in allen neun Landtagen Österreichs vertreten. Bei der Wahl 1988 hatte die FPÖ erstmals den Einzug in das niederösterreichische Landesparlament geschafft. In den meisten anderen Bundesländern waren die Freiheitlichen aber seit der Gründung der Vorgängerpartei "Verband der Unabhängigen" (VDU) 1949 durchgehend im Landtag.

Nur im Burgenland und in Wien gab es Unterbrechungen - im Burgenland von 1968 bis 1972 und von 1977 bis 1987, in Wien von 1954 bis 1959. In den fünf Jahren, in denen die  FPÖ auf Bundesebene mit der ÖVP eine Koalition bildete, haben die Freiheitlichen massiv verloren. Sie haben aber noch bei allen Wahlen Mandate errungen. Außerdem sind sie bei den ersten neun Landtagswahlen nur bei der Wahl in Salzburg (2004) unter den Stand vor der Ära Haider (1986-2000) gefallen.

[2. Oktober 2005]


Aus "Der Standard" (2002)


 
 

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