Wahl 2006 in Österreich

Die Grünen sind bei der Nationalratswahl vom 1. 10. 2006 in Österreich doch noch Dritte vor der FPÖ geworden. Die am 9. 10. 2006 ausgezählten Wahlkarten-Stimmen brachten ihnen bundesweit einen Vorsprung von etwas über 500 Stimmen. Die FPÖ ist damit erstmals in ihrer Parteigeschichte nur viertstärkste Kraft. Außerdem ist gegenüber dem Ergebnis vom Wahlsonntag ein Mandat vom BZÖ zu den Grünen gewandert. Die Grünen werden daher auch den dritten Nationalratspräsidenten und den Volksanwalt stellen, Ämter, die der an Mandaten drittstärksten Partei zustehen. Die Grünen erklärten aber schon vor Auszählung der Wahlkarten, sie würden den Anspruch auf diese Ämter auch stellen, wenn sie nur viertstärkste Partei blieben. In einem ORF-Interview wies der stellvertretende Parteiobmann der FPÖ, Norbert Hofer, der auch in der Lage war, auf Fragen direkt zu antworten und nicht in peinlicher Art um den Brei herumzureden, wie andere FPÖ-Granden, auf diese unfaire Haltung der Grünen hin und erklärte, die FPÖ sei dagegen fair und werde diese Ämter den Grünen ohne weiteres zugestehen. Dabei dürfte er auch damit gerechnet haben, dass nach dem Zerfall des BZÖ die FPÖ ohnehin wieder drittstärkste Kraft sein würde und dann ebensolche Fairness von den Grünen erwarten könne. Leider stellt am darauffolgenden Tag - man glaubt es kaum - der Bundesparteiobmann der FPÖ diese faire FPÖ-Haltung in Frage und erklärte der erstaunten Öffentlichkeit, die FPÖ werde doch den Anspruch auf einen Volksanwalt stellen, da im Gesetz nur von der nach Mandaten drittstärksten Partei die Rede sei....

Für die anderen Parteien hat sich durch die Wahlkarten wenig geändert; nur der Abstand zwischen SPÖ und ÖVP ist etwas geschrumpft - von 1,5 am Wahlabend auf 1,0 Prozentpunkte im vorläufigen Endergebnis inkl. Wahlkarten.

Im am 1. Oktober neu gewählten Parlament bleibt also die SPÖ stimmen- und mandatsstärkste Partei mit 68 Sitzen, die ÖVP liegt mit 66 Mandaten auf Platz 2, dahinter erstmals die Grünen auf Platz 3 (21 Mandate), gefolgt von der FPÖ mit 21 Mandaten und BZÖ mit sieben. Das BZÖ blieb erwartungsgemäß über der Vier-Prozent-Grenze, wenn auch mit 4,11 Prozent etwas knapper als am Wahlabend (4,2 Prozent) und verlor noch ein Mandat an die Grünen.

Verfassungsrechtler erklärten, die Kandidatur des BZÖ unter verschiedenen Namen in Kärnten und im übrigen Österreich widerspreche dem Wahlrecht. Die beiden Gruppen seien daher gesondert zu bewerten und würden jeweils die 4-% Hürde verfehlen. Die ganze Wahl ist aber deswegen anzufechten und zu wiederholen, weil 1. die Wahlkommission falsch besetzt war, es wurden vom ÖVP-Innenministerium an Stelle der FPÖ- BZÖ-Vertreter eingesetzt und 2. das BZÖ rechtswidrig auf dem Stimmzettel als "Freiheitliche" bezeichnet wurde sowie 3. weil in Kärnten der Name "Haider" auf den Stimmzetteln verwendet wurde, obwohl Haider gar nicht für den Nationalrat kandidierte.
Am 11. 10. erklärte die rechtswidrig zusammengesetzte Bundeswahlkommission rechtsunwirksam die Wahl der BZÖ-Abgeordneten ins Parlament für gültig.

Wahl vom 1. 10. 2006

ÖVP-BZÖ-Regierung verliert Wahl

Die SPÖ wird von den Medien als Überraschungssieger   der Nationalratswahl bezeichnet, obwohl sie über 203000 Stimmen verloren hat. Die ÖVP verlor 550.000 Stimmen und 8,1 Prozentpunkte. Das BZÖ hat kein Grundmandat, aber etwas überraschend 4,1 % der Stimmen erreicht, wahrscheinlich haben viele ÖVP-Wähler ihre Stimme dem BZÖ "geliehen", um einen Koalitionspartner zu erhalten, außerdem dürften sie durch die rechtswidrige Bezeichnung "Die Freiheitlichen" auf dem amtlichen Stimmzettel viele FPÖ-Wähler irregeführt haben, ein Grund zur Wahlanfechtung. Die über 400000 Wahlkarten entscheiden, ob es beim BZÖ bei einem Stimmenanteil von über 4% bleibt. 2002 wanderte nach der Stimmkartenauszählung ein Mandat von der FPÖ zu den Grünen. Martin schaffte den Einzug ins Parlament nicht, beschimpfte aber am Wahlabend die FPÖ noch als "Rassisten" womit er wahrscheinlich den eigentlichen Zweck seiner Kandidatur offenbarte, nämlich der FPÖ Stimmen wegzunehmen. Das gelang ihm in Vorarlberg am besten, wo die FPÖ im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern Stimmen verlor, da über 7 % für Martin stimmten. Gusenbauer hat bereits den Kanzleranspruch gestellt. Kanzler Schüssel sprach von einer "herben Enttäuschung". Rot-Grün geht  sich nicht aus, auch nicht Schwarz-Grün, bloß eine große Koalition oder Schwarz-Blau-Orange. Bundespräsident  Fischer wartet auf das Endergebnis.

Endergebnis der Wahl vom 1. 10. 2006 (ohne Wahlkarten) 
 (Vergleich zum Ergebnis 2002) 

.
Stimmen
 %
+/- 
Mandate
Wahlber.
 6107686
 100 %
 
Abgeg. St.
 4533500
74,2 %
- 10,1 %P
Gültige St.
 4450629
100  %
 
Ungült. St.
82871
1,9 %
 
SPÖ
1589126
35,7 %
-0,8 %P
68 (-1)
ÖVP
1523143
34,2 %
-8,1 %P
66 (-13)
FPÖ
499113
11,04 %
 +1,2 %P
21 (+2)
Grüne
 466844
 11,05 %
 +1,0 %P
21 (+4)
BZÖ
 186794
 4,2 %
 +4,1 %P
 7 (+7)
HPM
 125904
 2,8 %
 - 
 -
KPÖ
 45105
 1,0 %
   
SLP
 2136
0,0 %
 
NFÖ
10100 
0,2 %
.
STARK
 324
0,0 %
.
SAU
1467
0,0 %
IVE
572
0,0 %

SPÖ Sozialistische Partei Österreichs
ÖVP Österreichische Volkspartei
FPÖ Freiheitliche Partei Österreichs
Grüne Die Grünen
BZÖ Bündnis Zukunft Österreich
HPM Hans Peter Martin
KPÖ Kommunistische Partei Österreichs
NFÖ Neutrales Freies Österreich
IVE  Initiative 2000 (Burgenland)
STARK Liste Stark (Kärnten)
SAU Sicher Absolut Unabhängig (Kärnten)
SLP Sozialistische Linkspartei (Wien)

___________

Für FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache, dessen Partei bei den Umfragen noch deutlich einstellig war, habe die FPÖ "alle Wahlziele erreicht": Bundeskanzler Wolfgang Schüssel abgewählt, sowohl Rot-Grün als auch Schwarz-Grün sei unmöglich geworden. Ein FPÖ-Funktionär: "Jetzt werden wir als Dritter den Kanzleranspruch stellen, so wie es Kanzler Wolfgang Schüssel 1999 getan hat."

Schon bei der Fernsehdiskussion der Spitzenkandidaten vor der Wahl erläuterte Parteiobmann Strache, dass die FPÖ nicht grundsätzlich gegen eine Koalition sei, der Partner aber u. a. die Annahme der EU-Verfassung rückgängig und die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei (durch ein Veto) unterbrechen müsse... Generalsekretär Herbert Kickl erklärte am Wahlabend, die FPÖ werde sich etwaigen Koalitionsverhandlungen "nicht verweigern", allerdings setze dies eine Richtungsänderung des Verhandlungspartners voraus. Wenig später wollte auch FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky eine Regierungsbeteiligung nicht mehr ausschließen. Er sei "aber Realist genug" und gehe davon aus, dass sich Schwarz und Rot "ein bequemes Koalitionsbett" richten werden, sagte Vilimsky, der die blaue Wahlparty im Wiener Lokal "Adam" ausrichtete.

Das Wahlergebnis werde jedenfalls keine Veränderung an der Wiener Parteispitze nach sich ziehen, war man sich in der FPÖ-Zentrale schon früh einig. Heinz Christian Strache werde auch in Zukunft Landesparteiobmann bleiben, obwohl er im Parlament sitzen und dort die Funktion des Klubobmannes übernehmen werde

Im Wahlkreis Wien-Süd, der die Bezirke Favoriten, Simmering und Meidling umfasst, traten H. C. Strache und P. Westenthaler als Spitzenkandidaten ihrer Parteien an. Strache ergatterte mit 19,03 Prozent der Stimmen für die FPÖ Platz 2 hinter der SPÖ und sicherte sich damit ein Grundmandat. Das BZÖ kam lediglich auf 1,92 Prozent.
 

[2. Oktober 2006] 

Was brachte die Wahl 2006?

Österreich wählte am 1. 10. 2006 die Abgeordneten zum Nationalrat. Zuerst die schlechte Nachricht:
Weitere 4 Jahre ungebremste Masseneinwanderung von Fremden aus allen Winkeln der Erde in unser Österreich. Weitere 4 Jahre, die unserem geburtenschwachen Volk schwer zusetzen werden.

Die gute Nachricht: Der hochnäsige Kanzler Schüssel dürfte gestürzt sein. Der bei entscheidenden Fragen Schweigende wird sich zweimal überlegen, ob er nicht der Parole „Schüssel nach Brüssel“ folgen wird, ehe er hier den zweiten Mann im Staate mimt, der ach so glorreiche Einbürgerungsrekordhalter.

Und die FPÖ ist wieder da! Eine halbe Million Wähler haben das Bekenntnis „deutsch statt nix verstehen“ mit ihrer Unterschrift unterstützt und damit gezeigt, dass das deutsche Österreich nicht tot zu kriegen ist! 0,5 Million Österreicher, die erkannt haben, dass nur eine Heimreise anstatt weiterer Einreise die Völker Europas vor dem drohenden Volkstod bewahren wird können.

1,5 Millionen verzichteten ganz auf den Gang zur Wahlurne. Rund 600.000 Menschen mehr, als noch 2002. Die befragten Herren von ÖVP und SPÖ waren darüber ratlos? Die Antwort ist einfach: Es werden täglich mehr, die sich angewidert von den lahmen und steifen Systemparteien abwenden. Von einem korrupten System letztlich, welches die grundlegenden Probleme nicht anzupacken bereit ist. Die Ohnmacht und der Verdruss des Volkes wachsen. Vor allem diesen Menschen müssen die Argumente der FPö bekanntgemacht werden. Denn in Wahrheit stehen diese Menschen längst im rechten Lager: Abseits des politischen Systems – bereit für eine Wende.

Bund Freier Jugend
http://www.b-f-j.de/
am Abend des 1. Oktober 2006

< Parteien
 
 
 
FPÖ sammelte erfolgreich Unterstützungsunterschriften

Die FPÖ hat die für die Kandidatur bei der Nationalratswahl notwendigen 2.600 Unterstützungserklärungen bereits gesammelt. Sie wurden am 16. 8. 2006 den Wahlbehörden übergeben. 

Wegen des Verrates der durch FPÖ-Wähler in den Nationalrat entsandten Abgeordneten und deren Übertritt zum BZÖ benötigte die FPÖ für die Nationalratswahl am 1. Oktober 2006 ca. 2.600 Unterstützungserklärungen, um als Partei antreten zu dürfen! Nur zwei Abgeordnete sind bei der FPÖ verblieben, zur Wahlzulassung wären die Unterschriften von drei Abgeordneten notwendig gewesen. 

Das Sammeln der Unterschriften bei den wahlberechtigten Bürgern ist bestens gelaufen, die FPÖ-Funktionäre sind für den Wahlkampf hervorragend motiviert. Teilweise wurde sogar mehr als das Doppelte der benötigten Unterschriften innerhalb weniger Tage gesammelt. Selbst im angeblichen BZÖ-Kernland Kärnten hat man mit über 500 Unterstützungserklärungen die notwendige Zahl von 200 spielend überboten.

U. a. sammelten auch eine Liste "Neutrales Freies Österreich", die KPÖ und der EU-Abgeordnete H. P. Martin österreichweit Unterschriften, um zur Wahl antreten zu können. Laut Meinungsumfragen würde ein Wahlantritt H. P. Martins der FPÖ und dem BZÖ je einen Prozentpunkt an Stimmen kosten (FPÖ 6 %, Martin 5 % und BZÖ 3 %, Umfrage am 7. 8. veröffentlicht).

[17. August 2006] 
 
 

FPÖ stellt Bundesliste für Wahl vom 3. 10. 2006 auf

Die FPÖ hat am 7. und 8. 8. 2006 eine Bundesklausur auf der Burg Hochosterwitz in Kärnten abgehalten, bei der die Kandidaten für die Bundesliste nominiert wurden. Auf Platz zwei und sieben kandidieren die zwei noch bei der FPÖ verbliebenen Nationalratsabgeordneten Rosenkranz und Bösch.

In einer anschließend in Klagenfurt abgehaltenen Pressekonferenz hat der FPÖ-Bundesparteiobmann am 9. 8. erneut das Wahlziel der Freiheitlichen genannt: Die FPÖ will am 1. Oktober auf den dritten Platz kommen. Erreichen will sie das mit Themen wie Anti-EU, Anti-Zuwanderung und Familie. Strache gab sich optimistisch, und erklärte er erfahre großen Zuspruch aus der Bevölkerung und erwarte sich fixe Grundmandate in Wien und Oberösterreich. Er ist überzeugt, dass die FPÖ "zehn Prozent oder mehr" erreichen werde. Auf Platz Drei wolle er kommen, um eine schwarz grüne Koalition zu verhindern.

Heinz-Christian Strache erklärte weiters, die FPÖ sei die einzige politische Kraft, die heute in Österreich die Chance habe, den Platz Drei zu erreichen und die Grünen hinter sich zu lassen. Dann gebe es zwar eine große Koalition aber: Lieber eine große Koalition als einen Bundeskanzler Schüssel mit einem willfährigen Partner, wo er machen kann, was er will und sich in einem völligen Machtrausch befindet, wie man es aktuell erlebt, wo er mit einer Partei, die keine demokratische Legitimation eine Regierung fortgesetzt hat.

Das seien die Gründe, warum Strache eine große Koalition lieber wäre. "Dafür wäre mit der FPÖ eine starke freiheitliche Oppositionskraft vorhanden, die letztlich auch die Kontrolle ausübt."

Auf die Frage, ob die FPÖ für den Preis einer Regierungsbeteiligung wieder mit dem BZÖ zusammenarbeiten würde, meinte Strache, er sage es bereits zum tausendsten Mal, dass er eine Zusammenarbeit mit dem BZÖ ausschließe.

Man werde doch nicht mit jemandem regieren, der für all diesen Wahnsinn verantwortlich ist, betonte Strache und zählte auf: "Rekordinsolvenzen, Rekordarbeitslosigkeit, Rekordkriminalität und Eurofighter-Skandalgeschichte ohne Vertragsoffenlegung - ich möchte nicht wissen, was da im Hintergrund geflossen ist."

Ein Slogan für den Wahlkampf, der ab Mitte August auch plakatiert werde, steht bereits fest: "Sozialstaat statt Zuwanderung". Strache betonte daher, wichtig sei der Vorrang für österreichische Arbeitnehmer, der Vorrang für österreichische Familien und Schluss mit der versteckten Einwanderung.

Strache forderte Einwanderungsstopp bis hingehend zur Rückführung von Menschen, die "auf Dauer gastarbeitslos sind und keine Chance mehr haben, einen Arbeitsplatz zu finden, von Menschen die nicht integrations- und anpassungsbereit sind und eine Rückführung auch von Menschen, die kriminell geworden sind."

Bei der FPÖ-Klausur wurden folgende Bundesliste für die Wahl vom 3. 10. 2006 aufgestellt:

1. Heinz-Christian Strache
2. Barbara Rosenkranz
3. Herbert Kickl
4. Gerald Hauser
5. Norbert Hofer
6. Werner Neubauer
7. Reinhard Bösch
8. Robert Aspöck
9. Karlheinz Klement
10. Gerhard Kurzmann
11. Bernhard Themessl
12. Manfred Kölly
13. Irmtraud Ortner
14. Lutz Weinzinger
15. Horst Wagenhofer
16. Dagmar Belakowitsch-Jenewein

Weiters werden von den einzelnen Landesorganisationen Kandidaten auf Landeslisten aufgestellt, z. B. wurde in Niederösterreich Mag. E. Stadler an zweiter Stelle hinter B. Rosenkranz nominiert...

[9. August 2006]

< Parteien