Amnesty kritisiert US-Mordanschlag im Jemen

Amnesty International forderte am 8. 11. 2002 Präsident Bush schriftlich auf, die Rolle der USA bei der Ermordung von sechs Arabern in Jemen zu erklären. Wenn das die absichtliche Tötung von Verdächtigen war, dann liege eine Verletzung der Menschenrechte vor, hieß es vorsichtig formuliert in dem Schreiben. Die von den Globalisierern bezahlten Systemblätter Europas berichten nichts über diesen Vorstoß von Amnesty International und fanden auch den US-Mordanschlag in Jemen in ihren Berichten ganz normal und keiner Kritik Wert.

US-Behörden und Sprecher des Weißen Hauses brüsteten sich nach dem Attentat auf die sechs Araber mit der Tat und behaupteten, die Ermordeten seien Mitglieder der ominösten Terrorgruppe "Al Quaeda" (wahrscheinlich eine Erfindung oder auch Schöpfung der CIA). Die sechs Männer wurden am 4. 11.  in einem Auto von einer Rakete getroffen, die von einem Flugzeug der  CIA abgeschossen wurde. Der Ort des Überfalls lag in der Provinz Marib, etwa 160 Kilometer östlich der jemenitischen Hauptstadt Sanaa.

Club der Mörder

Bereits vorher rief Präsident Bush zur Ermordung des früheren(?) CIA-Agenten Bin Laden und des ehemaligen Verbündeten der USA, Saddam Hussein auf. Die Ermordung mißliebiger ausländischer Politiker ist bekanntlich eine seit langem ausgeübte Politik der USA und wird jetzt auch vom Schützling der USA Israel bei "gezielten Tötungen" von angeblich verdächtigen Arabern erfolgreich und völlig straflos nachgemacht. Beide Länder lehnen deswegen auch den Internationalen Strafgerichtshof der UNO ab, der solche Verbrechen zu verfolgen hat.

Anschläge auf US-Truppen in Afghanistan

Bei einer Reihe von Anschlägen in Afghanistan sollen am 10. 11. 2002 nach Angaben aus dem Kriegsministerium in Kabul 16 US-Soldaten getötet worden sein. In der Provinz Paktia sollen drei amerikanische Jeeps vom Typ Hummer mit ferngesteuerten Sprengsätzen in die Luft gesprengt worden sein.

Gleichzeitig seien in der Provinz Chost ein Militärlager und ein Wachposten sowie Stützpunkte in der Provinz Gardes mit Artillerie beschossen worden. Nach vorläufigen Angaben seien insgesamt 16 US- Soldaten getötet und fünf Panzer und Fahrzeuge zerstört worden.

 Eine bisher unbekannte "Rote Mudschahedin - Armee" hat sich zu Anschlägen auf US-Einrichtungen in Afghanistan bekannt. In einem Brief an die pakistanische Zeitung "News", den das Blatt am 10. 11. auszugsweise veröffentlichte, bekannte sich die Gruppe zu zahlreichen Raketenangriffen und Bombenanschlägen in den Provinzen Chost, Kunar, Kabul, Paktia, Nangarhar und Kandahar. Vor allem in Chost waren in den vergangenen Monaten mehrfach US- Stützpunkte mit Raketen angegriffen worden.

Die Bezeichnung "Rote Armee" solle eine Anspielung auf das Blut sein, das im Kampf gegen die USA vergossen werde. Die Rote Mudschahedin-Armee bezeichnete die Regierung des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai als Marionetten des Westens.

[10. November 2002]

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