Auch in Berlin Rekord bei Drogentoten

Die Zahl der registrierten Drogentoten in Berlin ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Es starben 225 Menschen an ihrer Sucht. Das waren 20 mehr als im Vorjahr, wie der Sprecher der Senatsjugendverwaltung, Thomas John, am 8. 2. 2001 mitteilte. Die Zahl ist damit auf dem höchsten Stand seit 1992, als 217 Menschen starben. Die Drogentoten im Jahr 2000 waren im Durchschnitt 33,1 Jahre alt. „Der Trend geht zum risikoreichen Mischkonsum“, sagte John. Zu rund 80 Prozent seien die Menschen an Drogen-Cocktails aus Heroin, Kokain, Methadon sowie Alkohol gestorben. Für den Anstieg der Zahl gebe es aber kaum eindeutige Erklärungen. Viele Drogenabhängige wüssten in Notsituationen jedoch nicht, was zu tun sei und würden aus Angst vor Strafverfolgung keine qualifizierte Hilfe holen. „Je mehr Mischkonsum betrieben wird, je unkalkulierbarer sind die Folgen für den Körper“, sagte der Suchtreferent bei der Landesstelle Berlin gegen die Suchtgefahren e.V., Michael Haberkorn. Allerdings habe es Mischkonsum auch schon in den vergangenen Jahren gegeben. Daher könne man die gefährlichen Mischungen nicht eindeutig als Ursache für den Anstieg anführen. Eine Rolle spielen könnte auch die wechselnde Qualität des Stoffes. Nach Angaben von Haberkorn gibt es bei der Zahl der Drogentoten eine hohe Dunkelziffer. Es sei fraglich, ob auch Drogenabhängige erfasst werden, die beispielsweise an Infektionen starben.  Der jugendpolitische Sprecher der SPD, Karlheinz Nolte, hält die Drogenhilfsprogramme dennoch für ausreichend. „Mischkonsum wird aber auch durch ein Überangebot von Drogen in Berlin möglich“, sagte er. Polizei und Justiz sollten bei der Bekämpfung des Drogenhandels schärfer vorgehen. Gegen eine Verschärfung der Gesetze wandte sich Minka Dott, die drogenpolitische Sprecherin der PDS. Sie forderte die Einrichtung von Fixerstuben aus. Ähnliche Ansichten dürften jene Politiker haben, deren Kokainspuren bei der Untersuchung eines SAT-1 Reporters im Berliner Bundestag gefunden wurden.

 Drogenbericht 2000 für Österreich...>

[8. Februar 2001]


 
Rekord bei Drogentoten in der BRD

Politiker, die vielleicht selbst Kokain konsumieren, können es wohl nicht sehr ernst nehmen mit der Bekämpfung des Drogenhandels und Konsums. Das scheint sich in der neuesten Drogenstatistik zu bestätigen. Die Zahl der Drogentoten in der BRD ist im Jahre 2000 auf den höchsten Stand seit 1992 gestiegen: Mindestens  1.923 Menschen starben an den Folgen des Rauschgiftkonsums, wie eine AP-Umfrage am 2. 1. 2001 ergab. Nach den vorläufigen Zahlen, die sich noch weiter erhöhen können, erlagen damit 111 Menschen mehr ihrer Drogensucht als 1999. Insgesamt wurden in der Geschichte der Bundesrepublik nur zwei Mal mehr Rauschgifttote registriert - 1992 mit 2.099 und 1991 mit 2.125. 

Die meisten Toten gab es in Nordrhein-Westfalen (470), Bayern (335) und Baden-Württemberg (274). Während in Baden - Württemberg mit vier Toten weniger als im Vorjahr ein minimaler Rückgang zu verzeichnen war, erhöhte sich in Nordrhein - Westfalen die Todeszahl zum Stichtag 21. Dezember um 75. In Bayern stieg sie nach Angaben des Innenministeriums um 67. Damit wurde der 1999 beobachtete Rückgang der drogenbedingten Todesfälle im Freistaat wieder umgekehrt. 

An vierter Stelle liegt Berlin, mit einem Anstieg um vorläufig zehn auf 215 Tote. Zum Stichtag 31. Oktober 2000 habe die Hauptstadt 192 Drogentote gegenüber 172 Toten im Vergleichszeitraum des Vorjahres verzeichnet, teilte die Drogenbeauftragte des Berliner Senats mit. Dies sei ein Plus von 11,6 Prozent. Weniger Drogenopfer meldete Hamburg. Nach 115 Toten im Jahr 1999 starben im vergangenen Jahr nach dem vorläufigen Stand 92 Menschen an den Folgen des Rauschgiftkonsums. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Hansestadt die niedrigste Zahl an Drogentoten seit zehn Jahren vermeldet. 

Weiterhin niedrig ist die Zahl der Drogentoten in den neuen Bundesländern. Dort kamen im vergangenen Jahr insgesamt 30 Abhängige ums Leben (1999: 24) - neun in Thüringen, acht in Sachsen, sechs in Mecklenburg-Vorpommern, fünf in Sachsen-Anhalt sowie zwei in Brandenburg. Das Landeskriminalamt in Mecklenburg-Vorpommern verwies aber darauf, daß sich im Land der Trend von einem Transitland für Drogen hin zu einem Konsumentenland verstärkt habe. 

Einen Rückgang verzeichneten neben Hamburg auch Bremen und Schleswig-Holstein. In Bremen sank die Zahl der Drogentoten von 76 im Jahr 1999 auf vorläufig 58. Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein meldete einen Rückgang von 80 Toten 1999 auf 70 im vergangenen Jahr. 

Eine Ausnahme in den nördlichen Bundesländern bildet Niedersachsen: Dort stieg die Zahl der Drogentoten von 116 auf 140. Ebenfalls einen Anstieg vermeldete Rheinland-Pfalz mit 86 Todesopfern gegenüber 71 im Jahr 1999. In Hessen ging dagegen die Zahl von 138 auf 135 zurück. Im Saarland starben mit 18 Toten zwei Menschen weniger als im Jahr zuvor. 

[2. Januar 2001]

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Kokainkonsum in Bundestag und House of Commons

1999 wurden in der BRD 1812 Drogentote gezählt, was wieder die höchste Zahl an Drogentoten von allen EU - Länder war. Bei der Präsentation des Drogenberichtes mußte man sich allerdings sehr wundern, wie von grünroten Politikern die Drogensucht bagatellisiert wurde. Man behauptete, der Konsum von Alkohol und Nikotin würde viel mehr Opfer fordern als die Einnahme von Heroin und Kokain. Pläne für Freigabe von Heroin in mehreren Großstädten stehen knapp vor der Verwirklichung.

Vor diesem Hintergrund ist es keine große Überraschung, daß eine Untersuchung ergab, daß in 22 von 29 Toiletten, die für Abgeordnete und Verwaltungspersonal des BRD - Bundestages eingerichtet sind, Kokainspuren gefunden wurden. Bei einer Kontrolluntersuchung der Toiletten des Besucherbereiches des Reichstagsgebäudes wurde dagegen keine einzige Spur von Kokain gefunden.

Die Untersuchung wurde im Auftrag des Senders SAT1 durchgeführt, der die Ergebnisse am 31. 10. 2000 präsentierte.
Der Leiter der Untersuchung, der Drogenexperte Professor Fritz Sörgel wies jeden Verdacht an dem Untersuchungsergebnis entschieden zurück. Er empfahl der Bundestagsverwaltung, durch weitere Wischproben in Abgeordnetentoiletten nach Kokainspuren zu fahnden. Das Ergebnis der Untersuchungen im Auftrag des Senders SAT-1 stehe außer Zweifel, erklärte Sörgel. Das von ihm geleitete Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Heroldsberg bei Nürnberg  habe die neuesten Methoden eingesetzt.Insgesamt 49 Proben brachten die Reporter zum Nürnberger Insitut für biomedizinische und pharmazeutische Forschung - mit dem Ergebnis, daß 43 Proben "positiv" ausfielen, welche 22 der untersuchten 29 Toiletten zugeordnet werden konnten. In ihnen fanden die Wissenschaftler zwischen 0,079 und drei Mikrogramm Kokain. Für Institutsleiter Professor Fritz Sörgel steht fest, dass "die Spuren des Kokains nicht zufällig" ins Haus kamen und zum Beispiel "an den Schuhen eines Besuchers klebten." Dafür seien die gefundenen Kokainmengen zu groß, jenseits des "höchst empfindlichen Messbereichs". Das Institut hatte bereits die wissenschaftlichen Untersuchungen im  Doping-Fall um den Leichtathleten Dieter Baumann vorgenommen. 

Sörgel wies nach Angaben von SAT-1 Kokain in solchen Mengen nach, «bei denen ein Drogenhund anschlagen  würde.» Der Sender SAT-1 meldete in dem Bericht «Akte 2000», lediglich die Proben auf den Toiletten der  Besucherebene seien clean gewesen. Über das Untersuchungsergebnis gebe es «nichts zu diskutieren», betonte Sörgel. Auch die Auftraggeber der von ihm durchgeführten Untersuchungen seien «sehr seriös».  Das Institut hat erst nach Abschluß der Untersuchungen erfahren, in welchen Gebäuden die Proben genommen worden waren. 

Bei solchen Politikern braucht man sich nicht wundern, daß die BRD Europas Drogen-Importland Nummer eins ist: Jeder harte Stoff ist flächendeckend erhältlich, hier sterben die meisten Menschen. Drogen haben in der Bundesrepublik Hochkonjunktur. Der Markt boomt, die Lawine rollt, der Tisch ist reich gedeckt. Stoff gibt es im Überfluß. Und die Hymne zum kollektiven Rausch-Event ist auch schon gedichtet: "Ich will Spaß, ich geb Gas!" Manchmal allerdings mit fatalem Ausgang. Darin sind die Deutschen Europameister. Wie in den vergangenen Jahren  wurden auch 1999 in unserem Land im Vergleich zu den anderen europäischen Staaten mit 1812 Drogenopfern die meisten Rauschgifttoten registriert. Allen polizeilichen Bekämpfungserfolgen zum Trotz: In Deutschland hat sich eine bekiffte und zugedröhnte Parallelgesellschaft etabliert, die gänzlich unzureichend beschrieben würde, ließe man sich nur von der Vorstellung der durchs öffentliche Bewußtsein taumelnden ausgemergelten Heroin-Junkies leiten.  In Wahrheit hat der Drogenkonsum viele Gesichter - zu viele: Ganz junge und verschwitzte, die sich zur stampfenden Disco-Musik Gute-Laune-Trips einwerfen, und ältere, die schon seit Jahren an der Nadel hängen, sich mit Crack ruinieren oder gesellschaftlich angepasst auf Marihuana-Wolken schweben und gemeinsam mit Promi und Co. Kokainschnee in ihre Hirne rieseln lassen. Ein exklusives Vergnügen ist das schon lange nicht mehr. Hohe Marktsättigung und Preisverfall haben nach Feststellungen des Landeskriminalamtes Berlin den einstigen Schickimicki-Stoff inzwischen zur "gewöhnlichen Straßendroge" werden lassen. Gestehen wir es ein: All die schönen Rauschgiftbekämpfungspläne, drogenpolitischen Initiativen, Strafverschärfungsprogramme und Aufklärungskonzepte der letzten Jahre und Jahrzehnte haben die Republik nicht vor der großen Drogenflut bewahren können, die inzwischen auch immer mehr Opfer auf der Straße fordert. Drogenkonsumenten im Verkehr seien "ein aktuelles Problem", weiß nicht nur die hessische Polizei. Man muß nicht die oft eindrucksvollen und mit großem Aufwand erreichten Fahndungs- und Sicherstellungserfolge von Polizei und Zoll leugnen, um gleichwohl zu der desillusionierenden Feststellung zu gelangen: Der von der international operierenden kriminellen Industrie unter Ausnutzung modernster betriebswirtschaftlicher Strukturen aufgebaute illegale Markt ist in Deutschland fest als Schattenwirtschaft verankert. Für einen Hunderter und weniger ist alles zu bekommen, was Rausch, Allmachtgefühle oder Vergessen verspricht. Alle Drogen seien in Deutschland "flächendeckend verfügbar", gesteht selbst das stets zu eher vorsichtig - zurückhaltenden Aussagen neigende Bundeskriminalamt in einem Lagebericht ein. Und auch in den neuen Ländern, die in den Jahren nach der Wende noch als weitgehend drogenfrei galten, ist nach der Prognose der Wiesbadener Polizeizentrale "eine Angleichung an das Westniveau absehbar".  Der boomende deutsche Drogenmarkt, das ist eine einzigartige Erfolgsstory für das organisierte Verbrechen, dem er astronomisch hohe Milliardengewinne einbringt. Weltweit sollen es nach Schätzungen von Interpol mehr als 800 Milliarden Mark jährlich sein. Um die Profite und damit ihren gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Einfluss weiter zu steigern, haben die internationalen Drogenkartelle nach Geheimdienstinformationen in Nordafrika und Spanien große Rauschgiftdepots angelegt, die für die Erschließung neuer Märkte in Osteuropa genutzt werden sollen. Um welche finanziellen Dimensionen es sich in Deutschland handelt, machte Anfang der neunziger Jahre ein von der Soko 912 des Hamburger Landeskriminalamts geführtes Verfahren gegen einen Klan der kurdischen Drogenmafia deutlich. In einem Zeitraum von nur neun Monaten hatten "mittellose" Kurden in etwa 5000 Einzelfällen eine Gesamtsumme von rund 65 Millionen Mark allein in Form von Bargeldeinzahlungen über deutsche und türkische Finanzinstitute  an Empfänger in der Türkei transferiert.  In der deutschen Verbrechensliga spielen türkische Straftäter ganz oben mit. Neben kosovo-albanischen Gruppierungen und deutschen Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion sind sie es vor allem, die den Heroinhandel in Deutschland dominieren und die logistische Brücke zwischen den Produktionsländern in Südwestasien - hauptsächlich in Afghanistan - und den westeuropäischen Abnehmerländern schlagen. Dabei nutzen die meist türkisch-kurdischen Gangs nach den Feststellungen des BKA häufig Pizzerien und Döner-Buden. Aber auch Teppichgeschäfte, Reisebüros und Transportunternehmen sind bei den streng hierarchisch strukturierten und konspirativ abgeschotteten Drogenfamilien aus Kurdistan beliebte Operationszentralen.  Derzeit herrscht dort Hochbetrieb. Im Bereich des "goldenen Halbmondes", also der Region Pakistan, Afghanistan und der Iran, konnte die Opiumproduktion im vergangenen Jahr auf 4600 Tonnen erhöht werden, 1998 waren  es noch 2100 Tonnen. Und für das laufende Jahr rechnet das BKA sogar mit der Rekordmenge von 7000 Tonnen Opium. Da aus der Hälfte dieser Menge in einem relativ einfachen chemischen Prozess Heroin gewonnen wird, würde sich nach den Hochrechnungen der BKA-Spezialisten daraus eine Menge von 350 Tonnen Heroin ergeben, von denen um die 90 Prozent für die europäischen Märkte bestimmt sind.  Das große Kokaingeschäft halten italienische Mafiaorganisationen steuernd in ihren Händen. Im Zwischenhandel- und Transportbereich tummeln sich vor allem kolumbianische und nigerianische Organisationen. Deutsche Täter betätigen sich dagegen hauptsächlich bei der Beschaffung von Haschisch und Marihuana, wobei nach den Feststellungen des Zollkriminalamts (ZKA) die Niederlande als wichtigste Versorgungsbasis gelten. Zwar stammten die sichergestellten Cannabisprodukte überwiegend aus den klassischen Anbauländern Marokko, Pakistan und Afghanistan, doch würden sie auch zunehmend in den Niederlanden produziert, wo ihre Qualität verbessert und ihr Wirkstoffgehalt erhöht werde. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, hat sich übrigens die Schweiz inzwischen zum größten Hanfanbaugebiet Europas entwickelt. Der deutsche Zoll befürchtet daher, daß aus dem Alpenland, in dem der Hanfanbau legal und unbeschränkt möglich ist, in Zukunft verstärkt illegale Cannabisprodukte auf den Markt kommen werden.  Ebenfalls hauptsächlich in deutscher Hand ist der Handel mit synthetischen Drogen. Auch hier spielen die Niederlande als bevorzugter Produktions- und Verteilungsraum eine zentrale Rolle. 90 Prozent aller im vergangenen Jahr sichergestellten Ecstasy-Tabletten, der Lieblingsdroge der deutschen Spaßgeneration, wurden nach ZKA-Angaben in dem Nachbarland hergestellt. Ein absoluter Verkaufsschlager: Die Sicherstellungszahlen des Zolls zeigen steil nach oben. Wurden 1995 insgesamt 121 000 Konsumeinheiten vom Markt genommen, so waren es im vergangenen Jahr bereits 738 000. Derzeit sind in Deutschland etwa 350 eingeprägte Tablettenmotive bekannt. Häufig werden Markenzeichen bestimmter Firmen verwendet, darunter Automobilmarken wie Mitsubishi, der eindeutige Spitzenreiter unter den "Happy-Pills". Aber auch Mercedes und Toyota sind vertreten, ebenso Chiemsee, Calvin Klein, Superman, die Schlümpfe oder Mickymaus. Neuester Hit: die Teletubbies. Im von Europol herausgegebenen "Synthetic Drugs Catalogue" sind sie alle aufgelistet.  Aus einer Analyse des Zollkriminalamts stammt die Information, dass israelische Staatsangehörige beziehungsweise Personen israelischer Herkunft im international organisierten Ecstasy-Schmuggel "eine überaus bedeutende Rolle" spielen. Der Zoll beruft sich dabei auf Erkenntnisse der amerikanischen Strafverfolgungsbehörden. Nach Feststellungen der Europäischen Beratungsstelle für Drogen und Drogensucht, die jährlich über die Entwicklung des Konsumverhaltens in der Europäischen Union berichtet, breitet sich der Gebrauch von Amphetaminen immer weiter aus. Ihre stimulierende und euphorisierende Wirkung haben sie auf Platz zwei der Drogenhitliste katapultiert, die nach wie vor von Cannabis angeführt wird. Haschisch und Marihuana sind die am häufigsten konsumierten illegalen Drogen.  Umfragen lassen den Schluss zu, dass über 40 Millionen Menschen in der gesamten EU Cannabis ausprobiert haben, durchschnittlich einer von fünf der 15- bis 16-Jährigen und mindestens einer von vier der 15- bis 34-Jährigen. Bis zu 40 Prozent der jüngeren Erwachsenen, so der aktuelle Bericht der europäischen Beobachtungsstelle, haben das Rauschmittel zumindest ausprobiert. Bei Amphetaminen liegt der entsprechende Prozentsatz bei 16 Prozent und bei Kokain bei bis zu fünf Prozent. Die Gesamtzahl der Personen, die zumindest einmal schon Heroin ausprobiert haben, wird in Europa zwischen drei und fünf Millionen geschätzt. Eine Repräsentativerhebung des Instituts für Therapieforschung München von 1995 ergab, daß 5,8 Millionen West- und 370 000 Ostdeutsche im Alter von 18 bis 59 schon mindestens einmal im Leben illegale Drogen konsumiert haben. Etwa 240 000 rauchten nach der Untersuchung fast täglich Haschisch, 420 000 mindestens einmal die Woche. Innerhalb der letzten zwölf Monate vor der Befragung, so schätzten die Forscher, hatten etwa 900 000 Bundesdeutsche harte Drogen konsumiert. Derzeit läuft eine neue Untersuchung, deren Ergebnisse im nächsten Jahr vorliegen. Besser werden sie nicht sein.

Die "demokratischen Parteien" sind von alledem unberührt, ihre Hauptsorge ist der "Kampf gegen rechts". Schwarzafrikanische türkische und andere Drogendealer können praktisch ungehindert agieren, denn Polizei und sogar Bundesgrenzschutz sind voll mit der Verfolgung von rechten Gruppen, Versammlungen Konzerten etc. beschäftigt.

Nach den Berichten über Kokainfunde im Berliner Bundestag meldet die "Sunday Times" vom 5. 11. 2000 nun Kokainfunde in den Toiletten des Londoner Ober- und Unterhauses. Wie die Zeitung am Sonntag berichtete, wurden Proben in den Toiletten des Parlamentes genommen und auf Kokainspuren untersucht. Bei den Tests habe die Droge nachgewiesen werden können.  Es sei das erste Mal, dass Kokain in der britischen Volksvertretung gefunden worden sei, berichtete das Blatt. Drogengegner sagten der  Sunday Times , sie seien wegen der Kokainfunde im Parlament besorgt. Aber Kokain sei in Großbritannien "in Mode gekommen", seit sein Preis gefallen sei. Bisher war dem Zeitungsbericht zufolge der Konsum harter Drogen wie Kokain  für britische Politiker tabu. Dagegen hatten sich Abgeordnete der regierenden Labour-Partei von Premierminister Tony Blair und  der konservativen Opposition für eine Legalisierung von  Haschisch ausgesprochen. 

[5. November 2000]

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