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Erstes Aufbegehren der Eurokraten gegen USrael
Als größter Geldgeber für die Entwicklung des palästinensischen
Autonomiegebiets hat die EU einen gewissen wirtschaftlichen Einfluß.
Dagegen hat sie so gut wie keinen politischen Einfluß im Nahen Osten.
Sonst könnte sich die israelische Regierung die Zerstörung der
mit EU-Geldern aufgebauten zivilen palästinensischen Infrastruktur
nicht so ohne weiteres leisten.
Aber nicht nur wegen des Kurses von Ariel Sharon rafft sich die EU jetzt
zu einem neuen nahostpolitischen Gehversuch auf. Es ist auch und vor allem
der Unilateralismus, den die USA nach der rhetorisch beschworenen Solidarität
im "Kampf gegen den Terrorismus" wieder ziemlich ungeniert zur Schau stellen.
Dieser Kampf hat eben in der Definition und zu den Bedingungen Washingtons
stattzufinden, ob dies die Behandlung der Gefangenen aus Afghanistan betrifft
oder Bushs "Achse des Bösen". Wenn selbst ein britischer Konservativer
wie EU-Außenkommissar Chris Patten den USA eine "absolutistische
und vereinfachende" Haltung vorwirft, dann spricht dies für wachsende
transatlantische Entfremdung. Auf ihrem informellen Treffen im spanischen
Cáceres wiesen sie die These des US-Präsidenten George W. Bush
von der "Achse des Bösen" zurück. Dies sei nicht die "Art, wie
wir Politik anlegen", sagte sogar Bundesaußenminister Joschka Fischer.
Sein französischer Kollege Hubert Védrine, der als erster aus
der Runde den USA eine einfältige Sicht der Welt vorgeworfen hatte,
bedauerte, "daß wir jetzt laut werden müssen, um gehört
zu werden". Der britische Außenminister Jack Straw sprach von "unterschiedlichen
Positionen" zwischen den USA und der EU. Hintergrund der
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Absetzbewegung der EU von der US-Politik ist die Befürchtung der
Europäer, daß eine Konzentration auf die reinen Sicherheitsaspekte
der internationalen Politik zu kurz greift. So sieht die EU unkalkulierbare
Folgen für den Nahen Osten, falls die USA den Irak angreifen |
sollten.Wie am Rande der Konferenz zu erfahren war, bereitet der EU auch
Sorge, daß Israels Regierung sich unter Berufung auf die US-Strategie
der Terrorbekämpfung im Konflikt mit den Palästinensern auf Sicherheitsfragen
zurückgezogen hat. Dabei gehe es "auch um Politik", sagte Spaniens
Außenminister Josep Piqué.
Daß es um die Installierung von weiteren Marionettenregierungen
im Nahen Osten geht, wurde bisher den USA noch nicht offiziell vorgeworfen.
Um was es beim Überfall auf Afghanistan ging, der von den EU-Bonzen
noch als "Verteidigungskrieg der USA" unterstützt wurde, zeigt eine
Meldung aus Turkmenistan. Der Bau einer Gaspipeline von Turkmenistan nach
Pakistan durch ein vom US-Konzern Unocal geführtes Konsortium
soll nach Aussage des Präsidenten von Turkmenistan Saparmurat Njasow
vom 8. 2. 2002 demnächst begonnen werden. Unocal hatte bereits 1998
die 1400 Kilometer lange Leitung geplant, die zur Hälfte durch Nordafghanistan
verlaufen würde. Die Installation eines Marionettenregimes der USA
ließ zwar etwas auf sich warten, ermöglicht aber jetzt doch
noch die Ausführung dieses Planes.
Als nächstes sollen Irak und Iran mit einem Regimewechsel beglückt
werden. Das Vorhaben verzögert sich aber, weil die Vorkämpfer
für die Menschenrechte ihre Raketen, Splitterbomben un 7-Tonnen "Daisycutter"
in Afghanistan verschossen haben und deren Neuproduktion noch einige Wochen
dauern wird. Die Verluste der Zivilbevölkerung in Afghanistan gehen
in die Tausende, auch die Anfang Februar 2002 erfolgte Bombardierung von
mehreren Fahrzeugen, in denen sich Bin Laden mit seinen Leibwächtern
befinden sollte, traf wieder nur unschuldige Zivilisten. Mit solchem Terror
gegen die Zivilbevölkerung bzw. durch dessen Androhung sollen auch
andere Länder gefügig gemacht werden.
[10. Februar 2002]
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