Internationale Sicherheitskonferenz gegen Terrorismus in Wien

Ca.400 Personen haben am 15. 6. 2002 gegen die in Wien stattfindende Konferenz "International Security and the Fight Against Terrorism" demonstriert. In einem Protestzug vom Schwedenplatz zum Hotel Marriott in Wien, wo die  internationale Tagung stattfand, brachten die Demonstranten unter dem Motto "Stoppt den Krieg! Wehren wir uns gegen die NATO-Sicherheitskonferenz" ihren Unmut zum Ausdruck.  Zwei Demonstranten wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen, sonst verlief die Demonstration ohne Störungen.

Zu der Kundgebung hatten unter anderen die Österreichische Hochschülerschaft, die Wiener Friedensbewegung, und die Österreichischen MedizinerInnen gegen Gewalt und Atomgefahrenauch (OMEGA) aufgerufen.

Sicherheit
Der österreichische Verteidigungsminister H. Scheibner begrüßt die Delegierten der Internationalen Sicherheitskonferenz in Wien

An der vom 14. bis 16. 6. 2002 in Wien stattfindenden Sicherheitskonferenz nahmen überwiegend Anhänger der US-NATO Strategie teil, darunter der berüchtigte frühere Kriegsminister Großbritanniens während des NATO-Überfalls auf Serbien und jetzige Generalsekretär der NATO, George Robertson, sowie dessen Vorgänger, NATO-Sekretär während des NATO-Angriffskrieges, Javier Solana, jetzt als "Außenpolitischer Koordinator" der EU.

Arab League
Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Moussa, widersprach der einseitigen Terrordoktrin der USA 

Es gab aber auch Stimmen der Vernunft bei der Konferenz. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Moussa erklärte z. B. in seiner Ansprache am 14. 6., die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten sollten nicht vesteckte Ziele unter dem Deckmantel der Bekämpfung des Terrorismus verfolgen. Die Weltöffentlichkeit sehe diesen angeblichen Kampf gegen den Terror nicht als das oberste Ziel an. Z. B. sei die größte Sorge der Arabischen Welt die militärische Besetzung arabischer Gebiete durch Israel und die Unterdrückung der Rechte der Palästinenser. Moussa warnte die USA und ihre Verbündeten, die weltweite Jagd nach Terroristen nicht dazu zu nutzen, alte Rechnungen zu begleichen und eine andere Weltordnung anzustreben, offenbar in Anspielung auf dei Aggressionspläne der USA gegen den Irak. Obwohl auch die Länder des nahen Ostens den Terrorismus für ein Übel halten, ist es nicht ihre oberste Priorität, sich an der Kampagne der Westmächte gegen den Terrorismus zu beteiligen, erklärte Amr Moussa.

Moussa warnte auch dringend vor Versuchen mancher, den Kampf gegen den Terrorismus in einen Kampf gegen den Islam umzufunktionieren - frei nach der Formel: "Die Moslems sind geborene Terroristen." Der Liga-Generalsekretär weiter: "Der Terrorismus kann keiner Religion, keiner Nationalität oder Rasse zugeordnet werden."

NATO Generalsekretär Robertson kündigte für November 2000 eine NATO-Konferenz in Prag (Tschechei) an, auf der konkrete Maßnahmen beschlossen werden sollen, die Kampfkraft im "Kampf gegen den Terror" zu stärken....

[15. Juni 2002]

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