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Unter den Kondolenzschreiben die der österreichischen Regierung ihr tiefempfundenes Beileid über das plötzliche Ableben des österreichischen Bundespräsidenten Thomas Klestil ausdrücken, gehören auch Vertreter des Simon Wiesenthal Centers und des Jewish Welcom Service. Diese feierten am 7. 7. 2004 den Verblichenen als Wiederhersteller der Beziehungen zur USA und zur jüdischen Welt sowie als Brückenbauer in den jüdisch österreichischen Beziehungen. In einer Erklärung ließ des Chefrabbiner des Simon Wiesenthal
Centers von Los Angeles, Abraham Cooper, heißt es: "Thomas Klestil
war ein Mann der Ehre und ein Mann, der zu seinem Wort stand, dessen persönliche
Integrität und Offenheit half, nach den Debatten um die Rolle seines
Vorgängers Kurt Waldheim im Zweiten Weltkrieg, die Beziehungen zu
den Vereinigten Staaten und der jüdischen Welt wiederherzustellen".
Diese zur Schau getragene Dankbarkeit der Zionisten für das Wirken Klestils kommt nicht von ungefähr. So war das österreichische Staatsoberhaupt von einem etwas anderen Schlage als seine Vorgänger. Hatten diese immerhin noch eine selbst für Demokraten akzeptable Selbstachtung, die sie daran hinderte, sich vor der Welt völlig zum Narren zu machen, indem sie eine Mitschuld Österreichs an Verbrechen im zweiten Weltkrieg in die Welt hinausposaunten. Das betrieben aber dann Bundespräsident Klestil und der damalige SPÖ-Kanzler Vranitzky, wodurch die Begründung für weitere Milliardenzahlungen an sog. Wiedergutmachung geliefert werden sollte. Klestil erkläre u. a. während eines Staatsbesuches in Israel auch die Mitschuld seines Landes am Holocaust, diesem zeitgeschichtlichen Phänomen, dessen wissenschaftlicher Nachweis sich in deutschsprachigen Ländern vornehmlich auf Paragraphen des Strafrechts stützt. Die Österreicher wurden zuvor jedoch ebenso wenig danach gefragt, ob sie sich in dieser Angelegenheit schuldig fühlen, wie ihre Nachbarn jenseits der Alpen. Der Kotau in Israel hinderte den Judenstaat freilich nicht daran über Österreich eine Art Bann auszusprechen, als die Österreicher sich dafür entschieden, die FPÖ an die Regierung zu wählen. Israel reagierte darauf mit Boykottaufrufen und dem Einfrieren der diplomatischen Beziehungen. Nach Aussagen mehrerer europäischer Staatsoberhäupter soll sie Bundespräsident Klestil persönlich angerufen haben, um auch in der EU "Sanktionen" gegen die FPÖ-ÖVP Regierung zu organisieren, was dann auch gelungen ist. Nachfolger Klestils ist nun Heinz Fischer, ein ehemaliger Linksradikaler, der seinen Weg durch die Instanzen ebenfalls geschafft hat und der seinen Vorgänger an politischer Korrektheit noch übertreffen dürfte. [9. Juli 2004] |