"Befreier" massakrierten Zivilbevölkerung mit Phosphorgranaten

Bei ihrer Großoffensive in der für Sunniten heiligen Stadt Falludscha vor einem Jahr sollen die US-Truppen laut dem italienischen Fernsehen in großem Ausmaß Phosphorgranaten eingesetzt haben. Diese Angriffe hätten sich direkt gegen die Zivilbevölkerung gerichtet, die zum Teil Brandwunden bis auf die Knochen davongetragen habe, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender RaiNews24 am 8. 11. 2005. Die Autoren der Dokumentation beriefen sich unter anderem auf die Aussagen von amerikanischen Soldaten.

Fallujah

Marineinfanterist Jeff Engelhart wurde mit den Worten zitiert: «Verbrannte Körper, verbrannte Kinder, verbrannte Frauen. Weißes Phosphor tötet auf unberechenbare Weise. Es bildet eine Wolke, die im Umkreis von 150 Metern jeden Menschen und jedes Tier verbrennt.» 

Fallujah

Es gab bereits Vorwürfe, die US-Truppen könnten während der Falludscha-Offensive im November 2004 Napalm oder andere Chemikalien verwendet haben. Dies hat das Verteidigungsministerium in Washington kategorisch zurückgewiesen. Noch in einem am 15. 11. 2005 von der britischen Zeitung "The Independent" veröffentlichten Brief des US-Botschafters in Großbritannien, Robert Tuttle, heißt es: "US-Streitkräfte setzen Napalm oder Weißen Phosphor nicht als Waffen ein".

Dagegen erklärte US-Oberstleutnant Barry Venable dem britischen Hörfunksender BBC am 16. 11. "Weißer Phospor ist eine konventionelle Munition, keine chemische Waffe, wir benutzen es in erster Linie als Verdunkler, für Rauchvorhänge oder zur Markierung von Zielen. Es ist aber auch als Brandwaffe gegen feindliche Kämpfer eingesetzt worden", fügte der Pentagonsprecher hinzu. Weißer Phosphor sei nützlich, um Aufständische aus Positionen zu vertreiben, die nicht mit normaler Artillerie erreicht werden könne. Weißer Phosphor ist nämlich nicht nur eine Brandwaffe sondern auch eine chemische Waffe, da beim Verbrennen giftige Dämpfe entstehen, die Schleimhäute, Augen und Lungen der Opfer angreifen, und schwerste Verletzungen verursachen. Der direkte Einsatz gegen Menschen ist daher nach der Konvention über Chemische Waffen verboten. 

Außerdem wurden in Fallujah von den US-Truppen neuartige Brandwaffen  (Thermobaric fuel-air weapons), bei deren Einsatz ganze Gebäude sofort in sich zusammenstürzten und alle Bewohner getötet werden. Diese Waffen wurden mit der Behauptung eingesetzt, dass sich in Fallujah, ein Ort mit 300000 Einwohnern, keine Zivilisten, sondern nur Aufständische befinden. 
 
 
 

[26. November 2005] 

 < Politik