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Bei ihrer Großoffensive in der für Sunniten heiligen Stadt Falludscha vor einem Jahr sollen die US-Truppen laut dem italienischen Fernsehen in großem Ausmaß Phosphorgranaten eingesetzt haben. Diese Angriffe hätten sich direkt gegen die Zivilbevölkerung gerichtet, die zum Teil Brandwunden bis auf die Knochen davongetragen habe, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender RaiNews24 am 8. 11. 2005. Die Autoren der Dokumentation beriefen sich unter anderem auf die Aussagen von amerikanischen Soldaten. Dagegen erklärte US-Oberstleutnant Barry Venable dem britischen Hörfunksender BBC am 16. 11. "Weißer Phospor ist eine konventionelle Munition, keine chemische Waffe, wir benutzen es in erster Linie als Verdunkler, für Rauchvorhänge oder zur Markierung von Zielen. Es ist aber auch als Brandwaffe gegen feindliche Kämpfer eingesetzt worden", fügte der Pentagonsprecher hinzu. Weißer Phosphor sei nützlich, um Aufständische aus Positionen zu vertreiben, die nicht mit normaler Artillerie erreicht werden könne. Weißer Phosphor ist nämlich nicht nur eine Brandwaffe sondern auch eine chemische Waffe, da beim Verbrennen giftige Dämpfe entstehen, die Schleimhäute, Augen und Lungen der Opfer angreifen, und schwerste Verletzungen verursachen. Der direkte Einsatz gegen Menschen ist daher nach der Konvention über Chemische Waffen verboten. Außerdem wurden in Fallujah von den US-Truppen neuartige Brandwaffen
(Thermobaric fuel-air weapons), bei deren Einsatz ganze Gebäude sofort
in sich zusammenstürzten und alle Bewohner getötet werden. Diese
Waffen wurden mit der Behauptung eingesetzt, dass sich in Fallujah, ein
Ort mit 300000 Einwohnern, keine Zivilisten, sondern nur Aufständische
befinden.
[26. November 2005] |