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Zwischen 2000 und 1600 v. Chr. teilten sich auf südrussischem Boden die Indoiraner in zwei Gruppen, die Inder und verwandte Stämme einerseits, die Perser und Verwandte andererseits. Die indische Gruppe wanderte zuerst aus den südrussischen Sitzen ab. Die bemalte Keramik aus Südosteuropa drang nach Susa und Mussian in Südpersien und nach Anau bei Aschabad am Nordrande Persiens vor. Kupfer und Bronzebeile und als Sinnbild das Hakenkreuz haben diesen Zug begleitet. Ausläufer der bemalten Keramik sind auch im Gebiete des Aralsees durch Funde festgestellt worden (Schuchardt, Alteuropa, 1926, S. 283). Hierdurch sind die ersten Indogermanenwellen südosteuropäischer Herkunft für Westasien angezeigt, denen - vorerst undeutlich - die stärkeren Wellen des Indoiranertums folgten. Geschichtlich tauchen die aus Südrußland abgewanderten Iraner erst viel später als die Inder auf; die Perser, die einer medischen Einwandererwelle folgten, im Süden des Urmiasees (zwischen Urmia und Täbris in Aserbeidschan) erst um 900 v. Chr. In dieser Zeit werden sie als Parsawa von assyrischen Inschriften erwähnt. Einige Jahrzehnte später und so durch das ganze 9. Jahrhundert hindurch vermelden assyrische Inschriften auch hartnäckige Kämpfe mit den Medern, die ihre Herrschaft schon in Westiran befestigt hatten. Den Einwanderungswegen der Meder folgend, rücken die Perser allmählich in Iran ein. Die Meder erscheinen als nächste Verwandte der Perser, als ein Bruderstamm der persischen Stämme. Sie sind schließlich im Persertum aufgegangen; doch hat sich im persischen Reiche jahrhundertelang noch ein besonderes medisches Stammesbewußtsein geregt. Herodotos (VII, 62) überliefert, die Meder hätten sich früher "Arier" genannt und seien so genannt worden. Sie haben sich also wie Perser und Inder zur Herkunft aus einem Ariertum der Vorzeit bekannt. Der Landschaftsname "Iran", früher "Eran", bedeutet "Arierland" und ist vielleicht sakischer ´Herkunft (Hüsing). Von der "Urheimat der Arier" in der persischen Sage, einem Gebiet mit zehn Wintermonaten und nur zwei Sommermonaten ist berichtet worden. Die persische Sage kennt auch einen Götterberg im Norden (Just, Persische Geographie, Marburg 1870). Auf mittel- bis nordwesteuropäische Zusammenhänge des Iranertums scheint auch der von den Persern bevorzugte Pferdeschlag zurückzuweisen. Abbildungen persischer Pferde aus Persepolis "zeigen Pferde von unzweifelhaft okzidentalem Aussehen" (Hilzheimer, Rassengeschichte der Haustiere, 1926, S. 133). In späterer Zeit bezogen die Perser gerne ihre Pferde aus den Zuchten Mediens und Armeniens, bis wohin vielleicht immer wieder Nachschübe abendländischer Pferdeschläge gelangten, später aber nicht mehr der kleine indogermanische Pferdeschlag, sondern ein großer, den Polybios (X, 6) erwähnt. Die iranischen Meder galten nach Hilzheimer (S. 133) als besonders pferdekundig. Die persischen Pferde sind jedenfalls nicht verwandt mit den Steppenpferden Südosteuropas und Westasiens, die vom sog. mongolischen Wildpferde abstammen, eher verwandt mit Kaltblütern des steinzeitlichen Nordwesteuropas. Bei einer Herkunft des Iranertums und des gesamten Indogermanentums aus Asien oder aus einem asiatisch-europäischen Steppengebiete müßte man bei den Iranern auch Pferde asiatischer herkunft erwarten. Die Perser aus der Zeit der Landnahme empfanden einen rassischen Unterschied zwischen den Einheimischen und sich selbst. In der Awestadichtung (Jascht 13, 87) wird "die Familie der arischen Länder" von einem eigenen Urvater abgeleitet, vom arischen Urmenschen Gaja (Awesta, Heilige Bücher der Perser, 1910, S.242). In den Sagen vom Kampfe der Arier gegen die Diws, widergöttliche Wesen, scheinen Erinnerungen bewahrt vom Kampfe der Perser gegen Ureinwohner im Gebiete Irans (Spiegel, Eranische Altertumskunde, Bd, III, 1878 S. 186). Im Awesta scheinen Jascht 15, 12 und Jascht 19, 29 noch Erinnerungen an eine Eroberung des Landes und eine Vertreibung und Verknechtung von Ureinwohnern zu enthalten, wobei Züge der Urbevölkerung zu der Gestalt des Widergottes Angra Mainju (Ahriman) zusammengefaßt worden wären (Pietrement, Bulletin de la Societe d Anthropologie de Paris, III. Reihe, Bd. II, 1879, S. 408). Modi weist nach, daß auch die Perser die Völker eingeteilt haben in Arier und Nichtarier, daß es aber zwischen den sich bildenden Ständen des frühen Persertums, in dessen unterstem Stande die nichtarische eingeborene Bevölkerung gesucht werden muß, nicht zu einem Eheverbot gekommen sei (J. Modi, "Was there Caste in ancient Iran", Journal of the Anthropoloigical Society of Bombay, Bd. 13, 1928, S. 816 ), nicht zu den Eheschranken, die bei anderen Völkern indogermanischer Sprache bestanden. Daraus läßt sich schließen, daß entweder die Vorbevölkerung verhältnismäßig gering an Zahl war oder daß zunächst wenig Neigung zu gegenseitigen Mischehen bestand. Von Westen her drangen die Perser in Iran vor, nicht als Hirtenkrieger, sondern als Bauernkrieger. Das muß gegenüber unrichtigen Vorstellungen über das Wesen des Indogermanentums betont werden. Die Iraner und so auch die Perser "vollführen Wanderungen mit der Absicht der günstigen Ansiedlung" wie sich ein Kenner des Iranertums ausgedrückt hat (Hertel, Yast, 14, 16, 17, 1931, S. 208), und zwar der vollbäuerlichen Ansiedlung. "Die Masse der Perser waren Bauern, die ihre Felder selbst bestellten." (E. Meyer, Geschichte des Altertums, Bd. III, S. 37). Wie andere Indogermanen, so führten auch die Iraner auf ihren Wanderungen ihre ganze bäuerliche Habe auf einfachen Wagen mit sich, die meist wohl von Ochsen, den Pflugochsen des Indogermanentums, gezogen wurden und als deren Räder ursprünglich kreisrunde Scheiben aus einem Baumstamm dienten. Die einwandernden Iraner, auf der Suche nach günstigem Ackerland, führten ihre Haustiere mit sich, Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen und Hunde. Auch die Perser genossen Pferdefleisch. Im 7. Jahrhundert v. Chr. dehnte sich die persische Herrschaft, die frühere medische zum Teil überlagernd, schon über den ganzen Westen Irans aus. Von diesem Westen aus erfolgte später die Gründung eines Großstaates, der über ganz Vorderasien bis nach Ägypten einerseits, nach Indien und Innerasien andererseits reichte. Bei ihrer Einwanderung bestanden bei den Persern wie bei den Indern
noch die Verhältnisse des indogermanischen Geschlechterstaates, die
sich zum Teil bei den Afghanen erhalten haben - etwa die Verhältnisse,
die Tacitus bei den Germanen seiner Zeit beschreibt. Der indogermanische
Geschlechterstaat baut sich auf über dem Zusammenhang der Sippen vaterrechtlicher
Ordnung; der Keim des Staates war jeweils durch eine mit bestimmter Macht
ausgestattete Körperschaft der Geschlechtsältesten gegeben, aus
denen sich bei gemeinsamen Gefahren und zum Zwecke der Eroberung und Landnahme
eines der bewährtesten Geschlechtshäupter als Stammesherzog mit
beschränkter Macht erheben konnte.
In den frühesten Zeitabschnitten der Geschichte indogermanischer Völker ist die Zusammenfassung gemeinhin erst erst bis zu Stammeseinheiten ausgebildet; Stammesherzöge treten auf mit beschränkter macht, zunächst nur als Erste unter Gleichen, als Wortführer eines Adels, der durch die Geschlechterältesten und bewährtesten edlen Geschlechter vertreten wird. Der homerische Agamemmnon stellt einen solchen Stammesherzog indogermanischer Prägung dar. Innerhalb ihrer Stammesgenossen fühlen sich alle Familienväter als "Freie" und "Gleiche". Alles indogermanische Recht und so auch das der Indoiraner entspringt
dem Familienrecht. Der Hausvater selbst ist ursprünglich Richter und
Priester. Glauben, Sitte und Recht sind noch eine Einheit, und im Glauben
tief verwurzelt ist die Heiligkeit der Blutsbande und die Pflicht zur arterhaltenden,
ja artsteigernden Fortpflanzung. Die Vorväter - bei den Römern
die divi parentes - sind göttliche Ahnen, denen von ihren Nachkommen
geopfert werden muß. Unselig erschien darum, wer kinderlos starb;
die Ahnenverehrung riß mit ihm ab, das heilige Herdfeuer erlosch
nach ihm. Darum war die Ehe ein heiligtum (Sakrament) und Ehelosigkeit
bei allen Indogermanen verabscheut; mit Recht hat man sie als ein "zeugungs-
und kinderfrohes Geschlecht" bezeichnet (Schrader Reallexikon der indogermanischen
Altertumskunde, Kinderreichtum).
Die Perser zur Zeit ihrer Reichsgründung Die erste tiefer gehende Wandlung im rassischen Geschick und im Gesellschaftsaufbau der Iraner muß sich im Zeitabschnitt um 600 ergeben haben, als sich unter den Persern ein mächtiger Stammesherzog als ein "König der Könige" oder "Großkönig" über die anderen erhob. Die daraus folgende Zusammenfassung der persischen Volkskraft ermöglichte die Gründung eines persischen Reiches. In diesem sich ausdehnenden Reiche gab es nun unterworfene rassenfremde Schichten, und das aus dem Bauernkriegertum der frühen Perser, aus dem sich der höchste Adel der edleren Geschlechter mit größerem Grundbesitz erhoben hatte, entstanden bei der Entfaltung des wachsenden Staatswesens neue Schichtungen und Abstufungen, getrennte Stände, so besonders nach Entstehung eines persischen Städtewesens. Aus dem frühpersischen Schrifttum geht hervor, daß zunächst nur folgende Stände sich bildeten: 1. Priester, 2. Adelskrieger, 3. Bauern, diese - wahrscheinlich durch Schichtungen auf Grund verschiedener Veranlagung und Eignung und durch verschidenes Geschick in verschiedener Umwelt - aus dem arischen Persertum selbst. Später entstand eine Schichtung in 1. Priester, 2. Adelskrieger, 3. Bauern, 4. Handwerker, wobei die Nachkommen der voriranischen unterworfenen Bevölkerung wahrscheinlich in der Hauptsache dem vierten Stande angehörten (J. Modi, "Was there Caste in ancient Iran", Journal of the Anthropoloigical Society of Bombay, Bd. 13, 1928, S. 818 ). Die Entstehung eines gesonderten Priestertums wird ähnlich zu beurteilen sein wie die indische Erscheinung des Brahmanismus. Die Trennung des iranischen Ariertums in einen Kriegsadel und freie Bauern mag in Iran zu ähnlichen Folgen wie in anderen Indogermanenvölkern geführt haben, zum Absinken kleinbäuerlicher Geschlechter in die Schicht der unterworfenen vorindogermanischen Bevölkerung, d. h. in die Schicht ohne überlieferte Gebote indogermanisch-vaterrechtlicher Rassenzucht. Solche Vorgänge lassen sich auch in Hellas, z. B. in Attika im Zeitalter Solons und Kleisthenes, verfolgen nach Trennung des eingewanderten Hellenentums in eupatridischen Adel und freie Bauern. Unter Kurusch II. (griechisch Kyros), Großkönig seit 560 v. Chr. begann die Entwicklung des persischen Reiches zur Großmacht: Ganz Iran, Babylonien, Kleinasien werden unterworfen, Gebiete also, die größtenteils ziemlich dicht bevölkert waren, der Rasse nach Menschen von überwiegend vorderasiatischer, bald überwiegend orientalischer Rasse oder von Rassengemischen dieser beiden Menschenschläge. Das völkische Selbstgefühl und die kriegerische Kraft des Persertums wurden zur Zeit der Errichtung ihres Großreichs gehoben durch den Mazdaismus, den das Herrscherhaus des Hachamanisch- Nachkommen, der Achaimeniden (wie die Hellenen es benannten), besonders lebhaft ergriff und beförderte. Der Mazdaismus Die Gesittung (Kultur) des frühen Persertums und damit auch das meiste Geistesgut, das im Mazdaismus wirksam wurde, bieten ein besonders gutes Beispiel für die Gestaltung eines Volkstums und eines Glaubens aus dem Geist der nordischen Rasse. Wenn man sich frägt, wie eine Glaubensgestaltung aus nordischem Wesen beschaffen sein müsse, so werden der persische Mazdaismus, die homerische Frömmigkeit der Hellenen und die germanische Frömmigkeit (Kummer: Mitgards Untergang, 1927) mit ihren Grundzügen und besonders ihren gemeinsamen Zügen die Antwort im wesentlichen erteilen können. Frühes Persertum, frühes Hellenentum und Germanentum enthalten als Geistesschöpfungen alles wesentlische, worin die nordische Rassenseele, jeweils zu einzelnen Volkstümern abgewandelt, sich in möglichster Reinheit arteigen ausgedrückt hat. Auch aus diesem Grunde soll hier einiges über den Mazdaismus ausgeführt werden. Die rassenkundlichen zeugnisse dafür, daß man das Persertum zur Zeit der Achaimeniden und der Ausbreitung des Mazdaismus der Rasse nach als überwiegend nordisch ansehen darf, sollen später zusammengestellt werden. Gegen Ende des 7. oder zu Beginn des 6. Jahrhunderts v. Chr. - also lange vor den Glaubensstiftern, vor Buddha und den großen israelitischen Propheten - ertstand aus ostiranischen Geschlecht ein Mann namens Spitama, der später den Zunamen Zarathuschtra (th wie englisches th gesprochen) erhielt (aus Zarathuschtra entstand später Zoroaster und italienisch Sarastro, bekannt aus der Zauberflöte). Von Zarathuschtra ( Zarathustra) ging eine Umbildung und Klärung der überlieferten indoiranischen Götterlehre aus, die bald persischen Glauben wesentlich vom indischen abhob. Die indischen dewas (zu latein deus, zu germanisch. Tyr-Ziu), in Indien Gottheiten, wurden in Persien zu diws, teufelähnlichen Gestalten, an deren Stelle, nachdem Persien zum Islam gezwungen worden wr, islamische scheitan (=Satans-) Gestalten traten. Die Vielheit der indischen asuras, böswilliger Schädlingsgottheiten, entsprach schließlich in Persien nur noch eine Gestalt, und sie wurde durch Zarathuschtra nahezu zum Eingott erhoben: Ahura Mazda, der größte Ahura. Gemeinsam blieben Indern und Iranern die Gottheit Mithra, die im Mazdaismus zurücktritt und soma, persisch haoma, ursprünglich das Rauschgetränk für Götter und Menschen, vergleichbar dem Nektar der Hellenen, dem Met der Germanen. Der Mazdaismus Zarathuschtras ist die erste Glaubensstiftung, die dem ganzen Weltlauf und der Staatsordnung, sowie der Lebensführung der Menschen eine sittliche Bedeutung beimißt, den Menschen selbst in das Weltgeschehen als Mitwirkenden mitten hineinstellt zu der Entscheidung für oder wider Gott. Der Mazdaismus stellt überhaupt die erste bewußte Heilsordnung und Gotteslehre dar und hat damit geradezu schon Züge einer gewissen Gottesgelehrtheit, einer Theologie. Eben hierin darf man gegenüber der geringeren Bewußtheit des Frommseins, der unmittelbaren Frömmigkeit des Hellenen oder Germanen, gegenüber dem Fehlen "theologischer" Neigungen bei Hellenen und Germanen, einen Einfluß der vorderasiatischen Rassenseele suchen, der die "geoffenbarten" Glaubensinhalte und die Aufstellung von Glaubenssätzen teuer sind. Gerade von diesen "theologischen" Bestandteilen des Mazdaismus, aber auch von anderen, sind tiefgreifende Einflüsse ausgegangen auf Judentum und Christentum. Dem Indogermanentum fremd sind die dem ursprünglichen weniger,
dem späteren mehr anhaftenden Einwirkungen des Erlösungsgedankens.
Der Erlösungsgedanke gehört besonders der vorderasiatischen Rassenseele
an, der Clauß darum die Bezeichnung "Erlösungstypus" gegeben
hat (Clauß, Rasse und Seele, 3. Aufl. 1933). Dieser Gedanke regt
sich aber auch deutlich überall da, wo die ostbaltische Rasse vorwiegt
oder beigemischt ist. Vom Morgenlande und von Osteuropa sind dem Abendlande
immer wieder neue Ausgestaltungen des Erlösungsgedankens zugekommen.
Den späteren Mazdaismus hat der Gedanke der Erlösung und die
Vorstellung eines Heilands (persisch saoschjant) stark durchsetzt. Reitzenstein
hat aber nachgewiesen, daß der Erlösungsgedanke sich in der
persischen Frömmigkeit erst geregt hat durch fremden Einfluß,
erst nachdem die Perser nach Babylonien und Syrien, also in Gebiete überwiegend
vorderasiatischer Rasse, vorgedrungen waren (Reitzenstein, Das iranische
Erlösungsmysterium).
Unmittelbar aus altindogermanischem Geistesgute stammt Zarathuschtras Verehrung einer göttlichen Ordnung der Welt: einer Ordnung, die bei den Indern als ritam erscheint, über die Warunawacht, bei den Persern als rtam (artam) und als ascha (= Heil oder Recht oder Ordnung); das Wort ritam erscheint dem Wortstamm nach und im Zusammenhang mit ähnlichen Glaubensvorstellungen bei den Römern als ritus. Dieser Gedanke einer "sinnvollen Ordnung", wie ihn W. Schultz gefaßt hat, tritt im Hellenentum als der Kosmosgedanke hervor und läßt sich auch in der Midgardvorstellung der Germanen wieder erkennen. Die nordische Rasse hat sich ihrem ganzen Wesen entsprechend in allen Frühzeiten der großen Geschichtsvölker indogermanischer Sprache als eine "weltordnende Rasse" erwiesen, hinwegstrebend vom Chaos und hinstrebend zum Kosmos: Familie, Staat, Recht, Gottesdienst, Jahreslauf und Geistesleben und sittliche Werte, alles ist bezogen auf die "sinnvolle Ordnung" der Welt, und eine solche Vorstellung der Weltordnung findet sich im Völkerleben der Erde nur bei den Indogermanen. Zarathuschtra geht bewußt von dieser indogermanischen Vorstellung aus; man hat im Mazdaismus einmal die "sittlich höchste Auffassung der Welt" sehen wollen (Reallexikon der indogermanischen Altertumskunde, Bd. III, 1926, S. 652) und dem kann man durchaus zustimmen, wenn einem bei solchem Urteil bewußt bleibt, daß man offenbar nicht von einer "sittlichhöchsten" auffassung schlechthin sprechen darf - denn jedes Volk und jede Rasse empfinden das sittlich Höchste wieder anders -, sondern eine Auffassung in solcher Weise immer nur werten kann vom Geiste einer bestimmten Artung aus. Die Behauptung gilt also innerhalb der Grenzen nordisch indogermanischer Artung. Im Mazdaismus wird die "Welt" wie bei Fichte erblickt als "das versinnlichte Materiale unserer Pflicht"; nur ist diese ganze Weltordnung bei Zarathuschtra viel naturvertrauter als bei Fichte, dem das Naturgefühl der Indogermanen nicht zuteil geworden war. Die echten Zarathuschtraworte im persischen Awesta, die für die Betrachtung dieses Buches - das ja immer bemüht ist, die lebensgesetzliche (biologische) Auswirkung solcher Lehren zu erfassen - bedeutsam sind, finden sich besonders in den Gathagesängen, den Awesta-Abschnitten 28-34, 43-51 und 53: In der Welt und im Gewissen der Menschen geht ein fortwährender
Kampf vor sich zwischen dem Guten Geiste Ahura Mazda und dem Bösen
Geiste Angra Mainju (zwischen Ormuzd und Ahriman in späterer persischer
Sprachform) gelegentlich ist diese Vorstellung auch so gefaßt, als
ob Ahura Mazda über diesem Kampfe zweier Mächte stehe; dann ist
der im Kampfe liegende Ahura Mazda der Gute Geist, soweit er sich durch
das sittliche Streben der Menschen im Leben verwirklichen kann.
Im Wesen Ahura Mazdas als eines Gottes der Weltordnung lag für
das fernere Geschick des Persertums auch eine gewisse Gefahr: war Ahura
Mazda der Hüter der ganzen sinnvoll geordneten Welt, so konnte er
leicht zu einem Gotte werden, der weit über das arische Persertum
hinausgriff. Hiermit war eine großartige "theologische" Wendung gegeben,
die zum umfassenden Allgotte für alle Völker der Erde. Dieses
Beispiel des Persertums zusammen mit anderen "theologisch" erscheinenden
oder auslegbaren mazdaistischen Lehren hat im ganzen Morgenlande ringsum
zündend gewirkt, indem es die Glaubensvorstellungen von der Stammesgottlehre
(Henotheismus) zur Eingottlehre (Monotheismus) hinlenkte. Für das
Persertum selbst war mit solchen Vorstellungen eine völkische Gefahr
verbunden: Ahura Mazda wurde schließlich zum Allerweltsgott des Großreichs
der Achaimeniden mit seinen verschiedenen Völkern, Sprachen und Rassengemischen,
ein ""imperialistisch" begriffener Reichsgott des sich weithin zerstreuenden
persischen Adels, der den Achaimeniden ihre Statthalter, die Satrapen (Schatrapa)
und ihre Heerführer und hohen Beamten stellte.
Hans F. K. Günther
Weitere Werke von Hans F. K. Günther: Lebensgeschichte des hellenischen Volkes, 314 Seiten, 1965, Verlag Franz v. Bebenburg, Pähl Lebensgeschichte des römischen Volkes, 339 Seiten, 1966, Verlag Franz v. Bebenburg, Pähl Rassenkunde des deutschen Volkes, 510 Seiten, 2002, Verlag D. Bohlinger, Viöl Platon als Hüter des Lebens, 84 Seiten, Verlag Franz v. Bebenburg, Pähl Formen und Urgeschichte der Ehe, 1951, Verlag Musterschmidt, Göttingen Le Mariage: Ses Formes, Son Origine, 1952, Verlag Payot, Paris Gattenwahl zu ehelichem Glück..., 1951, Verlag F. Lehmann, München Die Nordische Rasse bei den Indogermanen Asiens, 247 Seiten,
1982, ISBN 3-88202-309-0, Verlag Hohe Warte, Pähl
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