Herzmedikamente nach Rassenzugehörigkeit

Eine US-Pharmafirma will das erste Medikament auf den Markt bringen, das eigens auf Schwarze zugeschnitten ist: BiDil, ein Herzmittel, das im klinischen Test an Schwarzen so gute Erfolge brachte, daß der Test abgebrochen und die Zulassung beantragt wurde. Damit eskaliert eine Debatte, die unter Ärzten schon länger läuft und vor zwei Jahren von Sally Satel, Psychologin an einer US-Drogenklinik, in die Öffentlichkeit getragen worden war: "In meiner ärztlichen Praxis bin ich nicht farbenblind", provozierte Satel: "Ich schaue mir meine Patienten immer auch auf ihre Rasse an."

Unterschiedliche Rassen bzw. Genvarianten machen empfindlich für manche Krankheiten und un- bzw. überempfindlich für manche Medikamente. Satel hatte das bei Antidepressiva gelernt, die bei Schwarzen schon in geringerer Dosis wirken, weil sie von ihrem Stoffwechsel langsamer abgebaut werden. Ähnliches gilt vermutlich für BiDil, das im Körper die Produktion von Stickstoffmonoxid fördert, das seinerseits die Blutgefäße entspannt und das Herz entlastet: Neger haben für gewöhnlich weniger Stickstoffmonoxid im Körper als Angehörige anderer Rassen.

Aber eben an diesem "für gewöhnlich" entzündet sich die Debatte: Die Hautfarbe sei ein "lausiger Indikator für die Herzfunktion", kritisiert ein politisch korrekter Arzt. Auch er zieht nicht in Zweifel, dass besondere Genvarianten besondere Medikamente brauchen - in der ersten Debattenrunde wurde das von vielen als Rassismus abgetan -, aber ihm ist das äußerliche Kriterium zu äußerlich: Nicht alle Schwarzen haben dieselben Gene, ebenso wenig wie alle Weißen. Deshalb möge man lieber bei jedem Patienten Genprofile - an ausgewählten Genen - erstellen. Dazu ist zu sagen, daß die Neger in den USA größtenteils Mulatten sind, die durchschnittlich ein Sechzehntel weiße Vorfahren haben, wie man an der deutlich helleren Hautfarbe im Vergleich zu afrikanischen Negern sehen kann. 

Genprofile haben sich daher in einer Studie im Jahr 2001 auch bewährt, aber es ist aufwendig. 

"Ein unpräziser Schlüssel (Schwarze-Weiße) ist besser als gar keiner", schloß Satel ihren  Debattenbeitrag, und dem hat sich inzwischen die Gesundheitsbehörde FDA angeschlossen: Während früher Medikamente vornehmlich an weißen Männern getestet wurden - und dann an Schwarzen und Frauen bisweilen weniger wirkten -, muß seit dem Vorjahr rassenspezifisch getestet werden (clinical data on race and medicine...)

Das ist natürlich ein Rückschlag für die politisch korrekten Besserwisser, die die Existenz von Rassen abstreiten wollen und "race" falsch mit "Ethnien" übersetzen. Bekanntlich bestehen Ethnien (Bevölkerungsgruppen) meist aus verschiedenen Rassen...

[28. Juli 2004]

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